Normales Thema Pfefferlendchen (Gelesen: 201 mal)
Gizeh
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Re: Pfefferlendchen
Antwort #9 - 20.02.10 um 06:17:33
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Stimmt.
Nun gut, wenn man sagt, dass die Definition einfacher Speisen nicht in der Zubereitungsart liegt sondern: als Mahlzeit, die „gewöhnlich als mittägliche oder abendliche Hauptmahlzeit eingenommen“ werden kann.
Ich gehe davon aus, dass sich eine Hauptmahlzeit dadurch definiert, dass sie aus einem Hauptbestandteil und Beilagen besteht.
Als Wirt würde ich also sofort meine Speisekarte ändern und nur noch kleine „Gerichte“  anbieten: ein Schälchen Pommes, ein kleiner Teller Gemüse, eine kleine Portion Filetchen – alles Preiswert, alles einfach.
Was dann der Gast daraus macht, dafür kann der Wirt nun ja wirklich nichts… Zwinkernd
« Zuletzt geändert: 20.02.10 um 06:19:26 von Gizeh »  

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StopferRonnie
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Re: Pfefferlendchen
Antwort #8 - 19.02.10 um 15:49:26
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Gizeh, wir sind beide irgendwie dem Irrtum aufgesessen, dass es sich um ein Mikrowellengericht handelte. Im Startpost hatte Flaudes lediglich gefragt, was in so einem Fall herausgekommen wäre. Ob die Wirtin nebenan einen richtigen Herd hat und die Speisen frisch kocht/brät, ist ja nicht zu erkennen.

Was offensichtlich auch nicht beachtet oder vom Anwalt der Beklagten nicht zu Felde geführt wurde, ist die Frage, welchen Anteil am Umsatz jeweils die Speisen und die Getränke haben. Die Darlegung der Zahlen hätten gezeigt, worauf die Gaststätte schwerpunktmäßig ausgerichtet ist.

Ich koche auch gern und weiß, welchen Aufwand viele "einfache" Gerichte bedeuten, ob Frikadellen oder ein Eintopf. Ein Schnitzel würzen, panieren und braten, Pommes im Backofen dazu, geht schneller. Das scheint aber nicht die Grundlage für den Begriff "einfache Gerichte" zu sein.

Deshalb sehe ich da noch sehr viel Klärungsbedarf. Ist ein Schnitzel Natur einfach, eines mit Zigeuner- oder Pilzsoße hingegen nicht? Ist ein fertiges Zigeunerschnitzel, das lediglich aufgewärmt wird, ein einfaches Gericht? Sind kalte Frikadellen einfach, in der Mikro erhitzte hingegen nicht?

Im Übrigen bleibt es jedem Gast in der Raucherkneipe unbenommen, sich von mir aus drei Frikadellen zu bestellen, wenn er hungrig ist. Muss der Wirt das Begehr dann ablehnen, weil der Getränkekonsum dann Nebensache ist?


Ronnie
  

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Gizeh
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Re: Pfefferlendchen
Antwort #7 - 18.02.10 um 17:52:31
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StopferRonnie schrieb on 18.02.10 um 10:50:44:
Auch in einem richtigen Speiselokal haben die Getränke einen nicht unerheblichen Anteil an den Einnahmen. Man muss sich nur mal die Spannen zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis ansehen. Das Essen bringt da viel weniger wegen der Abschreibung und den Betriebskosten der Küche und nicht zuletzt will auch der Koch, selbst in einem Landgasthof, anständig bezahlt werden.


Ich weiß, Ronnie, ich habe viele Jahre in der Gastronomie gearbeitet und meine Eltern hatten ein Lokal.
Aber jetzt betreibe ich mal Haarspalterei und gehe gedanklich die Schritte und Zeit durch, die es braucht um (als einfach anerkannte Speisen) Frikadellen herzustellen – oder ein paar Scheiben Filet anzubraten, Fertigsauce- und Gemüse dazu – ich muss sagen, Frikadellen sind aufwendiger herzustellen.
Fazit: Richter haben keine Ahnung und an Stelle der Wirt(in) würde ich Berufung einlegen.
  

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humboldt
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Re: Pfefferlendchen
Antwort #6 - 18.02.10 um 12:09:31
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StopferRonnie schrieb on 18.02.10 um 10:50:44:
Auch in einem richtigen Speiselokal haben die Getränke einen nicht unerheblichen Anteil an den Einnahmen. Man muss sich nur mal die Spannen zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis ansehen. Das Essen bringt da viel weniger wegen der Abschreibung und den Betriebskosten der Küche und nicht zuletzt will auch der Koch, selbst in einem Landgasthof, anständig bezahlt werden.

Daher kommen ja auch die rückläufigen Einnahmen. Während die Raucher früher noch auf einen Hieb geblieben sind, gehen sie heute nach dem Essen. Man kann aber auch beobachten, dass die Nichtraucher gleich nach dem Essen gehen, was früher so war und heute noch so ist.


So siehts aus ! Ab und zu komme ich nicht umhin mit meiner Frau (Nichtraucherin) mal schick auszugehen, seit Kurzem ist ja überall in besseren Restaurants Rauchverbot, und dann kommt es so wie Ronnie es beschrieb, wir gehen wenn wir fertig sind. Das zweite, dritte Glas Wein, den doppelten Espresso und der Grappa wird in einer netten Raucherlounge zu sich genommen, früher wären wir sitzengeblieben.

Für mich ist so ein Restaurantbesuch immer eine Überwindung, da es mittlerweile nicht mehr gemütlich ist. Ok, der Wirt hat vielleicht eine zweite oder auch dritte Schicht, für mich als Gast drängt sich allerdings der Eindruck einer "Massenabfertigung" auf.
  
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StopferRonnie
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Re: Pfefferlendchen
Antwort #5 - 18.02.10 um 10:50:44
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Auch in einem richtigen Speiselokal haben die Getränke einen nicht unerheblichen Anteil an den Einnahmen. Man muss sich nur mal die Spannen zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis ansehen. Das Essen bringt da viel weniger wegen der Abschreibung und den Betriebskosten der Küche und nicht zuletzt will auch der Koch, selbst in einem Landgasthof, anständig bezahlt werden.

Daher kommen ja auch die rückläufigen Einnahmen. Während die Raucher früher noch auf einen Hieb geblieben sind, gehen sie heute nach dem Essen. Man kann aber auch beobachten, dass die Nichtraucher gleich nach dem Essen gehen, was früher so war und heute noch so ist.
  

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Re: Pfefferlendchen
Antwort #4 - 17.02.10 um 17:50:29
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Manche Länder haben sogar in ihren Gesetzen festgeschrieben was einfache Speisen sind: kalte Frikadellen, Brezeln usw.

Von der ganzen, lächerlichen Argumentation abgesehen, halte ich ein Essen, dass man nur in der Mikro nur aufwärmt, für sehr einfach und ich kann es durchaus als „untergeordnete Nebenleistung“ deklarieren, wenn der Getränkeanteil den größeren Batzen bei den Einnahmen ausmacht.
« Zuletzt geändert: 17.02.10 um 17:50:43 von Gizeh »  

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StopferRonnie
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Re: Pfefferlendchen
Antwort #3 - 16.02.10 um 17:17:55
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Da wird aber die Größe der Portion völlig außer Acht gelassen. Für elfneunzig kann man da nicht viel erwarten, denn das zahlt man ja schon für ein einfaches Schnitzel! Also wird es doch eher ein Zwischenhappen für jemanden sein, der sich keinen trockenen Huober-Brezel nehmen will. Wo will man eigentlich den Begriff "einfache Speise" festmachen? Sind ein paar Schweinemedaillons, vielleicht noch mikrowellenfertig gekauft, aufwendiger als eine Schüssel Frikadellen zu braten?


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Re: Pfefferlendchen
Antwort #2 - 04.02.10 um 14:19:31
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Nein, nein. Es geht in diesem Fall doch gar nicht um den Schutz von Nichtrauchern!

Es geht vielmehr um den Schutz der Raucher vor der Illusion, sie seien „Staatsbürger wie andere auch“.

Das Urteil unterstreicht den Leitsatz „Wer rauchen will, soll gefälligst nicht auch noch essen wollen“
und damit den dem Gesetz immanenten SCHIKANECHARAKTER.

  

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Re: Pfefferlendchen
Antwort #1 - 04.02.10 um 14:02:01
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Logischer Fall. Die nichtvorhandenen Nichtraucher wurden ja schließlich durch den Passivgeruch des Pfefferlenchens schließlich massiv geschädigt.  Schon 1 Molekül des Lendchens ist tödlich.  Laut lachend Laut lachend
  

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Flaudes
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04.02.10 um 13:53:10
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Erstes Urteil zu einfach zubereiteten Speisen. Leider geht nicht aus dem Urteil hervor, wenn die Pfefferlendchen lediglich in der Mikrowelle aufgewärmt worden wären.http://rhein-zeitung.de/on/10/02/04/rlp/t/rzo669225.html unentschlossen
  
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