Normales Thema »Der letzte Zug« (Gelesen: 50 mal)
Dirk
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Re: »Der letzte Zug«
Antwort #1 - 28.08.07 um 19:10:00
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Presseinformation vom 28. August 2007

Der letzte Zug – auf den Spuren des blauen Dunstes

Am 1. September 2007 tritt das Nichtrauchergesetz des Bundes in Kraft. Aus diesem Anlass gibt die Literarische Gesellschaft Thüringen e.V. am 31. August 2007 dem öffentlichen Tabakgenuss in Weimar ein letztes literarisches Geleit. In einem bundesweit einzigartigen Smoke-Out ziehen Literaten und Künstler durch historische Gaststätten der ehrwürdigen Stadt der Dichter und Denker, in der sich schon Goethe und Schiller über das Rauchen stritten.

Von 18.00 bis 24.00 Uhr finden stündlich Lesungen, Rezitationen und Gesangvorträge rund um den blauen Dunst statt. Es wird deutlich werden, dass die Weltliteratur dem Tabak große Werke zu verdanken hat. Für die Existentialisten war die zur Schau gestellte Zigarette im Mundwinkel nachgerade ein Emblem. Das Verbot öffentlichen Rauchens bedeutet also einen kulturhistorischen Einschnitt, der in Würde begangen werden muss. [i]„Ob es zu öffentlichen Weinkrämpfen kommen wird, ist noch nicht abzusehen. Hustenanfälle jedenfalls können nicht ausgeschlossen werden“[/i ]erklärte der Zweite Vorsitzende der Literarischen Gesellschaft, Christoph Schmitz-Scholemann. Er bat zugleich, die verschiedenen Boykottaufrufe von Nichtraucherinitiativen unbeachtet zu lassen. „Sie beruhen auf einem Missverständnis. Es geht uns nicht um Zigarettenwerbung und Gesundheitspolitik, sondern um Kunstgenuss und vielleicht auch um die Kunst des Genießens.“

Der denkwürdige Zug wird eröffnet um 18.00 Uhr am Wittumspalais in der Crêperie du Palais, führt u.a. durch das Residenzcafé und den Elephanten und endet im Anno 1900. Werke von Heinrich Böll, Christopher Buckley, Bertolt Brecht, Wilhelm Busch, Guillermo Cabrera Infante, Johann Wolfgang von Goethe, Erik Satie, Einar Schleef, Anton Tschechow u.a. kommen zum Vortrag. Die Mitwirkenden sind Thüringer Schriftsteller, Schauspieler und Sänger. Alle Freundinnen und Freunde der Literatur sind herzlich eingeladen.
Nichtraucher und Raucher sind gleichermaßen willkommen.   

Weimar, den 28.08.2007


Literarische Gesellschaft Thüringen e.V.
1. Vorsitzender: Thomas Spaniel
2. Vorsitzender: Christoph Schmitz-Scholemann
Geschäftsführung: Sigrun Lüdde
Lisztstraße 2a
99423 Weimar
Internet: http://www.literarische-gesellschaft-thueringen.de
  

Dirk
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Dirk
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»Der letzte Zug«
15.08.07 um 17:26:00
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Die Literarische Gesellschaft Thüringen (http://www.literarische-gesellschaft-thueringen.de/)
veranstaltet ein deutschlandweit einzigartiges Smoke-Out
„Der letzte  Zug – ein literarischer Kneipenmarathon auf den Spuren des blauen Dunstes“
am Freitag, 31. August 2007 ab 18 Uhr in mehreren Gaststätten der Weimarer Innenstadt.

In der Ankündigung der Veranstaltung heißt es:
»Mehrere Stunden lang werden schreibende und nichtschreibende Freunde der Literatur in einer säkularen Prozession durch klassische Gaststätten im klassischen Weimar ziehen, um in öffentlichen Lesungen und Gesprächen den letzten Tag zu begehen, an dem in Deutschland das Rauchen noch uneingeschränkt erlaubt ist. Neue und alte Literatur rund um den Tabak kommt zu Gehör. Es geht um Genuss und Gefahr, Freiheit und Abenteuer, Husten und Heiterkeit, blaue Blumen im blauen Dunst, um Rauchopfer und stimulierende Gifte, künstliche Paradiese und das Paradies der Künstler, das so lange in verqualmten Cafés und Kneipen lag.

Literatur und Tabak – das ist seit Jahrhunderten eine Erfolgsgeschichte, die am 1. September 2007 durch Bundesgesetz wenn nicht beendet, so doch nachhaltig gehemmt werden wird. Manche von uns begrüßen das, einige beklagen sich, ein denkwürdiges Datum der Kulturgeschichte ist es in jedem Fall. Thomas Mann, Gottfried Benn, Bert Brecht, Heiner Müller, Heinrich Böll, Ernst Jünger, Jean-Paul Sartre, Vaclav Havel – viele große Schriftsteller kann man sich ohne Kippe oder Stumpen im Mundwinkel gar nicht vorstellen. In den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts avancierte das Rauchen fast zu einer literarischen Schlüsselqualifikation. Dabei waren und sind die Dichter keineswegs ausnahmslos dem Nikotin ergeben. Der Tabak hatte und hat entschiedene Gegner auch bei den Poeten. Goethe mochte es gar nicht, dass Schiller seine Rauchlust nicht zügeln konnte. Trotzdem hat er es ihm sogar bei sich zu Hause erlaubt. Wie dem auch sei: Den letzten Zug wollen wir öffentlich genießen und, je nach Temperament und Neigung, mit kunstvollem Wehklagen oder poetischen Hochrufen in würdiger Form unseren Gedanken und Gefühlen Ausdruck verleihen.«

Stationen des »Letzten Zug« sind in Weimar (Stand: 14. August):
  • 18 Uhr, Creperie du Palais, Am Palais 1
  • 19 Uhr, Residenz-Café, Grüner Markt 4
  • 20 Uhr, Café Christoph Martin, Wielandplatz 1
  • 21 Uhr, Henrys Bar und Café, Untergraben 1
  • 22 Uhr, Brasserie Central, Rollplatz 8a
  • 23 Uhr, Hotel Elephant, Bar, Markt 19
  • 24 Uhr, Anno 1900, Geleitstraße 12a

Mitwirkende sind unter anderem (Stand 14. August):
Christoph Schmitz-Scholemann • Hubert Schirneck (Christopher Buckley: Danke, dass Sie hier rauchen) • Hans Lucke (eigener Text als ehemaliger Raucher) • Konrad Paul • Wolfgang Held (eigener Text als ehemaliger Raucher) • Jens Kirsten (Guillermo Cabrera Infante: Rauchzeichen) • Tony Pacyna (Heinrich Böll: Der Husten meines Vaters; Friedrich Torberg: Auch Nichtraucher müssen sterben) • Jörg Dietrich (angefragt) • Hellmut Seemann • Wolfgang Haak (angefragt) • Bernd Lange, DNT(Monolog von Anton Tschechow "Der Schaden des Tabaks" • Mario Hoff, der – am Klavier begleitet von Hans-Christian Steinhöfel – einige Lieder zum Thema singen wird, u. a. J. S. Bach „Die erbaulichen Gedanken eines Tabakrauchers“. Dazu als Rezitator Martin Stiebert
Harry Weghenkel wird mit seiner Gitarre von Gaststätte zu Gaststätte führen.

Begleitet wird die Veranstaltung
von Aktionen der Nichtraucher-Liga und Anti-Tabak-Aktivisten, die zeitgleich Flugblätter in der Weimarer Innenstadt verteilen.

Bleibt zu wünschen,
dass sich viele im Sinn von Toleranz gegenüber Raucherinnen/Rauchern und gegen die zunehmende Reglementierung persönlicher Freiheiten dem »Letzten Zug« anschließen.

Weitere Informationen:
http://www.literarische-gesellschaft-thueringen.de/

(aktualisiert: 17. August 2007)
  

Dirk
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