Obwohl ich erwartet habe, daß speziell Renate Künast sich mit Eifer an der Durchsetzung der EU-Vorgaben für 2012 beteiligen würde, fehlen mir die Worte, um dem Ausdruck zu verleihen, was jetzt gerade in mir vorgeht. Karl Kraus muß etwas ähnliches empfunden haben, als er schrieb:
Herr, vergib ihnen, denn sie wissen, was sie tun.
Und das wissen sie sehr genau. Sie wollen ja nicht nur gegen den Tabak vorgehen, sondern gegen den Alkohol. Deshalb nehmen sie der Zerstörung unzähliger Kneipen und aller mit ihnen verbundenen Existenzen und die Verödung ganzer Szeneviertel nicht nur billigend in Kauf, sondern betreiben sie planmäßig, um dadurch den Alkoholkonsum zu senken und alles in den Griff zu bekommen, was in jenen Kneipen und jenen Stadtvierteln ausgebrütet werden könnte, ohne die sie nie an die Macht gekommen wären. Diese Formulierung habe ich nicht zufällig gewählt. In seiner Bewerbungsschrift zur Kulturhauptstadt 2010 hat der Bremer Senat nämlich genau auf jene Stadtviertel (darunter meines) verwiesen und sie als BRUTSTÄTTEN FÜR BESESSENE bezeichnet. Das war positiv gemeint und sollte originell sein. Das war positiv gemeint und sollte ganz besonders originell sein, hat mir aber schon damals nur verraten, was dahintersteckte: ihre Angst vor allen, die nicht so sind wie sie. Deshalb machen sie sich nun daran, alle
Widerstandsnester auszuräuchern zu zerstören.
[Nachtrag] Für alle, die es noch nicht wissen: Renate Künast ist Mitglied im Beirat der Humanistischen Union. Hier die Überschrift einer
Pressemitteilung der HU vom 20. Mai 2010:
Zitat:Grundrechte-Report 2010 erschienen: Ex-Bundesinnenminister warnt vor weiteren Schritten zum Überwachungsstaat
Und noch 1 Satz aus der Pressemitteilung:
Zitat:Mit zahlreichen Beispielen belegt der Grundrechte-Report 2010, dass nach wie vor die meisten Eingriffe in die Grundrechte von Maßnahmen der Exekutive ausgehen: Polizeiliche Videoüberwachung, Vorkommnisse um den NATO-Gipfel in Straßburg und Kehl, Untergrabung der journalistischen Unabhängigkeit durch Absetzung des ZDF-Intendanten.
Vielleicht sollte der Vorstand des Netzwerks die Autoren des Reports einmal in einem offiziellen Schreiben auffordern, zu den EU-Empfehlungen für eine rauchfreie Umgebung (Aufforderung zu Denunziation und Schauprozessen) Stellung zu nehmen.