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NRW nach dem Tag X (Gelesen: 137097 mal)
ChristophL
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Freier Rauch statt Rauchfrei!

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Re: NRW nach dem Tag X
Antwort #345 - 12.05.16 um 01:26:47
 
xila schrieb am 09.05.16 um 19:03:55:
Destruktor schrieb am 09.05.16 um 15:25:18:
xila schrieb am 09.05.16 um 10:45:15:
Wer heimlich das Rauchen zu bestimmten Zeiten bzw. bestimmten Personenkreisen, womöglich unter Ausschluß eventueller anderer Gäste, erlaubt, gefährdet das Gesetz als solches viel weniger und stellt es viel weniger in Frage als jemand, der es öffentlich kritisiert.


Das wäre dann aber das Motto :  "Alles oder nichts".

Mir ist jede Rauchverbotsübertretung - wo und wann auch immer - recht, denn sie zeigt auf:  Diese Gängeleien lassen wir uns nicht gefallen !

Zudem müssen die Verbotsparteien (insbes. Grüne) klar erkannt, konsequent geächtet und nimmermehr gewählt werden.


Von deinen Rauchverbotsübertretungen hast du nämlich gar nichts mehr, wenn sie erst einmal angefangen haben, Raucher, und damit auch dich und mich, systematisch auch aus ihren Wohnungen zu jagen [...]


Hier sehe ich zwei Punkte vermischt.
Öffentliche Kritik ist wichtig und notwendig, verhallt aber dank der Mainstream-Medien und der etablierten Politik allzuoft. Die Antis können es sich leisten, sie weitgehend zu ignorieren.
Für sie ist Gehorsamkeit und Folgsamkeit wichtig, die Einhaltung ihrer Vorschriften, neudeutsch "Compliance" genannt. Jede Übertretung ist daher als Akt der Verweigerung ein Stück Verteidigung und Rückoberung von Räumen. Insbesondere vom Kopf her. Dass das alleine nicht reicht, um grundsätzlich etwas zu verändern: klar.


xila schrieb am 09.05.16 um 19:03:55:
Was willst du machen, wenn dir in deiner eigenen Wohnung das Rauchen verboten wird? Heimlich rauchen und dich über deinen ach so ungebrochen rebellischen Geist freuen, wenn und solange niemand dir dahinterkommt? Ich habe es schon mit 15 nicht mehr eingesehen, mich beim Rauchen zu
verstecken, und nicht die Absicht, das auf meine alten Tage wieder anfangen zu müssen. 


Verstöße sind nicht notwendigerweise heimlicher Natur. Aber du hast natürlich recht, dass man mehr tun muss, um den weiteren Siegeszug der Raucherauslöschung zu verhindern.


xila schrieb am 09.05.16 um 19:03:55:
Eines Tages, so viel ist sicher, wird die Tabakkontrolle aus der Mode kommen und die Geldströme zu ihr hin werden versiegen. Ohne das Geld, das im Moment noch aus allen möglichen Quellen hineingepumpt wird, wird der Spuk ein ziemlich schnelles Ende haben. Mir liegt etwas daran, daß wir an diesen Punkt eher schneller als langsamer kommen. 


Was in den Köpfen der Menschen angerichtet wurde, lässt sich mit einem "schnellen Ende" nicht neutralisieren. Ich würde nicht darauf hoffen, dass sich das aus irgendwelchen übergeordneten Gründen irgendwann von selbst erledigt. Im Gegenteil, Tabakbekämpfung wird kopiert, beim Alkohol, bei der Ernährung usw., und sich dadurch als Erfolgsmodell für ihre Nutznießer verstetigen. Je weiter die Umerziehung voranschreitet, um so weniger Geld braucht man gegen den Tabak, da die Abwärtsspirale eine Eigendynamik entfaltet.
Wir haben am besonders eindringlichen Beispiel des Anti-Raucher-Feldzugs in den vergangenen Jahren erkennen können, wo heutzutage grundsätzlich die Dinge schief laufen, in der staatlichen Politik, in der Wissenschaft, in den Massenmedien, im Gesundheits- und Bildungswesen usw. Da muss sich, ganz prinzipiell, der Wind drehen.
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« Zuletzt geändert: 12.05.16 um 01:30:52 von ChristophL »  
 
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xila
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Re: NRW nach dem Tag X
Antwort #346 - 12.05.16 um 11:03:19
 
ChristophL schrieb am 12.05.16 um 01:26:47:
Was in den Köpfen der Menschen angerichtet wurde, lässt sich mit einem "schnellen Ende" nicht neutralisieren. Ich würde nicht darauf hoffen, dass sich das aus irgendwelchen übergeordneten Gründen irgendwann von selbst erledigt.


Außer natürlich in den Köpfen in der Gastronomie, wie du im vorigen Beitrag ja wortreich erläutert und begründet hast. Wie bringst du das eigentlich zusammen?

Lassen wir in NRW diese fünf bis sechs Jahre doch erst mal ins Land gehen, und dann sprechen wir uns wieder. Das Vorgänger-Rauchverbot hatte ja den meisten Lokalen ihre Wahlfreiheit nicht genommen, also darf man davon ausgehen, daß die Folgen eines unfreiwilligen Rauchverbots dort erst drei Jahre lang bestehen. In BW mit seiner viel kleinlicheren Ausnahmeregelung hat sich die Sache inzwischen weitgehend sortiert. Nichtraucherlokale, in denen die Betreiber das Rauchverbot in Frage stellen, findest du hier kaum noch. Auch dort nicht, wo sie augenscheinlich ohne Rauchverbot besser zurechtkämen. In den letzten Jahren war ich so oft in so unterschiedlichen Lokalen in Dörfern, daß ich das sicher sagen kann, denn ich habe so viele Gelegenheiten wie möglich genutzt, mit den Betreibern zu sprechen (wobei ich es unerheblich finde, ob es sich um Eigentümer oder um Pächter handelt, wichtig ist nur, was sie selbst sich für ihr Lokal vorstellen).

Aber du hast "wird der Spuk ein Ende haben" falsch verstanden. Ich habe nicht behauptet, es würde alles wieder so wie früher, das stünde ja auch im Widerspruch zu dem, was ich sonst schrieb. Meinem Eindruck nach ist aber in der Politik im Grunde niemand wirklich scharf auf diese ständigen weiteren Verschärfungen, und der Druck auf den sie dennoch regelmäßig reagiert, kommt auch nicht von verblendeten Durchschnittsbürgern, sondern von Pressure Groups, überwiegend solchen, die finanzstark sind. Das Ende des Geldes wird diese Entwicklung, die momentan immer noch ständig fortschreitet, deshalb meiner Meinung nach recht schnell zum Stillstand bringen.

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Was nützt einem Gesundheit, wenn man sonst ein Idiot ist? (Theodor W. Adorno)
 
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ChristophL
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Re: NRW nach dem Tag X
Antwort #347 - 12.05.16 um 21:13:22
 
xila schrieb am 12.05.16 um 11:03:19:
ChristophL schrieb am 12.05.16 um 01:26:47:
Was in den Köpfen der Menschen angerichtet wurde, lässt sich mit einem "schnellen Ende" nicht neutralisieren. Ich würde nicht darauf hoffen, dass sich das aus irgendwelchen übergeordneten Gründen irgendwann von selbst erledigt.


Außer natürlich in den Köpfen in der Gastronomie, wie du im vorigen Beitrag ja wortreich erläutert und begründet hast. Wie bringst du das eigentlich zusammen?


Da die Gastronomen das geringste Problem sind. Bei entsprechender Nachfrage würde so mancher im Falle einer Gesetzeslockerung das Rauchen erlauben. Habe sogar mal einen Anti-Wirt erlebt, der ein Rauchverbot in seiner Gaststätte verhängt hatte und kurz später wieder aufgehoben hat (was noch legal möglich war).


xila schrieb am 12.05.16 um 11:03:19:
Lassen wir in NRW diese fünf bis sechs Jahre doch erst mal ins Land gehen, und dann sprechen wir uns wieder. Das Vorgänger-Rauchverbot hatte ja den meisten Lokalen ihre Wahlfreiheit nicht genommen, also darf man davon ausgehen, daß die Folgen eines unfreiwilligen Rauchverbots dort erst drei Jahre lang bestehen. In BW mit seiner viel kleinlicheren Ausnahmeregelung hat sich die Sache inzwischen weitgehend sortiert. Nichtraucherlokale, in denen die Betreiber das Rauchverbot in Frage stellen, findest du hier kaum noch. Auch dort nicht, wo sie augenscheinlich ohne Rauchverbot besser zurechtkämen. In den letzten Jahren war ich so oft in so unterschiedlichen Lokalen in Dörfern, daß ich das sicher sagen kann, denn ich habe so viele Gelegenheiten wie möglich genutzt, mit den Betreibern zu sprechen (wobei ich es unerheblich finde, ob es sich um Eigentümer oder um Pächter handelt, wichtig ist nur, was sie selbst sich für ihr Lokal vorstellen).


Genau. Es ist aber recht unerheblich, was sich manche Lokalbetreiber vorstellen. Das ändert nichts. Ob und wie die rauchenden Menschen ihr Denken ändern, ist eher die Frage.


xila schrieb am 12.05.16 um 11:03:19:
Aber du hast "wird der Spuk ein Ende haben" falsch verstanden. Ich habe nicht behauptet, es würde alles wieder so wie früher, das stünde ja auch im Widerspruch zu dem, was ich sonst schrieb. Meinem Eindruck nach ist aber in der Politik im Grunde niemand wirklich scharf auf diese ständigen weiteren Verschärfungen, und der Druck auf den sie dennoch regelmäßig reagiert, kommt auch nicht von verblendeten Durchschnittsbürgern, sondern von Pressure Groups, überwiegend solchen, die finanzstark sind. Das Ende des Geldes wird diese Entwicklung, die momentan immer noch ständig fortschreitet, deshalb meiner Meinung nach recht schnell zum Stillstand bringen. 


In der etablierten staatlichen Politik sind solche Dinge zum Dogma geworden. Sicher, der eine hat mehr Bock auf weitere Verschärfungen als der andere, es gibt aber treibende Kräfte einerseits und überschaubare Widerstände andererseits. Mal sehen, wie sich die AfD profiliert. Und unabhängig von gesetzlichen Vorschriften spielt eine wesentliche Rolle, was in den Köpfen der Menschen vorgeht. Eine einflussreiche gesellschaftliche Minderheit wird schon aus Statusgründen die Herabwürdigung bestimmter Lebensstile bei Rauchen, Essen usw. verteidigen.

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« Zuletzt geändert: 12.05.16 um 21:14:43 von ChristophL »  
 
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xila
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... hat meistens recht
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Re: NRW nach dem Tag X
Antwort #348 - 13.05.16 um 09:20:51
 
ChristophL schrieb am 12.05.16 um 21:13:22:
xila schrieb am 12.05.16 um 11:03:19:
ChristophL schrieb am 12.05.16 um 01:26:47:
Was in den Köpfen der Menschen angerichtet wurde, lässt sich mit einem "schnellen Ende" nicht neutralisieren. Ich würde nicht darauf hoffen, dass sich das aus irgendwelchen übergeordneten Gründen irgendwann von selbst erledigt.


Außer natürlich in den Köpfen in der Gastronomie, wie du im vorigen Beitrag ja wortreich erläutert und begründet hast. Wie bringst du das eigentlich zusammen?


Da die Gastronomen das geringste Problem sind. Bei entsprechender Nachfrage würde so mancher im Falle einer Gesetzeslockerung das Rauchen erlauben. Habe sogar mal einen Anti-Wirt erlebt, der ein Rauchverbot in seiner Gaststätte verhängt hatte und kurz später wieder aufgehoben hat (was noch legal möglich war).


xila schrieb am 12.05.16 um 11:03:19:
Lassen wir in NRW diese fünf bis sechs Jahre doch erst mal ins Land gehen, und dann sprechen wir uns wieder. Das Vorgänger-Rauchverbot hatte ja den meisten Lokalen ihre Wahlfreiheit nicht genommen, also darf man davon ausgehen, daß die Folgen eines unfreiwilligen Rauchverbots dort erst drei Jahre lang bestehen. In BW mit seiner viel kleinlicheren Ausnahmeregelung hat sich die Sache inzwischen weitgehend sortiert. Nichtraucherlokale, in denen die Betreiber das Rauchverbot in Frage stellen, findest du hier kaum noch. Auch dort nicht, wo sie augenscheinlich ohne Rauchverbot besser zurechtkämen. In den letzten Jahren war ich so oft in so unterschiedlichen Lokalen in Dörfern, daß ich das sicher sagen kann, denn ich habe so viele Gelegenheiten wie möglich genutzt, mit den Betreibern zu sprechen (wobei ich es unerheblich finde, ob es sich um Eigentümer oder um Pächter handelt, wichtig ist nur, was sie selbst sich für ihr Lokal vorstellen).


Genau. Es ist aber recht unerheblich, was sich manche Lokalbetreiber vorstellen. Das ändert nichts. Ob und wie die rauchenden Menschen ihr Denken ändern, ist eher die Frage.


xila schrieb am 12.05.16 um 11:03:19:
Aber du hast "wird der Spuk ein Ende haben" falsch verstanden. Ich habe nicht behauptet, es würde alles wieder so wie früher, das stünde ja auch im Widerspruch zu dem, was ich sonst schrieb. Meinem Eindruck nach ist aber in der Politik im Grunde niemand wirklich scharf auf diese ständigen weiteren Verschärfungen, und der Druck auf den sie dennoch regelmäßig reagiert, kommt auch nicht von verblendeten Durchschnittsbürgern, sondern von Pressure Groups, überwiegend solchen, die finanzstark sind. Das Ende des Geldes wird diese Entwicklung, die momentan immer noch ständig fortschreitet, deshalb meiner Meinung nach recht schnell zum Stillstand bringen. 


In der etablierten staatlichen Politik sind solche Dinge zum Dogma geworden. Sicher, der eine hat mehr Bock auf weitere Verschärfungen als der andere, es gibt aber treibende Kräfte einerseits und überschaubare Widerstände andererseits. Mal sehen, wie sich die AfD profiliert. Und unabhängig von gesetzlichen Vorschriften spielt eine wesentliche Rolle, was in den Köpfen der Menschen vorgeht. Eine einflussreiche gesellschaftliche Minderheit wird schon aus Statusgründen die Herabwürdigung bestimmter Lebensstile bei Rauchen, Essen usw. verteidigen.



Daß es "irgendwie gut" sei, das Rauchen "einzudämmen" und so, ist doch bei fast allen zum Dogma geworden, sogar bei der Mehrheit der Raucher. Aber du überschätzt m.E. die Langzeitwirkung bei nachlassendem Propaganda-Dauerfeuer. Es ist ganz interessant, Meinungsumfragen zu bestimmten, leidenschaftlich diskutierten Themen zu verfolgen, von der Ukraine bis zur Flüchtlingskrise. Ziemlich viel vermeintliche Überzeugung ist bloß ein Echo medialen Dauerfeuers, sobald das nachläßt, schwindet die Überzeugung, und ebenso das Dogma dahin. Und das mediale Dauerfeuer kommt letzten Endes von den "Pressure Groups".

Heute morgen hörte ich in den Radionachrichten etwas, das fast schon in die Rubrik "Zeichen und Wunder" fällt: Grün-Schwarz hat sich in BW darauf geeinigt, das nächtliche Alkoholverkaufsverbot abzuschaffen. Treibende Kraft waren anscheinend die Grünen, jedenfalls hat einer von denen diese Entscheidung öffentlich angepriesen. Begründung: Die Bürger würden mit diesem Verbot bevormundet. Noch in der letzten Legislaturperiode haben dieselben Grünen noch andauernd mit den lächerlichsten statistischen Tricks zu beweisen versucht, daß dieses Verkaufsverbot eine sagenhaft positive Wirkung, etwa auf Gewaltdelikte, habe.

Vielleicht ist das ja ein erster Vorbote für den inzwischen fälligen Umschwung im Denken in der Politik, und wenn ja, dann hat das unter Garantie etwas mit der AfD zu tun und mit der Geisteshaltung in der Politik, die sie hervorgebracht hat. Der gemeinsame Nenner bei den AfD-Wählern ist meinem Eindruck nach, daß sie sich in unterschiedlicher Weise von der Politik von oben herab behandelt fühlen. Falls der Polit-Mainstream wirklich dahinterkommt, daß DAS das Problem ist, wird so manches vermeintliche Dogma keine allzu lange Überlebensdauer mehr haben.
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« Zuletzt geändert: 13.05.16 um 10:48:54 von xila »  

Was nützt einem Gesundheit, wenn man sonst ein Idiot ist? (Theodor W. Adorno)
 
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Re: NRW nach dem Tag X
Antwort #349 - 05.01.17 um 14:56:58
 
WAZ-Artikel

Zitat:
„Die Lage der Gastronomen hat sich mit den strengen Gesetzen noch mal verschlechtert“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin der Dehoga-Nordrhein. [...] Die Zahl der Schankbetriebe in Nordrhein-Westfalen sei 2013 von 10178 auf 8461 gesunken.


Siggi Ermer wird natürlich dazu befragt:
Zitat:
Auch für Wirte sei die klare Regelung positiv, sie seien nicht mehr unter Druck entscheiden zu müssen, ob in ihrer Gaststätte geraucht werden darf oder nicht.

Hurra, endlich keine Freiheit mehr!
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Dies ist durchaus ein
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Re: NRW nach dem Tag X
Antwort #350 - 05.01.17 um 18:09:40
 
ChristophL schrieb am 05.01.17 um 14:56:58:
WAZ-Artikel

Zitat:
„Die Lage der Gastronomen hat sich mit den strengen Gesetzen noch mal verschlechtert“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin der Dehoga-Nordrhein. [...] Die Zahl der Schankbetriebe in Nordrhein-Westfalen sei 2013 von 10178 auf 8461 gesunken.


Siggi Ermer wird natürlich dazu befragt:
Zitat:
Auch für Wirte sei die klare Regelung positiv, sie seien nicht mehr unter Druck entscheiden zu müssen, ob in ihrer Gaststätte geraucht werden darf oder nicht.

Hurra, endlich keine Freiheit mehr!


Das Ziel und das Glück eines jeden Zwangsbeglückers ist es, die Abstimmung mit den Füssen zu verhindern. Nur so kann er seine Ziele durchsetzen ohne damit auf den Bauch zu fallen - leider können die meisten Menschen mit der Freiheit nicht so viel anfangen, sonst würden sie mehr für ihre Verteidigung tun...
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ChristophL
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Re: NRW nach dem Tag X
Antwort #351 - 25.01.17 um 20:01:59
 
Über die Situation in Bonn:
Zitat:
Für Raucher sowie manche Wirte ist die Verordnung nach wie vor ein rotes Tuch. „Damit wurde ein Stück Geselligkeit zerstört“ [...] „Meine Kosten steigen ständig, gleichzeitig werden meine Gäste vertrieben. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.“


Natürlich kommen auch nicht negativ Betroffenen zu Wort und ein Raucher, der gerne unterdrückt wird.

Aber selbst ein Speise- und Traditionslokal muss leiden:
Zitat:
Rund 30 Prozent Umsatzeinbußen beklagt sie allein beim Thekengeschäft.

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ChristophL
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Re: NRW nach dem Tag X
Antwort #352 - 31.03.17 um 20:39:51
 
Eine WDR-Sendung erwähnt den Rückgang der Kneipenzahl im Land: 12.500 in den letzten 20 Jahren, auf dem Land vor allem in den Kreisen Höxter, Herford (Ostwestfalen) und Unna (Rand Ruhrgebiet) mit zwei Dritteln Rückgang sowie bei den Städten vor allem Solingen (Bergisches Land), Hagen (Rand Ruhrgebiet) und Essen (mitten im Pott) mit drei Vierteln Rückgang. Das totale RV wird textlich nicht erwähnt, aber findet sich wenigstens in den bewegten Bilder ein wenig wieder. (13:05-14:05)
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« Zuletzt geändert: 31.03.17 um 20:40:33 von ChristophL »  
 
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Re: NRW nach dem Tag X
Antwort #353 - 08.04.17 um 05:00:30
 
Kneipe in Köln muss schließen.

Zitat:
Der Vermieter habe die Kündigung eingereicht, [..]. Der Grund: Beschwerden von Nachbarn wegen der Lautstärke. [...] Durch das Nichtraucherschutzgesetz hätten jedoch immer mehr Gäste vor der Tür gestanden. „Immer, wenn wir einen gut laufenden Abend hatten, hatten wir schon Bauchschmerzen, weil wir wussten, dass wieder viele vor der Tür stehen.“ Darum habe man sogar einen Türsteher engagiert [...]


Tja, nie endende Probleme...
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« Zuletzt geändert: 08.04.17 um 14:37:24 von ChristophL »  
 
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Re: NRW nach dem Tag X
Antwort #354 - 15.04.17 um 21:07:45
 
Aus einem Bonner Stadtteil:

Zitat:
Auch die letzte Traditionsgastronomie in Graurheindorf ist vom Kneipensterben erfasst worden. [...] „Sechs Jahre lang habe ich hier versucht, eine wirklich gute Gastronomie hinzubekommen“, sagt der 51-Jährige. Die Kommentare, die man im Internet von Gästen findet, waren für den Rheindorfer Hof überwiegend positiv.
Aber dann kam das Nichtraucherschutzgesetz: „Dadurch sind viele Gäste weggefallen.“


Zusammen mit anderen Faktoren bedeutete dies das Aus für das Lokal.

Zitat:
Und die, die vor dem Alleinsein in die Gaststätte flüchteten, hätten jetzt keine Anlaufstelle mehr, bedauert Bach. „Es geht ein Stück Kommunikation verloren.“
Und wie geht es für ihn weiter? „Ich stehe im Moment vor dem Nichts.“


Ein Beispiel von vielen, wo genau das passiert, was wir immer vorhergesagt und beklagt haben. Auch der Umstand, dass die Schließung in diesem Fall im viertem Jahr nach Inkrafttreten des Totalverbots erfolgte, vermag nicht zu überraschen. Aus anderen Ländern ist schließlich bekannt, dass es sich beim Kneipensterben um einen langen Prozess handelt.
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« Zuletzt geändert: 15.04.17 um 21:10:45 von ChristophL »  
 
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Re: NRW nach dem Tag X
Antwort #355 - 20.04.17 um 22:59:42
 
Zitat:
Wenn die das durchkriegen, können die hier frei trinken", sagt lächelnd der Wirt des Bierhauses "Alt Willich", Oliver Voorter. Er meint Politiker von CDU und FDP, die im Landtags-Wahlkampf davon sprachen, das Rauchverbot lockern zu wollen [...] [Der Wirt] spricht von durch das Rauchverbot verursachte Umsatzeinbußen von bis zu 40 Prozent.


Und selbstverständlich auch andere Töne.
Quelle
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Re: NRW nach dem Tag X
Antwort #356 - 06.06.17 um 03:27:09
 
In den letzten Jahren war der Kölner Ordnungswahn - der dem Geist der Stadt eigentlich widerspricht, aber kommunalpolitisch verstärkt gepflegt wird - immer wieder Thema in diesem Forum.
Aktueller Ausfluss dieser Hausmeister-Krause-Mentalität ist die neue Haus-, pardon Stadtordnung.

Beispiele:

Zitat:
Im Eingangsbereich von Kitas und Schulen darf kein Alkohol getrunken werden. Auch Drogen sind verboten, was interessante Auswirkungen auf die Raucherecken vor Schulen haben könnte. Die Stadtordnung unterscheidet hier nämlich nicht zwischen legalen und illegalen Drogen. Für Spiel- und Bolzplätze wird das Rauchen, auch mit Shisha und E-Zigaretten, ausdrücklich verboten.
[...] Auch Golf darf nicht gespielt werden. [...]
Auch auf die Folgen der Anti-Raucher-Gesetzgebung reagiert die neue Stadtordnung. So sind Gaststätten verpflichtet, Aschenbecher und Abfallbehälter vor ihren Türen aufzustellen, damit die Zigarettenkippen nicht mehr auf dem Boden landen.


Tja, Regulierung zieht Regulierung nach sich. In diese Behältnisse sollte man die Stadtordnung stopfen.
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Re: NRW nach dem Tag X
Antwort #357 - 02.07.17 um 22:27:58
 
Auswirkungen im Hochsauerlandkreis:

Zitat:
Nachtschwärmer fahren nach Willingen, wo das Verbot nicht greift [...] das ist schon Hessen.


Umsatzeinbußen, Lärmbeschwerden der Nachbarn, aber auch die berüchtigte "Gewöhnung".
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« Zuletzt geändert: 02.07.17 um 22:28:24 von ChristophL »  
 
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Re: NRW nach dem Tag X
Antwort #358 - 23.08.17 um 16:51:55
 
Kneipe in Bonn schließt nach 80 Jahren.

Zitat:
Schuld am Aus seien sinkende Einnahmen, was vor allem am Rauchverbot liege, meint die Wirtin.


Wie anderswo auch: Das Kneipensterben zieht sich nach Inkrafttreten eines (totalen) Verbotsgesetzes über viele Jahre hin.
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Hallo

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Re: NRW nach dem Tag X
Antwort #359 - 24.08.17 um 23:07:14
 
ChristophL schrieb am 23.08.17 um 16:51:55:
Kneipe in Bonn schließt nach 80 Jahren.


Wie anderswo auch: Das Kneipensterben zieht sich nach Inkrafttreten eines (totalen) Verbotsgesetzes über viele Jahre hin.

Zitat:
Schuld am Aus seien sinkende Einnahmen, was vor allem am Rauchverbot liege, meint die Wirtin.


Es wird leider nicht aufhoeren. Eine Kneipe hier hat vor ca. 1 Jahr nach 120 Jahren den Loeffel geschmissen.

10 Jahre nach dem totalen Rauchverbot geht das Kneipensterben in England weiter.
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