xila schrieb am 19.07.10 um 18:08:23:Die Grundschulzeit zerfällt - wie jeder weiß, der schon einmal ein Kind durch die Grundschule gebracht hat - in zwei Zweijahreszeiträume. Im ersten dominiert das "spielerische Heranführen" an "spannende Themen",....
Ja, leider. Und Gott allein weiß, warum.
Als ich 1986 in die erste Klasse kam, wurden bereits in der ersten Woche Buchstaben gelernt, Leseversuche unternommen, und fünf Wochen später ging´s los mit Mathematik, Zählen und einfache Addition.
Spiel und Spaß waren auch dabei, aber zu bestimmten Zeiten (so wurde z.B. von 8.00 bis 8.15 gemeinsam gesungen). Danach wurde gearbeitet.
Die heutige Spiel-Grundschule, wo alle herumrennen, schreien, nach "Gehör" schreiben und keine Fehler angerechnet bekommen, ist ein Hauptproblem unseres gesamten Schulsystems. Aber leider werden die 1. und 2. Klasse größtenteils so verbracht, da mit den Schulklassen von heute ein gesittetes Arbeiten gar nicht möglich ist.
Hab mich erst letzte Woche mit zwei befreundeten Grundschullehrerinnen getroffen - die eine ist seit 5 Jahren im Dienst, die andere seit 30 Jahren. Beide bestätigten, dass in der ersten Klasse ein Großteil der Kinder kein Wort Deutsch spricht, ein weiterer großteil ist in keinster Hinsicht erzogen.
Früher brachten die Eltern erzogene 6-Jährige in die Schule, damit sie dort unterrichtet werden.
Heute werden häufig Kinder mit massiven Problemen bei Sozialen Kontakten in die Schule gebracht, mit der Erwartung, dass sie dort erzogen UND unterrichtet werden. Ein Hauptteil der Zeit, die eigentlich zum Unterricht aufgewendet werden sollte, besteht darin, die Kinder zu beruhigen, zu bändigen und zu ermahnen.
Eine 6-jährige Grundschule ist also nur ein Versuch, diese Mißstände der ersten beiden Jahre zu kaschieren.
Und im übrigen - viele Eltern, mit denen ich spreche, sagen, dass sie ihre Kinder aufs Gym schicken wollen, nicht etwa, weil sie dort den besten Schulabschluss bekommen, sondern damit ihre Kinder aus dem Umfeld von gewalttätigen, dumpfen Gleichaltrigen herauskommen.
Die rot-rot-grüne Ideologie vom längeren gemeinsamen Lernen ist nur ein Versuch, die gesellschaftliche Gleichmacherei unter Zwang durchzusetzen. Genau wie beim Ideal der allgemeinen Nichtraucher-Gastro darf es keine Unterschiede mehr geben, die eventuelle Mißstände im favorisierten Konzept aufdecken könnten.
Gruß, Mr.Marple