G-H-L schrieb am 17.08.10 um 20:06:53:Langsam fällt aber auch auf, daß das Rauchen nicht mehr so in der Kritik steht. Nun müssen andere Dinge wie Einsamkeit, übermässiger Fleischgenuß etc. etc. für die Risiken des vorzeitigen Ablebens herhalten.
Was nicht unbedingt zu begrüßen ist. Die gemeinmsame Botschaft all dieser "Studien" ist doch, dass von allen Kriterien das erreichte Lebensalter derjenige ist, der über ein gelungenes Leben entscheidet. Und zwar ausschließlich entscheidet.
Mit Verlaub, das ist in unserer Kultur absolut einmalig. Die Missachtung der Gesundheit war die ganze Neuzeit hindurch ein zumindest bei Künstlern und Musikern stets akzeptierter Lebensentwurf. Unter Rockern galt in den 60-ern der Spruch "live hard, die young", was tatsächlich dann sehr oft der Fall war. Übliches Sterbealter war so um die 27, allen voran Jimmy Hendrix. Natürlich hat das damals zu Debatten geführt, die Meinungen gingen auseinander. Aber dass nun alle Denker und Philosophen überflüssig sind, weil die Gesundheitler so etwas im Ansatz unterbinden, das ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Immerhin hat Hendrix in seinem kurzen Dasein ein Lebenswerk hinterlassen, das den meiste 80-jährigen nie gelingen wird. Vermutlich, weil er so war, wie er eben war.
Käme er heute in die Vereinigten Staaten, dann hätte er wohl im Laufe einer Viertelstunde die größte Polizeikonzentration aller Zeiten auf den Plan gerufen. Es bliebe nicht bei Ermahnungen, nein Tausende von Denunzianten würden sofort zum Telefon greifen.
Wenn dabei nicht alles so entsetzlich fad geworden wäre, ginge es ja noch...
Jimmy, sag was :
http://www.youtube.com/watch?v=mZTPsrcfQSE&feature=related