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Heißes Thema (mehr als 10 Antworten) Raucherdiskriminierung in Krankenhäusern (Gelesen: 1.363 mal)
perle
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Re: Raucherdiskriminierung in Bronze, Silber und G
Antwort #4 - 18.07.08 um 14:42:00
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robin schrieb on 17.07.08 um 07:45:31:
Denn: Es ist ganz gleich, ob der Patient sich selbst entlässt oder dazu provoziert wird, sich hinauswerfen zu lassen: Stets erhält das Krankenhaus die volle Fallpauschale von der Krankenversicherung.



recht hast du.

die leidtragenden dieser verbesserung im gesundheitssystem sind übrigens die hausärzte und die patienten. bei denen schlagen nämlich alle diese patienten wieder auf. die nachsorge für solche patienten wird den ärzten aber nicht separat vergütet. im gegenteil, wenn sie patienten haben, die mit einer bestimmten voreinstellung von medikamenten vom hausarzt weiterhin mit diesen medikamenten versorgt werden müssen, laufen sie gefahr, die kosten entweder nicht erstattet zu bekommen, bzw. sogar noch in regreß genommen zu werden, da sie über den vergleichskosten anderer praxen liegen.

die patienten werden dann die leidtragenden im doppelten sinne sein, wenn zu ihrer erkrankung auch noch höhere kosten für die medikamente kommen.
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
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robin
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robin

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Re: Raucherdiskriminierung in Bronze, Silber und G
Antwort #3 - 17.07.08 um 07:45:00
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shadu schrieb on 17.05.08 um 21:47:27:
Krankenhäuser sind heutzutage Profitcenter, sie müssen wirtschaftlich denken.

So !  und jetzt wollen die mich rauswerfen.


Denkst  du etwa, das sei ein Widerspruch?

Ganz im Gegenteil!
In den letzten Jahren gab es im gesundheitswesen eine sehr einschneidende Veränderung, die Einführung der Fallpauschale.

Das heisst nichts anderes, als dass keine Einzelleistungen (OP, Bett, Röntgen etc.) mehr abgerechnet werden, sondern ein Fixbetrag für eine komplette Behandlung.
In einer Blinddarm-OP ist also die Eingangsuntersuchung, die OP, das Bett und die Nachsorge mit einem Betrag abgedeckt.

Das hat erst mal gewisse Vorteile: Je besser die Behandlung, desto schneller ist der Patient draussen. Braucht er das Bett einen Tag weniger, ist das ein Reingewinn für's Krankenhaus.
Natürlich ist die Zweischneidigkeit offensichtlich: Die Versuchung, den Patienten vorzeitig 'raus zu werfen, ist groß.

Diese Raucher-Diskriminierung setzt nun das McDonalds-Prinzip in den Krankenhäusern um: Mache dem Kunden, nachdem er bezahlt hat, den Aufenthalt so unbequem wie möglich, damit er schnell geht und dem nächsten Platz macht.
Oder einfach und deutlich:
Je schneller der Patient hinausgeekelt wird, desto grösser ist der Profit!
Denn: Es ist ganz gleich, ob der Patient sich selbst entlässt oder dazu provoziert wird, sich hinauswerfen zu lassen: Stets erhält das Krankenhaus die volle Fallpauschale von der Krankenversicherung.
Der einzige Weg, dieses perfide Geschäftsmodell zu unterlaufen, ist die richtige Wahl eines geeigneten Krankenhauses VOR der Behandlung. Ist man mal drin, gibt es gegen die Klinik kein finanzielles Druckmittel mehr, sondern, ganz im Gegenteil, handelt man ganz im Sinn ihrer 'Wirtschaftlichkeit', wenn man gegen ein RV opponiert.
  
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Mygner
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Re: Raucherdiskriminierung in Krankenhäusern
Antwort #2 - 16.07.08 um 23:20:00
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aus einem Bericht über die Neusser Palliativstation:
http://tinyurl.com/64y9wu

Vielmehr dreht sich alles darum, die Würde der Erkrankten zu bewahren.
Im Wintergarten dürfen die Patienten sogar rauchen
Zum Beispiel können die Patienten selbst bestimmen, wie lange sie schlafen und wie sie den Tag verbringen wollen. „Auch das Rauchen im Wintergarten kann man diesen Patienten nicht mehr verbieten“, sagt Dr. Werner Moser.


Erst im Endstadium des Lebens wird also die Würde des Erkrankten wieder berücksichtigt.
Bis dahin darf die Würde des erkrankten Rauchers mit Füßen getreten werden..

Im letzten Winter musste ich bei einem Besuch im Krankenhaus miterleben wie eine 84jährige Frau, nur mit einem Bademantel bekleidet, in ihrem Rollstuhl vor der Eingangstür des Krankenhauses stand. Bei minus 9 Grad Celsius rauchte sie dort eine Zigarette.

  
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shadu
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MaryLong I smoke you

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Re: Raucherdiskriminierung in Bronze, Silber und G
Antwort #1 - 17.05.08 um 21:47:00
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Mygner schrieb on 17.05.08 um 20:45:24:
http://tinyurl.com/42sdh8

Immer mehr Krankenhäuser bewerben sich um das Zertifikat für eine "Rauchfreie Gesundheitseinrichtung" in Bronze, Silber und Gold. Ab 30 Punkten gibt es das bronzene Zertifikat, ab 126 Punkten in Silber. Erst wenn ein Unternehmen jeglichen blauen Dunst von seinem Gelände verbannt, alle Punkte des Audits erfüllt und das mindestens drei Jahre durchgehalten hat, gibt es das Zertifikat in Gold.
Informationen dazu findet man unter
http://www.rauchfreie-krankenhaeuser.de.

Bronze Zertifikat
Mit dem Bronze Zertifikat werden Sie ausgezeichnet, wenn eine Arbeitsgruppe für das Projekt Rauchfreies Krankenhaus besteht, Sie eine Strategie für die Umsetzung entwickelt haben und Ihre Mitarbeiter ausführlich über das Vorhaben informiert sind.
Auf Basis der Selbsteinschätzung beinhaltet das die Umsetzung der Punkte 1 und 2 des Europäischen Kodex zu mehr als 75% (mind. 30 Punkte).

Das Silber Zertifikat
setzt die Umsetzung der Standards 1 bis 10 des Europäischen Kodex zu 75% voraus (mind.126 Punkte).
Es wird besonderer Wert auf die Qualität der Umsetzung der Standards 4 Tabakentwöhnung und 5 Schutz vor Tabakrauch gelegt. Das bedeutet, dass das Krankenhausgebäude rauchfrei und Rauchen ausschließlich in gekennzeichneten Außenbereichen erlaubt ist. Ausnahmen (z.B. für spezielle Psychiatriebereiche, Palliativstation) müssen erläutert werden. Raucherberatung und Angebote der Tabakentwöhnung müssen fest in den Behandlungsplan der PatientInnen integriert sein.

Das Gold Zertifikat
setzt die vollständige Umsetzung der Europäischen Standards 1-10, ein Gesamtergebnis von 168 Punkten (100%), über drei Jahre in Folge voraus und gewährleistet eine komplette Rauchfreiheit (im Gebäude sowie auf dem Gelände), ein systematisches Programm zur Tabakentwöhnung und eine regelmäßige Überwachung der Strategie.

aus der Befragung Silber-zertifizierter Krankenhäuser im
Deutschen Netz Rauchfreier Krankenhäuser:
http://tinyurl.com/48j54w

Der öffentlich geäußerte politische Wille, das Rauchen weiter einzugrenzen und als Krankheitsbild zu sehen, hat mit dazu beigetragen als Unterstützung die Klinik zertifizieren zu lassen. Anerkennung der Tabakabhängigkeit als weiter behandlungsbedürftige Suchterkrankung

In sechs Klinken haben Verstöße von Patienten gegen die Rauchverbote noch weiter gehende Konsequenzen
• Verwarnung bis Entlassung
• erste und zweite Verwarnung, danach möglicherweise Entlassung
• schriftliche Verwarnung;
• Beendigung der Rehamaßnahme und Abreise nach einmaliger Verwarnung
• Belehrung-Ermahnung - Abreise vorzeitig
• zuerst "gelbe Karte" ,dann ggf. Entlassung


Steht am Eingangstor „Arbeit macht frei“ ?

und noch was

Wenn ich ins Krankenhaus muss bin ich ein sehr sehr gut zahlender Kunde das darf man nicht vergessen.

Krankenhäuser sind heutzutage Profitcenter, sie müssen wirtschaftlich denken.

So !  und jetzt wollen die mich rauswerfen.



  
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Mygner
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Raucherdiskriminierung in Krankenhäusern
17.05.08 um 20:45:00
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http://tinyurl.com/42sdh8

Immer mehr Krankenhäuser bewerben sich um das Zertifikat für eine "Rauchfreie Gesundheitseinrichtung" in Bronze, Silber und Gold. Ab 30 Punkten gibt es das bronzene Zertifikat, ab 126 Punkten in Silber. Erst wenn ein Unternehmen jeglichen blauen Dunst von seinem Gelände verbannt, alle Punkte des Audits erfüllt und das mindestens drei Jahre durchgehalten hat, gibt es das Zertifikat in Gold.
Informationen dazu findet man unter
http://www.rauchfreie-krankenhaeuser.de.

Bronze Zertifikat
Mit dem Bronze Zertifikat werden Sie ausgezeichnet, wenn eine Arbeitsgruppe für das Projekt Rauchfreies Krankenhaus besteht, Sie eine Strategie für die Umsetzung entwickelt haben und Ihre Mitarbeiter ausführlich über das Vorhaben informiert sind.
Auf Basis der Selbsteinschätzung beinhaltet das die Umsetzung der Punkte 1 und 2 des Europäischen Kodex zu mehr als 75% (mind. 30 Punkte).

Das Silber Zertifikat
setzt die Umsetzung der Standards 1 bis 10 des Europäischen Kodex zu 75% voraus (mind.126 Punkte).
Es wird besonderer Wert auf die Qualität der Umsetzung der Standards 4 Tabakentwöhnung und 5 Schutz vor Tabakrauch gelegt. Das bedeutet, dass das Krankenhausgebäude rauchfrei und Rauchen ausschließlich in gekennzeichneten Außenbereichen erlaubt ist. Ausnahmen (z.B. für spezielle Psychiatriebereiche, Palliativstation) müssen erläutert werden. Raucherberatung und Angebote der Tabakentwöhnung müssen fest in den Behandlungsplan der PatientInnen integriert sein.

Das Gold Zertifikat
setzt die vollständige Umsetzung der Europäischen Standards 1-10, ein Gesamtergebnis von 168 Punkten (100%), über drei Jahre in Folge voraus und gewährleistet eine komplette Rauchfreiheit (im Gebäude sowie auf dem Gelände), ein systematisches Programm zur Tabakentwöhnung und eine regelmäßige Überwachung der Strategie.

aus der Befragung Silber-zertifizierter Krankenhäuser im
Deutschen Netz Rauchfreier Krankenhäuser:
http://tinyurl.com/48j54w

Der öffentlich geäußerte politische Wille, das Rauchen weiter einzugrenzen und als Krankheitsbild zu sehen, hat mit dazu beigetragen als Unterstützung die Klinik zertifizieren zu lassen. Anerkennung der Tabakabhängigkeit als weiter behandlungsbedürftige Suchterkrankung

In sechs Klinken haben Verstöße von Patienten gegen die Rauchverbote noch weiter gehende Konsequenzen
• Verwarnung bis Entlassung
• erste und zweite Verwarnung, danach möglicherweise Entlassung
• schriftliche Verwarnung;
• Beendigung der Rehamaßnahme und Abreise nach einmaliger Verwarnung
• Belehrung-Ermahnung - Abreise vorzeitig
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