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Heißes Thema (mehr als 10 Antworten) Schülerrat Sachsen-Anhalt lehnt Rauchverbot ab (Gelesen: 2.258 mal)
sternchen
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Re: Schülerrat Sachsen-Anhalt lehnt Rauchverbot ab
Antwort #9 - 19.09.06 um 17:15:00
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Hallo Billytalent,

rauchende Lehrer werden erst zu sogenannten schlechten Vorbildern, wenn sie genötigt werden zusammen mit den Schülern außerhalb des Schulgeländes zu Rauchen.

Lehrer die in einem Raucherzimmer rauchen, werden von den Schülern gar nicht wahrgenommen, ich kann mich nicht erinnern jemals einen Lehrer rauchend auf dem Schulhof angetroffen zu haben.

Es ist eine ziemliche Frechheit Rauchen mit Drogenkonsum gleichzusetzen. Rauchen ist legal, Drogen sind es nicht. Außerdem sind die sogenannten Nikotinentzugserscheinungen nach spätenstens 2 Wochen vorbei. Der Entzug von Drogen oder Alkohol dauert wesentlich länger und ist ohne professionelle Hilfe meist nicht zu schaffen.

Bezüglich der älteren rauchenden Schüler kann ich mich nur wiederholen, auf meiner Schule gabs keine Raucherecken, es hat mich aber nicht davon abgehalten mit dem Rauchen anzufangen. Ergo hatte ich auch nicht den Drang zu den "Großen" zu gehören.

Schulen sind ausschließlich Bildungsstätten. Die Lehrer hätten viel zu tun, wenn sie auch noch erzieherische Maßnahmen ergreifen müssten. Außerdem würde ich es mir als Elternteil verbieten, wenn die Schule sich in meine Erziehung mischen würde.

  
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billytalent
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Re: Schülerrat Sachsen-Anhalt lehnt Rauchverbot ab
Antwort #8 - 19.09.06 um 16:27:00
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rauchende lehrer sind mit sicherheit nicht die schlechteren pädagogen, aber die schlechteren vorbilder.

ein rauchverbot, welches nur für schüler gilt ist sinnlos. es muss gezeigt werden, dass in der schule für drogenkonsum jeglicher art keinen platz ist. rauchende schüler werden dadurch sicher nicht aufhören, aber die jüngeren haben in der schule keine älteren schüler mehr, die sie sich zum vorbild nehmen können, um dann sehnsüchtig darauf zu warten, auch endlich zu den "großen" zu gehören und in die raucherecke zu dürfen.

es stimmt nicht, dass schulen reine "bildungsvermittliungsstellen" sind. schulen haben auch einen erzieherischen auftrag. der grob gesagt so lautet, dass man schüler zu mündigen und selbstständigen bürgern erzieht.

natürlich liegt die erzeihung in erster linie bei elternhaus, nur wird sie heir gerade in sozial schwachen familien oft gar nicht mehr wahrgenommen.
  
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ChristophL
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Re: Schülerrat Sachsen-Anhalt lehnt Rauchverbot ab
Antwort #7 - 19.09.06 um 13:38:00
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Bei Lehrern wie Rauchow sind die deutschen PISA-Ergebnisse kein Wunder.

Stimme grundsätzlich meinen VorposterInnen in der Reaktion auf unseren lieben Volkspädagogen zu, aber:

Quote:
  Gleich vorweg, gegen ein Rauchverbot an Schulen für Schüler (nicht für Lehrer) gibt es grundsätzlich nichts einzuwenden,


Ich halte wenig davon, LehrerInnen zu privilegieren. SchülerInnen (die ab 16 in der Öffentlichkeit rauchen dürfen) sind genauso Teil der Schulgemeinden und müssen ebenso die Möglichkeit haben, einen Rauchbereich auf dem Schulgelände aufzusuchen.
Rauchverbote auf Schulhöfen sind so ziemlich die unsinnigsten Rauchverbote, denn sie führen zu mehr "Passivrauchbelastung", nämlich vor dem Schuleingang, wo dann mehr Rauchentwicklung herrscht.
  
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Dirk
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Re: Schülerrat Sachsen-Anhalt lehnt Rauchverbot ab
Antwort #6 - 18.09.06 um 18:19:00
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Peter Rachow: 1. Rauchen ist eine sozial nicht erwünschte Verhaltensweise.
Wer hat das festgelegt? Sie, Herr Rachow?

Peter Rachow: 2. Der Schule als zentraler Bildungs- und Erziehungsinstitution obliegt es, intendierte gesamtgesellschaftliche Erziehungsziele in der täglichen Erziehungsarbeit umzusetzen.
Hoffentlich gehen dabei nicht solche Ziele wie Toleranz oder Demokratiefähigkeit verloren - ganz abgesehen von der Wissensvermittlung...

Peter Rachow: 3. Durch die Erklärung einer Schule als "rauchfrei" wird symbolisch deutlich gemacht, dass das Rauchen von der Schule als Institution abgelehnt wird.
Solche Symbole oder Zeichen zu setzen, ist wichtig - aber in der Regel wenig wirksam... Wirksamer wäre eventuell sachliche Aufklärungsarbeit. Verbote sind oft mehr Anregung, das Verbotene auszuprobieren....

Peter Rachow: 4. Die Vorbildfunktion des Lehrers impliziert, dass er den Schülern das von der Schule und damit von der Gesellschaft gewünschte Verhalten vorlebt.
Meinen Sie damit auch, dass Lehrerinnen/Lehrer, die rauchen, schlechtere Pädagoginnen/Pädagogen sind?

Peter Rachow: 5. Schüler, die nicht rauchen, sollten sich an den rauchenden Schüler kein falsches Vorbild nehmen können, daher ist das Rauchen auf dem Schulgelände und bei ALLEN Schulveranstaltungen für Schüler UND Lehrer zu untersagen.
Gut gebrüllt, Löwe (obwohl »kein falsches Vorbild« eigentlich »ein Vorbild« heißt).
Doch Schülerinnen/Schüler suchen sich ihre Vorbilder nicht allein in der Schule – der nächste Schritt wäre also Rauchverbot in der Wohnung, dann im Wohngebiet, dann in der Stadt, dann im Land und schließlich auf dem Erdkreis? Und dann geht es mit dem Alkohol weiter, von unreguliertem Sex ganz zu schweigen...

Ansonsten: Sternchen hat's mir aus der Seele geschrieben...

Dirk
  

Dirk
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sternchen
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Re: Schülerrat Sachsen-Anhalt lehnt Rauchverbot ab
Antwort #5 - 18.09.06 um 14:11:00
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Danke topal

nur ist es bei manchen Beiträgen nicht immer leicht sachlich zu bleiben. Sollte ich das ein oder andere mal nicht ganz so sachlich sein, möge man es mir verzeihen  Zwinkernd
  
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cogito
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ergo sum

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Re: Schülerrat Sachsen-Anhalt lehnt Rauchverbot ab
Antwort #4 - 18.09.06 um 07:49:00
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Bravo Sternchen, ich unterschreibe jeden der Punkte dieser sehr sachlichen Analyse.
  

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sternchen
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Re: Schülerrat Sachsen-Anhalt lehnt Rauchverbot ab
Antwort #3 - 18.09.06 um 07:00:00
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Quote:
Dazu wäre aus pädagogischer Sicht folgendes vorzutragen:

1. Rauchen ist eine sozial nicht erwünschte Verhaltensweise.

2. Der Schule als zentraler Bildungs- und Erziehungsinstitution obliegt es, intendierte gesamtgesellschaftliche Erziehungsziele in der täglichen Erziehungsarbeit umzusetzen.

3. Durch die Erklärung einer Schule als "rauchfrei" wird symbolisch deutlich gemacht, dass das Rauchen von der Schule als Institution abgelehnt wird.

4. Die Vorbildfunktion des Lehrers impliziert, dass er den Schülern das von der Schule und damit von der Gesellschaft gewünschte Verhalten vorlebt.

5. Schüler, die nicht rauchen, sollten sich an den rauchenden Schüler kein falsches Vorbild nehmen können, daher ist das Rauchen auf dem Schulgelände und bei ALLEN Schulveranstaltungen für Schüler UND Lehrer zu untersagen.


Gleich vorweg, gegen ein Rauchverbot an Schulen für Schüler (nicht für Lehrer) gibt es grundsätzlich nichts einzuwenden, nur wage ich zu bezweifeln, ob es das gewünschte Ziel (nämlich dass dadurch weniger Jugendliche zu rauchen anfangen), erreicht.

zu1.
Darüber zu streiten bringt nichts. Da prallen grundverschiedene Meinungen aufeinander.

zu2.
Die Schule ist lediglich eine Bildungsinstitution, d.h. die Schule soll unseren Kindern was beibringen, erzieherische Arbeit obliegt immer noch den Eltern (Aussage mehrere Lehrer, und ich sehe dies genauso)

zu3.
Schon richtig, dass die Schule dies symbolisiert, nur wird es keinen Schüler der Rauchen will, davon abhalten. Alles was verboten ist, wird doch erst richtig interessant. Viel wichtiger als Verbote, wäre reden, reden .....
Schon zu meiner Schulzeit, als es keine Rauchverbote gab, war das Rauchen auf meiner Schule verboten. Wir durften auf dem Schulgelände und sogar vor der Schule nicht rauchen. Es hat leider nicht die gewünschte Wirkung erzielt, ich und viele andere haben trotzdem damit angefangen, gerade weil es verboten war.

zu4.
Ob das "nicht Rauchen" ein von der breiten Gesellschaft gewünschtes Verhalten ist bezweifle ich ebenfalls. Es ist ein von Ihnen und Ihren Mitstreitern gewünschtes Verhalten, aber nicht das der breiten Masse.
Was die Vorbildfunktion der Lehrer angeht: Die Lehrer stellen sich zusammen mit den Schülern vor die Schule. Wo ist da dann die Vorbildfunktion? Besser wäre es, den Lehrern ein Raucherzimmer zu erhalten.

zu5.
Kein Schüler, der nicht rauchen will, wird sich an den rauchenden Schülern ein Vorbild nehmen. Das war zu meiner Zeit schon so und wird sich auch nicht ändern. Wie schon erwähnt, sind Erklärungen und ständiges Reden viel wirksamer als alle Verbote, gerade in der Pupertät, was ja nun mal das Einstiegsalter fürs Rauchen ist. (könnte durch zahlreiche persönliche Beispiele belegt werden) Aber dies ist ebenfalls Angelegenheit der Eltern. Meine Kinder rauchen nicht, aber ich habe frühzeitig damit angefangen ihnen sämtliche Nachteile des Rauchens aufzuzählen und zwar immer wieder und immer wieder, verboten habe ich es nie! Komischerweise rauchen aber viele Jugendliche militanter, nichtrauchender Bekannter, heimlich natürlich.

Da sollte man sich doch mal fragen, welcher Weg sinnvoller ist.



  
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PeterRachow
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Re: Schülerrat Sachsen-Anhalt lehnt Rauchverbot ab
Antwort #2 - 17.09.06 um 11:12:00
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ChristophL schrieb on 17.09.06 um 10:53:16:
[...RAuchfreie Schule...]
Schöner wäre es, die Sinnhaftigkeit dieses Ziel überhaupt erst mal zu diskutierten.


Dazu wäre aus pädagogischer Sicht folgendes vorzutragen:

1. Rauchen ist eine sozial nicht erwünschte Verhaltensweise.

2. Der Schule als zentraler Bildungs- und Erziehungsinstitution obliegt es, intendierte gesamtgesellschaftliche Erziehungsziele in der täglichen Erziehungsarbeit umzusetzen.

3. Durch die Erklärung einer Schule als "rauchfrei" wird symbolisch deutlich gemacht, dass das Rauchen von der Schule als Institution abgelehnt wird.

4. Die Vorbildfunktion des Lehrers impliziert, dass er den Schülern das von der Schule und damit von der Gesellschaft gewünschte Verhalten vorlebt.

5. Schüler, die nicht rauchen, sollten sich an den rauchenden Schüler kein falsches Vorbild nehmen können, daher ist das Rauchen auf dem Schulgelände und bei ALLEN Schulveranstaltungen für Schüler UND Lehrer zu untersagen.
  
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ChristophL
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Freier Rauch statt Rauchfrei!

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Re: Schülerrat Sachsen-Anhalt lehnt Rauchverbot ab
Antwort #1 - 17.09.06 um 10:53:00
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Quote:
den Weg zu einer rauchfreien Schule finden


Schöner wäre es, die Sinnhaftigkeit dieses Ziel überhaupt erst mal zu diskutierten.

Ansonsten erfreut, dass GesundheitsministerInnen nicht wahllos in die Ressorts ihrer RegierungskollegInnen hineinregieren können, sondern sich in die üblichen Prozeduren einzuordnen haben.


  
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Dirk
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Schülerrat Sachsen-Anhalt lehnt Rauchverbot ab
16.09.06 um 19:45:00
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Der Landesschülerrat hat sich gegen ein generelles Rauchverbot in Sachsen-Anhalts Schulen ausgesprochen. Die Schülervertretung teilte mit, sie sei der Ansicht, dass man mehr auf Prävention setzen und mit den Schülern gemeinsam den Weg zu einer rauchfreien Schule finden solle.

Damit schloss sich der Schülerrat den Vorstellungen von Kultusminister Olbertz an. Gesundheitsministerin Kuppe hatte dagegen vor einer Woche angekündigt, ab Mitte kommenden Jahres das Rauchen an Schulen per Gesetz verbieten zu wollen.
Quelle: MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT | 14. September 2006
  

Dirk
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