Normales Thema Absolutes Rauchverbot in jeder zehnten Firma (Gelesen: 383 mal)
Raucher
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Absolutes Rauchverbot in jeder zehnten Firma
27.04.08 um 15:28:00
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http://tinyurl.com/6y3s64

" Wie eine Umfrage von WELT ONLINE bei großen Unternehmen ergab, setzt eine wachsende Zahl von Firmen außerdem auf Entwöhnungskurse für passionierte Raucher – und auf Raucherkabinen."

Wozu  braucht ein leidenschaftlicher Raucher einen Entwöhnungskurs.......?

wohl darum:

" Wichtiger für die Geschäftsführungen der Unternehmen ist es aber, Rauchern beim Ausstieg aus der Nikotinsucht zu helfen. Immerhin verursacht ein rauchender Arbeitnehmer nach Berechnungen der Nichtraucher-Initiative pro Jahr einen Schaden für die Firma von 1300 Euro. Dazu gehören krankheitsbedingte Fehlzeiten, Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall, meist geringere Produktivität und Reinigungskosten für das Büro."

Der Name der Nichtraucher-Initiative wird nirgends im Artikel genannt, es genügt offenbar allein das Zauberwort NR-Initiaitve, um jede noch so fragwürdige "Berechnung" unkritisch als seriös darzustellen.  Augenrollen

<< „Wir sehen es als unsere Verpflichtung an, Angebote zum Abgewöhnen des Tabakkonsums zu machen“, sagt Christina Stege-Slowak von der Lufthansa-Technik. >>

Sind die Raucher, wenn sie denn aufhören möchten, zu blöd, sich nach Angeboten umzusehen und diese wahrzunehmen?

Ich vermute u. a., daß Unternehmen wie Lufhansa-Technik vielmehr von Zahlungen der Pharmaindustrie profitieren, wenn sie "Entwöhnungskurse" anbieten, als daß ernsthaft daran geglaubt wird, durch entwöhnte Raucher Kosten zu sparen und größere Umsätze/Gewinne machen zu können.

" Nur beim Tabakriesen Reemtsma ist die Raucherwelt noch in Ordnung: Spezielle Maßnahmen wurden in dem Unternehmen nicht eingeführt. " (Zitate Ende, Hervorhebungen von mir)

Ach,die Raucherwelt ist in Ordnung, auf einmal? kein Mi?stand, der bekämpft werden muss.....? Schockiert/Erstaunt

Grüße  Zwinkernd

Raucher


  
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Caschny
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Re: Absolutes Rauchverbot in jeder zehnten Firma
Antwort #1 - 28.04.08 um 22:17:00
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Diese Maßnahmen waren doch so sicher wie das Amen in der Kirche! Ich bin sicher kein Prophet, wenn ich voraussage, dass immer mehr Firmen diesem Kurs folgen werden. Die Deutsche Bahn gilt da gewissermaßen als Vorreiter und andere große Unternehmen folgen bereitwillig, wie wir bereits sehen.

Ich habe die faschistoide Raucherhatz schon immer vordergründig als wesentliches Element der Ökonomisierung des Menschen begriffen und jetzt wird es auch unverhohlen mit etwas anderen Worten ausgesprochen: Nichtrauchen senkt den Krankenstand und erhöht damit die Produktivität des Menschen.

Die Funktionalität des Menschen und damit die Produktivität des einzelnen Mitarbeiters soll weiter erhöht werden. Da spricht auch die die Einheitspolitik der neoliberalen Parteien gegen die Raucher sowie gegen Klein- oder Kleinstbetriebe dafür. Wir beschränken uns immer auf die Pharmalobby; mich dagegen würde es überhaupt nicht wundern, wenn dabei noch ganz andere und noch viel mächtigere Strukuren ihre Finger im Spiel haben, beispielweise die 'Initiative neue Marktwirtschaft' (das 'sozial' schenke ich mir). Da ist richtig Kohle dahinter, dagegen sind die Zuwendungen der Pharmalobby Peanuts. Die Handelskammer als eines der vielen Sprachrohre lässt schön grüßen... .

weiterführender Link: www.insm.de/

Diese ganze Geschichte hat bereits eine derartige Eigendymamik entfaltet, dass es sehr schwer werden wird, diese zu durchbrechen. Hier haben wir es nicht nur mit einer zeigeisttypischen Erscheinung oder einem vorübergehenden Phänomen zu tun, sondern mit einer ganzen Religion, welche den Menschen zum reinen Produktionsfaktor degradiert. Und die Götter heißen 'Wachstum', 'Arbeitsplatz' 'Wettbewerb' und 'Standort'.

Caschny.
  
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Mygner
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Re: Absolutes Rauchverbot in jeder zehnten Firma
Antwort #2 - 28.04.08 um 23:11:00
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Der Hamburger Staatsrechtler wies in dieser Expertise für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft nach, dass Regulierungswut und Bürokratismus trotz aller gegenteiligen Beteuerungen im politischen Berlin immer mehr zu statt abnehmen.

Weiter schätzte der Professor dem Blatt zufolge folgendes ein: “Beide große Parteien reden vom freien Bürger - gleichzeitig schaffen sie beständig neue Normen, die die Freiheit immer weiter einschränken und die Bürger fesseln.”

Die meisten Neuregelungen betreffen nach dieser Studie der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) die Bereiche Wirtschaft, Steuern, Finanzen sowie Landwirtschaft und Lebensmittel. Zu den Bundes-Zahlen müssen noch die Gesetze und Verordnungen der Länder - wie jüngst zum Nichtraucherschutz - und die Gemeindesatzungen hinzugerechnet werden.

http://tinyurl.com/57m2pj
  
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ChristophL
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Re: Absolutes Rauchverbot in jeder zehnten Firma
Antwort #3 - 29.04.08 um 00:32:00
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Ist zwar eigentlich Off-topic, aber da die INSM schon erwähnt wird, sei daran erinnert, dass zu ihrem Kuratorium/Botschafterkreis auch folgende offenbar äußerst freiheitsliebende und regulierungsfeindliche Dame gehört, deren wichtigstes Ehrenamt dort offenbar keine Erwähnung findet.

  
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Caschny
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Re: Absolutes Rauchverbot in jeder zehnten Firma
Antwort #4 - 29.04.08 um 17:54:00
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Mygner schrieb on 28.04.08 um 23:11:25:
Der Hamburger Staatsrechtler wies in dieser Expertise für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft nach, dass Regulierungswut und Bürokratismus trotz aller gegenteiligen Beteuerungen im politischen Berlin immer mehr zu statt abnehmen.

Weiter schätzte der Professor dem Blatt zufolge folgendes ein: “Beide große Parteien reden vom freien Bürger - gleichzeitig schaffen sie beständig neue Normen, die die Freiheit immer weiter einschränken und die Bürger fesseln.”

Die meisten Neuregelungen betreffen nach dieser Studie der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) die Bereiche Wirtschaft, Steuern, Finanzen sowie Landwirtschaft und Lebensmittel. Zu den Bundes-Zahlen müssen noch die Gesetze und Verordnungen der Länder - wie jüngst zum Nichtraucherschutz - und die Gemeindesatzungen hinzugerechnet werden.

http://tinyurl.com/57m2pj


Die Studie ist fraglos interessant und die Ergebnisse geben sicherlich zu massiver Kritik Anlass, wir erfahren es ja selbst am eigenen Leibe.

Aber: Ursprungsthema war ja das Rauchverbot in Großfirmen, das nicht auf der Basis der Rauchverbotsgesetze ausgesprochen wurde bzw. wird, sondern in einer Art vorauseilendem Gehorsam oder aus anderen Gründen erlassen wird - das ist nicht miteinander zu vergleichen.

Wir haben es hier mit einem in der Politik typischen Phänomen zu tun, das sich aus den unterschiedlichen Interessenlagen und Strukturen ergibt. Konkret: Die INSM begrüßt zwar das Rauchverbot inhaltlich (davon bin ich überzeugt), bekämpft aber gleichzeitig die Regulierungswut der Politik. Solche scheinbaren oder auch nicht scheinbaren Widersprüche sind in der politischen Meinungsbildung zwar nicht neu, aber sie treten immer häufiger auf. Die Folge ist eine zunehmende Orientierungslosigkeit bei den Bürgern und eine Erschwerung der Nachvollziehbarkeit politischer und ökonomischer Prozesse und Meinungsbildungen.   

Ganz persönlich stelle ich das selbst bei mir fest: Ich würde niemals auf die Idee kommen, die FDP zu wählen, aber im Teilsegment der Raucherfrage steht sie mir von den etablierten Parteien mit Abstand am nächsten. Umgekehrt gilt Entsprechendes: Ich bin politisch zwar links eingestellt, doch die Haltung dieser politischen Grundhaltung zur Raucherfage passt mit ganz und gar nicht. Und nun frage ich: Was haben FDP und DIE LINKE miteinander gemein? Absolut nichts!

Der politisch denkende Mensch ist also immer häufiger dazu angehalten, Prioritäten zu setzen, was manchmal sehr schwierig und auch unbefriedigend ist. Klare und in sich schlüssige Gesamt-Identitäten gibt es in der Politik dagegen kaum noch.

Caschny.
  
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