Normales Thema Wie interpretiert man epidemiologische Studien? (Gelesen: 499 mal)
Koni
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Re: Wie interpretiert man epidemiologische Studien
Antwort #9 - 15.09.06 um 19:04:00
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Frau Neuner erkennt auch in kurzen Sätzen keine Pleonasmen*, wie (Zitat)
Du dreckige ... Raucherdrecksau!
Figura zeigt.

*) Pleonasmen sind unnötige Doppelausdrücke.
  
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Dirk
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Re: Wie interpretiert man epidemiologische Studien
Antwort #8 - 15.09.06 um 18:52:00
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Quote:
Blök nicht sondern hör auf zu rauchen und andere zu töten!
Du dreckige verfaulte Raucherdrecksau!

Was hat diese »Verena Neuner« bloß in ihrem Schädel? Smiley
Ob es vergleichbar mit dem Ausdruck ihrer Umgangssparache ist? Wahscheinlich...
Dirk
  

Dirk
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Verena_Neuner
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Re: Wie interpretiert man epidemiologische Studien
Antwort #7 - 15.09.06 um 15:03:00
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Felix
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Fumero, ergo sum

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Re: Wie interpretiert man epidemiologische Studien
Antwort #6 - 11.09.06 um 14:19:00
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Sehr informativ!
Na, dann ess ich den Broccoli lieber und bleibe beim Rauchen bei den Zigaretten Zwinkernd
  
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cogito
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ergo sum

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Re: Wie interpretiert man epidemiologische Studien
Antwort #5 - 11.09.06 um 14:12:00
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Broccoli enthalten Allyl Isothiocyanate, ein Karzinogen in Nagetierversuchen (Versuche an Menschen sind aus ethischen Grüden verboten). Und die Liste der karzinogenen Substanzen in Nahrungsmitteln ist lang: http://www.acsh.org/publications/pubID.103/pub_detail.asp

Aber auch Kaffee ist
- möglicherweise karzinogen (http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs263/en/)

- aber sehr gesund (Overall, the research shows that coffee is far more healthful than it is harmful," says Tomas DePaulis,  http://www.webmd.com/content/article/80/96454.htm

Vollmilch erhöht das Krebsrisiko auf 2.14 (zum Vergleich: Passivrauchen 1.19) (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=pubmed&dopt=Abstra...)

Käse hat ein relatives Risiko von 2.7, Alkohol 2.1. für Brustkrebs. Käsefondue mit Alkohol ist DER Killer! Studie aus der Schweiz: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=8...

"No human diet can be free of naturally occurring chemicals that are rodent carcinogens. Of the chemicals that people eat, 99.99% are natural."
Bruce Ames, Ph.D. and Lois Swirsky Gold, Ph.D.  University of California, Berkeley
  

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Felix
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Fumero, ergo sum

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Re: Wie interpretiert man epidemiologische Studien
Antwort #4 - 11.09.06 um 12:46:00
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So wird eben "geforscht", welche Umweltgifte sich in Tabakblättern "angereichert" haben. Das Resultat sind dann Listen von Umweltgiften, welche man zwar auch z.B. in Broccoli oder Kopfsalat (die in der seben, verschmutzten Umwelt wachsen) vorhanden sind, aber natürlich nicht ausgewiesen werden...

Mich würde mal eine chemische Analyse von Broccoli und die Gegenüberstellung mit Tabak interessieren - vielleicht sollte man dann Broccoli rauchen (was ja kein Tabak ist und daher auch keine Tabaksteuern nötig wären) - Oder ist man in Zukunft verpflichtet, in Gaststätten zu essen, was einem serviert wird? Zwinkernd
  
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cogito
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ergo sum

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Re: Wie interpretiert man epidemiologische Studien
Antwort #3 - 11.09.06 um 12:18:00
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Felix schrieb on 11.09.06 um 07:56:48:
weil der Auftrag quasi eine Zielvorgabe darstellt. Kaum jemand erhält Geld für eine Studie auf der grünen Wiese


Das ist ganz eindeutig der Fall bei den Studien, die von der Robert Wood Johnson Foundation mit unvorstellbaren Summen finanziert werden.

Unter den Voraussetzungen für ein Stipendium:
The Robert Wood Johnson Foundation (RWJF) is committed to reducing the use of tobacco, with an emphasis on advancing and sustaining policy changes that have been shown to prevent and reduce tobacco use and exposure to secondhand smoke and to help addicted smokers quit.

Currently, most of our support for advocacy will be through this program and our funding of the following organizations: the American Nonsmokers’ Rights Foundation, the Campaign for Tobacco-Free Kids®, and the National African American Tobacco Prevention Network.


Was nicht zu den Zielen passt, wird nicht finanziert. Und die Beträge sind astronomisch, mitmachen lohnt sich:
"Substance Abuse Policy Research Program .... Up to $4 million is available in this round of funding."


  

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Felix
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Fumero, ergo sum

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Re: Wie interpretiert man epidemiologische Studien
Antwort #2 - 11.09.06 um 07:56:00
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Wenn man explizit gegen das Rauchen forscht, wird man es immer schaffen, dass ein entsprechendes Resultat erreicht wird, weil der Auftrag quasi eine Zielvorgabe darstellt. Kaum jemand erhält Geld für eine Studie auf der grünen Wiese, sondern um einen vorgegebenen Sachverhalt gezielt zu untersuchen - Wenn also eine Studie zur Schädlichkeit des Pssivrauchens in Auftrag gegeben wird, dann wundert es kaum, wenn dann das Resultat heissen wird, das Passivrauchen könnte schäldlich sein, alleine weil in diese Richtung "geforscht" wurde...
  
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Werner Paul
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Re: Wie interpretiert man epidemiologische Studien
Antwort #1 - 10.09.06 um 13:12:00
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Auch wenn die Seite schon an anderen Stellen zitiert wurde, so darf der Link doch speziell hier nicht fehlen.

Dave Hitt: http://www.davehitt.com/facts/epid.html

  

Statistiken sind für Politiker wie Laternen für Säufer. Sie dienen mehr der Stütze, als der Erleuchtung.
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cogito
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Wie interpretiert man epidemiologische Studien?
09.09.06 um 22:06:00
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Einige Grundlagen zur Epidemiologie
Epidemiologie ist Statistik, die Assoziationen zwischen vermuteten Ursachen und deren Wirkung untersucht. In der Medizin ist die Ursache eine Verhaltensweise oder ein äusserer Einfluss und die Wirkung eine medizinische Diagnose. Die Daten werden in der Regel durch Umfragen (Ursache) und aus ärztlichen Unterlagen (Wirkung) gewonnen. Der Rest ist reine Wahrscheinlichkeitsrechnung, die mit der Medizin nichts gemein hat. Ziel der Epidemiologie ist es mögliche Zusammenhänge aufzuzeigen, die dann Auslöser sein können für eine gezielte medizinische Ursachenforschung.

Epidemiologie kann nicht den Nachweis erbringen, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen der vermuteten Ursache und der beobachteten Wirkung besteht, da andere, unvermutete oder unbekannte Ursachen (Confounders) mitspielen können oder in der Realität gar keine Zusammenhänge existieren. Die untersuchten Krankheiten sind auch mulifaktoriell, d.h. es kommen mehrere, oft sogar sehr viele, Ursachen in Frage.

Um ein Beispiel zu nennnen: DieEpidemilogie kann zum Schluss kommen, dass eine Assoziation zwischen der Schuhgrösse und der Fähigkeit zu lesen, besteht. Tatsache ist allerdings, dass sowohl die Schuhgrösse als auch die Fähigkeit, zu lesen, jeweils mit dem Alter assoziiert sind und beide Konsequenzen sind, nicht Ursachen. Die Studie Würde in einem solchen Fall eine Assoziation sugerieren, wo es gar keine gibt.

Das Ergebnis epidemiologischer Studien sind Kennzahlen: Relative Risk (Risk Ratio RR) oder Odds Ratio (OR) und Randwerte basierend auf einem Confidence Interval (CI).
http://pediatrics.aappublications.org/cgi/content/full/112/1/S1/218
http://bmj.bmjjournals.com/epidem/epid.c.html#pgfId=1006666

Die Ergebnisse solcher Studien werden im Wesentlichen nach 4 Kriterien beurteilt:

* Signifikanz: Eine Studie wird als signifikant bezeichnet, wenn die beiden Randwerte des Confidence Interval auf der gleichen Seite von 1 liegen (darüber = Risiko, darunter = Schutzfunktion). Ein Ergebnis, welches den Wert 1 einschliesst, ist nicht signifikat, es bedeutet, dass es sich mit hoher Sicherheit ebensogut um ein Risiko wie um eine Schutzfunktion handeln kann.
http://www.surveysystem.com/signif.htm

* Stärke der Assoziation: Je weiter weg das RR vom Wert 1 ist, desto stärker ist die Assoziation. Aber eine starke Assoziation heisst noch lange nicht, dass das Ergebnis auch "wahr" ist.

* Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung: Wenn kein Zusammenhang feststellbar ist, ist die vermutete Ursache mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht die reale Ursache.

* Plausibilität: In Ermangelung des direkten Nachweises der Kausalität muss zumindest die Pausibilität der vermuteten Zusammenhänge gegeben sein. Lässt sich z.B. die Kausalität in Tierversuchen nachweisen und sind die Ergebnisse auf Menschen übertragbar? Lassen sich die Schadstoffe identifizieren und quantifizieren und sind die Dosen aus der Sicht der Toxikologie relevant?

Statistiken führen immer zu Ergebnissen, aber ob die Ergebnisse die Realität widerspiegeln, hängt im höchsten Masse von der richtigen Erfassung der richtigen Daten ab.

Die Daten über Passivrauchen werden durch Befragung der Raucher und ihrer Verwandten gesammelt. Dabei bestehen gewaltige Unsicherheitsfaktoren. Wie gut kann sich jemand noch erinnern, wie oft und wieviele Zigaretten Eltern und eventuelle Besucher vor 15, 20 oder 30 Jahren durchschnittlich in der Wohnung geraucht haben?

Aus eben diesem Grund werden in wissenschaftlichen Kreisen schwache Assoziation mit Misstrauen aufgenommen:

Sir Richard Doll
" ... when the relative risk lies between 1 and 2 ... problems of interpretation may become acute, and it may be extremely difficult to disentangle the various contributions of biased information, confounding of two or more factors, and cause and effect."
(The Causes of Cancer," by Richard Doll, F.R.S. and Richard Peto. Oxford-New York, Oxford University Press, 1981, p. 1219).

WHO/IARC
Relative risks of less than 2.0 may readily reflect some unperceived bias or confounding factor, those over 5.0 are unlikely to do so.  - Breslow and Day, 1980, Statistical methods in cancer research, Vol. 1, The analysis of case control studies.  Published by the World Health Organization, International Agency for Research on Cancer, Sci. Pub. No. 32, Lyon, p. 36

FDA
"My basic rule is if the relative risk isn't at least 3 or 4, forget it."  - Robert Temple, M.D. Food and Drug Administration Journal of the American Medical Association (JAMA), Letters, September 8, 1999

IAQC
"An association is generally considered weak if the odds ratio [relative risk] is under 3.0 and particularly when it is under 2.0, as is the case in the relationship of ETS and lung cancer." - Dr. Kabat, IAQC epidemiologist

US National Cancer Institute
"Relative risks of less than 2 are considered small and are usually difficult to interpret. Such increases may be due to chance, statistical bias, or the effect of confounding factors [other causes] that are sometimes not eviden
  

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