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Sehr heißes Thema (mehr als 50 Antworten) ÖDP Hamburg startet Volksinitiative (Gelesen: 5.562 mal)
Gizeh
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be happy

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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #84 - 24.07.10 um 08:18:45
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perle schrieb on 24.07.10 um 07:20:51:
Gizeh schrieb on 24.07.10 um 06:57:50:
Frage: was wiegt (in etwa) eine Maus?
Antwort: 2-3 Kilo

Frage: wogegen sollten Tiere geimpft werden?
Antwort: Neurodermitis


sag' bitte, daß du dich vertan hast, und du eigentlich die rubrik "nur witze" ansteuern wolltest.


Nein, leider nicht - es gab noch viel mehr Hämmer, die mir allerdings nicht mehr einfallen...
« Zuletzt geändert: 24.07.10 um 08:19:25 von Gizeh »  

Der Kultivierte bedauert nie einen Genuss. Das Unkultivierte weiß überhaupt nicht, was ein Genuss ist. (Oscar Wilde)
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perle
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #83 - 24.07.10 um 07:20:51
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Gizeh schrieb on 24.07.10 um 06:57:50:
Frage: was wiegt (in etwa) eine Maus?
Antwort: 2-3 Kilo

Frage: wogegen sollten Tiere geimpft werden?
Antwort: Neurodermitis


sag' bitte, daß du dich vertan hast, und du eigentlich die rubrik "nur witze" ansteuern wolltest.
  

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Gizeh
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be happy

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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #82 - 24.07.10 um 06:57:50
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Fragen an zukünftige Tierpfleger:

Frage: was wiegt (in etwa) eine Maus?
Antwort: 2-3 Kilo

Frage: wogegen sollten Tiere geimpft werden?
Antwort: Neurodermitis
  

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perle
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #81 - 24.07.10 um 06:31:34
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Quirinus schrieb on 23.07.10 um 23:54:52:
Und die Leidtragenden dieser Zustände sind (abgesehen von den Lehrern) stets die sozial kompetenteren und/oder begabteren Schüler.


also ich denke mal, alle schüler sind die leidtragenden, weil seit jahrzehnten (als ich die schule in den 70er verließ), jedes jahr aufs neue die schule "reformiert" wird.

das schlimme ist, die meisten kinder freuen sich darauf in die schule zu gehen, um lesen, schreiben und rechnen lernen zu können. diese freude wird ihnen aber oft genug nach kürzester zeit regelrecht ausgetrieben.

manchmal habe ich den eindruck, man wolle bewußt eine größere autonomie der kinder unterdrücken, die sie erreichen, wenn man eben selbst lesen, schreiben und rechnen kann.

vielleicht sind die kinder deshalb auch oft aggressiv oder lethargisch, weil man sie unter ihr persönliches leistungsvermögen drückt, und sie von anfang nicht über-sondern unterfordert.
  

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Quirinus
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #80 - 23.07.10 um 23:54:52
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@Mr.Marple:

Von mir ebenfalls 100%ige Zustimmung sowie dies:

1. Aus eigener Unterrichtserfahrung mit jungen Erwachsenen (darunter ehemalige Hauptschüler sowie Realschüler ohne Abschluß) kann ich bestätigen, daß heutzutage eine Vielzahl von Schülern die Schule verläßt, ohne jemals richtig lesen und schreiben gelernt zu haben. Dies gilt für Schüler unterschiedlicher Herkunft und auch für Schüler aus nichtakademischen deutschen Mittelschichtsfamilien.

2. Vor ca. zwei Wochen begegnete mir eine ca. 60jährige Gesamtschullehrerin aus dem Bremer Umland, die ich fragte, was die Schüler heutzutage eigentlich noch lernten. "Nichts!" sagte sie. "Wir machen ein bißchen Stillsitzen. Das ist eigentlich schon alles. Wir entlassen viele Schüler, die weder richtig lesen noch schreiben können."

3. Wenige Tage später begegnete mir eine Sozialarbeiterin, der wiederum gerade von einer Lehrerin erzählt worden war, viele Schüler würden durch die Schule geschleust, weil mit einer Nichtversetzung (von dem Ärger gerade mit ambitionierten Mittelschichtseltern abgesehen) inzwischen ein so ungeheurer Verwaltungsaufwand verbunden sei, daß kaum ein Lehrer den Papierkram zeitlich noch bewältigen könne.

4. Gestern abend erzählte mir eine junge Gesamtschullehrerin das gleiche.

Mit wem ich auch spreche, ob über die Verhältnisse an städtischen oder ländlichen Schulen - von allen höre ich schon seit Jahren die gleichen Geschichten, die ich wiederum aus meinen Erfahrungen bestätigen kann. Auch für den Unterricht mit jungen Erwachsenen - soweit ich ihn erlebt habe - gilt ganz unabhängig von der Person des jeweiligen Lehrers:

Quote:
Ein Hauptteil der Zeit, die eigentlich zum Unterricht aufgewendet werden sollte, besteht darin, die Kinder zu beruhigen, zu bändigen und zu ermahnen.


Und die Leidtragenden dieser Zustände sind (abgesehen von den Lehrern) stets die sozial kompetenteren und/oder begabteren Schüler. 

« Zuletzt geändert: 23.07.10 um 23:56:18 von Quirinus »  
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perle
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #79 - 23.07.10 um 19:14:50
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Ja, auch von mir volle zustimmung, mr. marple. meine tochter ist 1986 in kreuzberg eingeschult worden, und da ging es gerade noch so. obwohl ich schon reichlich zu tun hatte, am feierabend nach der arbeit dem kind beizubringen, daß man "und" schreibt und nicht "unt", nur weil die lehrerin das nicht als fehler angestrichen hat.

hat jedenfalls spuren hinterlassen, mein enkel geht jetzt in einem bürgerlicheren bezirk zur schule.

  

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Matrix
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In tyrannos!

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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #78 - 23.07.10 um 16:27:34
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Volle Zustimmung, Mr. Marple. Vor allem im städtischen Bereich ist es genauso.
LG
M
  

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Mr.Marple
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #77 - 23.07.10 um 15:00:47
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xila schrieb on 19.07.10 um 16:08:23:
Die Grundschulzeit zerfällt - wie jeder weiß, der schon einmal ein Kind durch die Grundschule gebracht hat - in zwei Zweijahreszeiträume. Im ersten dominiert das "spielerische Heranführen" an "spannende Themen",....


Ja, leider. Und Gott allein weiß, warum.

Als ich 1986 in die erste Klasse kam, wurden bereits in der ersten Woche Buchstaben gelernt, Leseversuche unternommen, und fünf Wochen später ging´s los mit Mathematik, Zählen und einfache Addition.
Spiel und Spaß waren auch dabei, aber zu bestimmten Zeiten (so wurde z.B. von 8.00 bis 8.15 gemeinsam gesungen). Danach wurde gearbeitet.

Die heutige Spiel-Grundschule, wo alle herumrennen, schreien, nach "Gehör" schreiben und keine Fehler angerechnet bekommen, ist ein Hauptproblem unseres gesamten Schulsystems. Aber leider werden die 1. und 2. Klasse größtenteils so verbracht, da mit den Schulklassen von heute ein gesittetes Arbeiten gar nicht möglich ist.

Hab mich erst letzte Woche mit zwei befreundeten Grundschullehrerinnen getroffen - die eine ist seit 5 Jahren im Dienst, die andere seit 30 Jahren. Beide bestätigten, dass in der ersten Klasse ein Großteil der Kinder kein Wort Deutsch spricht, ein weiterer großteil ist in keinster Hinsicht erzogen.

Früher brachten die Eltern erzogene 6-Jährige in die Schule, damit sie dort unterrichtet werden.
Heute werden häufig Kinder mit massiven Problemen bei Sozialen Kontakten in die Schule gebracht, mit der Erwartung, dass sie dort erzogen UND unterrichtet werden. Ein Hauptteil der Zeit, die eigentlich zum Unterricht aufgewendet werden sollte, besteht darin, die Kinder zu beruhigen, zu bändigen und zu ermahnen.

Eine 6-jährige Grundschule ist also nur ein Versuch, diese Mißstände der ersten beiden Jahre zu kaschieren.

Und im übrigen - viele Eltern, mit denen ich spreche, sagen, dass sie ihre Kinder aufs Gym schicken wollen, nicht etwa, weil sie dort den besten Schulabschluss bekommen, sondern damit ihre Kinder aus dem Umfeld von gewalttätigen, dumpfen Gleichaltrigen herauskommen.

Die rot-rot-grüne Ideologie vom längeren gemeinsamen Lernen ist nur ein Versuch, die gesellschaftliche Gleichmacherei unter Zwang durchzusetzen. Genau wie beim Ideal der allgemeinen Nichtraucher-Gastro darf es keine Unterschiede mehr geben, die eventuelle Mißstände im favorisierten Konzept aufdecken könnten.

Gruß, Mr.Marple
  

Ich habe noch nie gehört, dass einer seine Frau verprügelt hat, weil er zuviel geraucht hatte.
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perle
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #76 - 21.07.10 um 16:04:12
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und die grünen sind gar nicht zufrieden mit dem VE in hamburg zur schulreform:

Quote:
Demokratie findet dann statt, wenn wir Recht bekommen: Zu dieser Haltung haben die Grünen in ihrer Frühzeit geneigt, als sie noch glaubten, die bundesdeutsche Demokratie sei eine unterentwickelte, uneigentliche Demokratie......


......Soeben hat Cem Özdemir, der sympathische Vorsitzende der Grünen, eine Kostprobe dieses fortdauernden Spuks gegeben, sieht er Nachbesserungsbedarf bei dem von den Grünen doch gewünschten und beförderten Instrument des Volksentscheids. Natürlich ist er nicht so töricht, offen den Volksentscheid dann für untauglich zu erklären, wenn seine Partei – wie hier geschehen – bei einem Sachthema einmal verliert. Aber ein bisschen ergebnissicherer hätte er die direkte Demokratie doch gerne........

http://tinyurl.com/26f9ml7
  

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Quirinus
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #75 - 20.07.10 um 14:55:59
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Und hier wieder etwas zum Thema, nämlich ein Zitat von der Website der ÖDP Hamburg:

Quote:
Raucher sind keine schützenswerte Minderheit, sondern schaden mit ihrem Tun andere Menschen durch Passivrauchen.


Ja, da ist ihnen vor lauter Eifer ein Grammatikfehler unterlaufen, gerade in diesem so wichtigen Satz. Ob es beim Korrigieren passiert ist? Vermutlich stand dort, wo jetzt schaden steht, erst töten: ein Wort, das ja viel eher der Mentalität dieser Fanatiker entspricht, sie jedoch in Hamburg viele Stimmen kosten könnte. Man muß halt diplomatisch sein.


« Zuletzt geändert: 20.07.10 um 14:57:04 von Quirinus »  
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... hat meistens recht
;)

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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #74 - 20.07.10 um 06:34:48
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Quirinus schrieb on 19.07.10 um 20:07:39:
@xila:

Quote:
Man merkt, daß dich bei diesem Thema doch vor allem die theoretische Seite beschäftigt hat.


Nöö, absolut gar nicht. Ich unterrichte nur seit 1 Jahr junge Erwachsene mit und ohne Haupt- und Realschubabschluß ... und hatte es davor 1 Jahr lang mit Examenskandidaten und Doktoranden zu tun ...


Ok. Ich korrigiere mich: Du hattest mit dem ERGEBNIS zu tun, das das Schulsystem produziert. Den WEG zu diesem Ergebnis bist du aber noch nicht mit einem Kind an deiner Hand abgeschritten, oder?

Ich gestehe ein, daß ich eine relativ schulunkritische Mutter war, weil ich die Rolle der Schule aus der Perspektive einer beruflich erfolgreichen Schulabbrecherin sehe, und weil ich einigermaßen sicher bin, daß es mir heute schlechter ginge, hätte ich seinerzeit alles aus damaliger Perspektive "richtig" gemacht.

Den Abi-Wahn, den Freunde, die auch Kinder hatten, durchaus plausibel begründeten, konnte ich deshalb noch nie nachvollziehen. Vor allem ist für mich aber offensichtlich, daß Abitur und Studium nicht nur an "Marktwert" verloren haben, sondern umso mehr weiter daran verlieren werden, je höher man den Anteil eines Geburtenjahrgangs schraubt, der mit welchen Mitteln auch immer zum Abi gepeitscht wird.

Richtig ist natürlich aber auch, daß im Moment der Arbeitsmarkt für Nichtakademiker, die auf Jobsuche sind, ziemlich bescheiden aussieht. Allerdings ist es bei Akademikern - nach deren Maßstäben und Ansprüchen - in vielen Bereichen genauso schlecht oder teilweise sogar noch schlechter.

Bei allen Mängeln des Schulsystems, die Rolle der Eltern finde ich mindestens ebenso problematisch. Und Christoph hat auch teilweise recht, was die Rolle der Kinder selbst betrifft - nur hat das nichts mit "Transferleistungsempfängern" zu tun, das ist ein komplettes Generationenproblem. Die Anspruchshaltung der Kinder, auch meines eigenen, bei gleichzeitig fehlender Bereitschaft, irgendetwas selbst für seine Ziele zu tun, hat mich schon vor Jahren fuchtig gemacht. Bei meinem Kind habe ich ein Mittel gefunden, gegenzusteuern. Andere Eltern hatten das Anspruchsdenken ihrer Kinder schon längst so verinnerlicht, daß sie meinen Ärger über mein Kind gar nicht mehr nachvollziehen konnten. 

Quote:
Quote:
Mir reichen ja schon die Praktikumsanfragen, die ich von Zeit zu Zeit von Studentinnen bekomme ... Die meisten kommen nicht einmal auf die Idee, bei einer Praktikumsanfrage auch nur ihren vollen Namen mitzuteilen, sondern unterschreiben einfach mit "LG, Anja" oder so ähnlich.


Zu und zu entzückend.

Daß ich jetzt weiter nicht auf deinen Beitrag bzw. deine Fragen eingehe, hat übrigens nur etwas damit zu tun, daß a) ich jetzt endlich was essen muß, b) dir ohnehin im Prinzip zustimme und c) wir ohnehin nicht zu sehr vom Thema dieses Threads abkommen dürfen.

"LG, Quiri"



Was wäre eine Diskussion ohne ausgiebige Abschweifungen ... aber du hast recht. Interessanter an diesem Volksentscheid sind die Parallelen zum Volksentscheid in Bayern und die Schlüsse, die man daraus ziehen kann.
  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #73 - 20.07.10 um 01:23:10
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perle schrieb on 19.07.10 um 21:59:59:
das ist ein punkt unter vielen. ein problem ist auch, daß eben viele kinder und jugendliche sehen, daß ihre eltern, obwohl gut ausgebildet, einfach keine vernünftige arbeit mehr bekommen, die ihren fähigkeiten und befähigungen entspricht. damit meine ich z.b. alle die kinder und jugendlichen die gesehen haben, wie ihre eltern von siemens + benQ, quelle, karstadt und all den anderen verarscht wurden und noch werden.


Das sehe ich mal wieder genau umgekehrt. Es sind eher die Kinder, die ihre Eltern und viele im Umfeld nur als Transferleistungsempfänger kennengelernt haben, und deshalb damit fest rechnen, dass sie fürs Nichtstun das Steuergeld anderer Leute bekommen. Das ist eine Mischung aus Sozialisation und rationaler Entscheidung.
Früher wusste man eher, dass man seine Bildungschancen nutzen sollte, und waren sie - manchmal ungerechterweise - noch so klein, um im Leben bestehen zu können.
(Das Anspruchsdenken im Sinne von "Ich will gefälligst eine Arbeit, meinen 'Fähigkeiten und Befähigungen entspricht'" lasse ich mal unkommentiert.)

Quote:
was spricht dagegen, ein guter handwerker zu werden?


Eigentlich nichts, oder:


  
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perle
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #72 - 19.07.10 um 21:59:59
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ChristophL schrieb on 19.07.10 um 20:26:42:
Verschlechterungen im Bildungssystem scheinen mir nur bedingt eine Geldfrage zu sein. Bedeutsamer ist, dass heute viele Kinder und Jugendliche den Sinn von Bildung nicht mehr sehen und sich weniger in der Schule engagieren.


das ist ein punkt unter vielen. ein problem ist auch, daß eben viele kinder und jugendliche sehen, daß ihre eltern, obwohl gut ausgebildet, einfach keine vernünftige arbeit mehr bekommen, die ihren fähigkeiten und befähigungen entspricht. damit meine ich z.b. alle die kinder und jugendlichen die gesehen haben, wie ihre eltern von siemens + benQ, quelle, karstadt und all den anderen verarscht wurden und noch werden.

da würde sich mein engagement möglicherweise auch in sehr engen grenzen bewegen.

noch ein punkt ist, daß den kindern und jugendlichen vorgemacht wird, sie könnten superstar oder modell werden. man muß sich nur ordentlich mobben und verarschen lassen. talent zählt auch da weniger, sondern eher die fähigkeit einstecken zu können. da ist ja teilweise die fremdenlegion noch eine freundlichkeitsoffensive.

und es kommt noch etwas dazu. ich hatte das schon erwähnt. was spricht dagegen, ein guter handwerker zu werden? so etwas handwerkerstolz oder arbeiterstolz zur rechten zeit kann auch nicht so verkehrt sein.
  

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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #71 - 19.07.10 um 20:26:42
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Gut, dass die Diskussion zu diesem Thema tabuloser und offener ist als in einem gewöhnlichen Schulausschuss einer Volksvertretung.

Den Qurinus-Beitrag zu den LoHaS finde ich recht gut, halte ich aber nichts davon diesen ein "Effizienz"-Streben zu unterstellen. Ich wüsste nicht, zu welcher Effizienz in unserer Gesellschaft diese Ideologie führt. Das ist genauso wie jeder anderen (Ersatz-)Religion auch, ohne kann man mehr Effizienz erreichen.

Was die Frage des nicht-gemeinsamen bzw. gemeinsamen Lernens angeht, will ich das Bild von der Gastronomie gerne aufgreifen: Aus meiner Sicht spricht nichts gegen ein Lokal mit Raucher- und Nichtraucherräumen, sprich: unterschiedliche Klassen unter dem gemeinsamen Dach einer Schule. Das ermöglicht eine Aufteilung nach Interessen- und Talentschwerpunkten und geht andererseits der soziokulturellen Apartheid entgegen.

Zu Einzelpunkten:
- Verschlechterungen im Bildungssystem scheinen mir nur bedingt eine Geldfrage zu sein. Bedeutsamer ist, dass heute viele Kinder und Jugendliche den Sinn von Bildung nicht mehr sehen und sich weniger in der Schule engagieren.
- Bei einem Angebot verschiedener Schulformen muss die Nachfrage entscheiden. Die Hauptschule z.B. ist tot, nicht weil ihre Leistungsfähigkeit - außerhalb sozialer Brennpunkte in Großstädten - so bergab gegangen wäre, sondern weil sie mittlerweile als Stigma gilt. Die Nachfrage nach Gesamtschulen steigt rapide, was ich im Sinne meiner obigen Ausführungen als Chance sehe.
- Leistungsbeurteilung von Schülern, gerade im Hinblick auf Schulformwahl, ist kritisch zu sehen. Da hat niemand eine zuverlässige Kristallkugel, was im gegenwärtigen System zu oft das ungerechtfertige vorzeitige Aus für bestimmte Möglichkeiten einer inviduellen Bildungsbiographie bedeutet.

« Zuletzt geändert: 19.07.10 um 20:27:34 von ChristophL »  
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Quirinus
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Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #70 - 19.07.10 um 20:07:39
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@xila:

Quote:
Man merkt, daß dich bei diesem Thema doch vor allem die theoretische Seite beschäftigt hat.


Nöö, absolut gar nicht. Ich unterrichte nur seit 1 Jahr junge Erwachsene mit und ohne Haupt- und Realschubabschluß ... und hatte es davor 1 Jahr lang mit Examenskandidaten und Doktoranden zu tun ...

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Mir reichen ja schon die Praktikumsanfragen, die ich von Zeit zu Zeit von Studentinnen bekomme ... Die meisten kommen nicht einmal auf die Idee, bei einer Praktikumsanfrage auch nur ihren vollen Namen mitzuteilen, sondern unterschreiben einfach mit "LG, Anja" oder so ähnlich.


Zu und zu entzückend.

Daß ich jetzt weiter nicht auf deinen Beitrag bzw. deine Fragen eingehe, hat übrigens nur etwas damit zu tun, daß a) ich jetzt endlich was essen muß, b) dir ohnehin im Prinzip zustimme und c) wir ohnehin nicht zu sehr vom Thema dieses Threads abkommen dürfen.

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« Zuletzt geändert: 19.07.10 um 20:08:24 von Quirinus »  
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