Muna_Sat-Ananda schrieb am 01.12.09 um 09:05:03:xila schrieb am 30.11.09 um 10:59:23:Speiselokale und "Mischformen" zwischen Speiselokal und Kneipe sterben durch das Rauchverbot langsamer als reine Kneipen, aber eben dennoch nicht gerade selten. Knapp über zwei Jahre hat die schleichende Auszehrung beim "Roten Hahn" in Lörrach gedauert, eine Kulturkneipe in Räumlichkeiten, die immerhin auf eine hundertjährige Gaststätten-Tradition zurückblicken können.
Der scheidende Wirt benennt explizit das Rauchverbot, obwohl sonst kein (anderer) Hahn mehr im Ländle nach dem Rauchverbot kräht, als einen der Gründe für das nun bevorstehende Aus:
Zitat:Das Rauchverbot sei nicht spurlos an ihnen vorbei gegangen, sagt der Wirt. Manche Stammgäste, die sich regelmäßig hier getroffen hätten, seien einfach weggeblieben.
http://www.badische-zeitung.de/loerrach/mit-dem-roten-hahn-schliesst-eine-kultur... Tja, mir tut das einerseits auch leid, wenn gerade solche Kulturkneipen den Bach runtergehen - aber andererseits hat sich nach meiner damaligen Erfahrung die Speisegastronomie
nicht (oder nur mit wenigen Ausnahmen) an der Sammelklagen-Aktion beteiligt. Jetzt bekommen sie eben die Rechnung präsentiert - und so gesehen hält sich mein Mitleid wiederum in Grenzen.
Ja, Muna das geht mir genauso. Ich muß allerdings in den letzten Wochen feststellen, daß mehr und mehr Gastronomie in meinem Arbeitsgebiet schlichtweg dicht macht. Natürlich aus verschiedenen Gründen aber ganz klar beginnend durch das Rauchverbot, wenn sie denn keine Gelegenheit hatten entsprechend umzustellen. In meinem Arbeitsgebiet gibt es inzwischen einiges an Leerstand und ich möchte ehrlich nicht wissen, wer da noch so alles auf der Kippe steht und demnächst seine Pforten schließt.
Es ist teilweise beängstigend. Selbst größere Systemgastronomie kommt meines Erachtens langsam ins Schlingern, ist allerdings eine Beobachtung aus dem Bauch heraus. Ich war vor kurzem morgens zwischen 10-12Uhr in der Gastroszene in Heidelberg, die Studenten- und Touristenstadt, unterwegs. Da ist eigentlich das ganze Jahr über Betrieb. Bei vier großen Gastroketten, die Frühstück anbieten und bei denen es in der Regel immer gut besucht ist, waren praktisch leer. So etwas habe ich in den vergangenen Monaten noch nie so gesehen. Ob da einige den Winter unbeschadet überstehen mag ich aufgrund der horrenden Kosten in der Altstadt stark bezweifeln.
Wir werden noch einiges an Gastronomie verlieren und der bayrische Versuch alles rauchfrei zu bekommen wird dort manchem Gastronom den Todesstoß versetzen, vor allem wenn sich keiner wehrt.