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Heißes Thema (mehr als 10 Antworten) Postkarten (Gelesen: 3.078 mal)
jackjaeckle
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Re: Postkarten
Antwort #30 - 12.01.08 um 18:57:00
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Hallo Mr. Marple
Sorry, aber das geht mir zu weit. Ich stimme Dir in vielen Aussagen zu, aber der inflationäre Umgang mit Vergleichen mit Adolfs III. Reich schreckt eher ab. Was wollen wir denn? Die Raucher haben wir eh auf unserer Seite und politisch denkende und kritische Menschen auch. Aber liberale Nichtraucher und "Normalos" jagen wir mit krassen Übertreibungen schlichtweg in die Flucht und verscherzen uns Sympathien. Ich will nicht geliebt werden für meine Raucherei, aber wir sind darauf angewiesen eine möglichst breite öffentliche Mehrheit für unser Anliegen zu gewinnen. Ich denke der Vergleich mit der Prohibition genügt völlig und leuchtet auch jedem vernünftig denkenden Menschen ein.
Sorry nochmal, aber so sehe ich das nunmal.
Trotzdem, Du hast in vielem Recht.
Gruss Jack
  
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ChristophL
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Freier Rauch statt Rauchfrei!

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Re: Postkarten
Antwort #31 - 13.01.08 um 00:49:00
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Ich stimme Mr. Marple absolut zu und ergänze folgendes:

a) Lifestyle-Diskriminierung gibt es mindestens seit Jahrhunderten. Deren Geschichte muss auch präsenter werden, um es als Mahnung zu dienen.

b) In der Vergangenheit hat es durchaus Folter und Mord von oeben als Werkzeuge gegen Raucher/innen gegeben, weil sie rauchen. Ob zukünftig irgendwo auf der Welt das noch mal soweit getrieben wird, lässt sich schwer absehen.
Die heutigen Antis wollen eine Gesellschaft ohne Raucher/-innen und ohne Dicke, und dies zwar auf totalitärem Wege erreichen, aber ohne Tötungen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sie weder mit noch ohne Mord zu ihrem Ziel gelangen.

c) Der Vergleich mit dem Dritten Reich kann sich nicht nur auf Struktur von Propaganda und Diskriminierung beziehen, sondern muss sich auch auf die Inhalte erstrecken.
Und da hatte sich das Dritte Reich sehr eindeutig positioniert: Anti-Tabak, Anti-Alkohol, Anti-dick.


Zu jackjaeckle:

Quote:
Ich denke der Vergleich mit der Prohibition genügt völlig und leuchtet auch jedem vernünftig denkenden Menschen ein.


Aufklärungsarbeit bedeutet auch, nicht zu verschweigen, dass vieles, was wir heute erleben, in Inhalt, Methoden und Zielsetzung der Lifestyle-Diskriminierung der Nazis gleicht. Das muss natürlich sachlich und sauber belegt erfolgen.



  
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jackjaeckle
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Re: Postkarten
Antwort #32 - 13.01.08 um 01:14:00
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Leute leute.
Bestimmt gibt es viele Übereinstimmungen in den Methoden der Nazis und unseren Freunden von der Nichtraucherfront. Aber laßt doch die Kirche im Dorf. Die haben Europa angezündet, wollten ein ganzes Volk ausrotten, was z. T. auch gelang, und lebten in einem Rassenwahn. Wollt ihr den zugegebenermaßen nervigen Nichtrauchern ähnliche Absichten unterstellen?  Die Einmaligkeit der Naziverbrechen ist ja nun hinreichend dokumentiert und wenn man bei jeder kleinen Ähnlichkeit diese Keule herausholt ist sie sehr schnell stumpf. Ok, jeder soll seinen Protest auf seine Weise ausdrücken. Sorry, aber mein Stil ist das nunmal nicht. Beobachtet einfach mal die Reaktion der Leute wenn ihr diesen Vergleich zieht. Sicherlich muss man auch mal polarisieren, und nicht jedem nach dem Mund reden. Aber das ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
Laßt uns lieber humorvolle pfiffige Wege zur Aufklärung und zur Solidarisierung finden.
Gruss Jack
  
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Javaanse
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Sterne rauchen "Kosmos"

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Re: Aufstehen heißt nicht länger Schweigen!
Antwort #33 - 13.01.08 um 02:04:00
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Mr.Marple schrieb on 12.01.08 um 18:29:48:
Es darf nicht sein, dass die Antis jegliche Art von Geschichtsaufarbeitung zu unterbinden versuchen, nur um ihre eigene Demaskierung zu verhindern. In diesem Fall wären Geschichtsbücher nur ein Platzhalter im Bücherregal – und der Kampf gegen den nächsten Faschismus wäre verloren.


Trefflicher und wirklichkeitsnäher kann man die perfide, menschenverachtende Inszenierung kaum beschreiben, welche die Pharmaindustrie und ihre Lakaien aus Politik und Gesellschaft mit Hilfe der wie faulige Giftpilze aus dem Moder sprießenden Fanatiker in diesem gesellschaftspolitischen Drama in Gang gesetzt haben.

Ich unterschreibe Dir Silbe für Silbe und sehe es als unumgänglich an, genau diese Mechanismen OFFEN zu legen, zu demaskieren und beim richtigen Namen zu nennen, ein Unterfangen, das nur funktionieren kann, wenn wir uns weder die Sprache, noch unser gesundes Urteilsvermögen absprechen lassen.

Wir Raucher haben uns in unserer Sprachlosigkeit schon viel zu lange auf faule Arrangements eingelassen, die uns Stück für Stück immer mehr in genau die Ecke gerückt haben, in der uns diese elenden Menschenschinder haben wollten, weil sie glauben, uns dort kontrollieren und letztlich beherrschen zu können.

Es ist wie Du sagst: Die Schrecken und das Leid der Geschichte wären umsonst erduldet, ertragen und erlitten worden, wenn wir uns JETZT nicht erheben und offensiv und entschieden verhindern, dass die bösartige Saat des Hasses und der Unterdrückung abermals aufblühen kann.

Und dazu bedarf es mitnichten der Duldung von Maulkörben und erst recht nicht des selbst verordneten Schweigens, sondern zuvorderst des Mutes, die von vorangegangenen Generationen unter unsäglichen Entbehrungen erfochtene Freiheit dadurch zu bewahren, indem wir die Dinge auch weiterhin klar und deutlich beim Namen nennen und uns den dieselbe erdrosselnden Mechanismen entschieden entgegenstellen!

Dies sollten wir uns von Nichts und Niemandem frech untersagen lassen!

Gruß Jürgen
  

"Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über das Mittagessen abstimmen."

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ChristophL
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Freier Rauch statt Rauchfrei!

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Re: Postkarten
Antwort #34 - 13.01.08 um 02:39:00
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Quote:
Bestimmt gibt es viele Übereinstimmungen in den Methoden der Nazis und unseren Freunden von der Nichtraucherfront. Aber laßt doch die Kirche im Dorf. Die haben Europa angezündet, wollten ein ganzes Volk ausrotten, was z. T. auch gelang, und lebten in einem Rassenwahn. Wollt ihr den zugegebenermaßen nervigen Nichtrauchern ähnliche Absichten unterstellen?


Mit "Nichtrauchern" hat das wenig zu tun. Es geht um die Prohibitionisten, es geht auch um - mit Verlaub - Gesundheitsfaschisten. (Unter denen durchaus einige Raucher sind, das mal beiseite.)

Die Fanatiker der Gegenseite wollen eine "tabakfreie Welt" .
Wenn sie ihr Ziel erreichen, wären Raucher demzufolge 'ausgerottet'. In der Vergangenheit, z.B. im osmanischen Reich, hat es zu diesem Zweck auch Tötungen gegeben. Wie ich eben an anderer Stelle hier im Forum schrieb, diese 'Ausrottung' hat bisher weder mit noch ohne Tötungen funktioniert.

Wobei das Dritte Reich durchaus die erhebliche Verringerung der Zahl der "Übergewichtigen" erreichte. Und zwar nicht durch ihren propagierten Schlankheitswahn, sondern durchHungersnöte noch über seine Existenz hinaus, bis dann durch den Aufschwung Ernährungsvielfalt und Pluralität der Körperformen wieder fröhliche Urständ' feiern konnte.
Erst 50 Jahren später kamen dann Künast und Seehofer, der öffentlich von der Unterernährung der Nachkriegszeit träumt.


Quote:
Die Einmaligkeit der Naziverbrechen ist ja nun hinreichend dokumentiert und wenn man bei jeder kleinen Ähnlichkeit diese Keule herausholt ist sie sehr schnell stumpf.


Der Holocaust mit der organisierten Massenvernichtung so vieler Menschen in einem so kurzen Zeitraum war in der Tat einzigartig.
Insgesamt aber waren die Naziverbrechen leider überhaupt nicht einmalig, was der Menschheit sehr zu wünschen wäre, sondern ein heftiges von allzuvielen Beispieln der staatlichen Unterdrückung, Entrechtung, Diskriminierung, Verfolgung, Militarisierung, Eroberung, Unterwerfung und Unterjochung nach innen und außen.

Und in der deutschen Geschichte so ziemlich der einzige Vorläufer einer fanatischen Tabak-, Alkohol- und 'Übergewicht'-Bekämpfung, wie wir sie heute erleben.


Quote:
Laßt uns lieber humorvolle pfiffige Wege zur Aufklärung und zur Solidarisierung finden. 


Auch das. Aber Aufklärung nicht ohne historischen Hintergrund.

  
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freiraucher
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Wir sind der singende
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Re: Aufstehen heißt nicht länger Schweigen!
Antwort #35 - 13.01.08 um 03:00:00
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Javaanse schrieb on 13.01.08 um 02:04:27:
Trefflicher und wirklichkeitsnäher kann man die perfide, menschenverachtende Inszenierung kaum beschreiben, welche die Pharmaindustrie und ihre Lakaien aus Politik und Gesellschaft mit Hilfe der wie faulige Giftpilze aus dem Moder sprießenden Fanatiker in diesem gesellschaftspolitischen Drama in Gang gesetzt haben.

Ich unterschreibe Dir Silbe für Silbe und sehe es als unumgänglich an, genau diese Mechanismen OFFEN zu legen, zu demaskieren und beim richtigen Namen zu nennen, ein Unterfangen, das nur funktionieren kann, wenn wir uns weder die Sprache, noch unser gesundes Urteilsvermögen absprechen lassen.

Wir Raucher haben uns in unserer Sprachlosigkeit schon viel zu lange auf faule Arrangements eingelassen, die uns Stück für Stück immer mehr in genau die Ecke gerückt haben, in der uns diese elenden Menschenschinder haben wollten, weil sie glauben, uns dort kontrollieren und letztlich beherrschen zu können.

Es ist wie Du sagst: Die Schrecken und das Leid der Geschichte wären umsonst erduldet, ertragen und erlitten worden, wenn wir uns JETZT nicht erheben und offensiv und entschieden verhindern, dass die bösartige Saat des Hasses und der Unterdrückung abermals aufblühen kann.

Und dazu bedarf es mitnichten der Duldung von Maulkörben und erst recht nicht des selbst verordneten Schweigens, sondern zuvorderst des Mutes, die von vorangegangenen Generationen unter unsäglichen Entbehrungen erfochtene Freiheit dadurch zu bewahren, indem wir die Dinge auch weiterhin klar und deutlich beim Namen nennen und uns den dieselbe erdrosselnden Mechanismen entschieden entgegenstellen!

Dies sollten wir uns von Nichts und Niemandem frech untersagen lassen!

Gruß Jürgen

Grandios formuliert - meine Gratulation.

Die Aussage steht zwar in gewissem Konflikt zur Diskussion über die Vergleichbarkeit der heutigen Entwicklung zur Nazizeit und unzähliger Verbrecherregime - aber es soll uns nicht hindern, Vergleiche aufzuzeigen, die gewiss weniger monströs, jedoch ebenso perfide daherkommen.
Der Gegner verschanzt sich hinter der Einmaligkeit der Naziverbrechen - auch wenn es man es sich noch so sehnlich herbeiwünscht - es gibt keine nach unten abgestufte "akzeptable" Version dieser Hölle. Jede Anlehnung, jede Parallele, jede Ähnlichkeit mit den Methoden von dieser Art entmenschten Verbrechern, und da ist die Auswahl gross, nehmen wir mal als ein beliebiges Beispiel die UdSSR, muss alle echten freiheitlichen denkenden Demokraten zum Widerstand aufrufen.

Unrecht wird nicht zu Recht, weil es noch unendlich schlimmers Unrecht gab oder gibt.
  
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Pater Peter
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Lang lebe Helmut Schmidt

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Re: Postkarten
Antwort #36 - 13.01.08 um 11:33:00
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Ich denke, es nützt auch nichts, wenn wir uns hier auf "eine Linie" einschwören wollen.

"Witzige Aktionen", wie eben die "Musical Treff"-Aktion vom Raucherwirt, sind das eine. Die find ich klasse, und da versuch ich zur Zeit auch, Wirte dafür zu gewinnen.

Das andere ist, daß die Mechanismen von "damals" und heute wirklich dieselben sind, vor allem seit der Diskussion um das angeblich entdeckte "Raucher-Gen", denn dadurch ist die Gruppe der Raucher nicht nur in ihrer Lebensgewohnheit, sondern eben genetisch definiert.

Auch hat der Vergleich mit dem Nationalsozialismus für mich den Sinn, auf den totalitären Anspruch der Anti-Seite hinzuweisen. Die wollen, daß die Welt auch dort, wo sie nicht sind, ihrer Vorstellung entspricht, und das ist ein totalitärer Übergriff.
  

Die Wirte des Menschen sind unantastbar!
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xila
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Re: Postkarten
Antwort #37 - 13.01.08 um 12:15:00
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Pater Peter schrieb on 13.01.08 um 11:33:02:
Ich denke, es nützt auch nichts, wenn wir uns hier auf "eine Linie" einschwören wollen.

"Witzige Aktionen", wie eben die "Musical Treff"-Aktion vom Raucherwirt, sind das eine. Die find ich klasse, und da versuch ich zur Zeit auch, Wirte dafür zu gewinnen.

Das andere ist, daß die Mechanismen von "damals" und heute wirklich dieselben sind, vor allem seit der Diskussion um das angeblich entdeckte "Raucher-Gen", denn dadurch ist die Gruppe der Raucher nicht nur in ihrer Lebensgewohnheit, sondern eben genetisch definiert.

Auch hat der Vergleich mit dem Nationalsozialismus für mich den Sinn, auf den totalitären Anspruch der Anti-Seite hinzuweisen. Die wollen, daß die Welt auch dort, wo sie nicht sind, ihrer Vorstellung entspricht, und das ist ein totalitärer Übergriff.


Ich halte Nationalsozialismus-Vergleiche für viel zu kontraproduktiv, um sie als Mittel der Argumentation empfehlen zu können. Ob es euch gefällt oder nicht: Wer sich selbst mit den Opfern des Nationalsozialismus in Vergleich setzt, der verliert zwangsläufig an Glaubwürdigkeit, denn es wird als anmaßend empfunden.

Isoliert man lediglich bestimmte Zeiträume und die Chronologie der Vorgehensweise, mittels derer eine immer weitergehende Isolierung der Juden von den Nichtjuden vorangetrieben wurde, dann sehe auch ich gewisse Parallelen zu dem, was in den letzten Jahren geschehen ist, um Raucher und Nichtraucher voneinander zu trennen. Es erscheint mir allerdings sinnlos, damit zu argumentieren, denn ich kann nicht verhindern, daß dieser Vergleich gedanklich fortgesetzt wird bis zu jenem Ende, das man von damals kennt. Die unbewußte Annahme, daß wir damit also gleichzeitig behaupten, eines Tages in Vernichtungslagern zu landen, macht alle richtigen Argumente von vornherein kaputt, auch wenn wir das überhaupt nicht behauptet haben. Es macht sie auch dann kaputt, wenn wir dem von vornherein widersprechen, denn Journalismus besteht nun einmal darin, Sätze so aus dem Kontext zu reißen, daß man einen Skandal daraus machen kann. Genau das und nichts anderes ist zu erwarten, sollten wir also so argumentieren. Gebt euch da keinen Illusionen hin.

Wenn ich argumentiere, dann will ich damit Zustimmung erreichen. Da es mit solchen Argumenten nicht wahrscheinlicher, sondern unwahrscheinlicher wird, diese Zustimmung zu bekommen, sehe ich keinen vernünftigen Grund, sie in der Debatte zu verwenden. Hingegen könnte es durchaus nicht ganz unwichtig sein, die damals wirkenden Mechanismen intern, unter Ausschluß einer Öffentlichkeit, die reflexhaft und auf bloße Schlagwörter reagiert und es deshalb in den falschen Hals bekommen könnte, nüchtern zu analysieren, einfach deshalb, weil es zeigt, welche Gegenmaßnahmen sich seinerzeit als nicht wirkungsvoll erwiesen haben bzw. vor allem natürlich, welche Verhaltensweisen ein weiteres Fortschreiten dieser Isolierung sogar noch begünstigt haben.

Womit ich am ehesten argumentieren würde, das ist die Entwicklung in den USA, die sich chronologisch für die letzten beiden Jahre etwa anhand von Michael Siegels Blog sehr gut nachvollziehen läßt. Ich habe inzwischen dort ein bißchen eingehender hineingelesen (wenn es natürlich auch unmöglich ist, innerhalb so kurzer Zeit so gründlich zu lesen, und ich bin auch keineswegs schon ganz damit durch).

Dennoch: Der rote Faden ist der, daß die Tabakkontrollbewegung in den USA außer Kontrolle geraten ist, und zwar, meint Siegel, von dem Moment an, als sie nicht mehr gezwungen war, so sorgfältig und vorsichtig wie möglich vorzugehen, alles bis aufs i-Tüpfelchen nachzuweisen und sich überhaupt vor dem großen Gegenspieler, der Tabakindustrie, immer in acht zu nehmen.

Ob die Tabakindustrie aufgegeben hat, ob sie insgeheim ihr eigenes Süppchen kocht, vielleicht gar sogar darauf spekuliert, daß die Tabakkontrollbewegung sich viel schneller selbst ad absurdum führt, wenn man sie sich selbst überläßt, weiß ich nicht, und es spielt in diesem Zusammenhang auch keine Rolle. Wichtig ist daran folgendes:

Der Nichtraucherschutz war noch ein guter Vorwand für Rauchverbote in Innenräumen. Um ihn auch für Rauchverbote in Außenbereichen vorschieben zu können, mußte man die Passivrauchlüge auf absurde und völlig unwissenschaftliche Behauptungen ausweiten (diese 30-Minuten-Theorie, die Siegels besonderes Ärgernis ist), um noch kaschieren zu können, daß es nun in Wirklichkeit niemandem mehr um Nichtraucherschutz geht.

Daneben gibt es aber schon längst Entwicklungen, für die man Nichtraucherschutz nicht einmal mehr vorzuschieben versucht: So etwa die Unterstützung der Tabakkontrollgruppen für Arbeitgeber, die von ihren Bewerbern und/oder Mitarbeitern verlangen, sich Cotinintests zu unterziehen und, sofern sie sich als Raucher erweisen, nicht eingestellt bzw. gekündigt werden können.

Wir haben also ein sehr aktuelles und, meine ich, eindrucksvolles Beispiel für das, was wir verhindern wollen, längst vor Augen. Anhand dieses Beispiels läßt sich nachweisen, daß das, was hierzulande momentan noch lediglich von einigen extremistischen Wirrköpfen geäußert und verlangt wird, in den USA teils bereits umgesetzt wird (Stichworte: Rauchverbote im Freien; Diskriminierung rauchender Arbeitnehmer; Diskriminierung rauchender Eltern), teils ernsthaft in der öffentlichen Diskussion ist (Stichworte: gesetzliche Rauchverbote in der eigenen Wohnung für Eltern; Verweigerung von Operationen bei Rauchern).

Dieses Beispiel, meine ich, wäre ein viel sinnvollerer Ansatzpunkt.
  

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archimede
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Tabak und Bier..dann gehòrt
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Re: Postkarten
Antwort #38 - 13.01.08 um 12:29:00
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Das ganz muss mit Nazi methoden vergliechen werden, damals ging auch um Tabak,Alkohol und Fett, Hitler hat nur ein Kampf verloren..aber nicht der Krieg, es wehre zeit das diese krieg eine Ende hat, --

Ich bin der meinung das die Politiker sollen mit offene Karten spielen, die konseguenzen werden katastrophalen sein wenn die ganze wahrheit raus kommt, alsò...es ist besser das diese Dicke Kopfe rechtzeitig alle diese neue Wahnsinnige Prohibitionen rùckgàngisch machen und nach Hause gehe ihre Wunder zu lecken- 8)
  
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Pater Peter
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Lang lebe Helmut Schmidt

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Re: Postkarten
Antwort #39 - 13.01.08 um 12:47:00
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Was das Beispiel USA betrifft, hab ich Bedenken - vielleicht und hoffentlich lieg ich ja falsch -, daß es gewissen tonangebenden Gruppen hier immer noch als Vorbild herhalten kann: "Wenn in Amerika ein Rauchverbot in Wohnungen funktioniert - na, dann funktioniert doch das bei uns auch!"

Ich bin da aber auch leicht "traumatisiert". Vor vielen vielen Jahren hab ich mal eine Stelle gekündigt, weil der neue Chef Zettel neben das Telefon klebte, auf denen Wort für Wort vorformuliert war, wie man sich zu melden habe. Bei der Gewerkschaft hieß es lapidar, dagegen "könne man nichts machen, das käme aus Amerika, und das sei eben jetzt so".
  

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xila
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... hat meistens recht
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Re: Postkarten
Antwort #40 - 13.01.08 um 13:58:00
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Pater Peter schrieb on 13.01.08 um 12:47:40:
Was das Beispiel USA betrifft, hab ich Bedenken - vielleicht und hoffentlich lieg ich ja falsch -, daß es gewissen tonangebenden Gruppen hier immer noch als Vorbild herhalten kann: "Wenn in Amerika ein Rauchverbot in Wohnungen funktioniert - na, dann funktioniert doch das bei uns auch!"

Ich bin da aber auch leicht "traumatisiert". Vor vielen vielen Jahren hab ich mal eine Stelle gekündigt, weil der neue Chef Zettel neben das Telefon klebte, auf denen Wort für Wort vorformuliert war, wie man sich zu melden habe. Bei der Gewerkschaft hieß es lapidar, dagegen "könne man nichts machen, das käme aus Amerika, und das sei eben jetzt so".


Mit dem amerikanischen Beispiel kann man aber hervorragend die derzeit übliche Argumentation à la "Niemand will Raucher diskriminieren, wir wollen nur die Nichtraucher schützen" kontern.

Das gehört auch zum roten Faden bei Michael Siegel, der mit genau derselben Begründung Rauchverbote in Gaststätten und am Arbeitsplatz mit Nachdruck befürwortet hatte und der jetzt einigermaßen fassungslos vor den jüngeren Entwicklungen steht und immer wieder sagt: So etwas habe ich nie vertreten und auch nie gewollt. Das ist gesundheitspolitisch sinnlos und dient nur der Diskriminierung.

Erreichen kann man damit diejenigen, deren Motivation, Rauchverbote in Gaststätten zu befürworten, seinen Motiven ähnelt.

Mit Nazi-Vergleichen erreicht man dagegen niemanden von der Befürworter-Seite; höchstens kriegt man noch Beifall aus einer Ecke, mit der ich nun wirklich nichts zu tun haben will.

Ich sage es noch einmal mit Nachdruck: Es ist irrelevant, ob und in welchem Zusammenhang und mit welchen Einschränkungen ein Vergleich mit der Judenverfolgung wegen nachweislicher Parallelen sachlich vertretbar wäre. Jeder würde den unvertretbaren Teil automatisch mitdenken, und damit wäre alles, was wir sagen, von vornherein durchgefallen.

Dennoch darauf zu bestehen, man müsse damit argumentieren, weil man damit ja im Recht sei, ist meiner Meinung nach ein klarer Fall von: Echte Helden pinkeln gegen den Wind ...

  

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Re: Postkarten
Antwort #41 - 13.01.08 um 15:55:00
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Hallo Xila
Vielen Dank für Deine ausführliche Darlegung. Besser kann man es nicht formulieren. Es geht nicht um Kuschen, oder Speichelleckerei um der öffentlichen Meinung willen. Aber wir als Minderheit (außer in der Kneipe) müssen einfach klug und taktisch vorgehen sonst schießen wir uns selbst ins Knie. Einen "Kampf" können wir nur verlieren. Es geht um die besseren Argumente, und die haben wir ja dankenswerterweise. Laßt uns diese propagieren und die öffentliche Meinung wieder auf unsere Seite bringen. Mit Aktionen wie dem T-shirt schrecken wir fast alle Leute ab. Wie schon Max Weber sagte: Eine gute Idee geht oft durch die Übertreibung zugrunde.
Also Hirnschmalz, Pfiffigkeit und Kreativität ist gefragt.
Gruss Jack
  
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Re: Postkarten
Antwort #42 - 13.01.08 um 16:44:00
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Hallo leute, das vergleich mit der Nazi geht nicht um das bevolkerung,WIR vergleichen die Methoden von  damals und heute,sind identisch, wir sollen nicht vergessen das die "Erfinder" wahren die Chemie und Pharmaindustrie, -IG Farben &Co- Heute sind, Die Pharmaindustrie und der WHO, unterstutz von eine der grosste Kriminelle Organisation die je gab= ASH- Gesundheit fanatiker die alle krank sind(Psykophaten) gegrundet von eine Anwalt (John Banzhaf.-Jude)
http://banzhaf.net/

Vor einige Jahre hat ùber  Internet nichtraucher aufgefordet Raucher zu Eliminieren,wie...falls familien mitglieder war, kònnten Cyankalis in die Zigaretten reinschieben, nach eine Anzeige von Forces International wurde der Link gelòscht,aber das FBI  hat kaum was getan,-

Alle mitteln um diese Delinquenten fùr immer sperren lassen..sind wilkommen-

grùsse
  
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Re: Postkarten
Antwort #43 - 13.01.08 um 18:31:00
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archimede schrieb on 13.01.08 um 16:44:50:
Hallo leute, das vergleich mit der Nazi geht nicht um das bevolkerung,WIR vergleichen die Methoden von  damals und heute,sind identisch,


Wie ich schrieb: Es ist völlig unerheblich, ob das so ist oder nicht. Es ist kein Argument, mit dem ich irgendjemanden überzeugen kann. Also, warum sollte ich es trotzdem verwenden?

Ich war vor vielen Jahren mit einem Sizilianer liiert. Ich weiß also ganz genau, daß ihr Streitigkeiten am liebsten lautstark und mit dem allergrößtmöglichen Maximum an Beleidigungen ausfechtet. Bei euch muß es möglichst laut krachen und stinken und alles durcheinanderschreien; nur dann macht es euch richtig Spaß, euch zu fetzen.

Tut mir leid, für so was bin ich, nennen wir es: zu "deutsch". Ich suche immer nach dem Punkt, an dem ich effizienterweise den Hebel ansetzen sollte, wenn ich mit einem Minimum an Kraftaufwand ein Maximum an Wirkung erzielen möchte.

Ich gebe zu, deine Methode ist unterhaltsamer, aber bei so was bin ich lieber Zuschauer (und das, ehrlich gesagt, auch nur in sicherer Entfernung).  Zwinkernd

(... nix für ungut, archimede. Das war jetzt nicht böse gemeint und im Grunde sogar eine kleine Liebeserklärung ...  Kuss ... Ich finde meine Methode aber trotzdem die bessere ...  8) )
  

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Re: Postkarten
Antwort #44 - 23.02.08 um 03:02:00
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Postkartenmotive vom DTV mit Karikaturen von Berndt A. Skott:

  
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