Normales Thema Danke für die Anregungen (Gelesen: 61 mal)
ChristophL
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Freier Rauch statt Rauchfrei!

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Re: Danke für die Anregungen
Antwort #1 - 11.03.10 um 14:41:42
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Quote:
Was mich beunruhigt sind die politischen undurchdachten Schnellschüsse.
Unverständlich für mich ist die Abschaffung von Raucherräumen die nur für Raucher eingerichtet wurden. Seien es die Raucherabteile in der Bahn, in öffentlichen Räumen, Gaststätten und Restaurants. Dieses hat in meinen Augen nichts mehr mit Nichtraucherschutz zu tun. Hier hätte der Gesetzgeber nicht so radikal eingreifen dürfen. Es hätte durchaus genügt für Raucherräume Auflagen zu schaffen, wie z.B.  technische Maßnahmen, (ausreichende Belüftung oder ggf. Richtwerte) und Regelungen im Jugendschutzgesetz. Solche Maßnahmen haben sich schon bewährt (Schallpegelgrenzer in Discos)


Der Gesetzgeber setzt die Agenda der Tabakkontrolle um. Und aus Sicht der Tabakkontrolle sind das alles keine Schnellschüsse oder gar undurchdachte Maßnahmen. "Nichtraucherschutz" ist und war immer eine Propagandavokabel. Ohne die Tabakkontrolle und ihre Vision von der tabakfreien Welt hätten wir keine gesellschaftliche Diskussion darüber, ob irgendwo geraucht werden darf oder nicht, sondern jeder würde das in seinem Bereich für sich bzw. die Betroffenen regeln.


Quote:
Um Nichtraucherschutz geht es schon lange nicht mehr.

Quote:
unsinnige Regelungen werden erdacht, [...] die im Grunde rein gar nichts mit Nichtraucherschutz zu tun haben


Nochmals: Der Tabakkontrolle geht es nicht um angeblichen Brandschutz durch Rauchverbote, nicht um angeblichen Umweltschutz durch Rauchverbote, nicht um angeblichen "Nichtraucherschutz" durch Rauchverbote. Rauchverbote sind ohnehin nur ein Teil des Arsenals. Wir haben doch schon seit Jahrzehnte offizielle Antirauch-Kampagnen*, immer heftigere Tabaksteuern, die die Raucher ausbluten und umerziehen sollen, Werbeverbote aller Art, angefangen von dem fürs Fernsehen vor Ewigkeiten usw. Die von dir angesprochenen Punkte sind nur kleine Stücke des Anti-Tabak-Puzzles.

*Dieses Forum gibt viele Anregungen, sich zu fragen, welche dieser Anti-Rauch-Propaganda man selbst (noch) glaubt.
Beispiele aus deinem Text:

Quote:
Rauchen ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht gesund, aber davon abgesehen ist dieses auch bei anderen Dingen der Fall. Alles was übertrieben wird, schlägt schnell ins Gegenteil um.


"Rauchen ist schlecht, aber..."

Um den gestern vor einem Jahr verstorbenen Gian Turci zu zitieren:

Quote:
[...]the antismoking gangs do not want:
[...]
• Smokers to become fully aware of the scientific frauds on active and passive smoke [...], but rather to recite the useless "smoking-is-badbut..." thus digging their own social grave.


Bestimmte Konsumformen des Tabakrauchens können bei bestimmter Dosis möglicherweise das Risiko bestimmter Krankheiten erhöhen - der genaue Zusammenhang mit anderen Faktoren, etwa der Genetik, muss noch erforscht werden. Umgekehrt trägt das Tabakrauchen bei dem, der es möchte, über die positiven Wirkungen des Genusses zur Gesundheit bei und ist möglicherweise auch an der Vermeidung von gewissen Krankheiten beteiligt.
So ist das sachlich korrekt. Daraus die Formulierung  "Rauchen ist ungesund" abzuleiten, ist unausgewogen.


Quote:
Die Schaffung von rauchfreien Orten halte ich persönlich für eine gute Maßnahme. Besonders an Stellen wo beide Gruppen unweigerlich zusammentreffen müssen. Das hat einfach alles eine gewisse Logik.


Es gibt aus Sicht vieler Verantwortlicher sicher eine gewisse Logik dafür, bestimmte Orte mit Rauch-, Kopftuch- oder Handyverbot zu belegen.
Aber das "unweigerliche Aufeinandertreffen" zweier Gruppen führt nicht dazu, dass eine dieser Gruppen ihren (angeblichen!) Willen anderen zur Gänze aufoktroyieren kann.
Beispiel: Wenn in einem Raum vor einem Stadtratssaal nichtrauchende und rauchende Stadtratsmitglieder stehen - beide gleichermaßen volksgewählt -, dann resultiert daraus nicht, dass die Nichtraucher auch rauchen müssten oder die Raucher nicht raucherndürften. Warum resultiert das daraus nicht? Weil Raucher nicht Menschen zweiter Klasse sind. Deshalb müssen sie sich den anderen nicht mehr anpassen, als sich diese ihnen. 
Anderes Beispiel: Ein Raucher und ein Nichtraucher sitzen eine Stunde lange zusammen, um etwas zu besprechen. Der Raucher möchte in dieser Zeit zwei Zigaretten rauchen, der Nichtraucher mag den Geruch nicht sonderlich und hätte lieber, das gar nicht geraucht wird während dieser Stunde. Wie trifft man sich in der Mitte? Der Raucher raucht eine Zigarette. Warum kann es sehr sinnvoll sein, sich in der Mitte treffen? Weil Raucher und Nichtraucher gleichberechtigt sind. Im ersten Beispiel ist es ja schon ein Entgegenkommen, wenn im Stadtratssaal selbst nicht mehr geraucht wird. Aber im Flur davor...

« Zuletzt geändert: 11.03.10 um 14:44:29 von ChristophL »  
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RaucherHB
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Danke für die Anregungen
07.03.10 um 20:34:18
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Bevor ich hier mitgelesen habe, hatte ich ein uneingeschränktes Vertrauen in Staat, Wissenschaft und Medien. Ich fühlte mich sicher. Der Staat wird mich schützen, die Medien werden mich richtig informieren, die Wissenschaft ist unabhängig. Meine Güte war ich naiv!
Angeregt durch einige Beiträge hier im Forum machte ich mich auf ins www und schaute mich mal genauer um. Ich bemühte mal die Suchmaschinen und ließ mir die Pressemeldungen zu bestimmten Themen herausfiltern. Als erstes fiel mir die Berichterstattung in den klassischen Medien auf. Nachdem ich fast wortgleiche Artikel in den unterschiedlichsten Zeitungen vorfand wurde ich stutzig. Ein solches „Copy and Paste“ hatte ich nicht erwartet. Erste Zweifel traten auf – dann habe ich tiefer gegraben, und landete auf anderen Webseiten. Dort fand ich seltsamerweise Beiträge , die ich eher in den vermeintlich unabhängigen großen Medien erwartet habe. Danach gewöhnte ich mir an auch mal verschiedene Meinungen zu vergleichen.
Das öffnete mir die Augen bei der Schweinegrippe, Klimaschutz, dem zunehmenden Gesundheitswahn und den daraus resultierenden Verboten und Maßnahmen.

Als Raucher betrachtete ich natürlich auch die Diskussion um  Nichtraucherschutz

Rauchen ist ohne Zweifel für den Einen ein Genuss, für den Anderen eine Belästigung. Rauchen ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht gesund, aber davon abgesehen ist dieses auch bei anderen Dingen der Fall. Alles was übertrieben wird, schlägt schnell ins Gegenteil um.
Ich habe durchaus Verständnis für Nichtraucher, die sich durch den Geruch belästigt fühlen, ich mag manche Dinge auch nicht.
Von daher könnte ich mich mit einem durchdachten Nichtraucherschutz anfreunden. Die Schaffung von rauchfreien Orten halte ich persönlich für eine gute Maßnahme. Besonders an Stellen wo beide Gruppen unweigerlich zusammentreffen müssen. Das hat einfach alles eine gewisse Logik. Aber dieses konnte und wurde ohnehin schon über das Hausrecht geregelt.

Was mich beunruhigt sind die politischen undurchdachten Schnellschüsse.
Unverständlich für mich ist die Abschaffung von Raucherräumen die nur für Raucher eingerichtet wurden. Seien es die Raucherabteile in der Bahn, in öffentlichen Räumen, Gaststätten und Restaurants. Dieses hat in meinen Augen nichts mehr mit Nichtraucherschutz zu tun. Hier hätte der Gesetzgeber nicht so radikal eingreifen dürfen. Es hätte durchaus genügt für Raucherräume Auflagen zu schaffen, wie z.B.  technische Maßnahmen, (ausreichende Belüftung oder ggf. Richtwerte) und Regelungen im Jugendschutzgesetz. Solche Maßnahmen haben sich schon bewährt (Schallpegelgrenzer in Discos)
Besorgniserregend für mich ist ein Eingriff in den privaten öffentlichen Bereich. Dieses grenzt schon an Enteignung. Hier hätte der Staat mit einer Anbringung von Warnhinweisen seinen Pflichten Genüge getan. Alles andere hätte der Markt geregelt. Jeder hätte die Möglichkeit gehabt sowohl Nichtraucher als auch Raucherkneipen zu betreiben/besuchen und beide Gruppen hätten ihre freie Entfaltung gehabt. Laut der Antifraktion wäre die Zielgruppe der Nichtraucher ohnehin viel größer. Es wundert mich wenn so eine große Marktlücke ungenutzt bleibt.
Die Aufgabe des Staates ist es Freiräume für möglicht viele zu schaffen. Minderheiten sollten darin auch Berücksichtigung finden und nicht unterdrückt werden.
Um Nichtraucherschutz geht es schon lange nicht mehr. Wenn ich mir betrachte wo diese ganzen Verbote hingeführt haben, wurde damit nicht das Geringste gewonnen. Das kann man auch ohne kostspielige Studien und Forschungen feststellen.
Das Ziel, den Tabakkonsum zu reduzieren wurde verfehlt. Der Konsum wurde nur an andere Orte verlagert, wo es noch möglich ist, in eiligst erschaffene, viel zu kleine Raucherräume oder in den privaten Bereich.
Das ganze hat inzwischen schon eine gewisse Eigendynamik erlangt. Völlig unsinnige Regelungen werden erdacht, wie Speise- und Tanzverbot in Raucherlokalen, die im Grunde rein gar nichts mit Nichtraucherschutz zu tun haben und eher einen gegenteiligen Effekt bewirken.
Schlimmer noch, ganze Bevölkerungsgruppen werden gegeneinander aufgehetzt.
Völlig merkwürdige Studien werden aus dem Hut gezaubert. Angeblich sinkt die Herzinfarktrate innerhalb kürzester Zeit nach Installation der Rauchverbote in der Gastronomie.
Hand aufs Herz, wer soll denn das bitte glauben? Wieviele Stunden seines Lebens verbringt man schon in Gaststätten? Der Tabakkonsum hat nicht abgenommen! Das soll jetzt einen solchen Effekt haben? Da kann doch was nicht stimmen.
Ich werde das Gefühl nicht los, die Politik ist nur auf schnelle Ergebnisse aus. Das geht natürlich am schnellsten und kostengünstig über Verbote. Hier wird schnelles Handeln vorgetäuscht, der Effekt ist bei näherer Betrachtung jedoch gleich null, oder schlägt ins gar ins Gegenteil um. Gerade bei der Jugend wird durch die Verbote ein neuer Reiz geschaffen. Es ist schon wieder cool wenn man über andere Quellen an die künstlich verknappten Ziggis kommt. Und wer will schon gerne zu den Spießern gehören?

Vieles wird auch durch die Medien gesteuert, die heutigen Politiker werden in unserer schnelllebigen Zeit durch sie unter Druck gesetzt.
Im Grunde wollen die Politiker im guten Licht stehen. Medien, und das durch sie aufgestachelte Volk erwarten schnelle Ergebnisse, da sieht es gut aus wenn man durch Verbote schnell mal ein Stopp Schild aufstellt. Man hat ja gehandelt, ob damit das Ziel erreicht wurde spielt dabei keine Rolle.
Wenn der Staat hinterher nochmals über die Steuern gut abkassieren kann, ist es ihm auch nicht unangenehm.
Das scheint übrigens eine neue Methode in Politik und Wirtschaft zu sein. Ängste schüren, ein schlechtes Gewissen einreden und dann kassieren.

Schweinegrippe -  Angst – Umsatzsteigerung der Pharma
Terror – Angst – Installation der Überwachung
Ernährung – schlechtes Gewissen – Abbitte durch Steuern
Rauchen – schlechtes Gewissen – Abbitte durch Steuern
Klima – schlechtes Gewissen und Angst – Abbitte durch Steuern
usw.
« Zuletzt geändert: 07.03.10 um 20:41:46 von RaucherHB »  

Verbote sind immer ein Zeichen von Hilflosigkeit!
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