Seitenindex umschalten Seiten: [1] 2 3  Thema versendenDrucken
Heißes Thema (mehr als 10 Antworten) Gesundheitsgefahren per Fernverbindung (Gelesen: 2.008 mal)
cogito
Administrator
*****
Offline


ergo sum

Beiträge: 1.645
Mitglied seit: 07.06.06
Geschlecht: männlich
Gesundheitsgefahren per Fernverbindung
22.02.09 um 21:44:00
Beitrag drucken  
Nachdem wir erfahren durften, dass Tabakrauch auch gefährlich ist, wenn man ihn nicht sieht weil gar nicht geraucht wird (Third Hand Smoke), erfährt man nun, dass Fast Food nicht nur dann zur Fettleibigkeit führt, wenn man es zu sich nimmt, sondern auch dann, wenn man in der Nähe von Fast Food-Restaurants lebt.

Living Near Fast Food Ups Stroke Risk

Zwar räumen die Wissenschaftler ein, dass man bisher nur eine Assoziation zeigen kann, was nicht bedeute, dass es sich auch um einen kausalen Zusammenhang handle.

Das ist etwa gleichbedeutend mit der Publikation einer Binsenweisheit, nämlich dass zwischen der Anzahl Kirchen und der Anzahl Verbrechen in einer Stadt eine Assoziation besteht.
Man muss sich allen Ernstes fragen, wer Geld (der Steuerzahler) für solche Studien hergibt, welcher Wissenschaflter (nicht etwa Student im ersten Semester, sondern Professor) sich für solche Studien hergibt und weshalb solche Studien publiziert werden.

Um diesen Studien einen etwas verbindlicheren Charakter zu geben, zitiert man dann einfach noch einige andere Gelehrte, wie Dr. David Katz, der die "Studie" kommentiert mit: "Die Ergebnisse können als ein weiteres Indiz für die Schädlichkeit von Fast Food betrachtet werden. Unter den vielen schädlichen Inhaltsstoffen von Fast Food ist auch der Kochsalzgehalt zu nennen.
Eine industriell hergestellte Fast Food-Mahlzeit kann gleichviel oder sogar mehr als die empfohlene tägliche Kochsalzmenge enthalten.
Kochsalz trägt zu hohem Blutdruck bei, hoher Blutdruck ehöht das Schlaganfallrisiko."

Aus meiner Jugend kenne ich die Hamburger unter dem Namen Frikadellen. Sie enthielten eine beträchtliche Menge Fett (Schweinefleisch) und auch Salz. Ich nehme an, Hamburger werden aus magerem Rindsfleisch hergestellt und ich habe noch nie festgestellt, dass Hamburger versalzen wären.


Die Behauptung, dass Kochsalz für frühzeitiges Ableben verantwortlich ist, konnte bisher überhaupt nicht nachgewiesen werden.
Die Auswertung klinischer Daten (HANES) von 99 Millionen Erwachsenen in den USA kommen nach Korrektur für verschiedene Confounder (darunter auch Alkohol, Tabak, Übergewicht) zum Schluss:
"Herzerkrankungen, hoher Blutdruck, und Todesfälle waren umgekehrt proportional zum Salzkonsum. Je höher der Salzkonsum, umso niedriger die Risiken.
Diese Ergebnisse decken sich mit denjenigen der über 17'000 Studien zum Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Blutdruck, die seit 1966 publiziert wurden.
http://snipurl.com/cfzl0

Manche volkstümlichen (-dümmlichen) Überlieferungen sind offenbar nicht einmal aus den Köpfen von Wissenschaftlern zu verdrängen. Von Politikern ganz zu schweigen.
  

"No passion so effectually robs the mind of all its powers of acting and reasoning as fear."

"The powers in charge keep us in a perpetual state of fear,"
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
robin
Senior Member
*****
Offline


robin

Beiträge: 1.742
Mitglied seit: 30.06.06
Re: Gesundheitsgefahren per Fernverbindung
Antwort #1 - 22.02.09 um 23:24:00
Beitrag drucken  
Es geht ja auch gar nicht um die Inhaltsstoffe, welche auch immer.
Es geht um Kasteiung.
Man bringt ein Opfer durch Fasten, durch faden Geschmack, um die Götter gnädig zu stimmen.

Vergiss nicht: Wir haben es nicht mit Aufklärung zu tun, sondern mit einer Heilsbewegung, einer Religion.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.667
Mitglied seit: 30.06.06
Re: Gesundheitsgefahren per Fernverbindung
Antwort #2 - 22.02.09 um 23:35:00
Beitrag drucken  
Ist das nun Second oder Third Hand Salt, was die Anwohner von Fast-Food-Tempeln dort zu spüren bekommen?

Am Ende meiner Straße sind einschlägige Drive-Ins. Ist das noch nah genug oder muss ich doch weiter selbst meine Suppe salzen?

Da besteht eindeutig Forschungs(finanzierungs)bedarf.





  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.161
Mitglied seit: 05.04.07
Re: Gesundheitsgefahren per Fernverbindung
Antwort #3 - 23.02.09 um 09:33:00
Beitrag drucken  
christoph1978,

das ist "EF" environmental fat, gelangt über die luft direkt in den stoffkreislauf und macht demzufolge dick.

und was die "ansteckung" betrifft. ich lebe in der nähe von zwei griechischen und einem französischem restaurant. habe aber noch keine besseren sprachfähigkeiten in beiden sprachen erreicht..................... ;-D
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Werner Paul
Senior Member
*****
Offline


Leben und leben lassen

Beiträge: 1.214
Standort: BW
Mitglied seit: 15.06.06
Geschlecht: männlich
Re: Gesundheitsgefahren per Fernverbindung
Antwort #4 - 23.02.09 um 21:47:00
Beitrag drucken  
Quote:
Diese Ergebnisse decken sich mit denjenigen der über 17'000 Studien zum Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Blutdruck, die seit 1966 publiziert wurden. 


Ich hätte nicht gedacht, dass es zu einem Stoff (dazu noch ziemlich reinen) mehr, sogar viel mehr Studien gibt, als zum Tabakrauch.
  

Statistiken sind für Politiker wie Laternen für Säufer. Sie dienen mehr der Stütze, als der Erleuchtung.
Zum Seitenanfang
IP gespeichert
 
Matrix
Advanced Member
*****
Offline


In tyrannos!

Beiträge: 3.572
Standort: 1230 Wien
Mitglied seit: 16.02.08
Re: Gesundheitsgefahren per Fernverbindung
Antwort #5 - 23.02.09 um 21:57:00
Beitrag drucken  
Werner Paul schrieb on 23.02.09 um 21:47:03:
Ich hätte nicht gedacht, dass es zu einem Stoff (dazu noch ziemlich reinen) mehr, sogar viel mehr Studien gibt, als zum Tabakrauch.


Naja: Salzen tut jeder, tschicken nur jeder zweite  ;-D

lg
m
  

Tu felix Austria fume
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Hausmann
Ex-Mitglied


Re: Gesundheitsgefahren per Fernverbindung
Antwort #6 - 24.02.09 um 19:13:00
Beitrag drucken  
Eine technische Frage: Assoziation = Korrelation?

mfG
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
robin
Senior Member
*****
Offline


robin

Beiträge: 1.742
Mitglied seit: 30.06.06
Re: Gesundheitsgefahren per Fernverbindung
Antwort #7 - 24.02.09 um 19:56:00
Beitrag drucken  
Quote:
Eine technische Frage: Assoziation = Korrelation?


Nein.

Die Geburtenrate korreliert mit der Dichte der Storchenpopulation. Dennoch wäre es unsinnig, beides zu assoziieren, also in einen mehr als zufälligen oder bedeutungslosen Zusammenhang zu stellen.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Hausmann
Ex-Mitglied


Re: Gesundheitsgefahren per Fernverbindung
Antwort #8 - 24.02.09 um 20:13:00
Beitrag drucken  
Aha, also Assoziation = Kausalität?

Mit der Bitte um Aufklärung und
freundlichen Grüßen
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
cogito
Administrator
*****
Offline


ergo sum

Beiträge: 1.645
Mitglied seit: 07.06.06
Geschlecht: männlich
Re: Gesundheitsgefahren per Fernverbindung
Antwort #9 - 24.02.09 um 20:48:00
Beitrag drucken  
Quote:
Aha, also Assoziation = Kausalität?


Nein. Ohne die Art und Stärke der Assoziation zu kennen und ohne weitere Kriterien (Plausibilität, zeitliche Abfolge, Condounder, u.a.) anzuwenden, kann aus einer Assoziation keine Kausalität abgeleitet werden.

Beispiel aus einer weiteren idiotischen Studie, die gerade veröffentlicht wurde:
Jugendliche, die die elterliche Erlaubnis haben, Erwachsenenfilme anzusehen, rauchen häufiger als Jugendliche, deren Eltern das nicht erlauben.

Da in den USA alle Filme, in denen irgendwann ein Tabakkrümmel auftaucht, als Erwachsenenfilme klassiert werden, schliessen die Autoren der Studie darauf, dass Filme, in denen geraucht wird, das Rauchen bei Jugendlichen fördern.

Und einer der Autoren unterstreicht dann die Schlussfolgerung mit dem Hinweis, dass man auch weiss, dass Jugendliche, die glauben, dass es leicht sei, sich Zigaretten zu beschaffen, häufiger rauchen.
http://healthday.com/Article.asp?AID=624349
http://tobaccoanalysis.blogspot.com/2009/02/new-study-shows-that-kids-who-are.ht...
  

"No passion so effectually robs the mind of all its powers of acting and reasoning as fear."

"The powers in charge keep us in a perpetual state of fear,"
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
robin
Senior Member
*****
Offline


robin

Beiträge: 1.742
Mitglied seit: 30.06.06
Re: Gesundheitsgefahren per Fernverbindung
Antwort #10 - 24.02.09 um 21:19:00
Beitrag drucken  
Nenne die Assoziation eine Hypothese und die Kausalität eine Theorie (Im wissenschaftlichen Sinn), dann erschliesst sich der Unterschied wohl.
Assoziieren darf ich alles, was nicht offensichtlich unsinnig ist. Die Kausalität erfordert starke unterstützende Argumente und muss frei von Widersprüchen sein.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Martella
Senior Member
*****
Offline


Reality.sys is corrupted!
Reboot universe? (y/n)

Beiträge: 1.583
Standort: Wien
Mitglied seit: 08.08.07
Geschlecht: weiblich
Re: Gesundheitsgefahren per Fernverbindung
Antwort #11 - 24.02.09 um 21:34:00
Beitrag drucken  
robin schrieb on 24.02.09 um 21:19:25:
Assoziieren darf ich alles, was nicht offensichtlich unsinnig ist. Die Kausalität erfordert starke unterstützende Argumente und muss frei von Widersprüchen sein.

Wer ernsthaft wissenschaftlich arbeiten will, muss sich mit der formalen Logik beschäftigen. Eine nette kleine Einführung findet sich
hier.

Ich habe mich berufsbedingt damit beschäfigen müssen, denn in den Formalsprachen gibt es kein "vielleicht", nur ein Wahr oder Falsch. Um ehrlich zu sein: so sehr mir die Beschäftigung mit Logik geholfen hat, korrekte Programmcodes zu schreiben, so sehr hat sie mir die Politik vermiest. Ich zerpflücke jede Rede fast automatisch nach ihrer logischen Struktur - und stelle fast ausnahmslos einen kompletten Mangel derselben fest.  Zwinkernd
  
Zum Seitenanfang
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.667
Mitglied seit: 30.06.06
Re: Gesundheitsgefahren per Fernverbindung
Antwort #12 - 24.02.09 um 23:49:00
Beitrag drucken  
Quote:
Naja: Salzen tut jeder, tschicken nur jeder zweite



"Im Streit um den Salzgehalt von Brot lenkt die EU-Kommission auf Druck deutscher Bäcker hin ein. Aus Brüssel hieß es nach wochenlangen Bäcker-Protesten, der geplante neue Grenzwert für Salz im Brot werde voraussichtlich höher ausfallen als bisher geplant."


Quote:
Nenne die Assoziation eine Hypothese und die Kausalität eine Theorie (Im wissenschaftlichen Sinn), dann erschliesst sich der Unterschied wohl.
Assoziieren darf ich alles, was nicht offensichtlich unsinnig ist. Die Kausalität erfordert starke unterstützende Argumente und muss frei von Widersprüchen sein.


Stimme dem zweiten Satz wohl zu.
Dem ersten nicht ganz, würde eher sagen: Die Assoziation ist eine Beobachtung. Mit einer vernünftigen Begründung kann man daraus eine Hypothese basteln.

Die starken unterstützenden Argumente müssen der Komplexität von Verknüpfungen zwischen manchmal sehr vielen Variablen gerecht.

topal hat ein sehr gutes Beispiel dafür gebracht:

Quote:
Jugendliche, die die elterliche Erlaubnis haben, Erwachsenenfilme anzusehen, rauchen häufiger als Jugendliche, deren Eltern das nicht erlauben.

Da in den USA alle Filme, in denen irgendwann ein Tabakkrümmel auftaucht, als Erwachsenenfilme klassiert werden, schliessen die Autoren der Studie darauf, dass Filme, in denen geraucht wird, das Rauchen bei Jugendlichen fördern.


Es gibt insofern in der Tat eine nicht zufällige Assoziation zwischen diesen beiden Variablen. A ist aber nicht der Grund für B. Und so ist es ganz häufig.

Übrigens bin ich für diesen Punkt auch inhaltlich dankbar, siehe die Studien, die das deutsche Gesundheitsministerum hat machen lassen.
Hab den Link zum Volltext gerade nicht zur Hand.
Unter den Erkenntnissen der Studienteile ist nur einer geeignet, die Bähzick-These zu stützen, und das ist genau derjenige, dessen Widerlegung wir gerade gelesen haben.

Hatte ich bei Lektüre der Studie auch gleich vermutet, dass dass Rauchen und anderes Sehverhalten/Filmgeschmack parallele Folge von etwas sind und nicht etwa die Rauchszenen selbst Ursache für irgendwas sind. Wenn sich o.g. Erkenntnis also auf die schleswig-holsteinischen jungen Menschen übertragen lässt, ist das Argumentationsgebäude der Bähzick - wie üblich - komplett hinfällig.


  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
robin
Senior Member
*****
Offline


robin

Beiträge: 1.742
Mitglied seit: 30.06.06
Re: Gesundheitsgefahren per Fernverbindung
Antwort #13 - 25.02.09 um 08:10:00
Beitrag drucken  
Martella schrieb on 24.02.09 um 21:34:00:
Wer ernsthaft wissenschaftlich arbeiten will, muss sich mit der formalen Logik beschäftigen.


Ich will dir keineswegs widersprechen, jedoch:

Die Naturwissenschaftler stehen vor dem Problem, ein Programm zu verstehen, dessen Quellcode sie nicht kennen und dessen Funktionen sie aus deren Folgen erschliessen müssen.
Da gibt es sehr wohl ein 'vielleicht'!
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
cogito
Administrator
*****
Offline


ergo sum

Beiträge: 1.645
Mitglied seit: 07.06.06
Geschlecht: männlich
Re: Gesundheitsgefahren per Fernverbindung
Antwort #14 - 25.02.09 um 11:39:00
Beitrag drucken  
ChristophL schrieb on 24.02.09 um 23:49:23:
Übrigens bin ich für diesen Punkt auch inhaltlich dankbar, siehe die Studien, die das deutsche Gesundheitsministerum hat machen lassen.
Hab den Link zum Volltext gerade nicht zur Hand.


Diese Studie ist ein Abklatsch der Studie von Glantz, ich bezweifle, dass sie in deutschem Auftrag erstellt wurde.  Der Co-Autor Sargent ist der Kollege von Glantz, der die berühmte Studie über das Helena-Wunder fabriziert hat.
  

"No passion so effectually robs the mind of all its powers of acting and reasoning as fear."

"The powers in charge keep us in a perpetual state of fear,"
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Seitenindex umschalten Seiten: [1] 2 3 
Thema versendenDrucken
 
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet.    Hier erfahren Sie mehr zum Datenschutz OK