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Heißes Thema (mehr als 10 Antworten) Die Grünen bei der Europawahl (Gelesen: 1.556 mal)
xila
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Die Grünen bei der Europawahl
07.06.09 um 19:01:47
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Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch daran, daß ich etwas Ähnliches bereits prophezeit hatte: Die Grünen haben bei der Europawahl offenbar, auch wenn sie insgesamt gesehen ihre Anteile in etwa halten konnten, genau in ihren Hochburgen verloren.

Auch in Freiburg, siehe hier: http://www.badische-zeitung.de/lokales/lokalausgaben/freiburg/freiburg-hat-gewae...

Ich behaupte, diese Partei hat ihren Zenit überschritten. Wenn eine Partei nicht profitiert, sondern darunter zu leiden hat, wenn die Wahlbeteiligung niedrig ist, dann kann man das wohl mit Fug und Recht behaupten.

Stuttgarts Gemeinderatswahl ist ein Sonderfall, der nicht gegen diesen Trend spricht. In Stuttgart gab es eine Denkzettelwahl, die viel mit dem umstrittenen Stuttgart-21-Projekt zu tun hat. In den letzten Wochen war die ganze Stadt mit Aufklebern der Stuttgart-21-Gegner zugepflastert, das war auffallender als die größtenteils langweiligen Wahlplakate. Bei diesem Thema haben die Grünen sogar mit SÖS noch eine Konkurrenzpartei, die zusätzlich zu deren prognostizierten 27 % der Stimmen noch weitere 3,5 % bekommen hat. Damit kann man also einigermaßen sicher sagen, daß ungefähr ein Drittel der Stuttgarter Stuttgart 21 ablehnt.
  

Unwillkommene Tatbestände sind von einer unbeweglichen Hartnäckigkeit, die durch nichts außer der glatten Lüge erschüttert werden kann. (Hannah Arendt)
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xila
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Re: Die Grünen bei der Europawahl
Antwort #1 - 07.06.09 um 19:08:24
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Unwillkommene Tatbestände sind von einer unbeweglichen Hartnäckigkeit, die durch nichts außer der glatten Lüge erschüttert werden kann. (Hannah Arendt)
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Destruktor
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Re: Die Grünen bei der Europawahl
Antwort #2 - 07.06.09 um 20:03:07
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xila schrieb on 07.06.09 um 19:01:47:
Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch daran, daß ich etwas Ähnliches bereits prophezeit hatte: Die Grünen haben bei der Europawahl offenbar, auch wenn sie insgesamt gesehen ihre Anteile in etwa halten konnten, genau in ihren Hochburgen verloren.

Auch in Freiburg, siehe hier: http://www.badische-zeitung.de/lokales/lokalausgaben/freiburg/freiburg-hat-gewae...

Ich behaupte, diese Partei hat ihren Zenit überschritten. Wenn eine Partei nicht profitiert, sondern darunter zu leiden hat, wenn die Wahlbeteiligung niedrig ist, dann kann man das wohl mit Fug und Recht behaupten.

Stuttgarts Gemeinderatswahl ist ein Sonderfall, der nicht gegen diesen Trend spricht. In Stuttgart gab es eine Denkzettelwahl, die viel mit dem umstrittenen Stuttgart-21-Projekt zu tun hat. In den letzten Wochen war die ganze Stadt mit Aufklebern der Stuttgart-21-Gegner zugepflastert, das war auffallender als die größtenteils langweiligen Wahlplakate. Bei diesem Thema haben die Grünen sogar mit SÖS noch eine Konkurrenzpartei, die zusätzlich zu deren prognostizierten 27 % der Stimmen noch weitere 3,5 % bekommen hat. Damit kann man also einigermaßen sicher sagen, daß ungefähr ein Drittel der Stuttgarter Stuttgart 21 ablehnt.



Gut für Freiburg.

Leider ist das Grünen - Ergebnis in Stuttgart katastrophal. Es ist davon auszugehen, daß hierzu auch zunehmende Migranten - Wahlbeteiligung beigetragen hat.

Das ist nicht nur wegen Stuttgart 21 so gekommen ......

Hinsichtlich der Rauchverbote wird eher die nächste BW - Landtagswahl 2011 interessant werden.
  
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Zora
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Re: Die Grünen bei der Europawahl
Antwort #3 - 07.06.09 um 22:14:08
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es ist vollkommen wurscht, ob eine partei ihren zenit überschritten hat oder nicht, bzw. ob es hier in diesem forum so erkannt wird.
was schwierig ist zu begreifen ist, dass die grünen immer noch das immage von alternativ haben. frustrierte wähler, die vorher eine art politisches zuhause gehabt haben, wählen jetzt plötzlich die grünen, um "zeichen zu setzen". das ist in dieser zeit eine wirklich ernst zu nehmende gefahr und es geht ganz vermehrt darum, in dieser richtung aufklärungsarbeit zu leisten (gestehe, dass ich auch viel zu sehr auf den sogenannten gesunden menschenverstand um mich herum gesetzt hatte). die grünen haben dazugewonnen*, das sind fakten über die man sich gedanken machen und dementsprechend handeln muss.

* edit: die grünen haben in der jüngsten hochrechnung offenbar doch nicht dazugewonnen, sondern leichte verluste eingefahren.
trotzdem: reflex mensch scheint immer noch zu glauben grün = gut. ich glaube, dass man hier was machen muss und werde es auch tun.
« Zuletzt geändert: 07.06.09 um 22:56:09 von Zora »  

"Puritaner sollten zwei Feigenblätter vor den Augen tragen." (Stanislaw Lec)
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evarix
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Den Dingen auf den Grund
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Re: Die Grünen bei der Europawahl
Antwort #4 - 07.06.09 um 23:10:53
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D' accord, Zora!

Weiterer Kommentar erübrigt sich.

Gruß

evarix
  
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Baden1848
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Ich fordere Lothar Binding
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Re: Die Grünen bei der Europawahl
Antwort #5 - 07.06.09 um 23:11:05
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Die "guten" Grünen haben ein Problem elegant gelöst. In der
öffentlichen Wahrnehmung stehen nicht sie , sondern die SPD
als die Nanny-Partei da. Dank der Frontfiguren Binding und
Bätzing rückt das Projekt 18 immer näher. Auch der SPD-Wähler
ist mit Erziehung und Gängelung nicht an die Urne zu kriegen.
Das kann jetzt als bewiesen gelten.
Baden1848
  
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ChristophL
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Re: Die Grünen bei der Europawahl
Antwort #6 - 07.06.09 um 23:36:53
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Immerhin zieht erstmal Platz 15 der Grünen nicht, mit der furchtbaren Nanny Hiltrud Breyer. Aber da gibt es leider genug andere...
  
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xila
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Re: Die Grünen bei der Europawahl
Antwort #7 - 08.06.09 um 06:45:03
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Zora schrieb on 07.06.09 um 22:14:08:
es ist vollkommen wurscht, ob eine partei ihren zenit überschritten hat oder nicht, bzw. ob es hier in diesem forum so erkannt wird.
was schwierig ist zu begreifen ist, dass die grünen immer noch das immage von alternativ haben. frustrierte wähler, die vorher eine art politisches zuhause gehabt haben, wählen jetzt plötzlich die grünen, um "zeichen zu setzen". das ist in dieser zeit eine wirklich ernst zu nehmende gefahr und es geht ganz vermehrt darum, in dieser richtung aufklärungsarbeit zu leisten (gestehe, dass ich auch viel zu sehr auf den sogenannten gesunden menschenverstand um mich herum gesetzt hatte). die grünen haben dazugewonnen*, das sind fakten über die man sich gedanken machen und dementsprechend handeln muss.

* edit: die grünen haben in der jüngsten hochrechnung offenbar doch nicht dazugewonnen, sondern leichte verluste eingefahren.
trotzdem: reflex mensch scheint immer noch zu glauben grün = gut. ich glaube, dass man hier was machen muss und werde es auch tun.


Zora,

du meine Güte, dann heul doch. Hast du denn im Ernst erwartet, daß die Grünen, bundesweit gesehen, deutlicher verlieren? Wenn ja, worauf begründete sich diese Hoffnung?

In meinen Augen ist es ein gutes Zeichen, daß die Grünen, bundesweit gesehen, stagnieren. Ist dir überhaupt klar, daß die Grünen 2004 in der Regierung saßen und diesmal als Oppositionspartei von derselben Unzufriedenheit hätten profitieren können, den die FDP nutzen konnte? Haben sie aber nicht.

Hier die Ergebnisse in BW, regional aufgeschlüsselt: http://www.stuttgarter-zeitung.de/media_fast/626/Europawahl.pdf

Verloren haben die Grünen in ihren Hochburgen:

-Freiburg
-Heidelberg
-Konstanz

Und in Tübingen, wo die Grünen den OB stellen, stagnieren sie.

@Destruktor:

Niemand hat in Stuttgart mit einem solchen Erdrutsch gerechnet, ich übrigens auch nicht. Und das Stuttgarter Ergebnis der Gemeinderatswahl ist weit davon entfernt, einen Trend widerzuspiegeln, es fällt vielmehr völlig aus dem Rahmen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die FDP (im Gegensatz zu ihrem Stuttgarter Europawahlergebnis) hier ebenfalls verloren hat. Das war schon eine Klatsche, die die Stuttgarter CDU persönlich nehmen sollte, und dasselbe gilt für die Stuttgarter SPD (nach jener Prognose bei sage und schreibe 15 %!) und die Stuttgarter FDP.

Mir fällt außer Stuttgart 21 aber nichts ein, was Stuttgart von anderen Städten unterscheiden würde. Vermutlich ist es wirklich so, daß diejenigen, die gegen Stuttgart 21 sind, besonders motiviert zur Stimmabgabe waren. Dafür spricht auch, daß in Stuttgart die Wahlbeteiligung auch bei der Europawahl weit über dem Durchschnitt lag, nämlich bei knapp über 50 %.

Was ich an der Sache interessant finde, das ist, daß diese Aufkleber-Kampagne vermutlich einiges dazu beigetragen hat. Ich weiß nicht, wie es in deinem Stadtviertel war, aber bei mir fanden sich diese gelb-schwarzen Aufkleber ("Stuttgart 21 abwählen") einfach überall: In Ladenschaufenstern, an Haus- und sogar Wohnungstüren, an Strommasten und auf Wahlplakaten von CDU, SPD und FDP. Man wurde auf Schritt und Tritt daran erinnert, daß diese Wahl ansteht, und daß dabei - jedenfalls nach Meinung der Initiatoren - auch über Stuttgart 21 abgestimmt werde.

Was mag diese Kampagne gekostet haben? Vermutlich war sie vergleichsweise billig, und das macht sie auch für uns interessant. Welche Wirkung hätte wohl eine Rauchen-erlaubt-Aufkleber-Kampagne nach demselben Strickmuster bei einer Landtagswahl?
« Zuletzt geändert: 08.06.09 um 10:11:59 von xila »  

Unwillkommene Tatbestände sind von einer unbeweglichen Hartnäckigkeit, die durch nichts außer der glatten Lüge erschüttert werden kann. (Hannah Arendt)
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Pater Peter
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Re: Die Grünen bei der Europawahl
Antwort #8 - 08.06.09 um 10:11:12
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Wie Baden1848 schon schrieb - die Grünen stehen in der öffentlichen Wahrnehmung nicht als Nannypartei da. Auch gestern überraschte mich wieder, wie viele Menschen aus meinem Bekanntenkreis in aller Selbstverständlichkeit äußerten, Grün gewählt zu haben. Dies, obwohl sie entschiedene Tabakprohibitionsgegner sind. Mögen die Grünen auch in ihren Hochburgen verloren haben, wie Du schreibst, xila - ich halte es nach wie vor für höchst bedenklich, daß sie von vielen offenbar nicht als der verbiesterte Haufen wahrgenommen werden, der sie sind.
  

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xila
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Re: Die Grünen bei der Europawahl
Antwort #9 - 08.06.09 um 10:37:58
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Pater Peter schrieb on 08.06.09 um 10:11:12:
Wie Baden1848 schon schrieb - die Grünen stehen in der öffentlichen Wahrnehmung nicht als Nannypartei da. Auch gestern überraschte mich wieder, wie viele Menschen aus meinem Bekanntenkreis in aller Selbstverständlichkeit äußerten, Grün gewählt zu haben. Dies, obwohl sie entschiedene Tabakprohibitionsgegner sind. Mögen die Grünen auch in ihren Hochburgen verloren haben, wie Du schreibst, xila - ich halte es nach wie vor für höchst bedenklich, daß sie von vielen offenbar nicht als der verbiesterte Haufen wahrgenommen werden, der sie sind.


Jetzt mal im Ernst: Niemand interessiert es im Moment, ob und warum wir die Grünen bedenklich finden, also sehe ich keinen Sinn darin, mich lange mit diesen Bedenken aufzuhalten, die mir persönlich überhaupt nichts Neues bieten und die ich anderen ja auch nicht aufzwingen kann.

Falls ihr hier einen Stuhlkreis für ein kuscheliges Gruppenbedenkentragen bilden wollt, fühlt euch wie zu Hause. Mir persönlich gibt das aber nichts, und davon abgesehen kann ich Stuhlkreise nicht ausstehen. Ich versuche lieber, die Potentiale zu analysieren, die die derzeit bestehende Situation bietet. Nur wenn man die kennt, ist man in der Lage, sie zu nutzen.

Wo man die Grünen am besten im Alltagsgeschäft kennengelernt hat, da hat das offenbar in letzter Zeit ihrer Popularität Abbruch getan, das jedenfalls stimmt mich ebenso optimistisch für die Zukunft wie die Tatsache, daß die Grünen ihre prohibitionistischen Neigen nur so richtig ausleben können, wenn sie einen geeigneten Partner dafür finden.

Nach dieser Wahl sind sie weit entfernt davon, einen Partner mit der nötigen Stärke zu bekommen, und dasselbe zeichnet sich auch auf Bundesebene ab. Auch auf Länderebene werden die Möglichkeiten der Grünen, an Regierungen beteiligt zu werden, immer weniger.

Die Grünen waren immer eine sehr "junge" Partei, deshalb ist es auffallend, daß sich der Altersdurchschnitt ihrer Bundestagsfraktion dem Durchschnitt aller Parteien immer weiter angenähert hat.

Ich persönlich glaube, daß die Grünen dann endgültig verloren haben, wenn eine andere Partei für die Wähler unter 30 "chic" wird. Meiner Meinung nach hätte die Piratenpartei das Potential dazu, diese Partei zu werden. Auch wenn sie bei der Europawahl mit 0,8 % der Stimmen nur unter "ferner liefen" gelandet ist, für eine solche Minipartei mit weniger als tausend Mitgliedern sind mehr als 200.000 Stimmen schon ein kleiner Achtungserfolg, und auffallend ist, daß die Piraten in Städten, insbesondere Hochschulstädten, durchaus auch manchmal um die 1,5 bis 2 % bekommen haben. In Friedrichshain sollen es sogar 3,5 % gewesen sein.

Hinzu kommt, daß die schwedischen Piraten ins Europaparlament eingezogen sind und es sich bei den Piraten insgesamt um eine internationale Bewegung handelt, die durchaus noch mehr Zulauf bekommen kann.

Dabei ist der Tellerrand meiner Überlegungen, wohlgemerkt, nicht die diesjährige Bundestagswahl. Wer meint, alles sei verloren, was nicht bis September erreicht werden kann, dem bleibt tatsächlich nur der Stuhlkreis. Das Bestmögliche, was wir im September zu erwarten haben, ist tatsächlich eine schwarz-gelbe Koallition anstelle einer großen oder, Gott behüte, Rot- oder Schwarz-Grün in irgendeiner denkbaren Dreierkonstellationen.
  

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Re: Die Grünen bei der Europawahl
Antwort #10 - 08.06.09 um 10:49:31
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xila schrieb:
Quote:
Falls ihr hier einen Stuhlkreis für ein kuscheliges Gruppenbedenkentragen bilden wollt, fühlt euch wie zu Hause. Mir persönlich gibt das aber nichts, und davon abgesehen kann ich Stuhlkreise nicht ausstehen. Ich versuche lieber, die Potentiale zu analysieren, die die derzeit bestehende Situation bietet. Nur wenn man die kennt, ist man in der Lage, sie zu nutzen.


Was heißt da "Stuhlkreis" - ich bring bei meinen Besuchen im Forum immer Decken und bequeme Kleidung mit.
  

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Re: Die Grünen bei der Europawahl
Antwort #11 - 08.06.09 um 11:03:51
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Pater Peter schrieb on 08.06.09 um 10:49:31:
xila schrieb:
Quote:
Falls ihr hier einen Stuhlkreis für ein kuscheliges Gruppenbedenkentragen bilden wollt, fühlt euch wie zu Hause. Mir persönlich gibt das aber nichts, und davon abgesehen kann ich Stuhlkreise nicht ausstehen. Ich versuche lieber, die Potentiale zu analysieren, die die derzeit bestehende Situation bietet. Nur wenn man die kennt, ist man in der Lage, sie zu nutzen.


Was heißt da "Stuhlkreis" - ich bring bei meinen Besuchen im Forum immer Decken und bequeme Kleidung mit.


Standesgemäß wäre es, zusätzlich auch noch ein Kiste Bier dabeizuhaben.   Cool

Aber im Ernst, was helfen die Bedenken? Wer konnte ernsthaft daran glauben, daß die Grünen kurzfristig ganz abzuschaffen seien?

Die Grünen mittelfristig und dauerhaft unter die 5-Prozent-Hürde zu bringen, das ist ein Ziel, das ich unterstützen würde, wenn es auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit verfolgt wird und einigermaßen Erfolgsaussichten bietet. Dazu gehört aber auch eine Planung in längeren Zeiträumen als nur bis zur jeweils nächsten Wahl. Und Nach-Wahl-Depressionen sind meiner Meinung nach Luxus, weil sie niemanden weiterbringen.
  

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Quirinus
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Re: Die Grünen bei der Europawahl
Antwort #12 - 08.06.09 um 11:28:41
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Abgesehen davon, daß mir auch vor einer schwarzgelben Koalition graust, sehe ich die Sache genauso wie xila und glaube, daß die Piratenpartei alle Chancen hat, das nächste große Ding zu werden. Sie ist, wie einst die Grünen, aus einer gegen den Staat gerichteten internationalen und wachsenden Massenprotestbewegung junger und vergleichsweise informierter Leute hervorgegangen, steht als einzige für die veränderten Kommunikationsbedingungen im digitalen Zeitalter und die Bedürfnisse junger und relativ wohlhabender Konsumenten, ist bestens vernetzt, wirkt wie ein heldenhafter David, der sich gegen Goliath stellt, hat einen 'kultigen' Namen und ein ansprechendes Design, also ein hohes Pop-Potential - und nun noch den Einzug ins EU-Parlament und den Sprung in die etablierten Medien geschafft. Dagegen sehen sämliche anderen Parteien tatsächlich alt aus: so daß sie und ihre Werbestrategen gezwungen sein werden, sich mit den Piraten zu befassen, um sie so zu diffamieren, wie einst die Grünen diffamiert wurden: als lächerliche kleine Themenpartei irgendwelcher Spinner. Sollten sich die Piraten nicht über den auf sie zukommenden Sachfragen (Besetzung auch anderer - und welcher? - Themen) zerstreiten, ja dann ...

Wie auch immer sie sich entwickeln werden, auch im Hinblick auf die Prohibition (ich hege keinerlei Illusionen): sie haben für ein wenig frischen Wind gesorgt, und das ist erfreulich.
« Zuletzt geändert: 08.06.09 um 11:48:52 von Quirinus »  
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Re: Die Grünen bei der Europawahl
Antwort #13 - 08.06.09 um 11:54:51
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Quirinus,

ich bin überzeugt davon, die Piraten sind im Moment diejenigen, die am nächsten dran an der Möglichkeit sind, für die Grünen zu einer Gefahr zu werden.
« Zuletzt geändert: 09.06.09 um 06:31:17 von xila »  

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Re: Die Grünen bei der Europawahl
Antwort #14 - 08.06.09 um 13:24:01
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Quote:
Die Grünen mittelfristig und dauerhaft unter die 5-Prozent-Hürde zu bringen, das ist ein Ziel, das ich unterstützen würde, wenn es auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit verfolgt wird und einigermaßen Erfolgsaussichten bietet. Dazu gehört aber auch eine Planung in längeren Zeiträumen als nur bis zur jeweils nächsten Wahl. Und Nach-Wahl-Depressionen sind meiner Meinung nach Luxus, weil sie niemanden weiterbringen.


seltsam, wo du überall nachwahldepressionen feststellen willst, offenbar ist dein analythischer blick gelegentlich getrübt.
mir geht es ganz genau um das selbe, nämlich die grünen so weit zu schwächen, dass sie nur noch am rande mitkläffen können. was mich erschreckt  hat, war exakt das, was auch pater peter schon beschrieben hat: dass grünwählen bei vielen menschen immer noch ein fluchtreflex hin zum vermeindlich guten ist, selbst wenn diese wählerschaft unter dem grünen gouvernantentum leidet. hier muss man viel stärker aufklären. genau das aber war mir bis gestern nicht in dem maße klar.

aber bevor ich damit anfange, geh ich in meine heulgruppe und flenn mich mal richtig aus - wenn du mir dafür deine stacheldrahtstützstrümpfe leihen würdest, macht es bestimmt noch viel mehr spaß  Zwinkernd
  

"Puritaner sollten zwei Feigenblätter vor den Augen tragen." (Stanislaw Lec)
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