Normales Thema Widerstand gegen das Apartheitsgesetz in NDS (Gelesen: 393 mal)
Hanno96
Gast


Widerstand gegen das Apartheitsgesetz in NDS
03.10.07 um 13:59:00
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zunächst einmal vielen Dank.

Danke für die vielen konstruktiven Beiträge und danke für die immer größer werdende Unterstützung.

Ich möchte heute einmal kurz berichten, wie es mit der Protestaktion in Niedersachsen gegen das NiRSG aussieht.
Zur Erklärung: NiRSG, so lautet die offizielle Abkürzung für das von der Niedersächsischen Landesregierung verabschiedete "Apartheitsgesetz".

Seit dem 01. August rauchfreie Gaststätten in Niedersachsen?!
Nein. Da das "Apartheidsgesetz" eine bußgeldfreie Übergangszeit bis zum 01. November 2007 zulässt, wird in 98 % der Kneipen weiter unvermindert geraucht. In der Presse ist zu lesen, daß viele Gastronomen ihre Betriebe den gesetzlichen Vorgaben anpassen wollen.
Aber um welchen Preis?

Zitat Neue Presse 01.10.2007

„Brauchen den Raucherraum, wenn wir überleben wollen“
VON ANDREAS VOIGT
HANNOVER.

Das Pindopp baut jetzt um – und muss viel Geld in die Hand nehmen. Rund 40 000 Euro hat Karolina Wotzka veranschlagt. Wann die 31-Jährige loslegen darf, ist noch offen: Es fehlt die Genehmigung der Stadt. Vor gut zwei Wochen hat das Pindopp einen Antrag gestellt, einen Bescheid hat die Inhaberin noch nicht erhalten.
„Innerhalb von vier Wochen müsste die Bearbeitung abgeschlossen sein“, sagt Claus Clausnitzer vom Baudezernat. Das könnte knapp werden fürs Pindopp, denn Wotzka bleiben lediglich vier Wochen Bauzeit: Ab November soll das Rauchen in Kneipen geahndet werden. Ab dann wollte das Pindopp eigentlich einen gesetzeskonformen Raucherraum anbieten können.
Das Bistrocafé ist etwa 270 Quadratmeter groß, rund 80 Quadratmeter davon werden Raucherraum: links vom Eingang im hinteren Bereich entsteht er. Dafür muss die Pindopp-Chefin Wand und Biertresen versetzen, die Toiletten ins Untergeschoss verlegen. Denn laut Gesetz ist es untersagt, dass Nichtraucher erst durch einen Raucherraum müssen, um zu den Toiletten zu kommen. Nach dem Umbau haben Nichtraucher einen eigenen Zugang zu den WC. Die werden dann auch von den Rauchern genutzt. Das erlaubt das Gesetz.
Zitat Ende

Das muss man sich einfach mal vorstellen... 40.000 EUR!!!
40.000 EUR für eine bauliche Veränderung aufgrund eines mit heißer Nadel gestrickten Gesetzes!

Schön, wer sich das überhaupt leisten kann. Unverständlich, das es sich jemand leistet!

Wie dumm dieses Gestz ist, zeigt obiges Beispiel. Bis zum ultimativen Gang aufs Klo herrscht Rassentrennung, den Donnerbalken selbst dürfen dann aber beide Fraktionen benutzen!! Hoffentlich raucht da kein Raucher heimlich auf dem Klo!! Das ist übrigens auch verboten. Wenn der Wirt einen Gast beim Rauchen auf dem Klo erwischt, kann er diesen Gast anzeigen. Verstoß gegen das Brandschutzgesetz!

Auf welchem gefährlichen Weg wir sind, zeigt ein sicherlich nicht ganz ernstgemeinter Artikel von http://www.machopan.com/rauchzeichen/?p=631. Oder ist das doch Ernst gemeint?

Aber nun zum heutigen Stand des Protestes gegen das "Apartheitsgesetz" in Niedersachsen:

Niedersachsenweit nehmen weit über 70 Gastronomiebetriebe teil.
Bis heute wurden bereits über 3000 Unterschriften gesammelt
54 Petitionen wurden dem Niedersächsischem Petitionsausschuß übergeben und werden als Eingabe behandelt.

Und es geht weiter mit dem Protest. Es finden Raucherfrühschoppen statt, öffentliche Promotionveranstaltungen sind in Planung.
Ein Zeichen dafür, daß der Widerstand gegen dieses "Apartheitsgesetz" lebt und stetig wächst.
Abzuwarten bleibt, wie sich der Zuwachs ab dem 01. November in Niedersachsen entwickelt, wenn die ersten Bußgelder den Nerv der Gastronomen und Gäste treffen.

Alle die mitmachen wollen bitte Kontakt unter :

melodybeerhouse@aol.com


Melody Beerhouse
30827 Garbsen

Rauchverbot gleich Kneipentot
  
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Hanno96
Gast


Re: Widerstand gegen das Apartheitsgesetz in NDS
Antwort #1 - 03.10.07 um 14:06:00
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Zitat Neue Presse 02.10.2007:

Wirte missachten Rauchverbot

HEMMINGEN. Mitarbeiter der Stadt Hemmingen, der Region Hannover und der Polizei haben 16 Gaststätten, Tankstellen, Hotels, Spielhallen und Kioske in Hemmingen auf die Einhaltung des Rauchverbots überprüft. Zwei Betriebe kündigten dabei an, dass sie ihren Gästen auch nach der Karenzzeit, die am 31. Oktober abläuft, das Rauchen erlauben wollen. Bußgelder nähmen sie dabei in Kauf. Die Gäste zeigten sich ebenfalls uneinsichtig. Einige wollen das Rauchverbot auch künftig missachten. „Ein Gast hat sich vor unseren Augen eine Zigarette angezündet und gesagt, dass er ins Zuchthaus will“, so Polizist Joachim Nölke. In fünf Häusern wurden Raucher angetroffen. ju

Zitat Ende

Gottseidank, es gibt noch Mitstreiter!
Erstaunlich, ich wusste gar nicht, das in Spilehallen auch Rauchverbot gilt!
Die Gesetzeshüter haben Defizite!!


Rauchverbot gleich Kneipentot
  
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Caschny
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Re: Widerstand gegen das Apartheitsgesetz in NDS
Antwort #2 - 03.10.07 um 16:48:00
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Quote:
Erstaunlich, ich wusste gar nicht, das in Spilehallen auch Rauchverbot gilt!
Die Gesetzeshüter haben Defizite!!


Rauchverbot gleich Kneipentot


Ja, das habe auch ich unlängst erfahren (dann und wann suche ich eine solche Spielhalle in meiner Nähe auf). Neulich fragte ich die Aufsicht, ob das Rauchverbot denn auch hier gelte ab 1.1.08.
Sie bejahte und erzählte, dass der Betreiber tätig werden wird: Rechtzeitig soll in der Mitte des Raumes ein geschlossener Glaskasten installiert werden mit gesonderter  Rauchabzugsanlage. In dieser Spielhalle wäre das baulich tatsächlich möglich, weil die Freifläche in der Mitte sehr groß ist.

Dass der Spieler die Automaten allerdings per Fernbedienung aus dem Glaskasten heraus bedienen kann, ist nur ein Gerücht... .

Ab 1.1.2008 wird diese Spielhalle jedenfalls einen Stammkunden weniger haben, denn ich halte mich an den Sinnspruch, dass, wer im Glaskasten sitzt, nicht mit Steinen, äähh, Kippen, werfen sollte. Und eine Menge Kohle spare ich dabei auch noch... .

Caschny.
  
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ChristophL
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Freier Rauch statt Rauchfrei!

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Re: Widerstand gegen das Apartheitsgesetz in NDS
Antwort #3 - 12.10.07 um 17:29:00
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Aus der Leine-Zeitung Garbsen von heute:


50 Wirte unterstützen Protest
Gastronomen sammeln 6000 Unterschriften gegen das strikte Nichtraucherschutzgesetz

VON SABRINA FRIEDRICH
BERENBOSTEL. Der Kampf von
Birgitt und Frank Bartram für ein
lockereres Nichtraucherschutzgesetz
zieht Kreise: Rund 50 Restaurants,
Kneipen, Bars und Bistros
aus Garbsen, Hannover, Seelze,
Barsinghausen, Wennigsen, Lehrte
und Springe beteiligen sich mittlerweile
an ihrer Protestaktion.
6000 Unterschriften haben diese
Gastronomen bisher bei ihren
Kunden gesammelt. Sie alle fordern
eine Gesetzesänderung.
Seit Anfang August sammeln
Bartrams als Betreiber des Melody
Beerhouse an der Dorfstraße in Berenbostel
Unterschriften. Bei einem
Raucherfrühschoppen hatten
Interessierte gestern Gelegenheit,
sich über die Aktion zu informieren.
Um Vorhaben besser koordinieren
zu können, soll ab Anfang
November ein Stammtisch eingerichtet
werden.
„Die Listen werden wir bei einem
Protestmarsch am 31. Oktober
dem Landtag überreichen“,
sagt Birgitt Bartram. Ihre Hauptkritik:
Niedersachsens Gesetz lasse
der Gastronomie keinen Spielraum.
„Jeder Gastronom sollte
selbst entscheiden können, ob
sein Betrieb rauchfrei wird“, sagt
Bartram. Die heutige Form des
Nichtraucherschutzgesetzes gefährde
Existenzen. „95 Prozent
unserer Gäste sind Raucher. Die
bleiben entweder ganz weg oder
verkürzen ihren Aufenthalt“, sagt
sie. Die Geselligkeit und der Umsatz
blieben auf der Strecke.
Obwohl Verstöße erst ab 1. November
geahndet werden, sehen
sich Bartrams schon jetzt am
Pranger: Eine Bürgerin hat die
Ankündigung des Raucherfrühschoppens
ans Ordnungsamt gemeldet.
Die Stadt forderte sie unter
Androhung einer hohen Geldstrafe
ab 1. November auf, das Gesetz
einzuhalten. „Wir wehren
uns dagegen, plötzlich kriminalisiert
zu werden, nur weil Gäste bei
uns rauchen“, sagt die Gastronomin.
Der Zigarettenhersteller
Reemtsma unterstützt die Initiative
und verteilt 20 000 Streichholzbriefchen
mit dem Hinweis auf
die Internet-Seite www.toleranzfuer-
raucher.de.


KOMMENTAR
Was kommt als nächstes?

VON SABRINA FRIEDRICH
Nichtraucher müssen geschützt
werden – das ist klar. Aber funktioniert
das nur mit einem radikalen
Gesetz? Restaurants werden
kaum Änderungen merken,
denn gegessen wird immer.
Aber den Kneipen und Bars
schnürt das strikte Gesetz die
Luft ab. Bier, Sekt
und Wein schmecken
auch zu
Hause – mit Zigarette
vielleicht
noch besser. Aber wer weiß, wie
lange ich als Raucher diese Freiheit
noch erleben darf: Amerika
macht es vor mit rauchfreien
Mietshäusern.
  
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