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Heißes Thema (mehr als 10 Antworten) Die Kneipen füllen sich mit Nichtrauchern! (Gelesen: 2.426 mal)
ChristophL
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Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.569
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Re: Die Kneipen füllen sich mit Nichtrauchern!
Antwort #30 - 12.04.08 um 14:25:00
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Das Problem ist eine Erwartungshaltung gegenüber anderen, sich gefälligst so zu verhalten, wie es einem am besten passt.
Diese Mentalität trägt zu den genannten Konflikten bei.

Wobei mir nicht vorstellen kann, dass sich jemand je daran gestört hätte, wenn ich in den Bahnwagen der KVB ein Getränk zu mir genommen habe...
  
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Mr.Marple
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YES, WE SMOKE!

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Re: Die Kneipen füllen sich mit Nichtrauchern!
Antwort #31 - 12.04.08 um 17:26:00
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Zora schrieb on 11.04.08 um 17:52:56:
was ist denn so schlecht am inhalt dieser beförderungsregel?


Sie ist nicht praktikabel und droht auszuufern. Wo fängt man an, wo hört man auf bei der Definition von Belästigung? Magnitubel hat die Sache im Endeffekt gut dargestellt.
"Belästigung" ist nunmal ein Konstrukt, das relativ ist; es ist von Individuum zu Individuum unterschiedlich, deswegen ist eine gesetzliche Regelung absurd.

Zora schrieb on 11.04.08 um 17:52:56:
aber ich finde es noch viel trauriger, dass man heutzutage höflichkeit und freundlichkeit im miteinander per vorgabe regeln muss.


Genau das ist der Knackpunkt. Ich denke, dass auch viele Leute es verlernt haben, ihrem Unmut Luft zu machen.

Kleines Beispiel: Warteschlange einer Achterbahn im Phantasialand dieses Jahr. Dort gibt es eine extra Anstellreihe für die Sitzplätze in der ersten Reihe des Achterbahn-Zuges, was natürlich zur Folge hat, dass pro Fahrt nur vier Personen dort einsteigen können und die Wartezeit hierfür ewig dauern kann. Als wir in der Schlange anstanden, kam ein junges Pärchen, Mitte zwanzig, die sich einfach galant über die Absperrung geschwungen haben und sich vor einer Gruppe von Kindern reingeschmuggelt haben - klar, von den Kleinen war kein Protest zu befürchten, tolle Leistung. Glaubt ihr aber, irgendjemand von den Erwachsenen hätte sich getraut, irgendwas zu sagen? Pustekuchen.
Ich war der einzige, der gefragt hat, was das denn jetzt bitteschön soll. Als Antwort wurden mir Schläge angedroht. Reaktion der Mitwartenden: Stille. Ich habe dann den beiden noch gesagt, ob sie sich die Kindergruppe extra ausgesucht haben, weil sie sich nicht trauen, sich vor einem Ebenbürtigen vorzudrängeln.
Daraufhin haben die beiden sich an den Rand gestellt und mich und meine Leute vorbeigelassen. Aber von den anderen Leuten kam die ganze Zeit einfach nichts, null! Wie feige.

Worauf ich damit hinausmöchte:
Scheinbar sind die Leute alle nicht mehr in der Lage, mal das Maul aufzumachen, und daher schreien sie nach staatlichen Verboten, weil´s so natürlich viel einfacher ist.

Gleiches Problem haben wir doch mit dem Argument der Nichtraucher, sie würden jahrelang von ihren Raucher-Bekannten gezwungen worden sein, mit in verrauchte Gastronomie mitzugehen.

In Bayern geht´s noch einen Schritt weiter: Jetzt werden die Nichtraucher angeblich noch gezwungen, zum Erhalt der Freundschaften Raucherclubs beizutreten. Das ist auch ein Argument in der Kasperles-Klage der NIM.

Da frage ich: Sind die Leute etwa nicht in der Lage, mal Tacheles mit ihren Bekannten zu reden? "Nein, da will ich nicht hin, wenn, dann ohne mich!" Und wer sagt, so könne er mit seinen Freunden nicht reden, dann ist doch auf diese Freundschaft geschissen, meiner Meinung nach! Ich muss doch als mündiger Mensch in der Lage sein, das anzusprechen, was mir nicht passt.

Aber stattdessen wird nach dem Staat geschrien, dass er Verbote erlässt. Praktisch, so kann ich mich um jedes unangenehme Gespräch herumdrücken.

Das ist das Problem in unserer Gesellschaft. Die Leute wollen einfach ihr Maul nicht mehr aufmachen müssen.

Und die Situation in den öffentlichen Verkehrsmitteln, die Du beschreibst, Zora, ist sicher auch ein Extremfall, den es so vor zwanzig Jahren noch nicht gegeben haben wird. Und viele Leute werden auch immer dreister, das ist richtig. Aber ebenso hätte in unserer Gesellschaft auch der Mut, mal einen Standpunkt vor anderen zu vertreten, eben mitwachsen müssen, statt zu schrumpfen.

Gruß, Mr.Marple
  

Ich habe noch nie gehört, dass einer seine Frau verprügelt hat, weil er zuviel geraucht hatte.
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Deregulus
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Re: Die Kneipen füllen sich mit Nichtrauchern!
Antwort #32 - 14.04.08 um 07:00:00
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Mr.Marple schrieb on 12.04.08 um 17:26:58:
Ich muss doch als mündiger Mensch in der Lage sein, das anzusprechen, was mir nicht passt.


Dem ist nichts mehr hinzuzufügen......
  
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