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Heißes Thema (mehr als 10 Antworten) Rauchen als Wahlkampfthema? (Gelesen: 1.462 mal)
hardl
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Rauchen als Wahlkampfthema?
05.01.08 um 22:58:00
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Momentan wird über eine Verschärfung des Jugendstrafrechts diskutiert. Die Diskussion wird m.E. als Wahlkampfthema missbraucht.
Es wundert mich auch, dass zur Zeit diese Übergriffe vermehrt auftreten, oder wird nur ausführlicher von der Presse wegen den o.g. Gründen berichtet?...

Ich distanziere mich ausdrücklich von Gewalt!

Was meint Ihr?
Wird vielleicht demnächst eine Partei unser Anliegen als Wahlkampfthema aufnehmen? Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass die Interessen der Gastronomie
wegen des zu vermutenten Umsatzrückgangs besser vertreten werden (sollen).

Wen dem so ist was ist davon zu halten? Was wählt Ihr?

Ich bin fest entschlossen schwarz, rot grün abzuwatschen! Da bin ich genauso rigoros wie die Parteien beim Rauchverbot.

Danke für Beiträge!


PS: Komme gerade aus meiner Kneipe. Raucheranteil 100% - Alle haben geraucht.
Die meisten Kneipen die ich kenne halten sich jedoch daran..

Hardl
  
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freiraucher
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Re: Rauchen als Wahlkampfthema?
Antwort #1 - 06.01.08 um 00:47:00
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Die Diskussion über die Verschärfung des Jugendstrafrechts ist genauso ein Klassiker wie die über Sanktionen wegen: Kindesmissbrauch, Mord (hier immer wieder gerne in den Medien die Todesstrafe), oder sonstwas.
Tatsache ist, was ich mir als Jurist, wenn es auch lange her ist, erlaube zu sagen: die bestehenden Gesetze sind i.d.R. mehr als ausreichend alle kriminellen Handlungen angemessen zu sanktionieren. Deutsche Gerichte sind eine der letzten Horte unabhängiger weitgehend unbeinflussbarer Instanzen. Im Gegensatz zu vielen vertrete ich nach wie vor diese Ansicht.
Die immer wieder aus welchem Anlass auch immer aufkommenden Diskussionen zur Verschärfung von sonstwas sind im wesentlichen eine Attacke auf die Unabhängigkeit der Gerichte, sprich Richter, die einer Menge Leute ein sehr grosser Dorn im Auge sind. Welcher Politiker hätte da nicht gerne grösseren Einfluss Zwinkernd
Ich habe es nicht nachgeprüft, aber auch bezüglich der Jugendkriminalität bin ich mir fast sicher, dass es keinerlei kriminologische Erkenntnisse gibt, die eine erkennbare Steigerung oder Qualitätsverschiebung glaubwürdig dokumentieren. In Wahrheit ist die Kriminalität seit Jahren rückläufig, die Aufklärungsquoten steigen, obwohl die Polizeikräfte nicht nur mit zusätzlichen Aufgaben belastet werden, sondern auch Personal kontinuierlich abgebaut wird.
Das ganze ist nichts als ein Medienhype ohne irgendeine Grundlage; das Interesse am Thema erhöht die Zahl der Meldungen in der Presse, so wie auch bei "Komasaufen". Es wird nicht mehr geprügelt oder getrunken, es wird mehr darüber berichtet.
Genauso geschehen bei dem mittlerweile aus der Mode gekommenenem Thema Kindesmissbrauch. Die Popularität der Problematik erhöht die Anzahl der Anzeigen, nicht die der Delikte. Im Ergebniss führen solche Kampagnen nur zu unzähligen unschuldig Verdächtigten.

Im Januar wird die Partei Mündiger Bürger (BmB) offiziell angemeldet. Dann existiert eine ECHTE politische Alternative.
  
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ChristophL
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Freier Rauch statt Rauchfrei!

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Re: Rauchen als Wahlkampfthema?
Antwort #2 - 06.01.08 um 02:58:00
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Quote:
Es wundert mich auch, dass zur Zeit diese Übergriffe vermehrt auftreten, oder wird nur ausführlicher von der Presse wegen den o.g. Gründen berichtet?...


Die Medien sind der willige Viehtreiber, die jede Sau durchs Dorf jagen, die die Verbotsunkultur aufs Korn genommen hat.
Da wird gnadenlos aufgebauscht und instrumentalisiert.

Im Münchner U-Bahn-Fall ist vom Problem der "kriminellen jungen Ausländer" die Rede, eine dankbare Zielgruppe.
In der Bonner U-Bahn wurde vor drei Monaten ein Rentner von einem 27jährigen deutschen Sozialpädagogik-Studenten verprügelt, was etwas weniger ins Klischeebild passt. Vielleicht könnte man daraus aber die seit den 68er starke Studierendenkriminalität in den Blick nehmen, da müsste eigentlich doch was für die Springer-Presse sein Zwinkernd
  
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Dirk
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Re: Rauchen als Wahlkampfthema?
Antwort #3 - 06.01.08 um 07:17:00
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siehe
http://www.kanal8.de/default.aspx?ID=1780&showNews=166612

»Auf Ablehnung stoßen der Umfrage zufolge das seit Jahresbeginn geltendende umfassende Rauchverbot in Bayern und der umstrittene Transrapid.
Das Rauchverbot in Gaststätten und Bierzelten wird demnach nur von 27 Prozent der Bürger begrüßt. 45 Prozent begrüßen es«gar nicht», 24 Prozent nur teilweise.
  

Dirk
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Mr.Marple
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Re: Rauchen als Wahlkampfthema?
Antwort #4 - 06.01.08 um 12:05:00
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Quote:
siehe
http://www.kanal8.de/default.aspx?ID=1780&showNews=166612

»Auf Ablehnung stoßen der Umfrage zufolge das seit Jahresbeginn geltendende umfassende Rauchverbot in Bayern und der umstrittene Transrapid.


Meine Vermutung: Kurz vor der Landtagswahl verzichtet die CSU auf den Bau des Transrapids, weil ein neues Gutachten die immens höheren Kosten dieses Projekts für den Freistaat Bayern aufzeigen wird.
Dafür bleibt das Rauchverbot bestehen.

"Quid pro quo" war schon immer die Taktik der CSU, wenn es darum ging, noch schnell vor der Wahl ihre absolute Mehrheit zu sichern.


freiraucher schrieb on 06.01.08 um 00:47:01:
Deutsche Gerichte sind eine der letzten Horte unabhängiger weitgehend unbeinflussbarer Instanzen.


Nunja, das kommt darauf an; gerade bei Prozesse mit jugendlichen Straftätern werden die Vorschläge von psychologischen Gutachtern einfach von den Richtern übernommen, da sich auch kein Richter "anmaßen" möchte, mehr Einblick in die Psyche eines Jugendlichen zu haben als ein "Fachmann".
Dabei ist es aber tatsächlich so, dass diese "Fachmänner" und "Fachfrauen" ihre Empfehlungen in den Gutachten nur derartig gestalten, dass der Beklagte ein langjähriger Kunde der Psychologen- und Psychotherapeuten-Branche wird. Ich selbst habe in meinem Studium ein Seminar der "psychologischen Gutachtentechnik" besucht; Die beiden obersten Ziele hierbei sind inoffiziell, ich muss das so knallhart sagen, möglichst viele Seiten zusammenzuschreiben, damit das Gutachten nach viel Arbeit ausschaut, und einen möglichst hohen Therapiebedarf des zu Begutachtenden aufzuzeigen.
Hier kann das Angebot die Nachfrage quasi selbst steuern.

freiraucher schrieb on 06.01.08 um 00:47:01:
das Interesse am Thema erhöht die Zahl der Meldungen in der Presse, so wie auch bei "Komasaufen". Es wird nicht mehr geprügelt oder getrunken, es wird mehr darüber berichtet.


Ich würde eher sagen, es wird anders geprügelt und anders getrunken als früher.
Ich für meinen Teil habe nichts gegen die Gesellschaft von Beschwipsten und Betrunkenen; aber ich habe etwas gegen die Gesellschaft von aggressiven Betrunkenen. Und genau aus diesem Grund meide ich mittlerweile bestimmte Discotheken und Volksfeste, wo ein solcher Menschenschlag in den letzten Jahren vermehrt auftaucht. Die Erlanger Bergkirchweih beispielsweise war in den Abendstunden schon immer ein Hexenkessel; aber seit einigen Jahren verändert sich die Atmosphäre dort zum Negativen. Es wird nicht mehr getrunken um des Spaßes Willen, sondern um des Trinkens Willen. Das wird auch von den Schaustellern bestätigt, die dort Jahr für Jahr ihre Geschäfte aufbauen.
Was mich jetzt natürlich nicht dazu veranlassen würde, dort ein Alkoholverbot zu fordern, wie es die Antis mit ihrer beschränkten Logik und ihrem Egoismus beim Rauchen tun; ich ziehe eben meine Konsequenzen und gehe dort nicht mehr hin. Und wenn die Geschäftsleute dort auch ohne mich mit ihren Gästen noch weiterhin gut Kasse machen, dann habe ich eben Pech gehabt.

Also, ich finde, dass sich beim Alkoholkonsum hier und da schon einiges verändert hat, aber es stellt sich eben auch die Frage nach Henne und Ei. Im Endeffekt ist dieses Verhalten ein Resultat aus einer miesen Politik und einer immer größeren Einflussnahme des Staates auf die Freiheiten der Bürger.

Gruß, Mr.Marple

  

Ich habe noch nie gehört, dass einer seine Frau verprügelt hat, weil er zuviel geraucht hatte.
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Caschny
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Re: Rauchen als Wahlkampfthema?
Antwort #5 - 06.01.08 um 18:18:00
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hardl schrieb on 05.01.08 um 22:58:31:
Momentan wird über eine Verschärfung des Jugendstrafrechts diskutiert. Die Diskussion wird m.E. als Wahlkampfthema missbraucht.
Es wundert mich auch, dass zur Zeit diese Übergriffe vermehrt auftreten, oder wird nur ausführlicher von der Presse wegen den o.g. Gründen berichtet?...

Ich distanziere mich ausdrücklich von Gewalt!

Was meint Ihr?
Wird vielleicht demnächst eine Partei unser Anliegen als Wahlkampfthema aufnehmen? Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass die Interessen der Gastronomie
wegen des zu vermutenten Umsatzrückgangs besser vertreten werden (sollen).

Wen dem so ist was ist davon zu halten? Was wählt Ihr?

Ich bin fest entschlossen schwarz, rot grün abzuwatschen! Da bin ich genauso rigoros wie die Parteien beim Rauchverbot.

Danke für Beiträge!


PS: Komme gerade aus meiner Kneipe. Raucheranteil 100% - Alle haben geraucht.
Die meisten Kneipen die ich kenne halten sich jedoch daran..

Hardl


Bei uns in Hamburg sind Ende Februar ja auch Bürgerschaftswahlen (entsprechen den Landtagswahlen der Flächenländer). Die F.D.P., welche derzeit nicht in der Bürgerschaft vertreten ist, hat das Rauchverbot zu einem ihrer Wahlkampfthemen gemacht. Schade ist nur, dass ich mich ansonsten mit dieser Partei nun überhaupt nicht identifizieren kann. Dennoch würde ich mich angesichst der besonderen Lage freuen, wenn sie es ins Rathaus schaffen würde und dem undemokratischen Blender Ole von Beust (der jetzt laut über eine Koalition mit den Grünen nachdenkt!!) kräftig eins vor den Bug knallen würde.

Caschny.
  
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hardl
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Re: Rauchen als Wahlkampfthema?
Antwort #6 - 06.01.08 um 18:31:00
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Caschny schrieb on 06.01.08 um 18:18:09:
Bei uns in Hamburg sind Ende Februar ja auch Bürgerschaftswahlen (entsprechen den Landtagswahlen der Flächenländer). Die F.D.P., welche derzeit nicht in der Bürgerschaft vertreten ist, hat das Rauchverbot zu einem ihrer Wahlkampfthemen gemacht. Schade ist nur, dass ich mich ansonsten mit dieser Partei nun überhaupt nicht identifizieren kann. Dennoch würde ich mich angesichst der besonderen Lage freuen, wenn sie es ins Rathaus schaffen würde und dem undemokratischen Blender Ole von Beust (der jetzt laut über eine Koalition mit den Grünen nachdenkt!!) kräftig eins vor den Bug knallen würde.

Caschny.



Hallo Caschny,

wie wird denn da geworben, und mit welchen Argumenten?
Eher unterschwellig oder vielleicht sogar offensiv?

Gruß
Hardl

PS:Habe auch noch nie FDP gewählt - wurde aber auch noch nie gezwungen vor der Tür zu rauchen!
  
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freiraucher
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Re: Rauchen als Wahlkampfthema?
Antwort #7 - 07.01.08 um 01:16:00
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Mr.Marple schrieb on 06.01.08 um 12:05:00:
Meine Vermutung: Kurz vor der Landtagswahl verzichtet die CSU auf den Bau des Transrapids, weil ein neues Gutachten die immens höheren Kosten dieses Projekts für den Freistaat Bayern aufzeigen wird.
Dafür bleibt das Rauchverbot bestehen.

"Quid pro quo" war schon immer die Taktik der CSU, wenn es darum ging, noch schnell vor der Wahl ihre absolute Mehrheit zu sichern.



Nunja, das kommt darauf an; gerade bei Prozesse mit jugendlichen Straftätern werden die Vorschläge von psychologischen Gutachtern einfach von den Richtern übernommen, da sich auch kein Richter "anmaßen" möchte, mehr Einblick in die Psyche eines Jugendlichen zu haben als ein "Fachmann".
Dabei ist es aber tatsächlich so, dass diese "Fachmänner" und "Fachfrauen" ihre Empfehlungen in den Gutachten nur derartig gestalten, dass der Beklagte ein langjähriger Kunde der Psychologen- und Psychotherapeuten-Branche wird. Ich selbst habe in meinem Studium ein Seminar der "psychologischen Gutachtentechnik" besucht; Die beiden obersten Ziele hierbei sind inoffiziell, ich muss das so knallhart sagen, möglichst viele Seiten zusammenzuschreiben, damit das Gutachten nach viel Arbeit ausschaut, und einen möglichst hohen Therapiebedarf des zu Begutachtenden aufzuzeigen.
Hier kann das Angebot die Nachfrage quasi selbst steuern.


Ich würde eher sagen, es wird anders geprügelt und anders getrunken als früher.
Ich für meinen Teil habe nichts gegen die Gesellschaft von Beschwipsten und Betrunkenen; aber ich habe etwas gegen die Gesellschaft von aggressiven Betrunkenen. Und genau aus diesem Grund meide ich mittlerweile bestimmte Discotheken und Volksfeste, wo ein solcher Menschenschlag in den letzten Jahren vermehrt auftaucht. Die Erlanger Bergkirchweih beispielsweise war in den Abendstunden schon immer ein Hexenkessel; aber seit einigen Jahren verändert sich die Atmosphäre dort zum Negativen. Es wird nicht mehr getrunken um des Spaßes Willen, sondern um des Trinkens Willen. Das wird auch von den Schaustellern bestätigt, die dort Jahr für Jahr ihre Geschäfte aufbauen.
Was mich jetzt natürlich nicht dazu veranlassen würde, dort ein Alkoholverbot zu fordern, wie es die Antis mit ihrer beschränkten Logik und ihrem Egoismus beim Rauchen tun; ich ziehe eben meine Konsequenzen und gehe dort nicht mehr hin. Und wenn die Geschäftsleute dort auch ohne mich mit ihren Gästen noch weiterhin gut Kasse machen, dann habe ich eben Pech gehabt.

Also, ich finde, dass sich beim Alkoholkonsum hier und da schon einiges verändert hat, aber es stellt sich eben auch die Frage nach Henne und Ei. Im Endeffekt ist dieses Verhalten ein Resultat aus einer miesen Politik und einer immer größeren Einflussnahme des Staates auf die Freiheiten der Bürger.

Gruß, Mr.Marple


Bezüglich der Gutachten vor Gericht: da ist der Richter natürlich in einer verzwickten Lage. Er selbst hat nicht die Fachkompetenz, er ist im Gegenteil gehalten, sich in nicht-juristischen Fragen von Fachleuten beraten zu lassen, also i.d.R. durch ein Gutachten. Die Gutachtenbranche ist, da gebe ich dir Recht, auf Profit hin orientiert. Meines Wissens existieren in jedem Gericht Listen mit entsprechenden Fachleuten, egal ob es um Psychologie oder Übersetzungen geht, die idealerweise nach einem objektiven Schlüssel zum Einsatz kommen (soweit ich weiss, regelt das der jeweilige Amtsleiter durch eine entsprechende Verordnung). Für wie glaubwürdig oder zutreffend der Richter die Ergebnisse des Gutachtens hält, ist allerdings seine ganz persönliche Entscheidung. Hier kommt es allein auf die Person des Richters an. Das hier möglicherweise im einen oder anderen Fall suboptimale Ergebnisse herauskommen ist nun aber auch ein Preis für die Unabhängigkeit des Gerichts. Will man die erhalten, muss man damit leben, dass der Einfluss sich in engen Grenzen hält. Eine ideale Lösung werden wir nicht bekommen, die jetzt praktizierte halte ich nicht für die Schlechteste. Darüber hinaus ist es Sache der Staastsanwaltschaft und der Verteidigung im Strafprozess, hier den Ausgleich herbeizuführen; das klappt meistens ganz gut Zwinkernd

Was die Art des Trinkens angeht: es ist mir da nicht wirklich eine Veränderung aufgefallen, aber das liegt vermutlich daran, dass ich eher selten auf Massenveranstaltungen gehe. Allerdings ist mir bei deinen Ausführungen eingefallen, dass diverse  Strassenfeste schon vor vielen Jahren eine entsprechende Entwicklung durchgemacht haben. In meiner Heimatstadt waren diese zu Beginn gefahrlos und unterhaltsam, was sich jedoch schon vor Jahren eher ins Gegenteil gewandelt hat - ab einer bestimmten Uhrzeit hält man sich da besser fern. Der Prozess ist demnach schon lange im Gange - möglicherweise eine Folge fortschreitender Erbarmungslosigkeit unserer Gesellschaft - angetrieben durch die etablierten Parteien. Wer will es Menschen, die systematisch an den Rand gedrängt werden, verdenken, wenn sie zunehmend aggressiv werden??

  
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Caschny
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Re: Rauchen als Wahlkampfthema?
Antwort #8 - 11.01.08 um 16:45:00
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hardl schrieb on 06.01.08 um 18:31:46:
Hallo Caschny,

wie wird denn da geworben, und mit welchen Argumenten?
Eher unterschwellig oder vielleicht sogar offensiv?

Gruß
Hardl

PS:Habe auch noch nie FDP gewählt - wurde aber auch noch nie gezwungen vor der Tür zu rauchen!


Derzeit stehen ja massenweise diese Pappschilder in den Straßen herum. Die der F.D.P. sind nachträglich mit einem Zusatz überklebt, auf dem zu einem Bürgermeeting mit einem F.D.P.-Politiker geworben wird. Überschrift: "RAUCHERGESETZE SO NICHT!"
Darunter Ort und Zeitpunkt des Meetings. Unten auf dem Aufkleber dann wieder in größerer Schrift: "FREIHEIT FÜR WIRTE UND GÄSTE!"

Hört sich plakativ und gut an. Mal schauen, ob diese Aktion der F.D.P. nutzt, in die Bürgerschaft zu kommen... .

Die anderen großen Parteien sprechen das Raucherthema überhaupt nicht an - für sie scheint es erledigt.

Caschny.
  
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Pater Peter
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Lang lebe Helmut Schmidt

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Re: Rauchen als Wahlkampfthema?
Antwort #9 - 13.01.08 um 18:53:00
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Heute bekam ich eine kleine Wahlkampf-Streichholzschachtel mit CSU-Aufdruck und dem Slogen "Zündende Ideen..." in die Hand gedrückt. Was man mit diesen Streichhölzern wohl anzünden soll?
  

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Terrx
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Re: Rauchen als Wahlkampfthema?
Antwort #10 - 13.01.08 um 19:02:00
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Heb` Dir die Schachtel gut auf.
Da Streichhölzer immer und nur Passivrauch erzeugen(aus verbrannten und verkokelten Pflanzen+Schwefel&Co. - besimmt 5000 Stoffe....) werden auch sie bald verboten sein...außer in gelben Vierecken am Abstellgleis 36d.....
  
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shadu
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Re: Rauchen als Wahlkampfthema?
Antwort #11 - 13.01.08 um 19:07:00
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Pater Peter schrieb on 13.01.08 um 18:53:14:
Heute bekam ich eine kleine Wahlkampf-Streichholzschachtel mit CSU-Aufdruck und dem Slogen "Zündende Ideen..." in die Hand gedrückt. Was man mit diesen Streichhölzern wohl anzünden soll?


Hoffentlich hast du dir demonstrativ eine Fluppe angezündet !
  
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Pater Peter
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Re: Rauchen als Wahlkampfthema?
Antwort #12 - 13.01.08 um 19:09:00
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Ging leider nicht. War im Theaterfoyer.
  

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Quirinus
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Re: Rauchen als Wahlkampfthema?
Antwort #13 - 13.01.08 um 19:16:00
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Ich hätt' so gern einen Scan der Streichholzschachtel ...

Und sonst? Wie die Bayern das Rauchverbot feiern, siehe hier.

  
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Christoph Suter
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Re: Rauchen als Wahlkampfthema?
Antwort #14 - 14.01.08 um 00:42:00
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Manchmal findet man als "Ausländer" auch interessante Beiträge im Forum von Pro Hirnlos, München.

Wie ich nun als Schweizer mit Erstaunen feststellen muss, hat nicht die CSU das Rauchverbot in Bayern eingeführt. Nein - sie hat nur Schlimmeres verhindert. Also gut, ich will nun ehrlich sein und zugeben, dass auch bei uns in der Schweiz die Politiker ab und zu lügen (flunkern). Aber was nun bei Euch in Bayern abgeht, dass ist schon starker Tobak.

Interview mit dem OB-Kandidat Schmid:

sueddeutsche.de: Da ziehen sie mit der SPD an einem Strang. Neben dem Transrapid ist das zweite Verliererthema der CSU das Rauchverbot. Ihre Partei hat es in Bayern in der schärfsten Form durchgesetzt.

Schmid: Moment! Dieses Nichtrauchergesetz im Bund ist mit den Stimmen der Grünen und der SPD durchgesetzt worden. Die Grünen forderten, dass die CSU endlich reagiere. Im Übrigen wollten die Grünen nicht einmal die Ausnahme, dass in geschlossenen Gesellschaften geraucht werden kann, akzeptieren. Sie gingen noch weiter und wollten das Rauchen in Biergärten verbieten. Insofern ist es nicht zutreffend, von einem reinen CSU-Beschluss zu sprechen.

sueddeutsche.de: Ein Problem bei den Wählern haben Sie mit dem konsequenten Gesetz der CSU-Landesregierung trotzdem.

Schmid: Für die Münchner CSU hätte es eine liberalere Regelung getan - also in Mehrraumgaststätten einen Raum für Raucher zu reservieren und in Einraumgaststätten den Wirt wählen zu lassen. Auch sehen wir im Hinblick auf das Oktoberfest Vollzugsprobleme. Wir müssen jetzt alles tun, um möglichst sanfte Übergangsregelungen zu finden. Raucher, Nichtraucher und Wirte dürfen nicht allein gelassen werden.

sueddeutsche.de: Was soll passieren?

Schmid: Das Stichwort heißt: liberaler Vollzug. Ich halte es für falsch, wenn die SPD fordert, in Zukunft Heizstrahler für Außenbereiche zu besteuern.

Soviel Niedertracht ist mir noch nie begegnet  Lippen versiegelt
  
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