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Sehr heißes Thema (mehr als 50 Antworten) ÖDP Hamburg startet Volksinitiative (Gelesen: 5.587 mal)
Christoph Suter
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #24 - 14.07.10 um 09:47:03
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Nachtrag für Tartaruga:

2006 hat eine Parlamentarierin (Stadtstaat Basel) der Evangelischen Volkspartei in einem Zeitungsbeitrag behauptet, wir Raucher seien für den Tod von Säuglingen in der Schweiz verantwortlich «SIDS» (plötzlicher Kindstod).

Zur selben Zeit hat die vom Iran unterstützte Terrororganisation Hizbollah erneut Videofilme gedreht, in welchen Juden muslimische Kinder schlachten, um mit deren Blut Matzót (ungesäuerte Brotfladen) zu backen.

Und so etwas findest Du «grotesk übertrieben» und schaltest als Zuhörer sofort ab?. Nun gut, das ist Dein Recht. Schlafe weiter (lAIla tow).


Bei dieser Gelegenheit gestatte ich mir, einen alten Beitrag von mir (altes Forum 2007) zur Erinnerung hier wieder einzustellen:

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“.

So die Devise des WHO Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle in Heidelberg

http://www.tabakkontrolle.de/pdf/AdWfP_Bildliche_Warnhinweise.pdf

Hut ab, vor dieser Organisation. Die versteht etwas von Propaganda. Da hätte „Onkel Klumpfuss“ noch etwas lernen können. Wer berät diese Organisation in Heidelberg eigentlich? Etwa die Hizbollah? Diese Vermutung drängt sich unweigerlich auf.

Man darf nämlich nicht dem Irrtum erliegen, die Schockbilder auf den Zigarettenpackungen - welche man demnächst einführen will - seien für die Raucher bestimmt. Weit gefehlt. Es geht da auch nicht darum, wie die WHO uns vorgaukelt, soziale Gruppen, die selten oder gar nicht lesen können, oder gar „aufklärungsresistenten gesellschaftlichen Gruppen“ (Zitat WHO/DKFZ) die Gefahren des Rauchens vor Augen zu führen. Nein - keineswegs. Diese Bilder haben Methode. Und zwar eine perverse und perfide Methode. Die WHO weiss, dass diese Bilder auch durch die Schaufenster der Tabakwarenläden zu sehen sind. Gezwungenermassen sehen die Bilder dann auch die Nichtraucher. Damit soll bei den Nichtrauchern Hass und Ekel gegen die Raucher erzeugt werden. Das Endziel der WHO ist ja schliesslich eine "tabakfreie Welt" - also eine raucherfreie Welt. Um zu diesem Ziel der Endlösung zu gelangen, müssen die Raucher erst einmal stigmatisiert und zu randständigen Ekelmenschen degradiert werden. Somit soll bei der nicht rauchenden Bevölkerung langsam eine Pogromstimmung gegen diese todbringenden Raucher - diesem Abschaum der Menschheit - erzeugt werden. Erst dann kommt man dem erklärten Ziel - der Endlösung - näher.    
 
Parallelen dazu gibt es heute schon. Die vom Iran unterstützte Hizbollah hat diese Methode  schon lange entdeckt. Man will ja schliesslich den Staat Israel vernichten und die Israelis ins Meer treiben. Um die Anhänger aufzustacheln produziert man Videofilme, in welchen Juden kleine Muslime abschlachten, um mit deren Blut Matzót (ungesäuerte Brotfladen) zu backen.   
   
Oder man dreht einen abendfüllenden Spielfilm im Stil des Films "Zahras Blaue Augen", den der staatliche iranische TV-Kanal Sahar-1 ausstrahlte. Darin lässt ein fiktiver israelischer Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten namens Yitzhak Cohen palästinensische Kinder entführen, um ihnen Organe zu entnehmen. Die blauen Augen des palästinensischen Mädchens Zahra, sind für Cohens blinden Sohn bestimmt.   

Quelle: http://www.nahost-politik.de/iran/sahar.htm

Erst wenn die Saat des Hasses und der Verachtung gegenüber den Rauchern aufgeht, kann man sich um die Rauchern auch „persönlich“ kümmern. Dann besteht auch ein Konsens in der Mehrheit der Bevölkerung für ein brachiales Vorgehen.

Das alles im 21. Jahrhundert und finanziert mit Steuergeldern.

Es soll mir in ein paar Jahren niemand erzählen: „Wir wussten nichts davon.“ Ganz besonders nicht Frau Dr. med. Martina Pötschke-Langer (und Prof. Keil).

Wer jetzt noch schläft, nicht wachsam ist und keine Zivilcourage hat, der hat bereits verloren.
  
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Christoph Suter
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #23 - 14.07.10 um 08:21:57
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Tartaruga schrieb on 14.07.10 um 07:48:05:
Liebe Leute, ich habe mich kürzlich mit einem Freund über den bayrischen Volksentscheid unterhalten. Er meinte, die Antis wären wesentlich besser rübergekommen, weil sie sachlich argumentiert hätten. Nun, das ist eine Meinung – sie muß nicht stimmen. Aber ehrlich gesagt: wenn ich höre, es ginge „um die Ausrottung der Raucher“ oder um „Zwangssterilisation“, um „physische Vernichtung“ finde ich das so grotesk übertrieben, dass ich als normaler Zuhörer sofort abschalten würde. Ich glaube, dass die Antis teilweise sehr unsachlich argumentieren, indem sie Gefahren z.B. durch Passivrauch unglaublich übertreiben und Panik verbreiten. Das aufzuklären scheint mir sinnvoller als selbst Panik zu erzeugen.
Viele Grüsse,
Tartaruga

Liebe(r) Tartaruga

Um es mit Deinen Worten zu sagen: «Nun, das ist eine Meinung – sie muß nicht stimmen.»

Ich will jeden Morgen in den Spiegel schauen und zu mir sagen können: «Du hast wenigstens versucht, die Menschen wachzurütteln.»

Die «Weisse Rose» hat auch versucht, sachlich aufzuklären. Weit ist sie damit nicht gekommen.

Wenn die Antitabakfaschisten die Bevölkerung gegen die Raucher aufhetzt, dann ist es höchste Zeit zu reagieren. «Davon haben wir nichts gewusst.» zieht dann nicht mehr.

Bitte entschuldige, wenn ich als Bürger des Stadtstaates Basler und  der Schweizerischen Eidgenossenschaft einen etwas differenzierteren Blich auf die Vergangenheit habe.
« Zuletzt geändert: 14.07.10 um 08:25:17 von Christoph Suter »  
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Tartaruga
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Hallo

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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #22 - 14.07.10 um 07:48:05
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Liebe Leute, ich habe mich kürzlich mit einem Freund über den bayrischen Volksentscheid unterhalten. Er meinte, die Antis wären wesentlich besser rübergekommen, weil sie sachlich argumentiert hätten. Nun, das ist eine Meinung – sie muß nicht stimmen. Aber ehrlich gesagt: wenn ich höre, es ginge „um die Ausrottung der Raucher“ oder um „Zwangssterilisation“, um „physische Vernichtung“ finde ich das so grotesk übertrieben, dass ich als normaler Zuhörer sofort abschalten würde. Ich glaube, dass die Antis teilweise sehr unsachlich argumentieren, indem sie Gefahren z.B. durch Passivrauch unglaublich übertreiben und Panik verbreiten. Das aufzuklären scheint mir sinnvoller als selbst Panik zu erzeugen.
Viele Grüsse,
Tartaruga
  
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Christoph Suter
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #21 - 14.07.10 um 07:19:38
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ChristophL schrieb on 13.07.10 um 23:07:00:
Es geht um die AUSROTTUNG der Raucher.

Da das Bundesamt für Gesundheit der Schweizerischen Eidgenossenschaft  den Tabak auf dieselbe Stufe wie Heroin stellt, besteht die Gefahr, dass man die Zwangssterilisation als «letzten Ausweg» sehen könnte.

Gewisse beunruhigende Ansätze dazu gibt es bereits:

http://www.nrc.nl/international/Features/article2251634.ece/Should_drug-addicted...

T4 reloaded.

WEHRET DEN ANFÄNGEN!
  
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Wettereule
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Am Anfang waren .....
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #20 - 14.07.10 um 07:03:10
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ChristophL schrieb on 13.07.10 um 23:07:00:
Das halte ich für einen gefährlichen Irrtum. [...]
Es geht um die AUSROTTUNG der Raucher. [...]
Und vor der physischen Vernichtung steht ganz oft die der wirtschaftlichen Existenz, wie wir sie bei Kneipenwirten haben, aber wie sie als langsamer Prozess auch durch die schlachtende Tabaksteuer erfolgt.
Nicht unähnlich den Enteignungen und Sondersteuern für Juden im Dritten Reich.
Es ist auch nur eine Frage der Zeit, bis irgendwo auf der Welt die Zwangseinweisungen in "Entwöhnungskliniken" erfolgen werden, wo Raucher reinkommen sollen, aber keine Raucher wieder raus.


Trefflichst auf den Punkt gebracht! Danke Christoph.

Dem ist nur noch hinzuzufügen, dass bekanntlich auch die Judenverfolgung nicht von jetzt auf gleich zur Ermordung der Betroffenen geführt hat, sondern dass dem zunächst ein langsamer, schleichender Prozess des organisierten Mobbings - angefangen bei "kleinen" Diskriminierungen und entwürdigenden Ausgrenzungen aus dem gesellschaftlichen Leben über massive Hass- und Hetzpropaganda hinweg bis hin zur Anstiftung zu materiell-existenziell-vernichtender und schließlich dann auch körperlicher Gewalt - vorausging. Erst dann, nach einer länger währenden Phase der "Gewöhnung" an seine Hassparolen zeigte der Nazi-Faschismus letztlich auch seine wirkliche Fratze!

Und heute sind wir was den gesellschaftlichen Umgang mit Rauchern anbetrifft längst dort angelangt, wo auch die Nazis zu Beginn ihrer Volksverhetzungskampagnen einst standen.

Klar, die Gesundheitsreligioten wollen diese Art von Klartext nicht lesen und sträuben sich mit Händen und Füßen gegen die unumwundene Benennung ihres Treibens als das was es ist: Die Wiederbelebung von Faschismus in neuem Gewand!

ICH für meinen Teil werde mir nun jedenfalls nicht auch noch verbieten zu lassen, das Treiben dieser Leute klar als das zu benennen, was es ist.

Wehret den Anfängen!

Jürgen
« Zuletzt geändert: 29.12.14 um 13:40:29 von Javaanse »  

Nicht woher der Wind weht, sondern wie man die Segel setzt, darauf kommts an.
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ChristophL
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Freier Rauch statt Rauchfrei!

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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #19 - 13.07.10 um 23:07:00
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Tartaruga schrieb on 13.07.10 um 14:57:27:
Die Konsequenzen von Antisemitismus undProhibitionspolitik sind meines Erachtens aber tatsächlich unvergleichlich. Selbst in Kalifornien werden Raucher nicht in Konzentrationslager gesperrt. Und meines Wissen ist auch im Iran noch niemand wegen Alkoholtrinkens zum Tode verurteilt worden. Wegen einer liebgewordenen Gewohnheit vor die Tür gesetzt zu werden ist ärgerlich und unverschämt und man sollte sich dagegen wehren. Aber wegen einer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit umgebracht zu werden ist etwas ganz anderes.


Das halte ich für einen gefährlichen Irrtum. Ob jemand "vor die Tür" muss, ist nun wirklich eine Verharmlosung der ganzen Chose. Auch wenn auch das von existenzieller Bedeutung sein kann, wie der beim Rauchen draußen erfrorene Altersheimbewohner in Kanada.
Es geht um eine "tabakfreie Welt", d.h. eine OHNE AUCH NUR EINEN TABAKKONSUMENTEN. Es geht um die AUSROTTUNG der Raucher. Dass diese nach den Idealvorstellungen der Antis ohne bewusste Tötung von Personen von statten gehen könnte, spielt dabei keine Rolle. In der Vergangenheit hat es sehr wohl auch staatliche Ermordungen von Rauchern gegeben, etwa im Osmanischen Reich. Nicht von nachhaltigem Erfolg gekrönt, glücklicherweise. Hinzu tritt der Nocebo-Effekt, also viele Todesfälle bei Rauchern, die die Antis auf ihrem Gewissen haben.
Und vor der physischen Vernichtung steht ganz oft die der wirtschaftlichen Existenz, wie wir sie bei Kneipenwirten haben, aber wie sie als langsamer Prozess auch durch die schlachtende Tabaksteuer erfolgt. (Ich erwähnte unlängst mal die australische Raucherin, die ihren Kühlschrank verkaufen musste.) Nicht unähnlich den Enteignungen und Sondersteuern für Juden im Dritten Reich.
Es ist auch nur eine Frage der Zeit, bis irgendwo auf der Welt die Zwangseinweisungen in "Entwöhnungskliniken" erfolgen werden, wo Raucher reinkommen sollen, aber keine Raucher wieder raus.

  
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Zora
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fumar es un placer

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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #18 - 13.07.10 um 22:36:41
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da möchte ich noch den gern gesagten satz: '"ich habe nichts gegen raucher, wenn sie nicht in meiner gegenwart rauchen!" beisteuern.
  

"Puritaner sollten zwei Feigenblätter vor den Augen tragen." (Stanislaw Lec)
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xila
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... hat meistens recht
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #17 - 13.07.10 um 19:28:14
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Es funktioniert schon längst in vielen Teilbereichen. Wer nimmt denn noch Anstoß an der ungeheuerlichen Wortwahl, in die sich die Medien teilweise versteigen?

Ein weiteres Beispiel ist das Wort "Rauchfrei". Wem kommt diese Vokabel denn noch seltsam vor? Wer merkt überhaupt noch, wie manipulativ sie ist?

Siehe auch hier: http://www.nein-beim-volksentscheid.de/wp/archives/694

Die letzten beiden Absätze.

  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
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Quirinus
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #16 - 13.07.10 um 19:18:03
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Liebe(r) Tartaruga,

um Mißverständnissen vorzubeugen, da ja viel Internetnutzer keine Lust haben, ganze Threads zu lesen: 

Quote:
Selbst in Kalifornien werden Raucher nicht in Konzentrationslager gesperrt. Und meines Wissen ist auch im Iran noch niemand wegen Alkoholtrinkens zum Tode verurteilt worden. Wegen einer liebgewordenen Gewohnheit vor die Tür gesetzt zu werden ist ärgerlich und unverschämt und man sollte sich dagegen wehren. Aber wegen einer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit umgebracht zu werden ist etwas ganz anderes.


Sicherlich. Und ich habe auch nirgendwo etwas anderes behauptet.

Eines jedoch muß ich noch einmal betonen: daß es höchst bedenklich wäre, würden in Verruf geratene Minderheiten ihre Argumentation stets darauf beschränken, was zu sagen ihnen die tatsächliche oder auch nur vermeintliche Mehrheit erlaubt. Denn das Ziel aller Fanatiker besteht immer zunächst darin, ihre Gegner mundtot zu machen. Und wenn wir, um die Antis nur ja nicht zu reizen, sogar an dieser Stelle auf unser grundgesetzlich garantiertes Recht auf freie Meinungsäußerung verzichten, dann werden die Antis danach trachten, auch innerhalb der Sprache immer mehr Tabuzonen zu schaffen, bis wir uns, weil das Wort "Raucher" zum Unwort geworden ist, in vorauseilendem Gehorsam selbst als "Qualmspacken" oder "Stinker" bezeichnen. Das mag in deinen Ohren übertrieben klingen; doch Mobbing funktioniert nun einmal genauso.

Trotzdem einen schönen Abend noch:
Quirinus.

« Zuletzt geändert: 13.07.10 um 19:18:43 von Quirinus »  
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Destruktor
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #15 - 13.07.10 um 16:08:09
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Tartaruga schrieb on 13.07.10 um 14:57:27:
Lieber Quirinius, ich finde, dass Thema braucht hier im Forum nicht abschließend geklärt zu werden. Ich bin nicht der Meinung, dass die Judenvernichtung einmalig und historisch völlig unvergleichbar sei, wie von jüdischen Organisationen immer wieder behauptet. Die Ausrottung der Indianer und überhaupt der Kolonialismus waren ähnlich brutal. Dass die Propaganda gegen Raucher  in einigen, seltenen Fällen Erinnerungen an Antisemitismus weckt gebe ich gerne zu. Irgendeine Schule hat ja mal rauchende Schüler mit speziellen Buttons ausgestattet, damit sich die Mitschüler fern halten können und nicht von den Giftstoffen aus der Kleidung der Raucher gefährdet werden. Aber das haben sie schnell wieder aufgegeben.

Die Konsequenzen von Antisemitismus und  Prohibitionspolitik sind meines Erachtens aber tatsächlich unvergleichlich. Selbst in Kalifornien werden Raucher nicht in Konzentrationslager gesperrt. Und meines Wissen ist auch im Iran noch niemand wegen Alkoholtrinkens zum Tode verurteilt worden. Wegen einer liebgewordenen Gewohnheit vor die Tür gesetzt zu werden ist ärgerlich und unverschämt und man sollte sich dagegen wehren. Aber wegen einer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit umgebracht zu werden ist etwas ganz anderes.

Ich glaube, wenn man in einer öffentlichen Versammlung Raucherhetze mit Antisemitismus vergleicht, wird genau das passieren, was hier im Forum passiert ist: es findet eine lange Debatte statt, ob dieser Vergleich zulässig ist. (In diese Falle laufen die Palästinenserorganisationen regelmäßig.) Und da der Vergleich zumindest ausgesprochen zweifelhaft ist, finde ich das nicht besonders geschickt. Wir haben bessere Argumente.

Viele Grüße,
Tartaruga







Sehe ich auch so.

In manchen Fällen - zum Beispiel bei den gelben Raucher - Quadraten bei der deutschen Bahn - sind die Parallelen jedoch offensichtlich und sollten dann auch angeprangert werden.
  
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Tartaruga
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Hallo

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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #14 - 13.07.10 um 14:57:27
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Lieber Quirinius, ich finde, dass Thema braucht hier im Forum nicht abschließend geklärt zu werden. Ich bin nicht der Meinung, dass die Judenvernichtung einmalig und historisch völlig unvergleichbar sei, wie von jüdischen Organisationen immer wieder behauptet. Die Ausrottung der Indianer und überhaupt der Kolonialismus waren ähnlich brutal. Dass die Propaganda gegen Raucher  in einigen, seltenen Fällen Erinnerungen an Antisemitismus weckt gebe ich gerne zu. Irgendeine Schule hat ja mal rauchende Schüler mit speziellen Buttons ausgestattet, damit sich die Mitschüler fern halten können und nicht von den Giftstoffen aus der Kleidung der Raucher gefährdet werden. Aber das haben sie schnell wieder aufgegeben.

Die Konsequenzen von Antisemitismus und  Prohibitionspolitik sind meines Erachtens aber tatsächlich unvergleichlich. Selbst in Kalifornien werden Raucher nicht in Konzentrationslager gesperrt. Und meines Wissen ist auch im Iran noch niemand wegen Alkoholtrinkens zum Tode verurteilt worden. Wegen einer liebgewordenen Gewohnheit vor die Tür gesetzt zu werden ist ärgerlich und unverschämt und man sollte sich dagegen wehren. Aber wegen einer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit umgebracht zu werden ist etwas ganz anderes.

Ich glaube, wenn man in einer öffentlichen Versammlung Raucherhetze mit Antisemitismus vergleicht, wird genau das passieren, was hier im Forum passiert ist: es findet eine lange Debatte statt, ob dieser Vergleich zulässig ist. (In diese Falle laufen die Palästinenserorganisationen regelmäßig.) Und da der Vergleich zumindest ausgesprochen zweifelhaft ist, finde ich das nicht besonders geschickt. Wir haben bessere Argumente.

Viele Grüße,
Tartaruga
  
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #13 - 13.07.10 um 11:09:41
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Zora schrieb on 13.07.10 um 09:37:36:
...von einem irakischen freund hatte ich ein sehr schönes arabische lied gelernt. bei meinen versuchen, die sprache auszuloten, bin ich offenbar phonetisch in die hebräische richtung geraten....

Kein Wunder. Denn ohne die protosemitische Schrift, ca. 1'350 Jahre vor der Zeit (d.h. vor Christus) und die Sprache der Hebräer, gäbe kein Arabisch. Die heute bekannte hebräische Schrift entstand ca. 950 Jahre vor der Zeit (also vor Christus).

Einige Beispiele:

Tag =      Yom (hebr.)      Yam (arab.)

Licht = Or (hebr.)      Nur (arab.)

Haus = Beit (hebr.) Bait (arab.)

Noah = Noach (hebr.) Nuch (arab.)

Moses = Moshe (hebr.) Musa (arab.)

Maria ) ) = Miriam (hebr.) Mariam (arab.)

Friede = Shalom (hebr.) Salaam (arab.)

uns last bur not least

Samstag heisst auf Arabisch "Yam as'Sabbat"

In diesem Sinne

Shalom Aleichem
as-salāmu alaikum

Friede mit (auf) Euch!

PS. Schön wäre es, wenn dies auch die Antis beherzigen würden.  Smiley



  
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Mr.Marple
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #12 - 13.07.10 um 10:24:26
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Quote:
"Du Jude, Du Opfer"
Schimpfwörter in der Jugendsprache


Das kann ich nur bestätigen. Am häufigsten höre ich bei den 10- bis 16-jährigen der Unterschicht "Opfer", "Behinderter" und "Mißgeburt" als Schimpfwort.

Antisemitisch, oder ausländerfeindlich ist der Hintergrund dieses Wortgebrauchs nicht. Es spiegelt eher die Tendenz wieder, dass in manchen jugendlichen Kreisen die Opferrolle, das "schwächer sein", als etwas unehrenhaftes, beleidigendes empfunden wird.

Jemand, der der Hilfe anderer bedarf, ist in dieser Gesellschaft nicht mehr bemitleidenswert, sondern abstoßend. Ich denke, dass das durchaus auch die früchte unserer Leistungsgesellschaft sind; in Bewerbungsgesprächen keine Schwächen zu offenbaren, das immer wieder betonte "Selbstbewusstsein" in Talkshows, und die unrühmliche Rolle des Opfers in Täter-Opfer-Ausgleichen.

Auf den Nenner gebracht:
In manchen Kreisen der heutigen Jugend gilt die Opferrolle bzw. die Rolle des Schwächeren als uncool, die des Aggressors als cool.
Das ist auch der Grund, warum Anti-Raucher-Kampagnen, die das Passivrauchen thematisieren, dort keinen Anklang finden. Alles hat auch seine gute Seite.
Jedoch haben die Antis gute Karten bei diesen jugendlichen, wenn sie selbst als Aggressor auftreten, wie z.B. beim bayerischen Volksbegehren. Wer arme, hilfsbedürftige Raucher aus ihren letzten refugien verteiben will, der hat diese Gruppe von jungen Leuten schnell auf seiner Seite, wenn er als eben dieser Aggressor und Vernichter des Status Quo auftritt. Mit Argumenten, Aufklärungsarbeit etc. erreicht man dahingegen überhaupt nichts.

Gruß, Mr.Marple
« Zuletzt geändert: 13.07.10 um 10:27:37 von Mr.Marple »  

Ich habe noch nie gehört, dass einer seine Frau verprügelt hat, weil er zuviel geraucht hatte.
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #11 - 13.07.10 um 09:37:36
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was hier schon oft und richtig geschrieben wurde, jetzt u.a. auch wieder von sargnagel, habe ich ebenfalls festgestellt: es gibt ganz bestimmte, ungute reflexe, die das denken vernageln. das zeigt sich nicht nur bei den oben zitierten viehwagons, sondern auch bei den reizworten "führer" oder "faschismus". dabei ist es ganz egal, dass frankenberger stadtführer in österreich und schriftführer für die deutsch-österreichische gesellschaft ist und es das wort faschismus schon einige jahrhunderte gab, bevor in braunau ein gewisser adolf schickelgruber geboren wurde.
nicht nur quirinus hatte schon an anderer stelle darauf hingewiesen, dass es fatal ist, sich DEN faschisten ausschließlich mit seitenscheitel und briefmarkenbärtchen vorzustellen.
der sehr interessante beitrag im deutschlandradio im post von quirinus macht aber auch noch auf eine zusätzliche misere aufmerksam:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/785390/

Quote:
"Du Jude, Du Opfer"
Schimpfwörter in der Jugendsprache
Von Blanka Weber
Früher waren es Schimpfwörter wie "Deppen", "Dumme" oder "Blöde", mit denen sich Jugendliche gegenseitig beleidigten. Heutzutage sind auf deutschen Schulhöfen auch Worte wie "Du Jude" oder "Du Opfer" zu hören. - Experten sehen in diesem Trend keine Form des klassischen Antisemitismus, Grund zur Entwarnung gibt es dennoch nicht.


die misere, von der ich spreche, wird in dem beitrag nicht angesprochen, zumindest nicht im pressetext und genau das ist die krux. da ich selbst gegenüber einer grundschule (!) wohne, höre ich das wort "jude" als schimpfwort auch immer wieder, genauso wie "schwuler" - "hey, bist du schwul, alter!" ist eine absolut gängige rüffelung unter den schülern. der ausländeranteil (vor allem aus islamischen ländern) an dieser schule lag vor drei jahren weit über 60% und ich denke, daran hat sich nicht allzuviel geändert, weil dies nun mal ein sog. multikultiviertel ist. daraus entstehen ganz eigene probleme, unter anderem die im deutschlandradio beklagten. wer diesen problemen blauäugig begegnet, tut sich keinen gefallen.

zwei beispiele dazu: von einem irakischen freund hatte ich ein sehr schönes arabische lied gelernt. bei meinen versuchen, die sprache auszuloten, bin ich offenbar phonetisch in die hebräische richtung geraten - ein gigantischer streit war die folge.

beispiel zwei: vor einigen jahren noch unter der g.w. bush-regierung richtete die mosche im viertel eine demonstration gegen den jüdischen staat aus. ein langer zug verschleierter frauen und islamisch traditionell gekleideter männer trug schilder mit aufschriften wie "nieder mit dem staat israel". es erübrigt sich eigentlich zu schreiben, dass es keine gegendemonstration gab.
zwischen dem reflex, die eigene nationalsozialistische vergangenheit auf kundgebungen der neonazis durch gegendemonstrationen zu verarbeiten und der angst als ausländerfeindlich dazustehen war offenbar keine bewegung mehr möglich, man erstarrte bei der frage, auf welche weise man denn lieber zum neonazi werden wollte.
diese geschichte kommt mir oft in den sinn, wenn ich über die gründe der raucherhatz nachdenke, auch wenn sie nur exemplarisch für die suche nach einem politisch korrekten sündenbock steht.
  

"Puritaner sollten zwei Feigenblätter vor den Augen tragen." (Stanislaw Lec)
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sargnagel
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #10 - 13.07.10 um 07:55:11
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Quote:
Die reibt sich wahrscheinlich noch schlaftrunken die Augen, wenn sie in die bereitstehenden Viehwagen taumelt.

>>
Quote:
Der Vergleich mit den Juden wird in vielen Foren kritisiert.

?
Vorab: Da ich auch weiterhin vergleichbare Sachen hemmungslos miteinander zu vergleichen gedenke, hatte ich eigentlich nicht vor, zum Thema
„Unvergleichliches“ Stellung zu nehmen. Und die Konnotation des Viehwagens war ja auch durchaus bewusst in Kauf genommen…

Aber ein Automatismus ist interessant: Wo im obigen Zitat ist vom III. Reich, dem Holocaust oder dem II. Weltkrieg die Rede?
Alle haben’s einfach stillschweigend ergänzt!

Als seit Mitte des 19. Jahrhunderts zur Verfügung stehende Technologie ist die Bahn schon deutlich vor Schicklgruber et al. zur Verschiebung
unliebsamen Menschenmaterials benutzt worden, ob das jetzt konföderierte Kriegsgefangene nach Elmira, Dekabristen nach Sibirien, Buren ins Lager oder Sowjetbürger ins Gulag
waren…

Beste Grüße - sargnagel
« Zuletzt geändert: 13.07.10 um 07:57:14 von sargnagel »  

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