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Heißes Thema (mehr als 10 Antworten) Hamburger Gastwirte wollen Volksentscheid (Gelesen: 3.931 mal)
Dirk
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Re: Hamburger Gastwirte wollen Volksentscheid
Antwort #30 - 08.10.07 um 21:28:00
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Vollständig einverstanden, Caschny.
  

Dirk
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ChristophL
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Freier Rauch statt Rauchfrei!

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Re: Hamburger Gastwirte wollen Volksentscheid
Antwort #31 - 14.10.07 um 21:53:00
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http://tinyurl.com/2g54vn

Aufbegehren im "Astra-Stübchen"
In Hamburg wehren sich die Wirte gegen das künftige Rauchverbot in Kneipen

Von Frank Pergande

Hamburg. Die Orte des Widerstands heißen "Astra-Stübchen", "Goldbeker" oder
"Edenhall", in Harburg auch "Al Dente". Es sind, wie an "Astra" leicht zu
erkennen, Hamburger Kneipen. Politisiert wurde dort schon immer, bei einem
Astra und mit Zigarette im Mundwinkel - wie in anderen deutschen Kneipen
ebenso. Jetzt wird aber auch Politik gemacht.

Angefangen hat alles im Ortsteil Winterhude. Ein halbes Dutzend
Kneipenbesitzer, Raucher und Nichtraucher, beschloss, sich dagegen zu wehren,
dass von Januar an nicht mehr in Kneipen geraucht werden darf. Schnell waren
das die "Winterhuder Rauchrebellen". Dem halben Dutzend schlossen sich
inzwischen dreihundert Wirte an. Sie haben es geschafft, mehr als 20 000
Unterschriften zu sammeln, die sich gegen ein generelles Rauchverbot richten.

Noch bis Freitag läuft die Kampagne. Zehntausend Unterschriften für eine
Volksinitiative sind in jedem Fall zusammen. So soll erreicht werden, dass sich
die Bürgerschaft abermals mit dem Rauchen beschäftigt. Hamburg war das erste
Bundesland, das ein Gesetz zum Schutz der Nichtraucher beschlossen hat. Im Juli
stimmten alle Mitglieder der Bürgerschaft für das "Hamburgische Gesetz zum
Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens in der Öffentlichkeit". Einstimmig
heißt: mit allen Stimmen von CDU, SPD und Grünen, die in Hamburg als GAL
auftreten.

Schon im Gesetzgebungsverfahren hatten sich die Hamburger Wirte zu Wort
gemeldet - nicht generell gegen ein solches Gesetz, aber doch in Angst um die
eigene Existenz. Wenn zum Astra die Zigarette fehlt, ist es vielleicht bald
auch mit dem Astra vorbei. Rauchen ist von Januar an nur in geschlossenen
Räumen innerhalb der Restaurants erlaubt. Arno Pauls von "Al Dente" rechnet
vor, er habe einen solchen Raum nicht und achtzig Prozent seiner Gäste seien
Raucher. "Mir soll mal jemand erklären, wie ich bei einer Fläche von 38
Quadratmetern einen Raum abtrennen soll." Bestätigt fühlen sich die Rebellen
von den niedersächsischen Kollegen. Dort ist ein ähnliches Gesetz schon in
Kraft, die Wirte klagen über zurückgehende Umsätze.

Dass inzwischen ganz Hamburg von den Raucherrebellen spricht, geht aber auch
auf zwei Umstände zurück, die nichts mit Kneipen, Rauchen und Astra zu tun
haben. Die Wirte wollen, wenn durch ihre Volksinitiative kein Kompromiss
zustande kommt, ein Volksbegehren anstreben. Dazu brauchten sie 62 000 Stimmen.
Ausgeschlossen ist das nicht, denn solche Formen der direkten Demokratie
erfreuen sich in Hamburg großer Beliebtheit. Gerade heute endet der
"Volksentscheid über den Volksentscheid", dessen Ziel eine Verfassungsänderung
ist. Volksentscheide sollen nach dem Willen der Antragsteller, dem Verein "Mehr
Demokratie", leichter zu erreichen und verbindlicher für Senat und Bürgerschaft
werden. Der Volksentscheid gilt sogar als Test für die Bürgerschaftswahl am 24.
Februar, zumal Bürgermeister Ole von Beust (CDU) sich klar dagegen ausgesprochen
hat. Und weil derzeit so viel über Volksinitiativen, Volksbegehren oder
Volksentscheide gesprochen wird, bekommen auch die Wirte viel Aufmerksamkeit.

Der zweite Umstand ist die FDP. Sie hat erklärt, im Bürgerschaftswahlkampf die
Kneipenbesitzer unterstützen zu wollen. Die sprechen zwar von "Anschleimen",
aber die Frage ist bei Lichte besehen eine wirklich liberale: Warum soll dem
freien Menschen vorgeschrieben werden, ob und wo er rauchen darf. Vielleicht
würden die Wirte sogar anders über die politische Hilfe denken, wenn es nicht
so arg um die Hamburger FDP stünde und sich der Eindruck aufdrängt, nicht die
FDP hilft den Rebellen, sondern die Rebellen der FDP.

In Berlin hat es etwas, wenn die FDP in ihren Räumen des Abgeordnetenhauses
weiter das Rauchen duldet, auch wenn es ein generelles Rauchverbot des
Parlamentspräsidenten Walter Momper gibt. Aber in Hamburg? Wo die FDP in den
Umfragen praktisch gar nicht vorkommt. Oder bestenfalls in den Worten des
Bürgermeisters, der die FDP immer wieder mal als politischen Wunschpartner
nennt, um dann hinzuzufügen, dass die Grünen unter Umständen auch in Frage
kämen.

[...]

Das Gesetz gegen das Rauchen kommt da gerade recht als "ein Ausbund an
Bürokratie und Regelungswut". Der Hamburger FDP muss man zugutehalten, dass
sie, genau wie die Wirte, das auch schon so sah, als es weder das Gesetz noch
den Bürgerschaftswahlkampf gab.

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 14.10.2007,
  
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Terrx
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Re: Hamburger Gastwirte wollen Volksentscheid
Antwort #32 - 15.10.07 um 10:59:00
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Quote:
Gerade heute endet der
"Volksentscheid über den Volksentscheid", dessen Ziel eine Verfassungsänderung
ist. Volksentscheide sollen nach dem Willen der Antragsteller, dem Verein "Mehr
Demokratie", leichter zu erreichen und verbindlicher für Senat und Bürgerschaft
werden.

Hat zwar Aufmerksamkeit erregt, aber in der angestrebten Hauptsache nicht geklappt.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,511419,00.html
Die Hälfte aller Wahlberechtigten hätte einer Verfassungsänderung zustimmen müssen - doch zu wenige Hamburger kamen zur Abstimmung. Die regierende CDU fordert nun, das Thema direkte Demokratie zu den Akten zu legen. Die Initiatoren des Volksentscheides schließen einen erneuten Versuch nicht aus.

Hamburg- Nur 492.864 Bürger beteiligten sich an der Abstimmung, gab Landesabstimmungsleiter Willi Beiß am Abend bekannt. Um die Hürde von 50 Prozent aller Wahlberechtigten zu nehmen, hätten 607468 Hamburger der avisierten Verfassungsänderung zustimmen müssen.

Durch die sollten künftige Volksentscheide für die Regierung und das Parlament verbindlich werden. Außerdem wollten die Organisatoren die Hürden für einen erfolgreichen Volksentscheid absenken.

Anlass für die Initiative "Hamburg stärkt den Volksentscheid" waren zwei Volksentscheide aus dem Jahr 2004, deren Votum die CDU-Landesregierung missachtet hatte. So verkaufte der CDU-Senat die sieben städtischen Krankenhäuser trotz des Vetos von rund 77 Prozent aller Hamburger. Auch das vom Volk beschlossene neue Wahlrecht wurde wieder geändert.

SPD, Grüne, FDP und Linkspartei hatten das Anliegen der Initiative unterstützt. Die regierende CDU war strikt dagegen - und hatte kurz vor der Abstimmung noch für böses Blut gesorgt, als Bürgermeister Ole von Beust angeblich als Privatmann Briefe an 200.000 Haushalte schickte (mehr...), in denen er vor der Verfassungsänderung warnte.

Trotz der Niederlage erklärte die Initiative "Hamburg stärkt den Volksentscheid", hunderttausende Hamburger hätten ein deutliches Signal gesetzt, "dass sie mehr Demokratie und verbindliche Volksentscheide haben wollen". Die CDU werde begreifen müssen, "dass sie auf lange Sicht nicht erfolgreich Politik gegen das Volk machen kann". Sprecherin Angelika Gardiner sagte, es sei kein Scheitern, dass die erforderliche Stimmenzahl nicht erreicht wurde. Die Organisatoren hätten "das Unmögliche versucht". Schon im Vorfeld hatte Gardiner einen Erfolg als "fast illusorisch" bezeichnet.

CDU-Landesvorsitzender Michael Freytag erklärte dagegen, das Scheitern sei "ein klarer Vertrauensbeweis für die parlamentarische Demokratie". Jetzt müssten alle Beteiligten den Streit um die Volksgesetzgebung beenden.

Die Organisatoren hingegen schlossen nicht aus, parallel zur nächsten Bundestagswahl einen erneuten Volksentscheid zu versuchen.

esp/AP/dpa
  
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Caschny
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Re: Hamburger Gastwirte wollen Volksentscheid
Antwort #33 - 15.10.07 um 16:04:00
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Ich muss es so deutlich sagen: Mit dem Scheitern des Volksentscheids hat sich die Hamburger Bevölkerung ein Armutszeugnis ersten Ranges ausgestellt. Sie ist noch nicht reif für Elemente der direkten Demokratie.

Wie bereits erwähnt und jetzt noch leichter nachvollziehbar, ist dieser Weg in Bezug auf unsere Sache erst recht zum Scheitern verurteilt. Allerdings wecken solche Aktionen Interesse an der Sache und das ist immer positiv zu bewerten.

Weitaus größere Chancen sehe ich aber im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen im Februar 2008. Die CDU ist im Abwind und die F.D.P. will endlich in die Bürgerschaft einziehen, was DER LINKEN höchstwahrscheinlich gelingen wird. Also werden sich CDU und F.D.P. sehr gut überlegen, ob sie die Interessen der Raucher so einfach ignorieren. Wenn  beide Parteien nach erfolgter Wahl auch nichts mehr davon wissen wollen (damit rechne ich): Thematisiert wird das Raucherdiskriminierungsgesetz ganz sicher aber noch.

Ich bleibe aber bei meiner Einschätzung, dass die betroffenen Wirte parallel dazu den Weg über Vereinsgründungen gehen sollten - das verspricht immer noch den grö0ten Erfolg.

Caschny.      
  
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MadMax
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Re: Hamburger Gastwirte wollen Volksentscheid
Antwort #34 - 15.10.07 um 19:32:00
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Caschny schrieb on 15.10.07 um 16:04:01:
Ich muss es so deutlich sagen: Mit dem Scheitern des Volksentscheids hat sich die Hamburger Bevölkerung ein Armutszeugnis ersten Ranges ausgestellt. Sie ist noch nicht reif für Elemente der direkten Demokratie.

Wie bereits erwähnt und jetzt noch leichter nachvollziehbar, ist dieser Weg in Bezug auf unsere Sache erst recht zum Scheitern verurteilt. Allerdings wecken solche Aktionen Interesse an der Sache und das ist immer positiv zu bewerten.

Weitaus größere Chancen sehe ich aber im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen im Februar 2008. Die CDU ist im Abwind und die F.D.P. will endlich in die Bürgerschaft einziehen, was DER LINKEN höchstwahrscheinlich gelingen wird. Also werden sich CDU und F.D.P. sehr gut überlegen, ob sie die Interessen der Raucher so einfach ignorieren. Wenn  beide Parteien nach erfolgter Wahl auch nichts mehr davon wissen wollen (damit rechne ich): Thematisiert wird das Raucherdiskriminierungsgesetz ganz sicher aber noch.

Ich bleibe aber bei meiner Einschätzung, dass die betroffenen Wirte parallel dazu den Weg über Vereinsgründungen gehen sollten - das verspricht immer noch den grö0ten Erfolg.

Caschny.      


Das Ergebnis war nach der allgemeinen Politikverdrossenheit eigentlich absehbar. So nach dem Motto "Ich kann ja stimmen wie ich will, passieren wird sowieso nichts" ??? ??? ???
Dennoch kann die Meinung von fast einer halben Million Wählern nicht einfach ignoriert werden ???
Viele Parteien und "Volksvertreter" wären wahrscheinlich froh darüber auch nur einen Bruchteil davon mobilisieren zu können.

Es wäre aber auch noch ganz interessant, wie die ganzen "Wähler" wirklich abgestimmt haben  Laut lachend

Gruß
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Re: Hamburger Gastwirte wollen Volksentscheid
Antwort #35 - 16.10.07 um 08:15:00
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Immerhin haben sich knapp 500.000 Hamburger auf die Socken gemacht.
Die Hürden sind leider so hoch, daß sie kaum zu schaffen waren.
Welche Partei bekommt schon mal 80% der Wählerstimmen?
So hätte man vergleichbar sagen können.
Und hier war nichtmal ein Wahltag angesetzt.
500.000 Leute sind mehr oder weniger aktiviert.
Der parlamentarische Lobbyismus verliert weiter an Wert.
Das ist das Wichtige.
  
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robin
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robin

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Re: Hamburger Gastwirte wollen Volksentscheid
Antwort #36 - 16.10.07 um 09:02:00
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Richtig!
Ich sehr hier auch eine sehr mächtige Stömung. Welche Partei könnte für ihr Programm ähnliches auf die Beine stellen? Keine!
  
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Carolus Magnus
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Re: Hamburger Gastwirte wollen Volksentscheid
Antwort #37 - 16.10.07 um 15:54:00
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Quote:
Hat zwar Aufmerksamkeit erregt, aber in der angestrebten Hauptsache nicht geklappt.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,511419,00.html
Die Hälfte aller Wahlberechtigten hätte einer Verfassungsänderung zustimmen müssen - doch zu wenige Hamburger kamen zur Abstimmung. Die regierende CDU fordert nun, das Thema direkte Demokratie zu den Akten zu legen. Die Initiatoren des Volksentscheides schließen einen erneuten Versuch nicht aus.


Man MUSS die halb-direkte Demokratie der Bevölkerung UNBEDINGT wieder schmackhaft machen. Die scheinen bereits alle zu schlafen!

  

www.sackstark.info - heute schon gelesen?
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MadMax
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Re: Hamburger Gastwirte wollen Volksentscheid
Antwort #38 - 16.10.07 um 21:14:00
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robin schrieb on 16.10.07 um 09:02:17:
Richtig!
Ich sehr hier auch eine sehr mächtige Stömung. Welche Partei könnte für ihr Programm ähnliches auf die Beine stellen? Keine!


Die sind doch schon froh wenn sie bei einer Wahlbeteiligung von 60-70 % irgendwo bei 30 % liegen. Und damit auch noch die Wahl gewinnen ???

Gruß
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Caschny
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Re: Hamburger Gastwirte wollen Volksentscheid
Antwort #39 - 20.10.07 um 11:02:00
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Natürlich kann man das Ergebnis des gescheiterten Volksentscheids für mehr Demokratie von zwei Seiten interpretieren. Was aber bedeutet das für unser Anliegen?

Die in Hamburg allein regierende CDU unter dem Gutsherren Ole von Beust hat hinlänglich bewiesen, was man von des Volkes Meinung hält, nämlich gar nichts. Es wird ignoriert und das Gegenteil dessen gemacht, was die Mehrheit will. Selbst ein derart überwältigendes Votum von rund dreiviertel aller abgegebenen Stimmen (gegen Privatisierung der Krankenhäuser) wurde ignoriert.

Ich meine, dass ein Volksbegehren oder ein Volksentscheid in Bezug auf die Raucherdiskriminierungsgesetze deshalb überhaupt erst sinnvoll sein kann, wenn im Vorfeld sichergestellt ist, dass sich die Regierung auch daran halten muss. Vielleicht klappt es ja im zweiten Anlauf, wenn dieser erste Volksentscheid zeitgleich mit der kommenden Bürgerschaftswahl im Februar 2008 stattfinden wird; die Initiatoren ziehen dies in Erwägung.

Dann wäre auch die Bahn frei für ein Volkentscheid gegen die Raucherdiskriminierung. Die Zeit bis dahin sollte man nutzen, die Menschen für diese Thematik zu sensibilisieren.

Caschny.
  
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Freier Rauch statt Rauchfrei!

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Re: Hamburger Gastwirte wollen Volksentscheid
Antwort #40 - 22.10.07 um 22:55:00
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smokersnews.de:

Hamburger Wirte leben im Ungewissen und fürchten Klagen von Anwohnern

Zum Rauchen vor die Tür - Wärmepilze haben Konjunktur - Lärmbelästigung der Anwohner befürchtet

Hamburgs Gastronomen bereiten sich auf das Rauchverbot vor, das ab Januar in Hamburg in Kraft treten soll. Dabei zeichnet sich schon jetzt ab, dass mit dem neuen Gesetz neue Probleme auf Gastwirte, aber auch auf viele Anwohner zukommen werden. Denn die überwiegende Zahl der Restaurants, Kneipen und Bars wird ihre Gäste zum Rauchen vor die Tür oder auf bestuhlte Terrassen bitten müssen, wo vielfach Wärmepilze aufgestellt werden. Nicht nur im Sommer dürfte sich auf diese Weise ein Teil der Gastronomie ins Freie verlagern. Durch die Trauben von Rauchern, die sich bis in den späten Abend vor den Türen der Restaurants und Kneipen sammeln, könnten sich die Anwohner aber gestört fühlen.

"Es liegt auf der Hand, dass dies Probleme mit der Nachbarschaft geben wird, die sich vom Lärm belästigt fühlt", sagt Gregor Maihöfer, Hauptgeschäftsführer des Hamburger Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Wegen dieser absehbaren Praxisprobleme hätten die ausführenden Behörden intern vor dem Erlass des Gesetzes gewarnt. Nur wenige Gastronomen werden abgetrennte Nichtraucherräume einrichten können, wie eine Umfrage der „WELT“ bei Restaurants, Kneipen, Bars und Diskotheken zeigt. Räume abzutrennen. Gaststätten in Raucherclubs umzuwandeln, davon haben die Wirte Abstand genommen, da die Änderung der Konzessionen schwer durchsetzbar wäre.

TV-Wohnexpertin Tine Wittler, die in Altona die Bar "Parallelwelt" betreibt, hat bereits angekündigt, das Lokal möglicherweise zum Ende des Jahres zu schließen, weil 70 Prozent ihrer Gäste Raucher seien. Eine Reihe von Kneipenwirten versucht deshalb, das Rauchverbot mit einer Volksinitiative zu stoppen, und hat bereits rund 13.000 Unterschriften gesammelt. Kommende Woche wollen sie ihre Listen einreichen. Das dürfte für ein Volksbegehren ausreichen, um aber einen Volksentscheid zu erzwingen, sind 62.500 Stimmen erforderlich.

Klar ist, dass das Nichtrauchergesetz auf diesem Wege nicht bis Jahresende gekippt wird. Dies kann jedoch nach Überzeugung von Dehoga-Chef Maihöfer mit einer Verfassungsbeschwerde gelingen, die sein Verband unterstützt. "Es gibt gute Chancen, dass das Verfassungsgericht noch vor Weihnachten Stellung nimmt", sagt Maihöfer. Vielen Gastwirten seien die Umsetzung des Gesetzes und die behördlichen Zuständigkeiten noch völlig unklar, kritisiert er.
  
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Re: Hamburger Gastwirte wollen Volksentscheid
Antwort #41 - 23.10.07 um 00:39:00
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Es wird soweit kommen, daß alle Bundesländer  Augenrollen eine Verfassungsklage einreichen müssen, um dieses diktatorische Gesetz zu kippen.

Für Hamburg tut mir das besonders leid - ich habe dort Freunde - es ist meine zweite Heimat - eine wunderschöne Stadt.  weinend

Ich kann nur empfehlen, den baden-württ. Weg zu gehen. Ein Wirt muß Klage einreichen - und die Spenden sammeln. Da sie ja wissen, was auf sie zukommt, sollte der Wirt, der die Klage einreicht, schon jetzt ein Treuhandkonto eröffnen, damit die Spenden schneller fließen - und sie ab 01. Januar bereits mit der Klage beginnen können. Sie sollten jetzt schon anfangen zu sammeln.

Grüßlis von Muna
  
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Re: Hamburger Gastwirte wollen Volksentscheid
Antwort #42 - 05.11.07 um 20:08:00
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Das muß hier dazu:

Der Rauch-Rebell
Von Michael Schlieben

Ein Kneipenwirt will das Rauchverbot per Volksentscheid kippen. In Hamburg organisiert er den Widerstand.

© John MacDougall/AFP/Getty Images
Hamburg - Alle wichtigen Entscheidungen hat Peter Engels am Tresen getroffen. Zum Beispiel, Wirt zu werden. Eigentlich ist Engels Akademiker, bis Mitte der achtziger Jahre arbeitete er als Sozialpädagoge. Er war politisch engagiert, doch irgendwann verkrachte er sich mit seiner Partei, der regierenden SPD. Nachts beim Bier entschied er damals, noch einmal von vorn anzufangen, hinter die Theke zu wechseln.

Auch den Entschluss – 20 Jahre später –, gegen den Staat zu rebellieren, fassten Engels und einige Wirtskollegen am Schanktisch. Ihr Protest richtet sich gegen das Rauchverbot, das vom 1. Januar 2008 an in Kneipen und Gaststätten gilt. »Wir haben in der Gastronomie das Hausrecht«, sagt Engels, »nicht der Staat.« Mindestens 80 Prozent seiner Gäste seien Raucher; und die hätten keine Lust, das Fußballgucken oder Skatkloppen zu unterbrechen, um vor die Tür zu gehen. Ganz zu schweigen vom Lärm und Müll, die dadurch entstünden.

300 Hamburger Kneipiers haben sich dem Protest schon angeschlossen. 20000 Unterschriften haben sie – vom Tresen aus – gesammelt. Per Volksentscheid wollen sie das Gesetz kippen, zur Not bis vors Bundesverfassungsgericht gehen. Ihr Hauptquartier ist das Hinterzimmer von Engels’ Gasthaus, dem Goldbeker im Stadtteil Winterhude. Der selbstbewusste Engels ist ihr Wortführer, der »Großkotz« unter den Kleingastronomen, wie er sich selbst nennt. Sein Goldbeker hat zwei Nebenräume, die er nach dem Gesetz als Raucherräume abtrennen könnte.

Aber Engels, der Exsozialist, kämpft auch für all die kleinen Wirte, die keine Räume für Raucher übrig haben. Gerade die vermeintlich schäbige Eckkneipe halte die Leute von der Straße fern, sagt er. Nun seien diese Kneipen in ihrer Existenz bedroht. Manche kündigen schon an, das Gesetz nach Neujahr zu ignorieren. »Lieber gehe ich an Bußgeldern kaputt als an Gästemangel«, sagt ein Mitstreiter Engels’, ein alter, kettenrauchender Kiezwirt. Engels selbst ist seit 16 Jahren Nichtraucher. Auch das hat er am Tresen entschieden.

© DIE ZEIT, 25.10.2007 Nr. 44


http://www.zeit.de/2007/44/LSP-Beispiel-44_Goldbeker

+ das Video

http://www.zeit.de/video/player?videoID=20071024b3e708
  

Der gesunde Menschenverstand ist die Sache, die am Besten auf der Welt verteilt ist, aber nur die wirklich 'Unverbildeten' haben ihn" ...


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Re: Hamburger Gastwirte wollen Volksentscheid
Antwort #43 - 06.11.07 um 03:22:00
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CoF schrieb on 05.11.07 um 20:08:19:
Das muß hier dazu:

Der Rauch-Rebell
Von Michael Schlieben

Ein Kneipenwirt will das Rauchverbot per Volksentscheid kippen. In Hamburg organisiert er den Widerstand.

© John MacDougall/AFP/Getty Images
Hamburg - Alle wichtigen Entscheidungen hat Peter Engels am Tresen getroffen. Zum Beispiel, Wirt zu werden. Eigentlich ist Engels Akademiker, bis Mitte der achtziger Jahre arbeitete er als Sozialpädagoge. Er war politisch engagiert, doch irgendwann verkrachte er sich mit seiner Partei, der regierenden SPD. Nachts beim Bier entschied er damals, noch einmal von vorn anzufangen, hinter die Theke zu wechseln.

Auch den Entschluss – 20 Jahre später –, gegen den Staat zu rebellieren, fassten Engels und einige Wirtskollegen am Schanktisch. Ihr Protest richtet sich gegen das Rauchverbot, das vom 1. Januar 2008 an in Kneipen und Gaststätten gilt. »Wir haben in der Gastronomie das Hausrecht«, sagt Engels, »nicht der Staat.« Mindestens 80 Prozent seiner Gäste seien Raucher; und die hätten keine Lust, das Fußballgucken oder Skatkloppen zu unterbrechen, um vor die Tür zu gehen. Ganz zu schweigen vom Lärm und Müll, die dadurch entstünden.

300 Hamburger Kneipiers haben sich dem Protest schon angeschlossen. 20000 Unterschriften haben sie – vom Tresen aus – gesammelt. Per Volksentscheid wollen sie das Gesetz kippen, zur Not bis vors Bundesverfassungsgericht gehen. Ihr Hauptquartier ist das Hinterzimmer von Engels’ Gasthaus, dem Goldbeker im Stadtteil Winterhude. Der selbstbewusste Engels ist ihr Wortführer, der »Großkotz« unter den Kleingastronomen, wie er sich selbst nennt. Sein Goldbeker hat zwei Nebenräume, die er nach dem Gesetz als Raucherräume abtrennen könnte.

Aber Engels, der Exsozialist, kämpft auch für all die kleinen Wirte, die keine Räume für Raucher übrig haben. Gerade die vermeintlich schäbige Eckkneipe halte die Leute von der Straße fern, sagt er. Nun seien diese Kneipen in ihrer Existenz bedroht. Manche kündigen schon an, das Gesetz nach Neujahr zu ignorieren. »Lieber gehe ich an Bußgeldern kaputt als an Gästemangel«, sagt ein Mitstreiter Engels’, ein alter, kettenrauchender Kiezwirt. Engels selbst ist seit 16 Jahren Nichtraucher. Auch das hat er am Tresen entschieden.

© DIE ZEIT, 25.10.2007 Nr. 44


http://www.zeit.de/2007/44/LSP-Beispiel-44_Goldbeker

+ das Video

http://www.zeit.de/video/player?videoID=20071024b3e708


Ich wünsche den Hamburgern auf jeden Fall viel Erfolg, und daß es dieses Mal besser klappt, als das letzte.  Smiley
  
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Re: Hamburger Gastwirte wollen Volksentscheid
Antwort #44 - 13.11.07 um 18:17:00
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Hallo, Berlin grüßt Hamburg!

Ich habe es ja bereits in der Abteilung "News" unter "Kasseler Raucherinitiative schießt quer" thematisiert:

Haben die Hamburger ebenfalls Probleme mit der Kasseler Gruppe? Uns würde Euer Erfahrungsbericht interessieren, da diese Truppe offenbar von Kassel aus in alle Bundesländer hinein unabgestimmte Volksbegehren-Flugblätter mit problematischem Inhalt versendet.

Viele Grüße
Tom

  
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