Seitenindex umschalten Seiten: [1]  Thema versendenDrucken
Sehr heißes Thema (mehr als 50 Antworten) ÖDP Hamburg startet Volksinitiative (Gelesen: 5.050 mal)
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.416
Mitglied seit: 30.06.06
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #114 - 27.02.11 um 09:17:39
Beitrag drucken  
Ist nicht ungefährlich. Sog. 'Tierrechtler', für die jede Schmeißfliege mehr Rechte haben soll als ein Menschen sind eine Bedrohung für die Freiheit. Siehe bspw. die Fleischdebatte.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Werner R. Niedermeier
God Member
****
Offline



Beiträge: 977
Standort: München
Mitglied seit: 05.02.08
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #113 - 27.02.11 um 05:02:42
Beitrag drucken  
Von mir aus sollen sie sich über Insekten Gedanken machen. Das ist mir zig mal lieber als dass sie einen Lügenwahlkampf gegen rauchende Menschen führen.
  

Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben.
http://www.rauchernews.de
http://www.aranita.de
http://www.bvgg.eu
Zum Seitenanfang
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #112 - 26.02.11 um 20:10:22
Beitrag drucken  
hat zwar nichts mit hamburg zu tun, aber mit der ÖDP.
welche prioritäten diese partei hat, ist kaum zu fassen.

Quote:
“Willi Reinbold (ÖDP) hatte zuvor nochmals darauf verwiesen, dass jährlich mehr als 100 Milliarden Insekten an den klassischen deutschen Straßenlampen sterben… Es ginge darum den Spagat zwischen dem Sicherheitsbedürfnis der Menschen und einer gewissen Insektenfreundlkichkeit zu schaffen, referierte dazu der wohlvorbereitete Stadtwerkeleiter Wolfgang Brandl.”

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/deutsche_prioritaeten/


  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
evarix
Senior Member
*****
Offline


Den Dingen auf den Grund
gehen...

Beiträge: 1.072
Standort: Berlin
Mitglied seit: 07.05.08
Geschlecht: weiblich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #111 - 21.01.11 um 11:57:34
Beitrag drucken  
Nur mal als Anregung an die Admins:

Sollten wir nicht diesen Themenstrang, der sich ja inzwischen nach dem gloriosen Scheitern der Ödem-Partei in Hamburg quasi in der Hauptsache erledigt hat, umbenennen?

Z.B. in

"ÖDP Hamburg beerdigt Volksinitiative"

Abgesehen von der "Hygiene" halte ich das auch deshalb für sinnvoll, damit gar keine Mißverständnisse, z.B. bei Interessierten, die sich noch nicht so lange mit dem Themenkomplex beschäftigen, mehr aufkommen können.

Gruß

evarix
« Zuletzt geändert: 21.01.11 um 11:58:45 von evarix »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Werner R. Niedermeier
God Member
****
Offline



Beiträge: 977
Standort: München
Mitglied seit: 05.02.08
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #110 - 21.01.11 um 07:39:10
Beitrag drucken  
Die Antwort ist ganz einfach: Frankenberger hat einen Lügenwahlkampf geführt und viele der Bayern waren so dumm, auf ihn reinzufallen. Die Menschen in anderen Bundesländern haben aber erkannt, wie in Bayern gelogen wurde und lassen sich nun nicht mehr belügen.

Ein weiterer Punkt ist, dass die Antraucherlobby, die Politiker, die Lobbyhörigen und die Fanatiker in Bayern noch an einem Strang gezogen haben. Das ist vorbei. Jeder meinte, die Lorbeeren für den besten Totalitaristen und WHO-Hörigem gebühre nur ihm. Die Presse hat aber denjenigen, den es am wenigsten um irgendwelche Lobbyarbeit oder irgendwelchen Schutz ging, sondern dem es ausschließlich um die eigene Karriere ging, nämlich Frankenberger, als "Nichtraucherpapst" bezeichnet. Das erzeugte bei den Hardlinern der Antirauchergruppen Neid und Missgunst.

Die Folge daraus war, dass die Totalitaristen nicht mehr zusammen gearbeitet haben und dass Parteien wie die SPD vielleicht doch gemerkt haben, dass sie mit ihrer WHO/EU-Anbiederung noch weiter in den Keller rasseln als sie das eh schon tun.

Es sind meines Erachtens als zwei Faktoren als Grund dafür anzuführen, warum die Totalitaristen in Bayern Erfolg hatten und wo anders nicht:
1) Die Lügen der Antiraucherlobby sind verbraucht
2) Sie Totalitaristen sind untereinander zerstritten
  

Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben.
http://www.rauchernews.de
http://www.aranita.de
http://www.bvgg.eu
Zum Seitenanfang
IP gespeichert
 
Achim
Full Member
***
Offline


123

Beiträge: 331
Mitglied seit: 07.03.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #109 - 21.01.11 um 06:39:05
Beitrag drucken  
Irgendwie ist mir das ein großes Rätsel:
In Hamburg lassen sich gerade einmal 6.000 Deppen zu einer Unterschrift überreden und auch in Berlin hält sich die Anzahl der Verbotsidioten in akzeptablen Grenzen.
Was ist nur in Bayern losgewesen? Woher kamen auf einmal die hunderttausenden Bevormundungsbayern her, die innerhalb von ein paar Wochen für das Rauchverbot gestimmt haben?
Eigentlich hatte ich aus der Historie heraus geglaubt, daß der protestantische Norden viel eher dem Paternalismus zugeneigt sei, während der Katholik es gerne mal krachen läßt (wird ja alles verziehen).
Ich verstehe das nicht und bin froh, daß ich nicht mehr  bei den weiß-blauen Supergouvernanten lebe.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Raucherhusten
Advanced Member
*****
Offline


Gott sei Dank bin ich
Atheist

Beiträge: 3.416
Standort: 90449 Nürnberg
Mitglied seit: 21.04.08
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #108 - 17.01.11 um 15:48:41
Beitrag drucken  
Antwort der ÖDP Hamburg auf meine Email:

Wir haben die Unterschriftensammlung vor Weihnachten eingestellt, da keine Aussicht mehr bestand die 10.000 zu schaffen. Außerden hatten wir in HH plötzlich Neuwahlen und da müssen auch UU gesammelt werden. Das Thema war in HH einfach nicht so dringend wie in Bayern. Die Hamburger sind offensichtlich mit der geltenden Regelung zufrieden - das akzeptieren wir.

Am 17.01.2011 08:38, schrieb xxxxxxxx
Guten Morgen,

nachdem wir gestern mit ein paar Bekannten in Bayern über die Erfolge des NRSchG diskutierten, wollten wir gerne mal den Stand der Dinge zum Begehren in Hamburg wissen. Leider ist auf den Webseiten und in Facebook nirgends ein Ergebnis zu sehen.



Besteht die Möglichkeit, mir das mitzuteilen.

Gruß aus Nürnberg
  

"Das Wiederholte befestigt sich so sehr in den Köpfen, daß es schließlich als eine bewiesene Wahrheit angenommen wird." (Le Bon, Psychologie der Massen)
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.416
Mitglied seit: 30.06.06
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #107 - 16.01.11 um 21:52:32
Beitrag drucken  
Quote:
Laut Mitteilung auf der Homepage von Rauchernews ist die Initiative gescheitert.


http://www.rauchernews.de/news/2011/01/16/verbotsinitiative-in-hamburg-gescheite...

Quote:
Hamburg hat den Wahlspruch der ÖDP “Hamburg atmet auf” angenommen. Hamburg kann aufatmen, ist doch Totalitarismus, Hass, Spaltung der Gesellschaft und Existenzvernichtung an der Hansestadt vorbei gegangen.


Jawoll. Was im übrigen nicht daran liegt, dass die Frau Häckmäck kürzere Haare hat als Frankensteiner, sondern daran, dass eine obskure Polit-Sekte wie die ödeP so ein Plebiszit nur durchziehen kann, wenn sie genügend finanzielle, mediale und politische Unterstützung hat, so wie das bei der bayerischen Kampagne der Fall war.

Leider bringt das der Sache wenig, da in ein paar Wochen Rotz-Grünbraun die Macht in der Hafenstadt übernehmen wird, und damit die Grünen vom Partnerwechsel ein bisschen profitieren, muss das Rauchverbotsgesetz verschärft werden...

« Zuletzt geändert: 16.01.11 um 21:53:55 von ChristophL »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.998
Mitglied seit: 15.10.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #106 - 16.01.11 um 16:49:46
Beitrag drucken  
"Das ist leider nicht zustande gekommen. Zum Schluss wurde es immer schwieriger, da haben wir abgebrochen."

Verena Häggberg vor sechs Stunden auf ihrer Facebook-Pinnwand, nachdem sich gestern dort jemand danach erkundigt hatte.

http://www.facebook.com/profile.php?id=100000869250226#!/profile.php?id=10000086...
  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
G-H-L
God Member
****
Offline


I love YaBB 1G - SP1!

Beiträge: 937
Mitglied seit: 23.10.06
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #105 - 16.01.11 um 16:05:22
Beitrag drucken  
Tartaruga schrieb on 13.01.11 um 09:06:09:
Auf der Homepage der Volksinitiative findet sich heute (13.1.) immer noch der Satz: "Bis zum 5. Januar 2011 müssen nun 10.000 Unterschriften gesammelt werden, um ein Volksbegehren zu starten." Offenbar hat das nicht geklappt. Weiß jemand genaueres? Ist die 6-Monatsfrist jetzt abgelaufen? Das wäre allerdings nach Bayern ein ziemlicher Rückschlag für die ÖDP.


Laut Mitteilung auf der Homepage von Rauchernews ist die Initiative gescheitert.

Gruß
Gerhard
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.998
Mitglied seit: 15.10.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #104 - 13.01.11 um 12:51:22
Beitrag drucken  
Achim schrieb on 13.01.11 um 12:47:37:
xila schrieb on 13.01.11 um 10:47:10:
In der Facebook-Gruppe war neulich zu meinem Erstaunen vom 18.1. die Rede:

http://www.facebook.com/group.php?gid=108616189189980&ref=ts#!/group.php?gid=108...



Nein, diese Unterschriften brauchen sie um überhaupt zur Bürgerschaftswahl zugelassen zu werden.
Das Datum 05.01. steht richtig an der Seite.
War wohl nix....


Du hast recht, da hätte ich sorgfältiger lesen müssen.  Laut lachend Ich bin reingefallen, weil ich dort natürlich nach irgendwelchen Updates zur Unterschriftensammlung gesucht hatte.

Da auf der Website schon seit Monaten nichts mehr aktualisiert worden ist, gehe ich auch davon aus, daß die Sache in Hamburg gestorben ist.

  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Achim
Full Member
***
Offline


123

Beiträge: 331
Mitglied seit: 07.03.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #103 - 13.01.11 um 12:47:37
Beitrag drucken  
xila schrieb on 13.01.11 um 10:47:10:
In der Facebook-Gruppe war neulich zu meinem Erstaunen vom 18.1. die Rede:

http://www.facebook.com/group.php?gid=108616189189980&ref=ts#!/group.php?gid=108...



Nein, diese Unterschriften brauchen sie um überhaupt zur Bürgerschaftswahl zugelassen zu werden.
Das Datum 05.01. steht richtig an der Seite.
War wohl nix....
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.998
Mitglied seit: 15.10.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #102 - 13.01.11 um 10:47:10
Beitrag drucken  
In der Facebook-Gruppe war neulich zu meinem Erstaunen vom 18.1. die Rede:

http://www.facebook.com/group.php?gid=108616189189980&ref=ts#!/group.php?gid=108...

  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Tartaruga
Junior Member
**
Offline


Hallo

Beiträge: 59
Mitglied seit: 07.04.09
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #101 - 13.01.11 um 09:06:09
Beitrag drucken  
Auf der Homepage der Volksinitiative findet sich heute (13.1.) immer noch der Satz: "Bis zum 5. Januar 2011 müssen nun 10.000 Unterschriften gesammelt werden, um ein Volksbegehren zu starten." Offenbar hat das nicht geklappt. Weiß jemand genaueres? Ist die 6-Monatsfrist jetzt abgelaufen? Das wäre allerdings nach Bayern ein ziemlicher Rückschlag für die ÖDP.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Quirinus
God Member
****
Offline


711

Beiträge: 773
Mitglied seit: 05.01.08
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #100 - 25.11.10 um 23:03:34
Beitrag drucken  
Wohl nicht ganz zufällig ist aber der parallel zur Hetze gegen die Raucher stattfindende kulturelle Niedergang Hamburgs, über den im Spiegel von dieser Woche auf den Seiten 152 ff. ausführlich berichtet wird. Es gebe kaum noch

Quote:
Bars, in denen sich Schriftsteller und Schauspieler betrinken.


Ganz so wie in Singapur, schreiben die Verfasser, die das heutige Hamburg immer wieder mit der sterilen asiatischen Metropole vergleichen, ohne allerdings zu bemerken, daß Singapur schon lange eine Hochburg der Antiraucher ist, also desjenigen Menschentypus, der maßgeblich mit dazu beiträgt, daß es in Hamburg kaum noch Bars gibt, in denen sich Schriftsteller und Schauspieler stilvoll (nämlich: rauchend) betrinken könnten, und sich die 'normalen' Bürger in ihrer eigenen Stadt nicht mehr wohlfühlen.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.416
Mitglied seit: 30.06.06
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #99 - 25.11.10 um 15:49:19
Beitrag drucken  
Quote:
Hamburg hat  ja auch bereits ein verschärftes Rauchverbot (keine Nebenraumlösungen möglich, totales Eßverbot in Raucherkneipen).


Nicht ganz: Raucherkneipen und Nebenräume nur bei totalem Essverbot zubereiteter Speisen (auch im Hauptraum).
Die Einhaltung steht aber auf einem anderen Blatt. Jemand berichtete mir kürzlich, dass er direkt in der Nähe seines Hotels in Hamburg zufällig gleich auf mehrere Gaststätten gestoßen ist, in denen Kuchen bzw. Bratkartoffeln u.a. gleichzeitig mit Tabakwaren konsumiert worden sind.

  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
evarix
Senior Member
*****
Offline


Den Dingen auf den Grund
gehen...

Beiträge: 1.072
Standort: Berlin
Mitglied seit: 07.05.08
Geschlecht: weiblich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #98 - 25.11.10 um 14:58:25
Beitrag drucken  
xila schrieb on 25.11.10 um 14:29:55:


Was hört man den Neues von den Berliner Stimmensammlern?


Im Osten nichts Neues -

die Spatzeninitiative berichtet auf ihrer Internetseite zwar fleißig über ihre Aktivitäten und darüber, daß dem Wowi keine Unterschrift zu entlocken war Laut lachend ; derzeit aktuelle Zahlen werden aber nicht genannt, und ich habe darüber auch keine Insiderinfos.

Gruß

evarix


« Zuletzt geändert: 25.11.10 um 14:59:01 von evarix »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.998
Mitglied seit: 15.10.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #97 - 25.11.10 um 14:29:55
Beitrag drucken  
Hamburg hat  ja auch bereits ein verschärftes Rauchverbot (keine Nebenraumlösungen möglich, totales Eßverbot in Raucherkneipen).

Was hört man den Neues von den Berliner Stimmensammlern?
  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
shadu
Advanced Member
*****
Offline


MaryLong I smoke you

Beiträge: 3.620
Standort: Basel
Mitglied seit: 07.08.07
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #96 - 25.11.10 um 13:46:08
Beitrag drucken  
Es ist gut möglich das Bayern abschreckend auf die andern Bundesländer wirkt.

Es ist auch gut möglich das es heute in Bayern nicht mehr eine Mehrheit geben würde.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
evarix
Senior Member
*****
Offline


Den Dingen auf den Grund
gehen...

Beiträge: 1.072
Standort: Berlin
Mitglied seit: 07.05.08
Geschlecht: weiblich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #95 - 25.11.10 um 13:34:20
Beitrag drucken  
Bei einem Treffen Berliner Raucheraktivisten gestern abend habe ich die (aus meiner Sicht seriöse) Info erhalten, daß die Hamburger Verbotsinitiative der Ödempartei weiter nur sehr schleppend vorangehe.

Zur Erinnerung:

Ende September, also nach knapp der Hälfte der Laufzeit der Initiative, konnten von den erforderlichen 10.000 Stimmen erst rund 3.000 auf dem Konto verbucht werden, was nach seinerzeit gegenüber dem Hamburger Abendblatt geäußerter Ansicht der ÖDP-Landesgeschäftsführerin unter anderem auch daran liege, daß weder die GAL noch die Ärztekammern Bündnispartner werden wollten.

http://www.oedp-hamburg.de/die-oedp/oedp-den-medien

Den Eindruck, daß die Sache weiter nur vor sich hindümpelt, erweckt meines Erachtens nach auch der aktuelle Inhalt des Internetauftritts der Initiative: Keine bahnbrechenden Erfolgsmeldungen, keine Berichte über Aktivitäten, eigentlich überhaupt keine relevanten "News", und der Bereich "Presse" ist gähnend leer.

http://www.fuer-echten-nichtraucherschutz.de

Ich weiß: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, aber dennoch halte ich bereits den Erfolg in der ersten Stufe für fraglich. In der zweiten Stufe müßten dann 60.000 Stimmen zusammenkommen, und in der dritten Stufe (Volksentscheid) geht' s dann richtig zur Sache.

Nun ja, schaun mer mal...

Gruß

evarix

« Zuletzt geändert: 25.11.10 um 13:37:02 von evarix »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Wettereule
Full Member
***
Offline


Am Anfang waren .....
Feuer & Rauch

Beiträge: 253
Standort: Marburg
Mitglied seit: 19.08.09
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #94 - 04.11.10 um 00:10:53
Beitrag drucken  
Was für eine asoziale Null! Ich meine die Type, die da am Ende mit der fetten Zigarre im Mund für die Zwangsenteignung der Wirte mit unterschreibt!

Aber Sandy hat völlig recht: Volkabstimmungen gegen die Freizügigkeit von Minderheiten sollten sich eigentlich von Vorneherein verbieten.

Ich für meinen Teil werde jedenfalls solange keine Initiative FÜR Volksabstimmungen mehr unterstützen, bis nicht definitiv sicher gestellt worden ist, dass derartige Abstimmungen nicht länger zur Aushebelung der Rechte von Minderheiten missbraucht werden können.

Und dem Dicken in dem Video sollte man die Zigarre aus dem Gesicht nehmen und ihm übers Haupt bröseln.

Jürgen
 
« Zuletzt geändert: 29.12.14 um 12:32:28 von Javaanse »  

Nicht woher der Wind weht, sondern wie man die Segel setzt, darauf kommts an.
Zum Seitenanfang
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.416
Mitglied seit: 30.06.06
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #93 - 03.11.10 um 22:40:40
Beitrag drucken  
Die ödeP sammelt:

  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
mueller1965
Senior Member
*****
Offline


620

Beiträge: 1.033
Mitglied seit: 25.03.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #92 - 03.11.10 um 22:29:38
Beitrag drucken  
Mit den Akteuren auf der Reeperbahn sollte er sich besser nicht anlegen, den die Probleme die er da bekommen Schockiert/Erstaunt Die Arme die dort ausgestreckt werden sollen sehr lang sein. Zwinkernd
  

Kultivierte bedauern nie einen Genuß Unkultivierte wissen überhaupt nicht, was ein Genuß ist. (Oscar Wilde)
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Raucherhusten
Advanced Member
*****
Offline


Gott sei Dank bin ich
Atheist

Beiträge: 3.416
Standort: 90449 Nürnberg
Mitglied seit: 21.04.08
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #91 - 03.11.10 um 20:46:31
Beitrag drucken  
perle schrieb on 02.10.10 um 08:32:02:
shadu schrieb on 01.10.10 um 14:24:09:
"Ich könnte mir vorstellen, irgendwann für den Bundesvorsitz zu kandidieren."  Laut lachend

"Ich würde auch gerne bis 2020 Oberbürgermeister von Passau werden."  Laut lachend Laut lachend

"Vielleicht arbeite ich 2020 aber auch als Entwicklungshelfer in Brasilien."  Laut lachend Laut lachend Laut lachend   


"vielleicht bekomme ich aber auch ab 2020 hartzVIII - und keiner weiß mehr, wer ich bin"  weinend

Ich denke, die Wahrscheinlichkeit ist groß, außer er macht weiter Fremdenführer in Linz Laut lachend
  

"Das Wiederholte befestigt sich so sehr in den Köpfen, daß es schließlich als eine bewiesene Wahrheit angenommen wird." (Le Bon, Psychologie der Massen)
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Sandy
Newbie
*
Offline


Hallo

Beiträge: 14
Mitglied seit: 01.10.10
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #90 - 03.11.10 um 20:42:44
Beitrag drucken  
"Sie frecher Bengel, wir brauchen keine Missionare aus Bayern", pöbelt ein kleiner Mann, der mit zwei Glatzköpfen gekommen ist und angeblich Freunde auf der Reeperbahn hat. "Leuten wie Ihnen sollte man erstmal einen hanseatischen Haarschnitt verpassen."

Na, beliebt war der Depp ja im hohen Norden auch nicht. Cool

Ach, hab mich übrigens erkundigt. Frankensteiner war nach Angaben der Parkschützer *nicht* in Stgt. Ist zwar nicht komplett auszuschliessen, wenn aber doch, dann höchstens als unbedeutender Gast unter den vielen tausenden u. keiner hat ihn erkannt.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #89 - 02.10.10 um 08:32:02
Beitrag drucken  
shadu schrieb on 01.10.10 um 14:24:09:
"Ich könnte mir vorstellen, irgendwann für den Bundesvorsitz zu kandidieren."  Laut lachend

"Ich würde auch gerne bis 2020 Oberbürgermeister von Passau werden."  Laut lachend Laut lachend

"Vielleicht arbeite ich 2020 aber auch als Entwicklungshelfer in Brasilien."  Laut lachend Laut lachend Laut lachend   


"vielleicht bekomme ich aber auch ab 2020 hartzVIII - und keiner weiß mehr, wer ich bin"  weinend
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
magnitubel
God Member
****
Offline


560

Beiträge: 765
Mitglied seit: 19.02.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #88 - 01.10.10 um 15:05:12
Beitrag drucken  
Zitat aus dem Artikel:

Quote:
An diesem Tag stimmten 61 Prozent der Bevölkerung für ein totales Rauchverbot in Bayerns Gaststätten und Bierzelten.


Es lebe der investigative Journalismus!
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
shadu
Advanced Member
*****
Offline


MaryLong I smoke you

Beiträge: 3.620
Standort: Basel
Mitglied seit: 07.08.07
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #87 - 01.10.10 um 14:24:09
Beitrag drucken  
Achtung der Frankie kommt

Kreuzritter gegen Qualm

Wenn Sebastian Frankenberger einen Vortrag im Gastraum des Eimsbütteler Turnvereins hält, kommt sogar das Rotlichtmilieu.

http://tinyurl.com/2wynzmv

Wie immer der Kampf der ÖDP für ein totales Rauchverbot auch ausgehen wird, Frankenberger spielt bereits mit ein paar neuen Optionen:

"Ich könnte mir vorstellen, irgendwann für den Bundesvorsitz zu kandidieren."  Laut lachend

"Ich würde auch gerne bis 2020 Oberbürgermeister von Passau werden."  Laut lachend Laut lachend

"Vielleicht arbeite ich 2020 aber auch als Entwicklungshelfer in Brasilien."  Laut lachend Laut lachend Laut lachend

Ein echter Pausenclown
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #86 - 24.07.10 um 10:43:29
Beitrag drucken  
xila schrieb on 24.07.10 um 09:18:44:
Aus meiner Sicht wird auch in Stuttgart in der Grundschule einiges falsch gemacht. Vielleicht wäre es aber trotzdem der richtige Ansatzpunkt für Städte wie Hamburg, Bremen und Berlin, sich mal anzuschauen, was in den Stuttgarter Grundschulen alles richtiger gemacht wird als bei ihnen selbst. 


ich fürchte in berlin wird es da eine besonders hohe lernresistenz seitens der verantwortlichen geben. die bestehen nämlich zum großen teil aus "Innen", mit und ohne doppelnamen. also durchweg "emanzipiert", daß die schwarte kracht und im besitz von allwissen und allmacht.
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.998
Mitglied seit: 15.10.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #85 - 24.07.10 um 09:18:44
Beitrag drucken  
Mein Kind besuchte ab 1993 eine Grundschule in einem sozialen Brennpunkt und hatte in seiner Klasse einen Ausländeranteil von mehr als 70 %. Die von euch beschriebenen Probleme gab es dort nicht, nur diejenigen, die ich in meinem früheren Beitrag geschildert habe.

Aus meiner Sicht wird auch in Stuttgart in der Grundschule einiges falsch gemacht. Vielleicht wäre es aber trotzdem der richtige Ansatzpunkt für Städte wie Hamburg, Bremen und Berlin, sich mal anzuschauen, was in den Stuttgarter Grundschulen alles richtiger gemacht wird als bei ihnen selbst.
  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Gizeh
God Member
****
Offline


be happy

Beiträge: 541
Standort: Marburg
Mitglied seit: 09.08.07
Geschlecht: weiblich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #84 - 24.07.10 um 08:18:45
Beitrag drucken  
perle schrieb on 24.07.10 um 07:20:51:
Gizeh schrieb on 24.07.10 um 06:57:50:
Frage: was wiegt (in etwa) eine Maus?
Antwort: 2-3 Kilo

Frage: wogegen sollten Tiere geimpft werden?
Antwort: Neurodermitis


sag' bitte, daß du dich vertan hast, und du eigentlich die rubrik "nur witze" ansteuern wolltest.


Nein, leider nicht - es gab noch viel mehr Hämmer, die mir allerdings nicht mehr einfallen...
« Zuletzt geändert: 24.07.10 um 08:19:25 von Gizeh »  

Der Kultivierte bedauert nie einen Genuss. Das Unkultivierte weiß überhaupt nicht, was ein Genuss ist. (Oscar Wilde)
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #83 - 24.07.10 um 07:20:51
Beitrag drucken  
Gizeh schrieb on 24.07.10 um 06:57:50:
Frage: was wiegt (in etwa) eine Maus?
Antwort: 2-3 Kilo

Frage: wogegen sollten Tiere geimpft werden?
Antwort: Neurodermitis


sag' bitte, daß du dich vertan hast, und du eigentlich die rubrik "nur witze" ansteuern wolltest.
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Gizeh
God Member
****
Offline


be happy

Beiträge: 541
Standort: Marburg
Mitglied seit: 09.08.07
Geschlecht: weiblich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #82 - 24.07.10 um 06:57:50
Beitrag drucken  
Fragen an zukünftige Tierpfleger:

Frage: was wiegt (in etwa) eine Maus?
Antwort: 2-3 Kilo

Frage: wogegen sollten Tiere geimpft werden?
Antwort: Neurodermitis
  

Der Kultivierte bedauert nie einen Genuss. Das Unkultivierte weiß überhaupt nicht, was ein Genuss ist. (Oscar Wilde)
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #81 - 24.07.10 um 06:31:34
Beitrag drucken  
Quirinus schrieb on 23.07.10 um 23:54:52:
Und die Leidtragenden dieser Zustände sind (abgesehen von den Lehrern) stets die sozial kompetenteren und/oder begabteren Schüler.


also ich denke mal, alle schüler sind die leidtragenden, weil seit jahrzehnten (als ich die schule in den 70er verließ), jedes jahr aufs neue die schule "reformiert" wird.

das schlimme ist, die meisten kinder freuen sich darauf in die schule zu gehen, um lesen, schreiben und rechnen lernen zu können. diese freude wird ihnen aber oft genug nach kürzester zeit regelrecht ausgetrieben.

manchmal habe ich den eindruck, man wolle bewußt eine größere autonomie der kinder unterdrücken, die sie erreichen, wenn man eben selbst lesen, schreiben und rechnen kann.

vielleicht sind die kinder deshalb auch oft aggressiv oder lethargisch, weil man sie unter ihr persönliches leistungsvermögen drückt, und sie von anfang nicht über-sondern unterfordert.
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Quirinus
God Member
****
Offline


711

Beiträge: 773
Mitglied seit: 05.01.08
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #80 - 23.07.10 um 23:54:52
Beitrag drucken  
@Mr.Marple:

Von mir ebenfalls 100%ige Zustimmung sowie dies:

1. Aus eigener Unterrichtserfahrung mit jungen Erwachsenen (darunter ehemalige Hauptschüler sowie Realschüler ohne Abschluß) kann ich bestätigen, daß heutzutage eine Vielzahl von Schülern die Schule verläßt, ohne jemals richtig lesen und schreiben gelernt zu haben. Dies gilt für Schüler unterschiedlicher Herkunft und auch für Schüler aus nichtakademischen deutschen Mittelschichtsfamilien.

2. Vor ca. zwei Wochen begegnete mir eine ca. 60jährige Gesamtschullehrerin aus dem Bremer Umland, die ich fragte, was die Schüler heutzutage eigentlich noch lernten. "Nichts!" sagte sie. "Wir machen ein bißchen Stillsitzen. Das ist eigentlich schon alles. Wir entlassen viele Schüler, die weder richtig lesen noch schreiben können."

3. Wenige Tage später begegnete mir eine Sozialarbeiterin, der wiederum gerade von einer Lehrerin erzählt worden war, viele Schüler würden durch die Schule geschleust, weil mit einer Nichtversetzung (von dem Ärger gerade mit ambitionierten Mittelschichtseltern abgesehen) inzwischen ein so ungeheurer Verwaltungsaufwand verbunden sei, daß kaum ein Lehrer den Papierkram zeitlich noch bewältigen könne.

4. Gestern abend erzählte mir eine junge Gesamtschullehrerin das gleiche.

Mit wem ich auch spreche, ob über die Verhältnisse an städtischen oder ländlichen Schulen - von allen höre ich schon seit Jahren die gleichen Geschichten, die ich wiederum aus meinen Erfahrungen bestätigen kann. Auch für den Unterricht mit jungen Erwachsenen - soweit ich ihn erlebt habe - gilt ganz unabhängig von der Person des jeweiligen Lehrers:

Quote:
Ein Hauptteil der Zeit, die eigentlich zum Unterricht aufgewendet werden sollte, besteht darin, die Kinder zu beruhigen, zu bändigen und zu ermahnen.


Und die Leidtragenden dieser Zustände sind (abgesehen von den Lehrern) stets die sozial kompetenteren und/oder begabteren Schüler. 

« Zuletzt geändert: 23.07.10 um 23:56:18 von Quirinus »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #79 - 23.07.10 um 19:14:50
Beitrag drucken  
Ja, auch von mir volle zustimmung, mr. marple. meine tochter ist 1986 in kreuzberg eingeschult worden, und da ging es gerade noch so. obwohl ich schon reichlich zu tun hatte, am feierabend nach der arbeit dem kind beizubringen, daß man "und" schreibt und nicht "unt", nur weil die lehrerin das nicht als fehler angestrichen hat.

hat jedenfalls spuren hinterlassen, mein enkel geht jetzt in einem bürgerlicheren bezirk zur schule.

  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Matrix
Advanced Member
*****
Offline


In tyrannos!

Beiträge: 3.572
Standort: 1230 Wien
Mitglied seit: 16.02.08
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #78 - 23.07.10 um 16:27:34
Beitrag drucken  
Volle Zustimmung, Mr. Marple. Vor allem im städtischen Bereich ist es genauso.
LG
M
  

Tu felix Austria fume
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Mr.Marple
Senior Member
*****
Offline


YES, WE SMOKE!

Beiträge: 1.189
Standort: Nürnberg
Mitglied seit: 24.10.07
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #77 - 23.07.10 um 15:00:47
Beitrag drucken  
xila schrieb on 19.07.10 um 16:08:23:
Die Grundschulzeit zerfällt - wie jeder weiß, der schon einmal ein Kind durch die Grundschule gebracht hat - in zwei Zweijahreszeiträume. Im ersten dominiert das "spielerische Heranführen" an "spannende Themen",....


Ja, leider. Und Gott allein weiß, warum.

Als ich 1986 in die erste Klasse kam, wurden bereits in der ersten Woche Buchstaben gelernt, Leseversuche unternommen, und fünf Wochen später ging´s los mit Mathematik, Zählen und einfache Addition.
Spiel und Spaß waren auch dabei, aber zu bestimmten Zeiten (so wurde z.B. von 8.00 bis 8.15 gemeinsam gesungen). Danach wurde gearbeitet.

Die heutige Spiel-Grundschule, wo alle herumrennen, schreien, nach "Gehör" schreiben und keine Fehler angerechnet bekommen, ist ein Hauptproblem unseres gesamten Schulsystems. Aber leider werden die 1. und 2. Klasse größtenteils so verbracht, da mit den Schulklassen von heute ein gesittetes Arbeiten gar nicht möglich ist.

Hab mich erst letzte Woche mit zwei befreundeten Grundschullehrerinnen getroffen - die eine ist seit 5 Jahren im Dienst, die andere seit 30 Jahren. Beide bestätigten, dass in der ersten Klasse ein Großteil der Kinder kein Wort Deutsch spricht, ein weiterer großteil ist in keinster Hinsicht erzogen.

Früher brachten die Eltern erzogene 6-Jährige in die Schule, damit sie dort unterrichtet werden.
Heute werden häufig Kinder mit massiven Problemen bei Sozialen Kontakten in die Schule gebracht, mit der Erwartung, dass sie dort erzogen UND unterrichtet werden. Ein Hauptteil der Zeit, die eigentlich zum Unterricht aufgewendet werden sollte, besteht darin, die Kinder zu beruhigen, zu bändigen und zu ermahnen.

Eine 6-jährige Grundschule ist also nur ein Versuch, diese Mißstände der ersten beiden Jahre zu kaschieren.

Und im übrigen - viele Eltern, mit denen ich spreche, sagen, dass sie ihre Kinder aufs Gym schicken wollen, nicht etwa, weil sie dort den besten Schulabschluss bekommen, sondern damit ihre Kinder aus dem Umfeld von gewalttätigen, dumpfen Gleichaltrigen herauskommen.

Die rot-rot-grüne Ideologie vom längeren gemeinsamen Lernen ist nur ein Versuch, die gesellschaftliche Gleichmacherei unter Zwang durchzusetzen. Genau wie beim Ideal der allgemeinen Nichtraucher-Gastro darf es keine Unterschiede mehr geben, die eventuelle Mißstände im favorisierten Konzept aufdecken könnten.

Gruß, Mr.Marple
  

Ich habe noch nie gehört, dass einer seine Frau verprügelt hat, weil er zuviel geraucht hatte.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #76 - 21.07.10 um 16:04:12
Beitrag drucken  
und die grünen sind gar nicht zufrieden mit dem VE in hamburg zur schulreform:

Quote:
Demokratie findet dann statt, wenn wir Recht bekommen: Zu dieser Haltung haben die Grünen in ihrer Frühzeit geneigt, als sie noch glaubten, die bundesdeutsche Demokratie sei eine unterentwickelte, uneigentliche Demokratie......


......Soeben hat Cem Özdemir, der sympathische Vorsitzende der Grünen, eine Kostprobe dieses fortdauernden Spuks gegeben, sieht er Nachbesserungsbedarf bei dem von den Grünen doch gewünschten und beförderten Instrument des Volksentscheids. Natürlich ist er nicht so töricht, offen den Volksentscheid dann für untauglich zu erklären, wenn seine Partei – wie hier geschehen – bei einem Sachthema einmal verliert. Aber ein bisschen ergebnissicherer hätte er die direkte Demokratie doch gerne........

http://tinyurl.com/26f9ml7
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Quirinus
God Member
****
Offline


711

Beiträge: 773
Mitglied seit: 05.01.08
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #75 - 20.07.10 um 14:55:59
Beitrag drucken  
Und hier wieder etwas zum Thema, nämlich ein Zitat von der Website der ÖDP Hamburg:

Quote:
Raucher sind keine schützenswerte Minderheit, sondern schaden mit ihrem Tun andere Menschen durch Passivrauchen.


Ja, da ist ihnen vor lauter Eifer ein Grammatikfehler unterlaufen, gerade in diesem so wichtigen Satz. Ob es beim Korrigieren passiert ist? Vermutlich stand dort, wo jetzt schaden steht, erst töten: ein Wort, das ja viel eher der Mentalität dieser Fanatiker entspricht, sie jedoch in Hamburg viele Stimmen kosten könnte. Man muß halt diplomatisch sein.


« Zuletzt geändert: 20.07.10 um 14:57:04 von Quirinus »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.998
Mitglied seit: 15.10.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #74 - 20.07.10 um 06:34:48
Beitrag drucken  
Quirinus schrieb on 19.07.10 um 20:07:39:
@xila:

Quote:
Man merkt, daß dich bei diesem Thema doch vor allem die theoretische Seite beschäftigt hat.


Nöö, absolut gar nicht. Ich unterrichte nur seit 1 Jahr junge Erwachsene mit und ohne Haupt- und Realschubabschluß ... und hatte es davor 1 Jahr lang mit Examenskandidaten und Doktoranden zu tun ...


Ok. Ich korrigiere mich: Du hattest mit dem ERGEBNIS zu tun, das das Schulsystem produziert. Den WEG zu diesem Ergebnis bist du aber noch nicht mit einem Kind an deiner Hand abgeschritten, oder?

Ich gestehe ein, daß ich eine relativ schulunkritische Mutter war, weil ich die Rolle der Schule aus der Perspektive einer beruflich erfolgreichen Schulabbrecherin sehe, und weil ich einigermaßen sicher bin, daß es mir heute schlechter ginge, hätte ich seinerzeit alles aus damaliger Perspektive "richtig" gemacht.

Den Abi-Wahn, den Freunde, die auch Kinder hatten, durchaus plausibel begründeten, konnte ich deshalb noch nie nachvollziehen. Vor allem ist für mich aber offensichtlich, daß Abitur und Studium nicht nur an "Marktwert" verloren haben, sondern umso mehr weiter daran verlieren werden, je höher man den Anteil eines Geburtenjahrgangs schraubt, der mit welchen Mitteln auch immer zum Abi gepeitscht wird.

Richtig ist natürlich aber auch, daß im Moment der Arbeitsmarkt für Nichtakademiker, die auf Jobsuche sind, ziemlich bescheiden aussieht. Allerdings ist es bei Akademikern - nach deren Maßstäben und Ansprüchen - in vielen Bereichen genauso schlecht oder teilweise sogar noch schlechter.

Bei allen Mängeln des Schulsystems, die Rolle der Eltern finde ich mindestens ebenso problematisch. Und Christoph hat auch teilweise recht, was die Rolle der Kinder selbst betrifft - nur hat das nichts mit "Transferleistungsempfängern" zu tun, das ist ein komplettes Generationenproblem. Die Anspruchshaltung der Kinder, auch meines eigenen, bei gleichzeitig fehlender Bereitschaft, irgendetwas selbst für seine Ziele zu tun, hat mich schon vor Jahren fuchtig gemacht. Bei meinem Kind habe ich ein Mittel gefunden, gegenzusteuern. Andere Eltern hatten das Anspruchsdenken ihrer Kinder schon längst so verinnerlicht, daß sie meinen Ärger über mein Kind gar nicht mehr nachvollziehen konnten. 

Quote:
Quote:
Mir reichen ja schon die Praktikumsanfragen, die ich von Zeit zu Zeit von Studentinnen bekomme ... Die meisten kommen nicht einmal auf die Idee, bei einer Praktikumsanfrage auch nur ihren vollen Namen mitzuteilen, sondern unterschreiben einfach mit "LG, Anja" oder so ähnlich.


Zu und zu entzückend.

Daß ich jetzt weiter nicht auf deinen Beitrag bzw. deine Fragen eingehe, hat übrigens nur etwas damit zu tun, daß a) ich jetzt endlich was essen muß, b) dir ohnehin im Prinzip zustimme und c) wir ohnehin nicht zu sehr vom Thema dieses Threads abkommen dürfen.

"LG, Quiri"



Was wäre eine Diskussion ohne ausgiebige Abschweifungen ... aber du hast recht. Interessanter an diesem Volksentscheid sind die Parallelen zum Volksentscheid in Bayern und die Schlüsse, die man daraus ziehen kann.
  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.416
Mitglied seit: 30.06.06
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #73 - 20.07.10 um 01:23:10
Beitrag drucken  
perle schrieb on 19.07.10 um 21:59:59:
das ist ein punkt unter vielen. ein problem ist auch, daß eben viele kinder und jugendliche sehen, daß ihre eltern, obwohl gut ausgebildet, einfach keine vernünftige arbeit mehr bekommen, die ihren fähigkeiten und befähigungen entspricht. damit meine ich z.b. alle die kinder und jugendlichen die gesehen haben, wie ihre eltern von siemens + benQ, quelle, karstadt und all den anderen verarscht wurden und noch werden.


Das sehe ich mal wieder genau umgekehrt. Es sind eher die Kinder, die ihre Eltern und viele im Umfeld nur als Transferleistungsempfänger kennengelernt haben, und deshalb damit fest rechnen, dass sie fürs Nichtstun das Steuergeld anderer Leute bekommen. Das ist eine Mischung aus Sozialisation und rationaler Entscheidung.
Früher wusste man eher, dass man seine Bildungschancen nutzen sollte, und waren sie - manchmal ungerechterweise - noch so klein, um im Leben bestehen zu können.
(Das Anspruchsdenken im Sinne von "Ich will gefälligst eine Arbeit, meinen 'Fähigkeiten und Befähigungen entspricht'" lasse ich mal unkommentiert.)

Quote:
was spricht dagegen, ein guter handwerker zu werden?


Eigentlich nichts, oder:


  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #72 - 19.07.10 um 21:59:59
Beitrag drucken  
ChristophL schrieb on 19.07.10 um 20:26:42:
Verschlechterungen im Bildungssystem scheinen mir nur bedingt eine Geldfrage zu sein. Bedeutsamer ist, dass heute viele Kinder und Jugendliche den Sinn von Bildung nicht mehr sehen und sich weniger in der Schule engagieren.


das ist ein punkt unter vielen. ein problem ist auch, daß eben viele kinder und jugendliche sehen, daß ihre eltern, obwohl gut ausgebildet, einfach keine vernünftige arbeit mehr bekommen, die ihren fähigkeiten und befähigungen entspricht. damit meine ich z.b. alle die kinder und jugendlichen die gesehen haben, wie ihre eltern von siemens + benQ, quelle, karstadt und all den anderen verarscht wurden und noch werden.

da würde sich mein engagement möglicherweise auch in sehr engen grenzen bewegen.

noch ein punkt ist, daß den kindern und jugendlichen vorgemacht wird, sie könnten superstar oder modell werden. man muß sich nur ordentlich mobben und verarschen lassen. talent zählt auch da weniger, sondern eher die fähigkeit einstecken zu können. da ist ja teilweise die fremdenlegion noch eine freundlichkeitsoffensive.

und es kommt noch etwas dazu. ich hatte das schon erwähnt. was spricht dagegen, ein guter handwerker zu werden? so etwas handwerkerstolz oder arbeiterstolz zur rechten zeit kann auch nicht so verkehrt sein.
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.416
Mitglied seit: 30.06.06
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #71 - 19.07.10 um 20:26:42
Beitrag drucken  
Gut, dass die Diskussion zu diesem Thema tabuloser und offener ist als in einem gewöhnlichen Schulausschuss einer Volksvertretung.

Den Qurinus-Beitrag zu den LoHaS finde ich recht gut, halte ich aber nichts davon diesen ein "Effizienz"-Streben zu unterstellen. Ich wüsste nicht, zu welcher Effizienz in unserer Gesellschaft diese Ideologie führt. Das ist genauso wie jeder anderen (Ersatz-)Religion auch, ohne kann man mehr Effizienz erreichen.

Was die Frage des nicht-gemeinsamen bzw. gemeinsamen Lernens angeht, will ich das Bild von der Gastronomie gerne aufgreifen: Aus meiner Sicht spricht nichts gegen ein Lokal mit Raucher- und Nichtraucherräumen, sprich: unterschiedliche Klassen unter dem gemeinsamen Dach einer Schule. Das ermöglicht eine Aufteilung nach Interessen- und Talentschwerpunkten und geht andererseits der soziokulturellen Apartheid entgegen.

Zu Einzelpunkten:
- Verschlechterungen im Bildungssystem scheinen mir nur bedingt eine Geldfrage zu sein. Bedeutsamer ist, dass heute viele Kinder und Jugendliche den Sinn von Bildung nicht mehr sehen und sich weniger in der Schule engagieren.
- Bei einem Angebot verschiedener Schulformen muss die Nachfrage entscheiden. Die Hauptschule z.B. ist tot, nicht weil ihre Leistungsfähigkeit - außerhalb sozialer Brennpunkte in Großstädten - so bergab gegangen wäre, sondern weil sie mittlerweile als Stigma gilt. Die Nachfrage nach Gesamtschulen steigt rapide, was ich im Sinne meiner obigen Ausführungen als Chance sehe.
- Leistungsbeurteilung von Schülern, gerade im Hinblick auf Schulformwahl, ist kritisch zu sehen. Da hat niemand eine zuverlässige Kristallkugel, was im gegenwärtigen System zu oft das ungerechtfertige vorzeitige Aus für bestimmte Möglichkeiten einer inviduellen Bildungsbiographie bedeutet.

« Zuletzt geändert: 19.07.10 um 20:27:34 von ChristophL »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Quirinus
God Member
****
Offline


711

Beiträge: 773
Mitglied seit: 05.01.08
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #70 - 19.07.10 um 20:07:39
Beitrag drucken  
@xila:

Quote:
Man merkt, daß dich bei diesem Thema doch vor allem die theoretische Seite beschäftigt hat.


Nöö, absolut gar nicht. Ich unterrichte nur seit 1 Jahr junge Erwachsene mit und ohne Haupt- und Realschubabschluß ... und hatte es davor 1 Jahr lang mit Examenskandidaten und Doktoranden zu tun ...

Quote:
Mir reichen ja schon die Praktikumsanfragen, die ich von Zeit zu Zeit von Studentinnen bekomme ... Die meisten kommen nicht einmal auf die Idee, bei einer Praktikumsanfrage auch nur ihren vollen Namen mitzuteilen, sondern unterschreiben einfach mit "LG, Anja" oder so ähnlich.


Zu und zu entzückend.

Daß ich jetzt weiter nicht auf deinen Beitrag bzw. deine Fragen eingehe, hat übrigens nur etwas damit zu tun, daß a) ich jetzt endlich was essen muß, b) dir ohnehin im Prinzip zustimme und c) wir ohnehin nicht zu sehr vom Thema dieses Threads abkommen dürfen.

"LG, Quiri"

« Zuletzt geändert: 19.07.10 um 20:08:24 von Quirinus »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Berlin-Mindplayer
God Member
****
Offline


420

Beiträge: 954
Mitglied seit: 19.02.07
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #69 - 19.07.10 um 19:11:17
Beitrag drucken  
und ich bin der Meinung: Laßt die Schulen selbst entscheiden!
Was spricht gegen eine Koexistenz zwischen dem klassischen 4 Klassen System und der Primärschule (heißt das so?) ...
Wichtig dabei ist doch nur dass der Quereinstieg funktioniert.
  
Zum Seitenanfang
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.998
Mitglied seit: 15.10.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #68 - 19.07.10 um 16:08:23
Beitrag drucken  
Quirinus schrieb on 19.07.10 um 13:36:07:
xila schrieb on 19.07.10 um 11:50:49:
Wie, frage ich dich, liebe Quirinus, soll es auf diese Weise denn überhaupt möglich sein, gerade in den wichtigen letzten beiden Grundschuljahren (da die ersten beiden ja zu einer Erweiterung der Kindergartenzeit geworden sind) ein vernünftiges Lernklima zu schaffen?


Unsere Politiker, denen die Bildung angeblich so wichtig ist, sollen gefälligst für kleinere Lerngruppen, mehr gut qualifizierte Lehrer und eine bessere Ausstattung aller Schulen sorgen.


Die Grundschulzeit zerfällt - wie jeder weiß, der schon einmal ein Kind durch die Grundschule gebracht hat - in zwei Zweijahreszeiträume. Im ersten dominiert das "spielerische Heranführen" an "spannende Themen", und jedes Kind soll gefälligst jeden Tag mächtig Spaß haben, und der zweite kreist dann größtenteils nur noch um den Übergang aufs Gymnasium - jedenfalls aus Elternblickwinkel. Was, bitte, sollen deine Lösungsvorschläge denn daran ändern?

Quote:
Quote:
Daß es die ELTERN sind, die um jeden, oft wirklich um JEDEN Preis ihr Kind unbedingt auf dem Gymnasium sehen wollen, um das zu wissen, brauche ich keine Experten, denn es ist meine eigene Erfahrung. Und ich habe auch gesehen, was das bei den Kindern oft an völlig überflüssiger Quälerei bedeutet. Ich bin überzeugt davon, ein Aufschub dieses Affentanzes um zwei Jahre wäre nicht nur dem Lernerfolg der Kinder in einer sehr wichtigen Lebensphase dienlich, sondern würde auch verhindern, daß ihnen Lebenszeit unnötig sauer gemacht wird.


Diesen Affentanz kann man mit der Primarstufe nicht beenden, sondern bloß verlängern.


Ich habe keinen Grund zur Annahme, daß sich die Gymnasiumspanik im Vorfeld dann von zwei auf vier Jahre verlängern würde. Und mit ein bißchen Glück würde es dafür sorgen, daß der Anteil der Eltern, die anschließend aus der Schullaufbahn ihrer Kinder eine Ganztagesbeschäftigung machen, um sie auch auf dem Gymnasium zu halten, sich ebenfalls verringert.

Quote:
Viel sinnvoller wäre es, die Grund-, Haupt- und Realschulen gleichermaßen gut auszustatten, überall für mehr gleichermaßen qualifizierte Lehrer sowie kleinere Lerngruppen zu sorgen, alle Lehrer gleichermaßen gut zu bezahlen und damit den ruinierten Ruf der allgemeinbildenden Schulen wiederherzustellen - zu dem im übrigen auch beigetragen hat, daß die unteren Einkommen immer weiter gesunken sind und schon deshalb viele Eltern bestrebt waren, ihre Kinder um jeden Preis aufs Gymnasium zu schicken: was letztlich nur dazu geführt hat, daß das Niveau der weiterbildenden Schulen bis hin zu den Universitäten immer weiter sank. Die Konsequenz? Inzwischen gibt es nicht nur Universitäten, sondern auch 'Elite-Universitäten'. Wie die 'Elite' beschaffen ist, die im In- oder Ausland solche Unis frequentiert, zeigen ja viele unserer 'Entscheider'. Herausragende geistige Fähigkeiten vermag ich in diesen Kreisen kaum zu entdecken - genausowenig wie bei den meisten mir bekannten Abiturienten oder Studenten.

Deshalb plädiere ich für ein Schulsystem, das allen den Erwerb einer soliden Allgemeinbildung ermöglicht und sicherstellt, daß alle Begabungen gleichermaßen gefördert werden, jede an ihrem Ort, aber nicht alle an einem, wo sie sich gegenseitig blockieren, wie es in zusammengewürfelten Lerngruppen der Fall ist: die ja nicht nur an den großen Herkunfts- und wissensbedingten Leistungsunterschieden zwischen den Schülern kranken, sondern heutzutage in ebenso hohem Maße daran, daß immer mehr Schüler Symptome dessen aufweisen, was man ADHS zu nennen pflegt - ganz unabhängig von ihrer formalen Intelligenz. Und diese Schüler sollen, wie von den Primarschulbefürwortern erträumt, eigenverantwortlich lernen? Schon wenn ich heutzutage das Wort "eigenverantwortlich" höre, klingeln bei mir alle Alarmglocken - geht es doch denen, die es so gern um Munde führen, in aller Regel nur darum, Kosten zu senken. Daß sie vorab oft eine Menge investieren, will gar nichts besagen. So war es bei Hartz IV, so ist es im Gesundheitswesen, und so wird es im Bildungsbereich sein. Ziel ist stets das, was unsere LOHAS als effizient betrachten. Und eine wirklich umfassende Allgemeinbildung, zu der auch eine umfassende (und der sozialen Bildung wie der Denkfähigkeit stets förderliche) musische Bildung für ausnahmslos jeden gehört, ist wohl das Letzte, was die LOHAS wirklich wollen. Wer es gelernt hat, mit seinem eigenen Verstande zu denken, der könnte ihnen ja gefährlich werden, so auch ihren Versuchen, mittels der Gesundheitspolitik und der ihnen plötzlich so lieben direkten Demokratie das Volk im Zaume zu halten.


Man merkt, daß dich bei diesem Thema doch vor allem die theoretische Seite beschäftigt hat.

Ehrlich gesagt, ich hätte vor allem gerne ein Verfahren, bei dem die Schulwahl nach Leistungsfähigkeit erfolgt. Es ist mir auch scheißegal, ob das die Eltern, die Lehrer oder meinetwegen ein Schamane entscheidet, solange es nicht weiter darauf hinausläuft, daß diejenigen, die am meisten Geld in die "Förderung" ihrer Kinder stecken, über die Schullaufbahnen aller bestimmen können.

Denn welches Kind, das so für die Schule lernt, wie wir das zu unserer Zeit getan haben, ist im heutigen Schulsystem denn noch "konkurrenzfähig" im Vergleich zu denen, die von ihren Eltern mit Lehrmaterialien aus dem "Nachmittagsmarkt" und zwei Nachmittagen Nachhilfe versorgt werden? Da werden mit viel Geld Standards gesetzt, bei denen eines nur noch eine geringe Rolle mehr spielt, nämlich das, was das Kind an Voraussetzungen mitbringt.

Wegen der kleinen Klassen: Wieviele Schüler waren eigentlich in deiner Klasse? Bei mir waren es 40. Irgendwie will es mir deshalb nicht in den Kopf, daß sich die personellen Möglichkeiten für guten Unterricht seit unserer Zeit verschlechtert haben sollen.

Ich bin auch gar nicht der Meinung, daß die Schule perfekte Lernvoraussetzungen bieten muß. Im Gegenteil, denn wo werden die Kinderlein denn später im Berufsleben kuschelige Idealbedingungen vorfinden? Ich habe es immer für einen nicht unwichtigen Teil der Schule gehalten, daß man sich auch mit diesem Mangel an Perfektion, zuweilen mit Ungerechtigkeiten und all diesem Kram auseinandersetzen muß.

Lehrpläne lassen sich verbessern, aber besonders wichtig finde ich, daß die Leistungen der Kinder untereinander realistisch vergleichbar sind, und da klemmt es derzeit eindeutig. Das, was verglichen wird, enthält zu viele Verzerrungsfaktoren, und am Ende kommen die Falschen mit dem System am besten zurecht. Warum wundern wir uns eigentlich, was für Armleuchter viele junge Akademiker in Wirklichkeit doch häufig sind?

Mir reichen ja schon die Praktikumsanfragen, die ich von Zeit zu Zeit von Studentinnen bekomme ... Die meisten kommen nicht einmal auf die Idee, bei einer Praktikumsanfrage auch nur ihren vollen Namen mitzuteilen, sondern unterschreiben einfach mit "LG, Anja" oder so ähnlich. Man fragt sich wirklich, wie sich solche Leute, wenn sie einmal fertigstudiert haben, im Berufsleben zurechtfinden werden.

  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Quirinus
God Member
****
Offline


711

Beiträge: 773
Mitglied seit: 05.01.08
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #67 - 19.07.10 um 15:57:26
Beitrag drucken  
Kaum hatt' ich geschrieben, daß bei mir alle Alarmglocken klingeln, wenn gewisse Leute von Eigenverantwortung reden, schon kam mir dieser Thread bzw. der im ersten Beitrag verlinkte Artikel des Lifestyle-Journalisten Ulf Poschardt unter die Augen.

An alle hier: unbedingt lesen! Schon die Überschrift sagt, woher der Wind weht.
« Zuletzt geändert: 19.07.10 um 15:58:42 von Quirinus »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Frotzler
God Member
****
Offline


El Fluppe - Nationaltrainer

Beiträge: 592
Mitglied seit: 25.02.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #66 - 19.07.10 um 15:33:09
Beitrag drucken  
Quirinus schrieb on 19.07.10 um 13:36:07:
[quote author=2637323F5E0 link=1278405188/59#59 date=1279540249]
Unsere Politiker, denen die Bildung angeblich so wichtig ist, sollen gefälligst für kleinere Lerngruppen, mehr gut qualifizierte Lehrer und eine bessere Ausstattung aller Schulen sorgen.


Und einen gewissen Tauchlehrer sollte man entlassen.  Zwinkernd


  



Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Quirinus
God Member
****
Offline


711

Beiträge: 773
Mitglied seit: 05.01.08
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #65 - 19.07.10 um 13:36:07
Beitrag drucken  
xila schrieb on 19.07.10 um 11:50:49:
Wie, frage ich dich, liebe Quirinus, soll es auf diese Weise denn überhaupt möglich sein, gerade in den wichtigen letzten beiden Grundschuljahren (da die ersten beiden ja zu einer Erweiterung der Kindergartenzeit geworden sind) ein vernünftiges Lernklima zu schaffen?


Unsere Politiker, denen die Bildung angeblich so wichtig ist, sollen gefälligst für kleinere Lerngruppen, mehr gut qualifizierte Lehrer und eine bessere Ausstattung aller Schulen sorgen.

Quote:
Daß es die ELTERN sind, die um jeden, oft wirklich um JEDEN Preis ihr Kind unbedingt auf dem Gymnasium sehen wollen, um das zu wissen, brauche ich keine Experten, denn es ist meine eigene Erfahrung. Und ich habe auch gesehen, was das bei den Kindern oft an völlig überflüssiger Quälerei bedeutet. Ich bin überzeugt davon, ein Aufschub dieses Affentanzes um zwei Jahre wäre nicht nur dem Lernerfolg der Kinder in einer sehr wichtigen Lebensphase dienlich, sondern würde auch verhindern, daß ihnen Lebenszeit unnötig sauer gemacht wird.


Diesen Affentanz kann man mit der Primarstufe nicht beenden, sondern bloß verlängern. Viel sinnvoller wäre es, die Grund-, Haupt- und Realschulen gleichermaßen gut auszustatten, überall für mehr gleichermaßen qualifizierte Lehrer sowie kleinere Lerngruppen zu sorgen, alle Lehrer gleichermaßen gut zu bezahlen und damit den ruinierten Ruf der allgemeinbildenden Schulen wiederherzustellen - zu dem im übrigen auch beigetragen hat, daß die unteren Einkommen immer weiter gesunken sind und schon deshalb viele Eltern bestrebt waren, ihre Kinder um jeden Preis aufs Gymnasium zu schicken: was letztlich nur dazu geführt hat, daß das Niveau der weiterbildenden Schulen bis hin zu den Universitäten immer weiter sank. Die Konsequenz? Inzwischen gibt es nicht nur Universitäten, sondern auch 'Elite-Universitäten'. Wie die 'Elite' beschaffen ist, die im In- oder Ausland solche Unis frequentiert, zeigen ja viele unserer 'Entscheider'. Herausragende geistige Fähigkeiten vermag ich in diesen Kreisen kaum zu entdecken - genausowenig wie bei den meisten mir bekannten Abiturienten oder Studenten.

Deshalb plädiere ich für ein Schulsystem, das allen den Erwerb einer soliden Allgemeinbildung ermöglicht und sicherstellt, daß alle Begabungen gleichermaßen gefördert werden, jede an ihrem Ort, aber nicht alle an einem, wo sie sich gegenseitig blockieren, wie es in zusammengewürfelten Lerngruppen der Fall ist: die ja nicht nur an den großen Herkunfts- und wissensbedingten Leistungsunterschieden zwischen den Schülern kranken, sondern heutzutage in ebenso hohem Maße daran, daß immer mehr Schüler Symptome dessen aufweisen, was man ADHS zu nennen pflegt - ganz unabhängig von ihrer formalen Intelligenz. Und diese Schüler sollen, wie von den Primarschulbefürwortern erträumt, eigenverantwortlich lernen? Schon wenn ich heutzutage das Wort "eigenverantwortlich" höre, klingeln bei mir alle Alarmglocken - geht es doch denen, die es so gern um Munde führen, in aller Regel nur darum, Kosten zu senken. Daß sie vorab oft eine Menge investieren, will gar nichts besagen. So war es bei Hartz IV, so ist es im Gesundheitswesen, und so wird es im Bildungsbereich sein. Ziel ist stets das, was unsere LOHAS als effizient betrachten. Und eine wirklich umfassende Allgemeinbildung, zu der auch eine umfassende (und der sozialen Bildung wie der Denkfähigkeit stets förderliche) musische Bildung für ausnahmslos jeden gehört, ist wohl das Letzte, was die LOHAS wirklich wollen. Wer es gelernt hat, mit seinem eigenen Verstande zu denken, der könnte ihnen ja gefährlich werden, so auch ihren Versuchen, mittels der Gesundheitspolitik und der ihnen plötzlich so lieben direkten Demokratie das Volk im Zaume zu halten.
« Zuletzt geändert: 19.07.10 um 13:36:46 von Quirinus »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #64 - 19.07.10 um 12:59:52
Beitrag drucken  
xila schrieb on 19.07.10 um 12:39:30:
Das würde aber nichts an der "Mein Kind MUSS unbedingt aufs Gymnasium"-Hysterie ändern, die spätestens nach Klasse 3 und bei manchen Eltern schon erheblich früher auftritt. Ich verstehe ja das, was die Eltern dazu antreibt, aber es führt dennoch in eine ganz falsche Richtung. 


stimmt, ich kenne manchen handwerker mit gutem hauptschul- oder realschulabschluß, der mehr verdient als so mancher jungakademiker und obendrein auch noch arbeitsplätze für andere mit seinem handwerks-gewerbe schafft.

was ist eigentlich so abartig daran, ein handwerk zu erlernen? so ein richtiger schneider, schuhmacher oder tischler, das sind doch tolle berufe. und wenn es mehr davon gäbe, wäre es für die breite masse vermutlich erschwinglicher individuellere kleidung und möbel zu kaufen, die lange halten, und die im bedarfsfall sogar repariert werden können.

das wäre mal was "nachhaltiges". ist aber vermutlich wieder nur die übliche sozialromantische träumerei.....
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.998
Mitglied seit: 15.10.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #63 - 19.07.10 um 12:39:30
Beitrag drucken  
perle schrieb on 19.07.10 um 12:08:20:
xila schrieb on 19.07.10 um 11:50:49:
Wie, frage ich dich, liebe Quirinus, soll es auf diese Weise denn überhaupt möglich sein, gerade in den wichtigen letzten beiden Grundschuljahren (da die ersten beiden ja zu einer Erweiterung der Kindergartenzeit geworden sind) ein vernünftiges Lernklima zu schaffen? 



das problem liegt woanders. nämlich in den ersten beiden grundschuljahren. wenn man dort nicht zügig beginnt, den kindern lesen, schreiben und die ersten grundrechenarten beizubringen ist eigentlich schon hopfen und malz verloren.

als meine tochter in der zweiten klasse war (1987) bekamen sie eine neue schülerin in die klasse, die zuvor in der damaligen DDR zur schule gegangen war. dieses mädchen konnte im gegensatz zu allen anderen kindern in der klasse schon ganze sätze schreiben, während sie selber immer noch großbuchstaben auf einzelne DinA4 bögen gemalt haben.

und seit 1987 ist ja keineswegs besser geworden, jedenfalls in berlin nicht. mein enkel geht jetzt zur schule, und da "unterrichten" jetzt die 2.klässler, die 1.klässler, während wiederum die 3.klässler die 2.klässler unterrichten und gleichzeitig von den 4.klässlern unterrichtet werden.

dieses system ist seit einigen jahren in berlin standard an grundschulen, und seit dieser zeit ist die zahl der "verweiler" (sitzenbleiben gibt es nicht mehr) um das 5-fache angestiegen.

und warum? nur weil man die schulen kaputtspart bis zum es-geht-nicht-mehr, und den leuten einreden will, wer bildung will, solle gefälligst zahlen, nur damit eine weitere lobby erfolge an ihre auftraggeber vermelden kann.


Das würde aber nichts an der "Mein Kind MUSS unbedingt aufs Gymnasium"-Hysterie ändern, die spätestens nach Klasse 3 und bei manchen Eltern schon erheblich früher auftritt. Ich verstehe ja das, was die Eltern dazu antreibt, aber es führt dennoch in eine ganz falsche Richtung.

Aus meiner Sicht ist an der Schule vieles verbesserungsbedürftig. Eine der Verbesserungen, die meinen Beifall fänden, wäre aber auch eine Verschiebung der Aufteilung in die weiterführenden Schulen. Zwei Jahre hin oder her bedeuten für den Schüler, der ggf. zum Objekt übertriebenen Ehrgeizes seiner Eltern wird, auch zwei Jahre Zuwachs an Eigenständigkeit und viel bessere Chancen, von ihnen nicht einfach plattgewalzt zu werden. 

  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #62 - 19.07.10 um 12:08:20
Beitrag drucken  
xila schrieb on 19.07.10 um 11:50:49:
Wie, frage ich dich, liebe Quirinus, soll es auf diese Weise denn überhaupt möglich sein, gerade in den wichtigen letzten beiden Grundschuljahren (da die ersten beiden ja zu einer Erweiterung der Kindergartenzeit geworden sind) ein vernünftiges Lernklima zu schaffen? 



das problem liegt woanders. nämlich in den ersten beiden grundschuljahren. wenn man dort nicht zügig beginnt, den kindern lesen, schreiben und die ersten grundrechenarten beizubringen ist eigentlich schon hopfen und malz verloren.

als meine tochter in der zweiten klasse war (1987) bekamen sie eine neue schülerin in die klasse, die zuvor in der damaligen DDR zur schule gegangen war. dieses mädchen konnte im gegensatz zu allen anderen kindern in der klasse schon ganze sätze schreiben, während sie selber immer noch großbuchstaben auf einzelne DinA4 bögen gemalt haben.

und seit 1987 ist ja keineswegs besser geworden, jedenfalls in berlin nicht. mein enkel geht jetzt zur schule, und da "unterrichten" jetzt die 2.klässler, die 1.klässler, während wiederum die 3.klässler die 2.klässler unterrichten und gleichzeitig von den 4.klässlern unterrichtet werden.

dieses system ist seit einigen jahren in berlin standard an grundschulen, und seit dieser zeit ist die zahl der "verweiler" (sitzenbleiben gibt es nicht mehr) um das 5-fache angestiegen.

und warum? nur weil man die schulen kaputtspart bis zum es-geht-nicht-mehr, und den leuten einreden will, wer bildung will, solle gefälligst zahlen, nur damit eine weitere lobby erfolge an ihre auftraggeber vermelden kann.
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #61 - 19.07.10 um 11:59:38
Beitrag drucken  
@ Quirinus,

danke für dein post.
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #60 - 19.07.10 um 11:57:57
Beitrag drucken  
Destruktor schrieb on 19.07.10 um 11:19:10:
LOHAS-Konsumenten sind beispielsweise Natur- und Outdoor-Urlauber, Kunden von Bioläden oder Biosupermärkten. Ihre Motive ähneln denen der Slow-Food-Bewegung, sie lehnen die „Geiz ist geil“-Mentalität strikt ab.


aber es ist ihnen scheißegal, ob die handgestreichelte baumwolle durch kinderhände gepflückt, oder das outdoor-equipment in schummrigen hinterhofbuden in 13-stunden schichten zusammengenäht wird. es ist ihnen auch scheißegal, wenn die verkäuferin im stylischen bioladen mit 5€/stunde brutto abgespeist wird, der staat unterstützt sie ja, wenn sie hilfe braucht. und wenn nicht, sparen staat und unternehmer.

oder ob der regenwald gerodet und dadurch ureinwohner vertrieben werden, nur damit man sich guten gewissens "biosprit" in den tank füllen kann.

alles scheißegal, aber wenn einem orang utan der fingernagel beim hangeln über die palmölplantagen abbricht -  dann ist aber weltuntergang angesagt.
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.998
Mitglied seit: 15.10.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #59 - 19.07.10 um 11:50:49
Beitrag drucken  
Ich muß zugeben, ich habe mich mit dieser Hamburger Sache nicht allzu eingehend befaßt. Meine Sympathien für den Teil, der jetzt gekippt wurde, beruhen ausschließlich auf meinen Erfahrungen aus der Schulzeit meines Sohnes.

Bei mir sind damals die Alarmglocken schon angegangen, als beim ersten Elternabend in Klasse 4 (oder war es womöglich sogar schon Klasse 3?) die Nachhilfe-Mafia massiv mit Werbematerialien aller Art vertreten war. Es war ziemlich auffallend, daß die Kinder aus der Klasse dann innerhalb kürzester Zeit verinnerlicht hatten, daß es eine Schande und ein Versagen sei, sollten sie keine Gymnasialempfehlung bekommen.

Der große Crash kam für viele Schüler, die ihr Ziel, oft tatsächlich mit viel Nachhilfe, erreicht und die ersten Jahre auf dem Gymi auch noch irgendwie durchgestanden hatten, spätestens in Klasse 8, wobei es sich meist eigentlich von Beginn an abgezeichnet hatte.

Wir reden hier von Kindern, die keineswegs freiwillig mehrere Jahre Drill hinter sich hatten und am Ende oft dennoch mit dem Gefühl fertigwerden mußten, versagt zu haben.

Wie, frage ich dich, liebe Quirinus, soll es auf diese Weise denn überhaupt möglich sein, gerade in den wichtigen letzten beiden Grundschuljahren (da die ersten beiden ja zu einer Erweiterung der Kindergartenzeit geworden sind) ein vernünftiges Lernklima zu schaffen?

Daß es die ELTERN sind, die um jeden, oft wirklich um JEDEN Preis ihr Kind unbedingt auf dem Gymnasium sehen wollen, um das zu wissen, brauche ich keine Experten, denn es ist meine eigene Erfahrung. Und ich habe auch gesehen, was das bei den Kindern oft an völlig überflüssiger Quälerei bedeutet. Ich bin überzeugt davon, ein Aufschub dieses Affentanzes um zwei Jahre wäre nicht nur dem Lernerfolg der Kinder in einer sehr wichtigen Lebensphase dienlich, sondern würde auch verhindern, daß ihnen Lebenszeit unnötig sauer gemacht wird.
  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Destruktor
God Member
****
Offline



Beiträge: 874
Mitglied seit: 12.04.09
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #58 - 19.07.10 um 11:19:10
Beitrag drucken  
Quirinus schrieb on 19.07.10 um 10:39:45:
Die Sache mit der Hamburger Schulreform ist wirklich ein ganz besonderes Lehrstück, und zwar insbesondere über politische Propaganda. Die Reformbefürworter inkl. eines Teils der CDU und allen voran die Grünen, die SPD und die Linkspartei haben sich als 'fortschrittlich' und 'sozial' dargestellt und die Reformgegner als 'elitär' gebrandmarkt. Bei den Reformern aber handelt sich im großen und ganzen um dieselben Kreise, die massive Rauchverbote durchzusetzen versuchen: nämlich um die sog. LOHAS, die sich so gern einen sozialen Anstrich geben, aber tätsächlich meist nur anderen ihr Weltbild, ihren Lifestyle und ihr Effizienzdenken aufzwingen wollen. Deshalb auch war die Bildungspolitik stets ihr ganz besonderes Steckenpferd, hat sich doch mit deren Hilfe immer wieder das Volk ködern lassen. Doch die Gesamtschulen und die massenhafte Schließung von Gymnasien dienten letztlich nur der Kostenersparnis, die Rechtschreibreform wurde nur zu einem gigantischen Geschäft für einige Verlage, und die Entwicklung nach Einführung der Primarschule würde mit Sicherheit auch diesmal bestätigen, was die Reformgegner einzuwenden haben: daß sich gesellschaftliche Probleme nicht durch Schulexperimente wie die angestrebten lösen lassen, sondern höchstens noch verschärfen. Ohne dies vertiefen zu wollen, weise ich nur auf die oben von mir verlinkten Seiten mit den Argumenten hin und sage:

Bei den meisten heutigen politischen Auseinandersetzungen geht es nicht darum, die Bedürfnisse des Volkes gegen eine reaktionäre Elite durchzusetzen, so wie es z.T. noch um 1970 war, sondern es geht darum, daß eine neue 'grüne' Elite sich gegen die alte durchsetzen will und dabei auch recht erfolgreich ist. Dementsprechend werden die Grünen von den meisten ihrer Wähler, ja sogar von vielen halbwegs gebildeten Nichtwählern noch immer für besonders sozial, ja sogar 'links' gehalten - so daß alles, was sie politisch anstreben, als dem Zusammenleben der Menschen förderlich gilt: und dazu zählen auch die absoluten Rauchverbote. Was die Grünen, die SPD und die Linkspartei fordern, kann doch gar nicht schlecht und gar nicht antisozial sein, gelle? Ihr Engaement für die Schulreform hat es doch gezeigt, gelle?

Darauf sollte keiner hereinfallen. Letztlich liegt der Forderung nach einer sechsjährigen Primarschule für alle und der Abschaffung des Elternwahlrechts das gleiche Menschenbild zugrunde wie den Rauchverboten. Nicht mehr die Bürger selbst, sondern Experten sollen darüber entscheiden, was gut für sie und ihre Kinder ist. Experten halten es für richtig, Kinder, die gut lesen und schreiben können und begabt und lernbegierig sind (das gilt nicht allemal die Sprößlinge der Mittelschicht!), sechs Jahre lang mit Analphabeten und ADHS-Kindern in den gleichen Schulen und Lerngruppen zusammenzupferchen; und Experten halten es für richtig, alle ausgehfreudigen Erwachsenen in die gleichen sterilen Restaurants, Diskotheken und Kneipen hineinzuzwingen. Wer ihnen entgegenhält, daß die Menschen unterschiedlich seien und auf diese Bedürfnisse innerhalb wie außerhalb der Schule eingegangen werden müsse, der wird heute mal als 'elitär' diffamiert, mal als 'prollig' - je nachdem, wie's gerade paßt. Als 'sozial' hingegen gilt jeder, der alles nachbetet, was die LOHAS quer durch alle Parteien uns predigen und was letztlich dem Ziel dient, die Masse der Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft einander gleich zu machen, damit sich einige wenige Reiche (ob Angehörige des alten Geldadels oder Emporkömmlinge) ungestört ihrer ganz besonderen Gleichheit erfreuen können.









LOHAS ist ein Akronym für „Lifestyle of Health and Sustainability“ (Lebensstil für Gesundheit und Nachhaltigkeit). Es steht für einen Lebensstil oder Konsumententyp, der durch sein Konsumverhalten und gezielte Produktauswahl Gesundheit und Nachhaltigkeit fördern will.

Häufig handelt es sich um Personen mit überdurchschnittlichem Einkommen.[1] In den Vereinigten Staaten sollen ungefähr 30 Prozent der Verbraucher diesem Typ entsprechen, in Deutschland etwa 15 Prozent. LOHAS-Konsumenten sind beispielsweise Natur- und Outdoor-Urlauber, Kunden von Bioläden oder Biosupermärkten. Ihre Motive ähneln denen der Slow-Food-Bewegung, sie lehnen die „Geiz ist geil“-Mentalität strikt ab.




In meinem Verwandtenkreis habe ich es leider mit einigen dieser "LOHAS" zu tun.

Sie sind von einer "Mission" beseelt, andere von ihren Ideen zu überzeugen. Manchmal habe ich den Eindruck, daß diese Leute früher die glühendsten Nationalsozialisten gewesen wären.



http://de.wikipedia.org/wiki/LOHAS
« Zuletzt geändert: 19.07.10 um 11:21:51 von Destruktor »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
evarix
Senior Member
*****
Offline


Den Dingen auf den Grund
gehen...

Beiträge: 1.072
Standort: Berlin
Mitglied seit: 07.05.08
Geschlecht: weiblich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #57 - 19.07.10 um 10:51:54
Beitrag drucken  
Ganz herzlichen Dank für diesen Beitrag, Quirinus,

mit dem Du mir aus der Seele sprichst!

Gruß

evarix
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Quirinus
God Member
****
Offline


711

Beiträge: 773
Mitglied seit: 05.01.08
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #56 - 19.07.10 um 10:39:45
Beitrag drucken  
Die Sache mit der Hamburger Schulreform ist wirklich ein ganz besonderes Lehrstück, und zwar insbesondere über politische Propaganda. Die Reformbefürworter inkl. eines Teils der CDU und allen voran die Grünen, die SPD und die Linkspartei haben sich als 'fortschrittlich' und 'sozial' dargestellt und die Reformgegner als 'elitär' gebrandmarkt. Bei den Reformern aber handelt sich im großen und ganzen um dieselben Kreise, die massive Rauchverbote durchzusetzen versuchen: nämlich um die sog. LOHAS, die sich so gern einen sozialen Anstrich geben, aber tätsächlich meist nur anderen ihr Weltbild, ihren Lifestyle und ihr Effizienzdenken aufzwingen wollen. Deshalb auch war die Bildungspolitik stets ihr ganz besonderes Steckenpferd, hat sich doch mit deren Hilfe immer wieder das Volk ködern lassen. Doch die Gesamtschulen und die massenhafte Schließung von Gymnasien dienten letztlich nur der Kostenersparnis, die Rechtschreibreform wurde nur zu einem gigantischen Geschäft für einige Verlage, und die Entwicklung nach Einführung der Primarschule würde mit Sicherheit auch diesmal bestätigen, was die Reformgegner einzuwenden haben: daß sich gesellschaftliche Probleme nicht durch Schulexperimente wie die angestrebten lösen lassen, sondern höchstens noch verschärfen. Ohne dies vertiefen zu wollen, weise ich nur auf die oben von mir verlinkten Seiten mit den Argumenten hin und sage:

Bei den meisten heutigen politischen Auseinandersetzungen geht es nicht darum, die Bedürfnisse des Volkes gegen eine reaktionäre Elite durchzusetzen, so wie es z.T. noch um 1970 war, sondern es geht darum, daß eine neue 'grüne' Elite sich gegen die alte durchsetzen will und dabei auch recht erfolgreich ist. Dementsprechend werden die Grünen von den meisten ihrer Wähler, ja sogar von vielen halbwegs gebildeten Nichtwählern noch immer für besonders sozial, ja sogar 'links' gehalten - so daß alles, was sie politisch anstreben, als dem Zusammenleben der Menschen förderlich gilt: und dazu zählen auch die absoluten Rauchverbote. Was die Grünen, die SPD und die Linkspartei fordern, kann doch gar nicht schlecht und gar nicht antisozial sein, gelle? Ihr Engaement für die Schulreform hat es doch gezeigt, gelle?

Darauf sollte keiner hereinfallen. Letztlich liegt der Forderung nach einer sechsjährigen Primarschule für alle und der Abschaffung des Elternwahlrechts das gleiche Menschenbild zugrunde wie den Rauchverboten. Nicht mehr die Bürger selbst, sondern Experten sollen darüber entscheiden, was gut für sie und ihre Kinder ist. Experten halten es für richtig, Kinder, die gut lesen und schreiben können und begabt und lernbegierig sind (das gilt nicht allemal die Sprößlinge der Mittelschicht!), sechs Jahre lang mit Analphabeten und ADHS-Kindern in den gleichen Schulen und Lerngruppen zusammenzupferchen; und Experten halten es für richtig, alle ausgehfreudigen Erwachsenen in die gleichen sterilen Restaurants, Diskotheken und Kneipen hineinzuzwingen. Wer ihnen entgegenhält, daß die Menschen unterschiedlich seien und auf diese Bedürfnisse innerhalb wie außerhalb der Schule eingegangen werden müsse, der wird heute mal als 'elitär' diffamiert, mal als 'prollig' - je nachdem, wie's gerade paßt. Als 'sozial' hingegen gilt jeder, der alles nachbetet, was die LOHAS quer durch alle Parteien uns predigen und was letztlich dem Ziel dient, die Masse der Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft einander gleich zu machen, damit sich einige wenige Reiche (ob Angehörige des alten Geldadels oder Emporkömmlinge) ungestört ihrer ganz besonderen Gleichheit erfreuen können.
« Zuletzt geändert: 19.07.10 um 10:41:03 von Quirinus »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.998
Mitglied seit: 15.10.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #55 - 19.07.10 um 07:54:55
Beitrag drucken  
58 zu 42 Prozent, das war fast genauso deutlich wie beim Volksentscheid in Bayern. Auch die Wahlbeteiligung lag mit 39 Prozent nicht viel höher. Daß eine elitär orientierte Bewegung sich durchgesetzt hat, ist an der Wahlbeteiligung der einzelnen Stadtbezirke mühelos zu erkennen.

http://statistik-nord.de/fileadmin/maps/referendum_hh_2010/atlas.html

War das in Bayern womöglich genauso? Und bedeutet das, Volksentscheide sorgen generell eher für eine Durchsetzung der Interessen elitärer Minderheiten, weil diese ihrem politischen Willen einfach eher Ausdruck verleihen?

Für einen eventuellen Volksentscheid über das Rauchverbot in Hamburg sollte eine Gegenkampagne sehr genau und mit Berücksichtigung dieser Tatsache geplant werden. Es ist offensichtlich so, daß die Verliererseite beim bayerischen Volksentscheid mit den Mitteln für die "politisch Aktiven und Interessierten" von vornherein schwerer mobilisierbar war. Es müssen wohl generelle verstärkt andere Mittel gesucht werden, um eine Dominanz der Eliten durch Volksentscheide verhindern zu können.

Von der Sache her tut es mir eigentlich leid, daß dieser Volksentscheid so ausgegangen ist. Aber den Grünen gönne ich den Reinfall natürlich schon, und lehrreich war die Sache außerdem auch.
  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Destruktor
God Member
****
Offline



Beiträge: 874
Mitglied seit: 12.04.09
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #54 - 18.07.10 um 22:26:54
Beitrag drucken  
perle schrieb on 18.07.10 um 22:00:49:
Destruktor schrieb on 18.07.10 um 21:38:18:
VE ist unter anderem auch auf Betreiben der Grünen verbindlich


irgendwie sagt mir mein bauchgefühl (nur das zählt bei den grünInnen), daß man schon jetzt überlegt, wie man diesen "fehler" wieder beheben kann.







Die Pläne galten als zentrales Prestigeprojekt des schwarz-grünen Senats, der seit 2008 in Hamburg regiert. Das Ergebnis des Volksentscheids ist bindend, die übrigen Bestandteile der Schulreform sind davon aber nicht betroffen und können umgesetzt werden.



Gut möglich, die Grünen leben in ihrer eigenen Welt, wenn die Realität nicht paßt, wird sie eben passend gemacht.



http://de.news.yahoo.com/2/20100718/tts-hamburger-senat-verliert-volksentsch-c1b...
« Zuletzt geändert: 19.07.10 um 09:48:23 von Destruktor »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #53 - 18.07.10 um 22:00:49
Beitrag drucken  
Destruktor schrieb on 18.07.10 um 21:38:18:
VE ist unter anderem auch auf Betreiben der Grünen verbindlich


irgendwie sagt mir mein bauchgefühl (nur das zählt bei den grünInnen), daß man schon jetzt überlegt, wie man diesen "fehler" wieder beheben kann.
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Destruktor
God Member
****
Offline



Beiträge: 874
Mitglied seit: 12.04.09
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #52 - 18.07.10 um 21:38:18
Beitrag drucken  
perle schrieb on 18.07.10 um 21:24:22:
weiß jemand ob der VE verbindlich für den hamburger senat ist? so weit ich weiß, gibt es bundesländer in denen die politik das einfach ignorieren kann. berlin ist so eins. wenn ein VE nicht paßt, dann reagiert auch politik nicht.





Kam gerade in den Tagesthemen :

VE ist unter anderem auch auf Betreiben der Grünen verbindlich.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #51 - 18.07.10 um 21:24:22
Beitrag drucken  
weiß jemand ob der VE verbindlich für den hamburger senat ist? so weit ich weiß, gibt es bundesländer in denen die politik das einfach ignorieren kann. berlin ist so eins. wenn ein VE nicht paßt, dann reagiert auch politik nicht.
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Destruktor
God Member
****
Offline



Beiträge: 874
Mitglied seit: 12.04.09
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #50 - 18.07.10 um 20:54:19
Beitrag drucken  
Berlin-Mindplayer schrieb on 18.07.10 um 20:31:51:
irgendwie hat das was..mit dem Hamburger Volksbegehren gegen die Schulreform Smiley
Das Volksbehren scheint erfolgreich zu sein, die Zahlen dürften in etwa so aussehen wir beim bayrischen Volksbegehren: so im Bereich 60:40 bei einer bayrischen Wahlbeteiligung.
Bin mal gespannt ob die Grünen, deren Prestigeobjekt ja damit zerstört wird, immer noch so begeistert von der angeblichen Basisdemokratie sind.
Interessant dabei ist dass der grüne Kuschelpartner ÖDP die gegenteilige Position der Grünen eingenommen hat und zu Ja Stimmen aufruft.
Daher wird spannend ob die Grünen das nächste Volksentscheid Projekt der ÖDP immer noch unterstützen.
Faktisch gesehen bleibt auch beim Schulreform Begehren eine Minderheit auf der Strecke, da die Gegner zum Teil ganz unverhohlen geordert hatten man möge seine eigenen Kinder so wenig wie möglich mit Kindern mit Migrationshintergrund zusammen unterrichten......
So hatte sich das sicher nicht vorgestellt ...





Sieht nach einem Erfolg des Volksbegehrens aus :


Hamburg (apn) Die geplante Schulreform in Hamburg ist am Widerstand der Bürger gescheitert. Beim einem Volksentscheid am Sonntag lagen die Reformgegner kurz nach 22.00 Uhr uneinholbar vorn. Bis 22.02 Uhr wurden 247.950 Stimmen für die Reformgegner gezählt. Damit war das nötige Quorum von 247.335 Stimmen überschritten.



Das wird den Grünen gar nicht schmecken.         Smiley


http://de.news.yahoo.com/1/20100718/tde-hamburger-stoppen-mit-volksentscheid-808...
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Berlin-Mindplayer
God Member
****
Offline


420

Beiträge: 954
Mitglied seit: 19.02.07
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #49 - 18.07.10 um 20:31:51
Beitrag drucken  
irgendwie hat das was..mit dem Hamburger Volksbegehren gegen die Schulreform Smiley
Das Volksbehren scheint erfolgreich zu sein, die Zahlen dürften in etwa so aussehen wir beim bayrischen Volksbegehren: so im Bereich 60:40 bei einer bayrischen Wahlbeteiligung.
Bin mal gespannt ob die Grünen, deren Prestigeobjekt ja damit zerstört wird, immer noch so begeistert von der angeblichen Basisdemokratie sind.
Interessant dabei ist dass der grüne Kuschelpartner ÖDP die gegenteilige Position der Grünen eingenommen hat und zu Ja Stimmen aufruft.
Daher wird spannend ob die Grünen das nächste Volksentscheid Projekt der ÖDP immer noch unterstützen.
Faktisch gesehen bleibt auch beim Schulreform Begehren eine Minderheit auf der Strecke, da die Gegner zum Teil ganz unverhohlen geordert hatten man möge seine eigenen Kinder so wenig wie möglich mit Kindern mit Migrationshintergrund zusammen unterrichten......
So hatte sich das sicher nicht vorgestellt ...
  
Zum Seitenanfang
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #48 - 18.07.10 um 18:41:46
Beitrag drucken  
hardl schrieb on 18.07.10 um 15:27:58:
Der elitäre Elternkreis wünscht dass seine Sprößlinge unter ihresgleichen bleiben. Der Aufwand den diese Minderheit dafür betreibt ist enorm.


das erinnert widerum an das volksbegehren "pro reli" in berlin. da war es auch eine kleine, zumeist zugewanderte elternschaft (vorzugsweise aus prenzl'berg und steglitz-zehlendorf) sehr aktiv. jeder zweite laternenpfahl war mit "pro reli" werbung bepflastert, und es gab im radio und im fernsehen werbespots mit größen wie arne friedrich und günter jauch (der aber in brandenburg lebt), das dürfte auch nicht billig gewesen sein.

am ende hat es "pro-reli" aber auch nichts genützt.

im vergleich dazu war die niederlage der genuss.ini in bezug aufs rauchen geradezu eine ehrenvolle niederlage, da der werbeaufwand der genuss.ini wahrscheinlich das budget der portokasse von pro-reli hatte.
« Zuletzt geändert: 18.07.10 um 18:43:12 von perle »  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #47 - 18.07.10 um 18:38:15
Beitrag drucken  
xila schrieb on 18.07.10 um 15:19:40:
Ach ja, unser Stuttgarter Obergrüner hatte kürzlich das Pech, wegen eines Abweichlers in den eigenen Reihen nicht zum Sozialbürgermeister gewählt zu werden. Der Bürgerwille werde mit Füßen getreten, jammert er jetzt herum. 


was gibt es denn da zu meckern? das ist politisches tagesgeschäft, wenn er das nicht aushalten kann, soll er umschulen auf gabelstaplerfahrer, das weitere emporkommen wöfles regelt dann der markt....
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Destruktor
God Member
****
Offline



Beiträge: 874
Mitglied seit: 12.04.09
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #46 - 18.07.10 um 15:49:58
Beitrag drucken  
xila schrieb on 18.07.10 um 15:19:40:
Ach ja, unser Stuttgarter Obergrüner hatte kürzlich das Pech, wegen eines Abweichlers in den eigenen Reihen nicht zum Sozialbürgermeister gewählt zu werden. Der Bürgerwille werde mit Füßen getreten, jammert er jetzt herum.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2561297_0_9223_--quot-buergerwille-wu...

Quote:
Werner Wölfle sprach gestern noch einmal von "der größten menschlichen Enttäuschung meines politischen Lebens". Er akzeptiere die Niederlage, empfinde es aber als niederträchtig, dass jene, die ihm eine persönliche Niederlage zufügen wollten, ihn hinterher gebeten hätten, die Wahl von Isabel Fezer sportlich zu nehmen.


Sorry, aber ich hoffe, das hat ihm RICHTIG wehgetan. Ich habe ihm seinen Amtsblattartikel zu den Heizpilzen vom November 2007 weder vergessen noch verziehen. Niederträchtig: Das trifft den Tenor seiner damaligen Einlassung haargenau, denn ich erinnere mich noch gut, in welcher Verzweiflung die Wirte teilweise waren, und wie er sich darüber glaubte auch noch lustig machen zu müssen.

Wenn einer es verdient hat, nach einer schmerzhaften Niederlage zusätzlich noch einen Tritt in die Weichteile zu bekommen, dann ist das Wölfle.









Um die Stuttgarter RaucherInnen macht Werner Wölfle sich keine Sorgen. „Das sind keine Weicheier. Wer im Winter aus dem Haus geht, um zu rauchen, zieht seinen Mantel an. Und wer Rauchen, Freiheit und Heizpilze in Zusammenhang bringt, ist im falschen Film. Willkommen im Marlborough-Land“.

Werner Wölfle Michael Kienzle





Sehr lustig !




http://www.domino1.stuttgart.de/grat/b90.nsf/7e666586c0e838b541256717006a1e7f/41...
« Zuletzt geändert: 18.07.10 um 16:09:22 von Destruktor »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
hardl
Full Member
***
Offline


203

Beiträge: 472
Mitglied seit: 16.12.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #45 - 18.07.10 um 15:27:58
Beitrag drucken  
Quirinus schrieb on 18.07.10 um 13:45:12:
In diesem Zusammenhang ist es höchst aufschlußreich, den heutigen Hamburger Volksentscheid über die Schulreform zu beobachten. Reuters meldet:

Quote:
Bis zum Mittag (12.30 Uhr) nahmen nach Angaben der Wahlbehörde rund 448.000 Hamburger und damit gut ein Drittel der Stimmberechtigten an der Abstimmung teil. Rund 22.000 davon suchten die Wahllokale auf, während 426.000 Hamburg ihre Stimme bereits per Brief abgegeben hatten.


Fast wünsche ich mir aus Prinzip, die Gegner der sechsjährigen Primarstufe möchten doch bitte erfolgreich sein: damit wir dann einmal sehen könnten, wie die Verlierer jammern, allen voran die Grünen. Es sei doch völlig undemokratisch, daß eine kleine und gutsituierte Minderheit der Mehrheit des Volkes ihren Willen aufzwinge ...


Über die Reform habe ich einen Bericht gesehen. Der elitäre Elternkreis wünscht dass seine Sprößlinge unter ihresgleichen bleiben. Der Aufwand den diese Minderheit dafür betreibt ist enorm.

Finanzielle Mittel gibt es ausreichend, Unterstützung von Personen mit Einfluss ebenfalls.

Ich glaube dass sich die Minderheit durchsetzt.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.998
Mitglied seit: 15.10.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #44 - 18.07.10 um 15:19:40
Beitrag drucken  
Ach ja, unser Stuttgarter Obergrüner hatte kürzlich das Pech, wegen eines Abweichlers in den eigenen Reihen nicht zum Sozialbürgermeister gewählt zu werden. Der Bürgerwille werde mit Füßen getreten, jammert er jetzt herum.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2561297_0_9223_--quot-buergerwille-wu...

Quote:
Werner Wölfle sprach gestern noch einmal von "der größten menschlichen Enttäuschung meines politischen Lebens". Er akzeptiere die Niederlage, empfinde es aber als niederträchtig, dass jene, die ihm eine persönliche Niederlage zufügen wollten, ihn hinterher gebeten hätten, die Wahl von Isabel Fezer sportlich zu nehmen.


Sorry, aber ich hoffe, das hat ihm RICHTIG wehgetan. Ich habe ihm seinen Amtsblattartikel zu den Heizpilzen vom November 2007 weder vergessen noch verziehen. Niederträchtig: Das trifft den Tenor seiner damaligen Einlassung haargenau, denn ich erinnere mich noch gut, in welcher Verzweiflung die Wirte teilweise waren, und wie er sich darüber glaubte auch noch lustig machen zu müssen.

Wenn einer es verdient hat, nach einer schmerzhaften Niederlage zusätzlich noch einen Tritt in die Weichteile zu bekommen, dann ist das Wölfle.
  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.998
Mitglied seit: 15.10.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #43 - 18.07.10 um 14:54:22
Beitrag drucken  
Ich bin echt gespannt auf den Ausgang, denn auch in Hamburg wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen prognostiziert, und auch hier gab es eine hohe Briefwahl-Beteiligung, während an den Wahlurnen wenig los war.

Gut möglich, daß die Hamburger Initiative bei einer ähnlichen Wahlbeteiligung ein ähnliches Ergebnis wie die Ja-Sager-Fraktion einfährt.

  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Quirinus
God Member
****
Offline


711

Beiträge: 773
Mitglied seit: 05.01.08
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #42 - 18.07.10 um 13:45:12
Beitrag drucken  
In diesem Zusammenhang ist es höchst aufschlußreich, den heutigen Hamburger Volksentscheid über die Schulreform zu beobachten. Reuters meldet:

Quote:
Bis zum Mittag (12.30 Uhr) nahmen nach Angaben der Wahlbehörde rund 448.000 Hamburger und damit gut ein Drittel der Stimmberechtigten an der Abstimmung teil. Rund 22.000 davon suchten die Wahllokale auf, während 426.000 Hamburg ihre Stimme bereits per Brief abgegeben hatten.


Fast wünsche ich mir aus Prinzip, die Gegner der sechsjährigen Primarstufe möchten doch bitte erfolgreich sein: damit wir dann einmal sehen könnten, wie die Verlierer jammern, allen voran die Grünen. Es sei doch völlig undemokratisch, daß eine kleine und gutsituierte Minderheit der Mehrheit des Volkes ihren Willen aufzwinge ...
« Zuletzt geändert: 18.07.10 um 13:48:49 von Quirinus »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
bom
Full Member
***
Offline


ProHausrecht

Beiträge: 288
Mitglied seit: 26.11.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #41 - 18.07.10 um 12:38:54
Beitrag drucken  
Destruktor schrieb on 18.07.10 um 09:54:45:
Mit Demokratie hat das Ganze sowieso nichts zu tun.


Aber mit Demokratur!
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Destruktor
God Member
****
Offline



Beiträge: 874
Mitglied seit: 12.04.09
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #40 - 18.07.10 um 09:54:45
Beitrag drucken  
Quirinus schrieb on 17.07.10 um 18:13:00:
@bom: Vielen Dank für deine Klarstellung. Nun bin ich erleichtert.

@perle: Ob den meisten 'Konservativen' Ziel & Zweck der Raucherhatz wirklich eher bewußt ist? Ich befürchte, daß die meisten Leute, quer durch alle politischen Lager (wozu ich auch das der Nichtwähler zähle), nicht begreifen, worum es bei der ganzen Sache wirklich geht. Wäre es anders, dann hatten sich im schwarzen Bayern viel mehr Stimmberechtigte am Volksentscheid beteiligt, und das Ergebnis wäre ein anderes gewesen. 





Nach meiner Einschätzung war dieser "Volksentscheid" ein Projekt der "Tabakkkontrolle", bei der Frankenberger nur vorgeschoben wurde.

Nun können sie behaupten, die "Mehrheit" des Volkes wolle es so und weitere Anti - Raucher - Maßnahmen in Angriff nehmen.

Mit Demokratie hat das Ganze sowieso nichts zu tun.
« Zuletzt geändert: 18.07.10 um 10:00:28 von Destruktor »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #39 - 17.07.10 um 19:52:05
Beitrag drucken  
Quirinus schrieb on 17.07.10 um 18:13:00:
Ob den meisten 'Konservativen' Ziel & Zweck der Raucherhatz wirklich eher bewußt ist?


also ich habe festgestellt, daß je älter ein konservativer/eine konservative ist, desto eher wird eine verbindung zu längst vergangenen deutschen zeiten gezogen, so um die 70 jahre, in etwa. und das nicht nur wegen der rauchverbote......
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Quirinus
God Member
****
Offline


711

Beiträge: 773
Mitglied seit: 05.01.08
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #38 - 17.07.10 um 18:13:00
Beitrag drucken  
@bom: Vielen Dank für deine Klarstellung. Nun bin ich erleichtert.

@perle: Ob den meisten 'Konservativen' Ziel & Zweck der Raucherhatz wirklich eher bewußt ist? Ich befürchte, daß die meisten Leute, quer durch alle politischen Lager (wozu ich auch das der Nichtwähler zähle), nicht begreifen, worum es bei der ganzen Sache wirklich geht. Wäre es anders, dann hatten sich im schwarzen Bayern viel mehr Stimmberechtigte am Volksentscheid beteiligt, und das Ergebnis wäre ein anderes gewesen.
« Zuletzt geändert: 17.07.10 um 18:19:22 von Quirinus »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #37 - 17.07.10 um 14:25:22
Beitrag drucken  
bom schrieb on 17.07.10 um 13:32:54:
Solchen Leuten erklären zu wollen, daß die Anti-Raucher-Propaganda mittlerweile faschistoide Züge annimmt, halte ich für aussichtlos.


ironischerweise schnallen das die meisten "konservativen" sofort.
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
bom
Full Member
***
Offline


ProHausrecht

Beiträge: 288
Mitglied seit: 26.11.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #36 - 17.07.10 um 13:32:54
Beitrag drucken  
Quirinus schrieb on 15.07.10 um 15:03:57:
Gehe ich recht in der Annahme, daß du mit "diese" wirklich alle Linken meinst?


Selbstverständlich nicht. Habe mich da unpräzise ausgedrückt.

Natürlich gehören nicht all diejenigen, die sich selbst als links bezeichnen oder von Dritten als links eingestuft werden, zu der Gruppe, die ich kritisiere und von der ich meine, daß sie für uns als Ansprechpartner ausscheidet.

Meine Kritik galt denjenigen Linken, die sich unter dem Antifa-Etikett versammeln und gleichzeitig den faschistoiden Charakter des ehemals real existierenden Sozialismus leugnen. Solchen Leuten erklären zu wollen, daß die Anti-Raucher-Propaganda mittlerweile faschistoide Züge annimmt, halte ich für aussichtlos.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Terrx
Senior Member
*****
Offline


Einheit in Vielfalt war
bis zur FCTC-Konvention

Beiträge: 1.861
Mitglied seit: 26.03.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #35 - 16.07.10 um 21:44:54
Beitrag drucken  
ChristophL schrieb on 16.07.10 um 19:09:11:
[quote author=764350564350574543220 link=1278405188/31#31 date=1279150407]
Und ich finde es auch gut, dass sich hier seit Jahren kritische Stimmen lagerübergreifend zusammenfinden.

Finde ich auch.
Politische Lagerkämpfe sind nicht unsere Angelegenheit, zumal jeder weiß daß die Lager oft austauschbar sind(z.B. von Bundesland zu Bundesland).
Und nun mal wieder zu Hamburg, bitte.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.416
Mitglied seit: 30.06.06
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #34 - 16.07.10 um 19:09:11
Beitrag drucken  
Tartaruga schrieb on 14.07.10 um 23:33:27:
Ich finde allerdings, dass die Bedeutung des Rauchens ein bisschen überschätzt wird, z.B. wenn Du schreibst: „Deshalb wurde der Kampf gegen das Rauchen und die Raucher seit jeher von jenen betrieben, die ein Interesse daran haben, das Volk aus religiösen und politischen Gründen zu kontrollieren.“ Na ja, auch Stalin war Raucher. Und in den islamischen Diktaturen wie Libyen oder Algerien wird überall geraucht. Letztes Jahr konnte ich noch gemütlich im Flughafen (!)von Algier gemeinsam mit einem Polizisten (!) eine Zigarette genießen. Aber klar, es geht um darum, dass die Menschen effektiv sind und sonst nichts. Ich habe mal irgendwo den Begriff „Privatisierung des Privaten“ gelesen: So wie der öffentliche Sektor (Stadtwerke, Krankenhäuser…) zunehmend privatisiert, also dem Profitsystem unterworfen wird, so ist die bislang private,arbeitsfreie Zeit auch nicht mehr „frei“, sondern soll der Fitness für besseres Arbeiten dienen. Jeder Arbeitnehmer soll leben wie ein Hochleistungssportler. So weit wohl Konsens. 



Die Bedeutung des Themas Rauchen ist aus mehreren Gründen kaum zu überschätzen:
- Es geht um eine sehr große Bevölkerungsgruppe weltweit, möglicherweise mehr als etwa alle Homosexuellen und Juden zusammengenommen
- Es geht um ein vielfach genutzte 'Kopiervorlage' für verwandte Themen wie Alkohol, Ernährung, Parfüm u.ä. Das Rezeptbuch der Tabakkontrolle wird mit leicht veränderten Zutaten in diesen Bereichen nachgekocht.

Historisch gesehen hat nur eine Minderheit der unterdrückerischen Systeme auch eine Art Tabakkontrolle betrieben. Der Umkehrschluss ist aber wahr: Tabakkontrolle ist Teil eines Unterdrückungssystems.

Mit "Profitsystem" und Arbeitnehmereffizienz hat das nur sehr bedingt zu tun. Es geht dem medzinisch-industriellen Komplex natürlich um die Profite, aber keineswegs um Effizienz oder gar echte Marktwirtschaft, dann könnten sie diese Profite nicht realisieren. Ohne Schulterschluss mit dem Staat könnten die im Bereich Tabakentwöhnung kaum was verdienen.
Da hängen heute zuviele 'Linke' oder auch immer noch religiös Konservative drin, als dass man das mit dem Wirtschaftsliberalismus in kausale Verbindung bringen könnte.


Tartaruga schrieb on 14.07.10 um 23:33:27:
Selbst wenn es zu einem neuen Faschismus kommt wird er mit Sicherheit nicht so aussehen wie der letzte. Vielleicht wird er so aussehen, wie Julie Zeh in „Corpus Delicti“ beschreibt: ein fürsorglich, repressives System, das sich auf modernste Überwachungstechniken stützt. Aber von einer faschistischen Entwicklung zu sprechen ist meines Erachtens zur Zeit eine ziemliche Spekulation und man sollte deswegen Leuten, die man überzeugen will, nicht sofort damit kommen.


Es gibt allen Anlass zu Befürchtungen. Das kann man auch "Leuten, die man überzeugen will" klarmachen, indem man die nächste Schritte aufzeigt, die sich im Ausland oder in nachlesbaren Plänen finden.

Ein "fürsorglich[es], repressives System" waren Drittes Reich und DDR auch. Wobei der Übergang vom Nanny State zum Bully State heute längst vollzogen ist.

bom schrieb on 15.07.10 um 11:25:16:
Gerade weil sich Geschichte nicht 1 zu 1 wiederholt und daher sowohl sog. "Antifaschisten" wie auch allgemein kritische Linke nicht erkennen oder zu erkennen bereit sind, daß sich Geschichte nie genau so, aber auf andere Weise und nicht minder gefährlich, wiederholen kann, ist die Anti-Raucher-Hetze so bedrohlich.

Hinzu kommt, daß diejenigen, die sich noch heute gern unter dem Etikett "Antifaschisten" versammeln, meist diejenigen sind, die z.B. die Totalität der kommunistischen Systeme völlig ausblenden und z.B. die DDR wegen ihrer angeblich klaren antifaschistischen Position noch heute loben.

Daß sich also die sog. "Antifaschisten" vornehmlich gegen Neonazis engagieren, um sich selbst als Gutmenschen zu fühlen, gleichzeitig den früheren kommunistischen Staatsterror ausblenden und Sympathie liberaler Kreise erheischen zu können, ist (psycho-)logisch. 


Dem schließe ich mich an.
Linke - jetzt mal absichtlich sehr pauschalisiert - sind nicht gegen Unterdrückung, sondern nur dagegen, dass sie unterdrückt werden statt umgekehrt  andere unterdrücken zu können. Die Kommunisten haben das sehr gut verstanden. Aber auch bei den Rot-Grünen unserer Tage ist das deutlich.
Aber selbstverständlich gibt es heutzutage auch viele Linke, die freiheitlich genug sind, dass sie mit Sanitarismus so gar nichts anfangen können.

Quirinus schrieb on 15.07.10 um 15:03:57:
Nur haben sich viele leider noch nicht mit der Rolle der sog. Gesundheitspolitik befaßt. Das könnte sich ändern, und das muß sich ändern. Es wird sich aber nur sehr wenig ändern, wenn die Raucherbewegung sich spalten läßt oder, noch schlimmer! sich selbst schwächt, indem sie alle Linken unter Generalverdacht stellt, während die Antis schlau genug sind, ihrer Sache zuliebe über alle politischen und weltanschaulichen Grenzen hinweg miteinander zu kooperieren. 


Auch das ist absolut richtig. Die Prohibionisten sind traditionell eine Mischung aus religiös Konservativen und 'Progressiven'.
Dementsprechend tun wir als Bewegung gut daran, nicht links noch rechts zu sein, sondern einem gemeinsamen Ziel zu folgen.
Meines Wissen hat das Netzwerk Rauchen mal einen berüchtigen Rechtsextremen nicht als Mitglied aufgenommen, ist sonst aber offen. Selbstverständlich auch für Angehörige der Linkspartei, von denen wir ein paar haben. (Schau z.B. hier)
Und ich finde es auch gut, dass sich hier seit Jahren kritische Stimmen lagerübergreifend zusammenfinden.

Ich werde hier im Forum aber weiterhin bestimmte 'rechte' und 'linke' Meinungen angreifen, wenn ich finde, dass diese nicht unkommentiert stehen bleiben sollten bzw. den Fakten oder der Haltung unserer Bewegung widersprechen.

« Zuletzt geändert: 16.07.10 um 19:16:34 von ChristophL »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Quirinus
God Member
****
Offline


711

Beiträge: 773
Mitglied seit: 05.01.08
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #33 - 15.07.10 um 15:03:57
Beitrag drucken  
bom schrieb on 15.07.10 um 11:25:16:
Gerade weil sich Geschichte nicht 1 zu 1 wiederholt und daher sowohl sog. "Antifaschisten" wie auch allgemein kritische Linke nicht erkennen oder zu erkennen bereit sind, daß sich Geschichte nie genau so, aber auf andere Weise und nicht minder gefährlich, wiederholen kann, ist die Anti-Raucher-Hetze so bedrohlich.

Hinzu kommt, daß diejenigen, die sich noch heute gern unter dem Etikett "Antifaschisten" versammeln, meist diejenigen sind, die z.B. die Totalität der kommunistischen Systeme völlig ausblenden und z.B. die DDR wegen ihrer angeblich klaren antifaschistischen Position noch heute loben.

Daß sich also die sog. "Antifaschisten" vornehmlich gegen Neonazis engagieren, um sich selbst als Gutmenschen zu fühlen, gleichzeitig den früheren kommunistischen Staatsterror ausblenden und Sympathie liberaler Kreise erheischen zu können, ist (psycho-)logisch.

Aus diesem Forum würde ich niemandem eine solche Gesinnung unterstellen.

Daß sie unter Linken aber immer noch (seit den Siebzigern) weit verbreitet ist, sollte uns zeigen, daß diese keine Ansprechpartner für uns sind.


Gehe ich recht in der Annahme, daß du mit "diese" wirklich alle Linken meinst? Falls ja, dann möchte ich folgendes zu bedenken geben:

1. Die Gleichung 'Linke = 5. Kolonne Moskaus' bzw. 'Linke = SED-Sympathisanten' wurde und wird zu demselben Zweck verbreitet wie die Gleichung "Netzwerk Rauchen = 5. Kolonne der Tabakindustrie". Würde das Netzwerk Rauchen alle Linken ausgrenzen, hätten die Antis bereits gewonnen. Im übrigen müßten dann auch Forenteilnehmer wie ich sofort ausgeschlossen werden. Vorausgesetzt, daß ich mich in eine Schublade einordnen müßte, wäre das nämlich die linke. Doch ich habe etwas dagegen, Menschen in Schubladen hineinzuzwingen, und das habe ich mit vielen Linken gemeinsam, ob sie nun parteilos sind oder Mitglied der Linkspartei, in der es ein genauso breites Meinungsspektrum gibt wie in anderen Parteien auch. Das kann ich mit Sicherheit sagen, da ich diverse Mitglieder der Linkspartei wie auch der Grünen und der SPD persönlich gut kenne. Ich selbst war und bin übrigens parteilos - wie so viele mir bekannte Linke.

2. So wie es "die" Linke nicht gibt, existieren auch "die" Antifaschisten nicht. Diejenigen, die du meinst, sind nur ein kleiner und (im wahrsten Sinne des Wortes:) allmählich aussterbender Teil des Teil des Antifa-Spektrums; und die penetrantesten Gutmenschen aus diesem Spektrum sind nicht etwa diejenigen, die man mit "Moskau" in Verbindung bringen könnte, sondern seit 1989 die sog. Antideutschen.

3. Daß - wie du schreibst - "auch allgemein kritische Linke nicht erkennen oder zu erkennen bereit sind, daß sich Geschichte nie genau so, aber auf andere Weise und nicht minder gefährlich, wiederholen kann", stimmt definitiv nicht. Fast alle mir persönlich gut bekannten Linken denken in diesem Punkt nicht anders als du. Nur haben sich viele leider noch nicht mit der Rolle der sog. Gesundheitspolitik befaßt. Das könnte sich ändern, und das muß sich ändern. Es wird sich aber nur sehr wenig ändern, wenn die Raucherbewegung sich spalten läßt oder, noch schlimmer! sich selbst schwächt, indem sie alle Linken unter Generalverdacht stellt, während die Antis schlau genug sind, ihrer Sache zuliebe über alle politischen und weltanschaulichen Grenzen hinweg miteinander zu kooperieren.




  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
bom
Full Member
***
Offline


ProHausrecht

Beiträge: 288
Mitglied seit: 26.11.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #32 - 15.07.10 um 11:25:16
Beitrag drucken  
Tartaruga schrieb on 14.07.10 um 23:33:27:
Was nun die Ausrottung der Raucher angeht: ich wundere mich seit Jahren, dass sich die Linke in ihrem Antifaschismus weitgehend auf Neonazis konzentriert. ... ...
Aber für mich ist klar, dass sich Geschichte nie eins zu eins wiederholt. ... ... Ich wundere mich aber, dass selbst hier im Forum offenbar einige meinen, was sich im dritten Reich abgespielt hat, würde sich genauso wiederholen, nur dass die Opfer jetzt nicht mehr die Juden, sondern die Raucher seien.  ...


Richtig, die Geschichte wird sich nie 1 zu 1 wiederholen. Aber wesentliche Argumentations- und Verhaltensmuster wiederholen sich:
Wenn ein Jude im 19. Jahrhundert meist noch die Chance hatte, durch Konvertierung zum Christentum aus der Schußlinie von Antisemiten zu kommen, war das im Dritten Reich bekanntlich nicht mehr möglich. Wie Goldhagen in "Hitlers willige Vollstrecker" im einzelnen beschreibt, hatte sich der Antisemitismus des 19. Jahrhunderts ab Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem eliminatorischen Antisemitismus radikalisiert.
Wir werden genau hinsehen müssen. Aber wenn man neuere US-Studien zur dauerhaften Genveränderung infolge Rauchens sieht, wird man nicht lange auf Anti-Raucher-Propaganda mit ebenfalls eliminatorischem Chartakter warten müssen.

Mehr dazu an anderer Stelle in diesem Forum:

http://forum.netzwerk-rauchen.de/cgi-bin/YaBB.pl?num=1279188614

Gerade weil sich Geschichte nicht 1 zu 1 wiederholt und daher sowohl sog. "Antifaschisten" wie auch allgemein kritische Linke nicht erkennen oder zu erkennen bereit sind, daß sich Geschichte nie genau so, aber auf andere Weise und nicht minder gefährlich, wiederholen kann, ist die Anti-Raucher-Hetze so bedrohlich.

Hinzu kommt, daß diejenigen, die sich noch heute gern unter dem Etikett "Antifaschisten" versammeln, meist diejenigen sind, die z.B. die Totalität der kommunistischen Systeme völlig ausblenden und z.B. die DDR wegen ihrer angeblich klaren antifaschistischen Position noch heute loben.

Daß sich also die sog. "Antifaschisten" vornehmlich gegen Neonazis engagieren, um sich selbst als Gutmenschen zu fühlen, gleichzeitig den früheren kommunistischen Staatsterror ausblenden und Sympathie liberaler Kreise erheischen zu können, ist (psycho-)logisch.

Aus diesem Forum würde ich niemandem eine solche Gesinnung unterstellen.

Daß sie unter Linken aber immer noch (seit den Siebzigern) weit verbreitet ist, sollte uns zeigen, daß diese keine Ansprechpartner für uns sind.
« Zuletzt geändert: 15.07.10 um 11:27:06 von bom »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Tartaruga
Junior Member
**
Offline


Hallo

Beiträge: 59
Mitglied seit: 07.04.09
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #31 - 14.07.10 um 23:33:27
Beitrag drucken  
Liebe Quirinus,
im Großen und Ganzen gebe ich Dir ja völlig recht in Deiner Analyse. Ich finde allerdings, dass die Bedeutung des Rauchens ein bisschen überschätzt wird, z.B. wenn Du schreibst: „Deshalb wurde der Kampf gegen das Rauchen und die Raucher seit jeher von jenen betrieben, die ein Interesse daran haben, das Volk aus religiösen und politischen Gründen zu kontrollieren.“ Na ja, auch Stalin war Raucher. Und in den islamischen Diktaturen wie Libyen oder Algerien wird überall geraucht. Letztes Jahr konnte ich noch gemütlich im Flughafen (!)von Algier gemeinsam mit einem Polizisten (!) eine Zigarette genießen. Aber klar, es geht um darum, dass die Menschen effektiv sind und sonst nichts. Ich habe mal irgendwo den Begriff „Privatisierung des Privaten“ gelesen: So wie der öffentliche Sektor (Stadtwerke, Krankenhäuser…) zunehmend privatisiert, also dem Profitsystem unterworfen wird, so ist die bislang private,  arbeitsfreie Zeit auch nicht mehr „frei“, sondern soll der Fitness für besseres Arbeiten dienen. Jeder Arbeitnehmer soll leben wie ein Hochleistungssportler. So weit wohl Konsens. Du schreibst weiter: „Aufklärung und Gegenaufklärung sind also in unserer heutigen sog. Informationsgesellschaft so eng miteinander verbunden wie nie zuvor. Eben deshalb würden wir uns verzetteln, gingen wie immer wieder in allen Einzelheiten auf alle Argumente ein. Das sollten wir nur gegenüber Leuten tun, die wirklich offen dafür sind.“ Genau um diese geht’s mir. Ich kenne eine Menge Leute, die eigentlich nichts dagegen haben, dass man raucht, wenn’s nicht grade in ihrem Schlafzimmer ist. Sie finden es auch ok, dass es Raucher- und Nichtraucherkneipen gibt. Sie sind aber verunsichert, weil inzwischen unwidersprochen behauptet wird, das sogar geringste Mengen von Passivrauch zum Beispiel bei Kellnern heftigste Gesundheitsschäden hervorrufen.  Ich finde, da muß man zunächst mal sachlich aufklären, dann kann man später darauf zu sprechen kommen, was hinter dieser ganzen Bewegung steckt. Dass hier im Forum dazu gute Arbeit geleistet wurde, weiß ich sehr wohl zu schätzen.

Nehmen wir doch mal die Klimakatastrophe, die ja auch stark religiösen Charakter hat. Babylon und die strafende Sintflut. Wenn man den Leuten sagt, dass die ganze Flut selbst nach Aussagen des Weltklimarats ca. 40cm bis 2100 betragen wird, während der Weserdeich, auf dem ich sitze, ca. 10 m hoch ist, gibt’s in der Regel eine große Überraschung und Verunsicherung. Die ist aber – glaube ich  - die Vorraussetzung dafür, dass die Leute anfangen nachzudenken, was hinter der Hysteriekampagne stecken könnte.

Was nun die Ausrottung der Raucher angeht: ich wundere mich seit Jahren, dass sich die Linke in ihrem Antifaschismus weitgehend auf Neonazis konzentriert. Es ist zweifellos richtig und wichtig, dass die gelegentlich eins auf die Mütze bekommen, schon um die ausländischen Mitbürger zu schützen. Aber für mich ist klar, dass sich Geschichte nie eins zu eins wiederholt. Dass noch mal eine komische Figur wie Hitler die Massen begeistern würde und grölende Horden mit Hakenkreuzfahnen durch die Straßen ziehen, ist abwegig. Ich wundere mich aber, dass selbst hier im Forum offenbar einige meinen, was sich im dritten Reich abgespielt hat, würde sich genauso wiederholen, nur dass die Opfer jetzt nicht mehr die Juden, sondern die Raucher seien.  Nochmal: Geschichte mag sich gelegentlich wiederholen, aber nie in völlig identischer Form. Selbst wenn es zu einem neuen Faschismus kommt wird er mit Sicherheit nicht so aussehen wie der letzte. Vielleicht wird er so aussehen, wie Julie Zeh in „Corpus Delicti“ beschreibt: ein fürsorglich, repressives System, das sich auf modernste Überwachungstechniken stützt. Aber von einer faschistischen Entwicklung zu sprechen ist meines Erachtens zur Zeit eine ziemliche Spekulation und man sollte deswegen Leuten, die man überzeugen will, nicht sofort damit kommen.

Viele Grüße, Tartaruga
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.416
Mitglied seit: 30.06.06
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #30 - 14.07.10 um 19:31:38
Beitrag drucken  
Quote:
Der reumütige Ex-Raucher, der seinem "Laster" entsagt hat, ist wieder willkommen in der Mehrheitsgesellschaft.

Letzteres war denjenigen, die die Nazis als "Volljuden" oder sog. Mischlinge, weitgehend unabhängig bekanntermaßen von deren persönlichem Religionsbekenntnis, einstuften, nicht beschieden


Dass derzeit der Rauchstop bzw. das Abnehmen als heilsversprechend propagiert werden, habe ich doch nicht bezweifelt. Wie oben ausgeführt, habe ich einen Blick in die Zukunft gewagt. Irgendwann wird auch am Ex-Raucher ein Stigma hängenbleiben.

Und ich wiederhole nochmals, dass solche Politik auf Dauer in physische Vernichtung übergehen kann.

Ich wiederhole fernerhin, dass Nocebo-Effekt und Rauchverbotstote belegen, dass diese Kräfte schon heute über Leichen gehen. "Quit or die" heißt ja auch, dass jemand, der nicht macht, was die Antis von ihm wollen, den Tod verdient hat.

Übrigens hat das Dritte Reich in den Anfangsjahren durchaus die jüdische Emigration gefördert (in Zusammenarbeit mit zionistischen Organisationen). Eine "judenfreie Welt" war da keineswegs offizielle Politik. 
« Zuletzt geändert: 14.07.10 um 19:34:16 von ChristophL »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
evarix
Senior Member
*****
Offline


Den Dingen auf den Grund
gehen...

Beiträge: 1.072
Standort: Berlin
Mitglied seit: 07.05.08
Geschlecht: weiblich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #29 - 14.07.10 um 16:08:50
Beitrag drucken  
Ich bleibe  bei meiner oben geäußerten Auffassung, ChristophL:

Der reumütige Ex-Raucher, der seinem "Laster" entsagt hat, ist wieder willkommen in der Mehrheitsgesellschaft.

Letzteres war denjenigen, die die Nazis als "Volljuden" oder sog. Mischlinge, weitgehend unabhängig bekanntermaßen von deren persönlichem Religionsbekenntnis, einstuften, nicht beschieden; Ausnahme: die sog. Geltungsjuden. Ordnung mußte ja auch damals schon herrschen!

Gruß

evarix
« Zuletzt geändert: 14.07.10 um 16:09:52 von evarix »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.416
Mitglied seit: 30.06.06
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #28 - 14.07.10 um 15:05:34
Beitrag drucken  
Quote:
im wesentlichen schließe ich mich Deiner Meinung an, und zwar deshalb, weil es bei unserem Thema "lediglich" um staatlicherseits erwünschte, allerdings zunehmend repressiv betriebene UMERZIEHUNG geht; die Belohnung des Wohlverhaltens jedoch, das dann also zur Wiederaufnahme in die "Volksgemeinschaft" oder das "Kollektiv" (DDR-Jargon) führen kann, ja sogar soll,  ist mit der Shoah nun keineswegs vergleichbar.

Auf "Umerziehung" kam es den Nazis bekanntermaßen bei denjenigen Menschen, die sie als Juden (mit all den bekannten "Schattierungen") einstuften, nicht an. Etwaiges "Wohlverhalten" gegenüber den Machthabern war also völlig ohne Belang.


Naja, es bringt auch nichts, wenn man in einigen Jahrzehnten den Vergleich genau dann zieht, wenn es schon zu spät ist.
Auch damals haben noch im Viehwagen viele an den Nutzen ihres "Wohlverhaltens" geglaubt.
Es kommt auch gar nicht auf die Frage an, ob sich eine industrielle Massenvernichtung physischer Art wiederholt. Entscheidend sind: das Ausrottungsziel, die Methodik der Herabwürdigung, die eskalierenden Maßnahmen der Freiheitseinschränkung. Wie weit das gehen wird, mit Zwangsentziehungsanstalten für Raucher, mit Entziehung des Sorgerechts für Eltern dicker Kinder, mit Haftstrafen u.a.m., können wir heute nicht abschätzen.
Und was die Wiederaufnahme ins Kollektiv der Volksgemeinschaft angeht: Wenn die ihr Etappenziel der starken Minimierung der Raucherquote erreichen, werden auch Ex-Raucher irgendwann zur dubiosen Gruppe, wie etwa zu sozialisierende Ex-Knackis, derer sich dann wohlhabende ältere Damen annehmen, um Rückfälle zu verhindern.

« Zuletzt geändert: 14.07.10 um 15:06:20 von ChristophL »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
evarix
Senior Member
*****
Offline


Den Dingen auf den Grund
gehen...

Beiträge: 1.072
Standort: Berlin
Mitglied seit: 07.05.08
Geschlecht: weiblich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #27 - 14.07.10 um 14:42:43
Beitrag drucken  
Tartaruga schrieb on 14.07.10 um 07:48:05:
Liebe Leute, ich habe mich kürzlich mit einem Freund über den bayrischen Volksentscheid unterhalten. Er meinte, die Antis wären wesentlich besser rübergekommen, weil sie sachlich argumentiert hätten. Nun, das ist eine Meinung – sie muß nicht stimmen. Aber ehrlich gesagt: wenn ich höre, es ginge „um die Ausrottung der Raucher“ oder um „Zwangssterilisation“, um „physische Vernichtung“ finde ich das so grotesk übertrieben, dass ich als normaler Zuhörer sofort abschalten würde. Ich glaube, dass die Antis teilweise sehr unsachlich argumentieren, indem sie Gefahren z.B. durch Passivrauch unglaublich übertreiben und Panik verbreiten. Das aufzuklären scheint mir sinnvoller als selbst Panik zu erzeugen.
Viele Grüsse,
Tartaruga


Tartaruga,

im wesentlichen schließe ich mich Deiner Meinung an, und zwar deshalb, weil es bei unserem Thema "lediglich" um staatlicherseits erwünschte, allerdings zunehmend repressiv betriebene UMERZIEHUNG geht; die Belohnung des Wohlverhaltens jedoch, das dann also zur Wiederaufnahme in die "Volksgemeinschaft" oder das "Kollektiv" (DDR-Jargon) führen kann, ja sogar soll,  ist mit der Shoah nun keineswegs vergleichbar.

Auf "Umerziehung" kam es den Nazis bekanntermaßen bei denjenigen Menschen, die sie als Juden (mit all den bekannten "Schattierungen") einstuften, nicht an. Etwaiges "Wohlverhalten" gegenüber den Machthabern war also völlig ohne Belang.

Gruß

evarix

P.S.: Bei den gelben Raucherquadraten der DB drängen sich allerdings Parallelen auf, die ich auch nicht leugnen mag - im Gegenteil!


  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.416
Mitglied seit: 30.06.06
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #26 - 14.07.10 um 13:01:25
Beitrag drucken  
Quote:
Ich glaube, dass die Antis teilweise sehr unsachlich argumentieren, indem sie Gefahren z.B. durch Passivrauch unglaublich übertreiben und Panik verbreiten. Das aufzuklären scheint mir sinnvoller als selbst Panik zu erzeugen.


Wir klären unglaublich sachlich über den Passivrauch auf, das ist seit Anbeginn ein ganz wesentlicher Schwerpunkt des Netzwerk-Arbeit.
Man muss aber nicht nur über die propagandalügnerischen Methoden der Tabakkontrolle aufklären, sondern auch über ihr Ziel. Und ihre Historie. Und da wird sehr klar, wo man hin will und warum als Zwischenschritt die Raucher als Mörder, Brunnenvergifter und Kinderschänder hinstellt.
Dass es viele Raucher als gottgebenes Schicksal hinnehmen, wenn sie zu Untermenschen erklärt werden, kann für uns nicht Anlass sein, dem zu folgen. Wir sind vielmehr die nötige Avantgarde des Widerstandes. Die noch nicht so zahlenmäßig stark ist wie der voll ausgebildete Widerstand.
Man betrachte nur den Feind: Die fanatischsten unter den Antis, mit den weitestgehenden Forderungen, haben sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend durchgesetzt. Dagegen kommt man nicht mit einem "Du, äh, sorry, aber ich finde das nicht knorke" an.

Christoph S. und Quirinus (super Beitrag!) schließe ich mich voll an.
« Zuletzt geändert: 14.07.10 um 13:02:12 von ChristophL »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Quirinus
God Member
****
Offline


711

Beiträge: 773
Mitglied seit: 05.01.08
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #25 - 14.07.10 um 12:31:57
Beitrag drucken  
Christoph Suter schrieb on 14.07.10 um 08:21:57:
Die «Weisse Rose» hat auch versucht, sachlich aufzuklären. Weit ist sie damit nicht gekommen.

Wenn die Antitabakfaschisten die Bevölkerung gegen die Raucher aufhetzt, dann ist es höchste Zeit zu reagieren. «Davon haben wir nichts gewusst.» zieht dann nicht mehr.


100 % Zustimmung meinerseits.

@Tartaruga:

In diesem Forum wurde schon längst herausgearbeitet, was bei genauerer Betrachtung ohnehin offensichtlich ist: daß es bei der Debatte um das Rauchen längst nicht mehr um das Für und Wider des Tabakgenusses und dessen medizininische Folgen geht, also um eine Sachfrage, sondern darum, uns alle weltweit auf einen einzigen Lebensstil zu programmieren: den der absoluten Effizienz. Demgemäß haben Werbeagenturen für die Gesundheitsindustrie den Begriff HEALTHSTYLE erfunden, den sie nun "implementieren" wollen. Und dazu dient ihnen vor allem die Hetze gegen uns Raucher, da wir ja einem scheinbar völlig nutzlosen "Laster" frönen, das angeblich die Produktivität am Arbeitsplatz senkt, die Gesundheitskosten in die Höhe treibt und deshalb ausgemerzt werden muß - aber eben nicht nur deshalb. Denn Raucher galten ja stets als besonders gesellig - und wo Menschen sich versammeln, um zwanglos miteinander zu reden, wittern die Herrschenden seit jeher aufrührerische Tendenzen. Deshalb wurde der Kampf gegen das Rauchen und die Raucher seit jeher von jenen betrieben, die ein Interesse daran haben, das Volk aus religiösen und politischen Gründen zu kontrollieren. Und das sind in unserem westlichen Kulturkreis seit geraumer Zeit vor allem die Ökos, seit sie von ihren verrauchten Hippie-Spelunken und aus ihren verrauchten WGs an die Macht kamen. Es geht also nur vordergründig um das Rauchen. Tatsächlich geht es um die Schaffung eines neuen Menschen, der sich nicht nur widerstandlos allen ökonomischen "Sachzwängen" unterwirft, sondern freudig danach ruft, daß alles verboten werde, was der schönen neuen Welt entgehensteht. Der neue Mensch soll kein mündiger und toleranter Bürger mehr sein, so wie es in der BRD zumal während der 60er und 70er Jahre noch gefordert wurde, sondern ein kleiner Diktator, der sich selbst und alle anderen in Schach hält. Diesem neuen Bild des Demokraten entsprechen die Antis. Und um immer mehr Menschen für diese Art von Demokratie zu begeistern, wird genau das Feindbild benötigt, das von uns Rauchern gemalt wird: arbeitsscheues, verdrecktes, stinkendes Gesindel, das sich an Stammtischen und auf der Straße zusammenrottet, um das deutsche Volk zu zerstören. So dachte und schrieb man während der 60er Jahre über "die Kommunisten", "die Sozis" und "die APO"; und so denken und schreiben die neuen Saubermänner über uns. Letztlich also geht es um MACHT; und demjenigen, der seine MACHT erhalten und vergrößern will, ist jedes Mittel recht. Deshalb auch ist es in den USA schon länge gang & gäbe, den Rauchern - wie auch Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen wollen - vorzuwerfen, sie betrieben einen "Holocaust" an unschuldigen Menschen bzw. Ungeborenen. Weshalb die offizielle Propaganda in Europa und speziell hierzulande nicht zu diesem Mittel greift, muß nicht erklärt werden. Doch es ist auch unnötig. In einer Gesellschaft, die von ewiger Jugend und davon träumt, den Tod zu besiegen, reicht es ja schon, jenes Raucher als Inkarnation des Todes darzustellen. Und genau das ist ein untrennbarer Bestandteil der Gesundheitsreligion. Wer den Raucher kennt, kennt den Teufel.

Gegen eine Religion aber ist bekanntlich nur mit Sachargumenten nicht anzukommen, schon gar nicht gegen die Gesundheitsreligion, die für die meisten nicht als solche erkennbar ist, da es nirgendwo einen Gott zu geben scheint; ja mehr noch: da viele Anhänger dieser neuen Religion sich gleichzeitig öffentlich zum Atheismus bekennen, die Naturwissenschaften preisen und damit den Eindruck erwecken, alles, was sie sagen, sei völlig rational. Auch wohl aus diesem Grunde gibt es (was hier nur am Rande bemerkt sei) erstaunliche personelle Verbindungen zwischen der Pharmaindustrie und der Skeptikerbewegung, die sich (wie jede andere Bewegung auch) prächtig für Ziele instrumentalisieren läßt, um die es ihr ursprünglich gar nicht ging.

Aufklärung und Gegenaufklärung sind also in unserer heutigen sog. Informationsgesellschaft so eng miteinander verbunden wie nie zuvor. Eben deshalb würden wir uns verzetteln, gingen wie immer wieder in allen Einzelheiten auf alle Argumente ein. Das sollten wir nur gegenüber Leuten tun, die wirklich offen dafür sind. Viel wichtiger ist es, immer wieder das Wesentliche zu benennen und möglichst vielen Menschen klarzumachen: daß der Krieg gegen das Rauchen und die Raucher Ausdruck einer relativ neuen und im Kern menschenfeindlichen Religion mit wissenschaftlichem Anstrich ist, die sich letztlich gegen alles "Ungesunde" im "Volkskörper" richtet und sich daher früher oder später gegen jeden richten wird, der sich ihr nicht bedingungslos unterwirft.



Nachtrag. Für alle, die ihn noch nich gelesen haben, sei auf diesen 2008 erschienenen ZEIT-Artikel von Manfred Lütz hingewiesen:

Quote:
Erhebet die Herzen, beuget die Knie

Gesundheit als Religion: Vorsorge, Enthaltsamkeit, Sport – das ist die neue Dreifaltigkeit. Ein Gotteslästerer, der dies bezweifelt.

[...]

Die Gesundheitsreligion ist eine gigantische Anleitung zum Unglücklichsein. Sie suggeriert unerreichbare Utopien und unterhält eine florierende Industrie, die ihren trügerischen Versprechungen die sehnsüchtigen Massen zutreibt. Mit verbissenem Ernst, die Todesdrohung im Nacken, und schuldgebeugt hetzen die Menschen bei Marathonläufen durch die Straßen hässlicher Städte, laufen von Arzt zu Arzt und essen unschmackhafte Sättigungsbeilagen zu einem Leben voller Verzicht und Kasteiung. Um den Tod zu vermeiden, nehmen sie sich das Leben, nämlich unwiederholbare Lebenszeit. Es gibt Menschen, die leben von morgens bis abends nur noch vorbeugend, um dann gesund zu sterben. Doch auch wer gesund stirbt, ist definitiv tot.

Einsam und untröstlich stirbt der Gesundheitsgläubige in seiner kalten Gesundheitsgesellschaft. Denn die Gesundheitsreligion ist radikal egoistisch. Während die Hochreligionen Judentum, Christentum und Islam immer auch einen sozialen Aspekt hatten, interessiert sich der Gesundheitsgläubige nur für seine Laborwerte, seine Prognose, seine Zukunft. Das macht die Kämpfe in der Gesundheitspolitik oft so hart und rücksichtslos.


Vor allem aber macht es den Kreuzzug der Antis, der nun in auch in Hamburg in eine neue Phase eintritt, zu einem Politikum ersten Ranges - nicht nur für Raucher.
« Zuletzt geändert: 14.07.10 um 12:59:31 von Quirinus »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Christoph Suter
Advanced Member
*****
Offline


Corruptissima re publica
plurimae leges!

Beiträge: 3.023
Standort: Basel (Schweiz)
Mitglied seit: 07.06.06
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #24 - 14.07.10 um 09:47:03
Beitrag drucken  
Nachtrag für Tartaruga:

2006 hat eine Parlamentarierin (Stadtstaat Basel) der Evangelischen Volkspartei in einem Zeitungsbeitrag behauptet, wir Raucher seien für den Tod von Säuglingen in der Schweiz verantwortlich «SIDS» (plötzlicher Kindstod).

Zur selben Zeit hat die vom Iran unterstützte Terrororganisation Hizbollah erneut Videofilme gedreht, in welchen Juden muslimische Kinder schlachten, um mit deren Blut Matzót (ungesäuerte Brotfladen) zu backen.

Und so etwas findest Du «grotesk übertrieben» und schaltest als Zuhörer sofort ab?. Nun gut, das ist Dein Recht. Schlafe weiter (lAIla tow).


Bei dieser Gelegenheit gestatte ich mir, einen alten Beitrag von mir (altes Forum 2007) zur Erinnerung hier wieder einzustellen:

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“.

So die Devise des WHO Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle in Heidelberg

http://www.tabakkontrolle.de/pdf/AdWfP_Bildliche_Warnhinweise.pdf

Hut ab, vor dieser Organisation. Die versteht etwas von Propaganda. Da hätte „Onkel Klumpfuss“ noch etwas lernen können. Wer berät diese Organisation in Heidelberg eigentlich? Etwa die Hizbollah? Diese Vermutung drängt sich unweigerlich auf.

Man darf nämlich nicht dem Irrtum erliegen, die Schockbilder auf den Zigarettenpackungen - welche man demnächst einführen will - seien für die Raucher bestimmt. Weit gefehlt. Es geht da auch nicht darum, wie die WHO uns vorgaukelt, soziale Gruppen, die selten oder gar nicht lesen können, oder gar „aufklärungsresistenten gesellschaftlichen Gruppen“ (Zitat WHO/DKFZ) die Gefahren des Rauchens vor Augen zu führen. Nein - keineswegs. Diese Bilder haben Methode. Und zwar eine perverse und perfide Methode. Die WHO weiss, dass diese Bilder auch durch die Schaufenster der Tabakwarenläden zu sehen sind. Gezwungenermassen sehen die Bilder dann auch die Nichtraucher. Damit soll bei den Nichtrauchern Hass und Ekel gegen die Raucher erzeugt werden. Das Endziel der WHO ist ja schliesslich eine "tabakfreie Welt" - also eine raucherfreie Welt. Um zu diesem Ziel der Endlösung zu gelangen, müssen die Raucher erst einmal stigmatisiert und zu randständigen Ekelmenschen degradiert werden. Somit soll bei der nicht rauchenden Bevölkerung langsam eine Pogromstimmung gegen diese todbringenden Raucher - diesem Abschaum der Menschheit - erzeugt werden. Erst dann kommt man dem erklärten Ziel - der Endlösung - näher.    
 
Parallelen dazu gibt es heute schon. Die vom Iran unterstützte Hizbollah hat diese Methode  schon lange entdeckt. Man will ja schliesslich den Staat Israel vernichten und die Israelis ins Meer treiben. Um die Anhänger aufzustacheln produziert man Videofilme, in welchen Juden kleine Muslime abschlachten, um mit deren Blut Matzót (ungesäuerte Brotfladen) zu backen.   
   
Oder man dreht einen abendfüllenden Spielfilm im Stil des Films "Zahras Blaue Augen", den der staatliche iranische TV-Kanal Sahar-1 ausstrahlte. Darin lässt ein fiktiver israelischer Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten namens Yitzhak Cohen palästinensische Kinder entführen, um ihnen Organe zu entnehmen. Die blauen Augen des palästinensischen Mädchens Zahra, sind für Cohens blinden Sohn bestimmt.   

Quelle: http://www.nahost-politik.de/iran/sahar.htm

Erst wenn die Saat des Hasses und der Verachtung gegenüber den Rauchern aufgeht, kann man sich um die Rauchern auch „persönlich“ kümmern. Dann besteht auch ein Konsens in der Mehrheit der Bevölkerung für ein brachiales Vorgehen.

Das alles im 21. Jahrhundert und finanziert mit Steuergeldern.

Es soll mir in ein paar Jahren niemand erzählen: „Wir wussten nichts davon.“ Ganz besonders nicht Frau Dr. med. Martina Pötschke-Langer (und Prof. Keil).

Wer jetzt noch schläft, nicht wachsam ist und keine Zivilcourage hat, der hat bereits verloren.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Christoph Suter
Advanced Member
*****
Offline


Corruptissima re publica
plurimae leges!

Beiträge: 3.023
Standort: Basel (Schweiz)
Mitglied seit: 07.06.06
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #23 - 14.07.10 um 08:21:57
Beitrag drucken  
Tartaruga schrieb on 14.07.10 um 07:48:05:
Liebe Leute, ich habe mich kürzlich mit einem Freund über den bayrischen Volksentscheid unterhalten. Er meinte, die Antis wären wesentlich besser rübergekommen, weil sie sachlich argumentiert hätten. Nun, das ist eine Meinung – sie muß nicht stimmen. Aber ehrlich gesagt: wenn ich höre, es ginge „um die Ausrottung der Raucher“ oder um „Zwangssterilisation“, um „physische Vernichtung“ finde ich das so grotesk übertrieben, dass ich als normaler Zuhörer sofort abschalten würde. Ich glaube, dass die Antis teilweise sehr unsachlich argumentieren, indem sie Gefahren z.B. durch Passivrauch unglaublich übertreiben und Panik verbreiten. Das aufzuklären scheint mir sinnvoller als selbst Panik zu erzeugen.
Viele Grüsse,
Tartaruga

Liebe(r) Tartaruga

Um es mit Deinen Worten zu sagen: «Nun, das ist eine Meinung – sie muß nicht stimmen.»

Ich will jeden Morgen in den Spiegel schauen und zu mir sagen können: «Du hast wenigstens versucht, die Menschen wachzurütteln.»

Die «Weisse Rose» hat auch versucht, sachlich aufzuklären. Weit ist sie damit nicht gekommen.

Wenn die Antitabakfaschisten die Bevölkerung gegen die Raucher aufhetzt, dann ist es höchste Zeit zu reagieren. «Davon haben wir nichts gewusst.» zieht dann nicht mehr.

Bitte entschuldige, wenn ich als Bürger des Stadtstaates Basler und  der Schweizerischen Eidgenossenschaft einen etwas differenzierteren Blich auf die Vergangenheit habe.
« Zuletzt geändert: 14.07.10 um 08:25:17 von Christoph Suter »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Tartaruga
Junior Member
**
Offline


Hallo

Beiträge: 59
Mitglied seit: 07.04.09
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #22 - 14.07.10 um 07:48:05
Beitrag drucken  
Liebe Leute, ich habe mich kürzlich mit einem Freund über den bayrischen Volksentscheid unterhalten. Er meinte, die Antis wären wesentlich besser rübergekommen, weil sie sachlich argumentiert hätten. Nun, das ist eine Meinung – sie muß nicht stimmen. Aber ehrlich gesagt: wenn ich höre, es ginge „um die Ausrottung der Raucher“ oder um „Zwangssterilisation“, um „physische Vernichtung“ finde ich das so grotesk übertrieben, dass ich als normaler Zuhörer sofort abschalten würde. Ich glaube, dass die Antis teilweise sehr unsachlich argumentieren, indem sie Gefahren z.B. durch Passivrauch unglaublich übertreiben und Panik verbreiten. Das aufzuklären scheint mir sinnvoller als selbst Panik zu erzeugen.
Viele Grüsse,
Tartaruga
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Christoph Suter
Advanced Member
*****
Offline


Corruptissima re publica
plurimae leges!

Beiträge: 3.023
Standort: Basel (Schweiz)
Mitglied seit: 07.06.06
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #21 - 14.07.10 um 07:19:38
Beitrag drucken  
ChristophL schrieb on 13.07.10 um 23:07:00:
Es geht um die AUSROTTUNG der Raucher.

Da das Bundesamt für Gesundheit der Schweizerischen Eidgenossenschaft  den Tabak auf dieselbe Stufe wie Heroin stellt, besteht die Gefahr, dass man die Zwangssterilisation als «letzten Ausweg» sehen könnte.

Gewisse beunruhigende Ansätze dazu gibt es bereits:

http://www.nrc.nl/international/Features/article2251634.ece/Should_drug-addicted...

T4 reloaded.

WEHRET DEN ANFÄNGEN!
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Wettereule
Full Member
***
Offline


Am Anfang waren .....
Feuer & Rauch

Beiträge: 253
Standort: Marburg
Mitglied seit: 19.08.09
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #20 - 14.07.10 um 07:03:10
Beitrag drucken  
ChristophL schrieb on 13.07.10 um 23:07:00:
Das halte ich für einen gefährlichen Irrtum. [...]
Es geht um die AUSROTTUNG der Raucher. [...]
Und vor der physischen Vernichtung steht ganz oft die der wirtschaftlichen Existenz, wie wir sie bei Kneipenwirten haben, aber wie sie als langsamer Prozess auch durch die schlachtende Tabaksteuer erfolgt.
Nicht unähnlich den Enteignungen und Sondersteuern für Juden im Dritten Reich.
Es ist auch nur eine Frage der Zeit, bis irgendwo auf der Welt die Zwangseinweisungen in "Entwöhnungskliniken" erfolgen werden, wo Raucher reinkommen sollen, aber keine Raucher wieder raus.


Trefflichst auf den Punkt gebracht! Danke Christoph.

Dem ist nur noch hinzuzufügen, dass bekanntlich auch die Judenverfolgung nicht von jetzt auf gleich zur Ermordung der Betroffenen geführt hat, sondern dass dem zunächst ein langsamer, schleichender Prozess des organisierten Mobbings - angefangen bei "kleinen" Diskriminierungen und entwürdigenden Ausgrenzungen aus dem gesellschaftlichen Leben über massive Hass- und Hetzpropaganda hinweg bis hin zur Anstiftung zu materiell-existenziell-vernichtender und schließlich dann auch körperlicher Gewalt - vorausging. Erst dann, nach einer länger währenden Phase der "Gewöhnung" an seine Hassparolen zeigte der Nazi-Faschismus letztlich auch seine wirkliche Fratze!

Und heute sind wir was den gesellschaftlichen Umgang mit Rauchern anbetrifft längst dort angelangt, wo auch die Nazis zu Beginn ihrer Volksverhetzungskampagnen einst standen.

Klar, die Gesundheitsreligioten wollen diese Art von Klartext nicht lesen und sträuben sich mit Händen und Füßen gegen die unumwundene Benennung ihres Treibens als das was es ist: Die Wiederbelebung von Faschismus in neuem Gewand!

ICH für meinen Teil werde mir nun jedenfalls nicht auch noch verbieten zu lassen, das Treiben dieser Leute klar als das zu benennen, was es ist.

Wehret den Anfängen!

Jürgen
« Zuletzt geändert: 29.12.14 um 13:40:29 von Javaanse »  

Nicht woher der Wind weht, sondern wie man die Segel setzt, darauf kommts an.
Zum Seitenanfang
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.416
Mitglied seit: 30.06.06
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #19 - 13.07.10 um 23:07:00
Beitrag drucken  
Tartaruga schrieb on 13.07.10 um 14:57:27:
Die Konsequenzen von Antisemitismus undProhibitionspolitik sind meines Erachtens aber tatsächlich unvergleichlich. Selbst in Kalifornien werden Raucher nicht in Konzentrationslager gesperrt. Und meines Wissen ist auch im Iran noch niemand wegen Alkoholtrinkens zum Tode verurteilt worden. Wegen einer liebgewordenen Gewohnheit vor die Tür gesetzt zu werden ist ärgerlich und unverschämt und man sollte sich dagegen wehren. Aber wegen einer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit umgebracht zu werden ist etwas ganz anderes.


Das halte ich für einen gefährlichen Irrtum. Ob jemand "vor die Tür" muss, ist nun wirklich eine Verharmlosung der ganzen Chose. Auch wenn auch das von existenzieller Bedeutung sein kann, wie der beim Rauchen draußen erfrorene Altersheimbewohner in Kanada.
Es geht um eine "tabakfreie Welt", d.h. eine OHNE AUCH NUR EINEN TABAKKONSUMENTEN. Es geht um die AUSROTTUNG der Raucher. Dass diese nach den Idealvorstellungen der Antis ohne bewusste Tötung von Personen von statten gehen könnte, spielt dabei keine Rolle. In der Vergangenheit hat es sehr wohl auch staatliche Ermordungen von Rauchern gegeben, etwa im Osmanischen Reich. Nicht von nachhaltigem Erfolg gekrönt, glücklicherweise. Hinzu tritt der Nocebo-Effekt, also viele Todesfälle bei Rauchern, die die Antis auf ihrem Gewissen haben.
Und vor der physischen Vernichtung steht ganz oft die der wirtschaftlichen Existenz, wie wir sie bei Kneipenwirten haben, aber wie sie als langsamer Prozess auch durch die schlachtende Tabaksteuer erfolgt. (Ich erwähnte unlängst mal die australische Raucherin, die ihren Kühlschrank verkaufen musste.) Nicht unähnlich den Enteignungen und Sondersteuern für Juden im Dritten Reich.
Es ist auch nur eine Frage der Zeit, bis irgendwo auf der Welt die Zwangseinweisungen in "Entwöhnungskliniken" erfolgen werden, wo Raucher reinkommen sollen, aber keine Raucher wieder raus.

  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Zora
Senior Member
*****
Offline


fumar es un placer

Beiträge: 1.606
Mitglied seit: 12.01.08
Geschlecht: weiblich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #18 - 13.07.10 um 22:36:41
Beitrag drucken  
da möchte ich noch den gern gesagten satz: '"ich habe nichts gegen raucher, wenn sie nicht in meiner gegenwart rauchen!" beisteuern.
  

"Puritaner sollten zwei Feigenblätter vor den Augen tragen." (Stanislaw Lec)
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.998
Mitglied seit: 15.10.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #17 - 13.07.10 um 19:28:14
Beitrag drucken  
Es funktioniert schon längst in vielen Teilbereichen. Wer nimmt denn noch Anstoß an der ungeheuerlichen Wortwahl, in die sich die Medien teilweise versteigen?

Ein weiteres Beispiel ist das Wort "Rauchfrei". Wem kommt diese Vokabel denn noch seltsam vor? Wer merkt überhaupt noch, wie manipulativ sie ist?

Siehe auch hier: http://www.nein-beim-volksentscheid.de/wp/archives/694

Die letzten beiden Absätze.

  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Quirinus
God Member
****
Offline


711

Beiträge: 773
Mitglied seit: 05.01.08
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #16 - 13.07.10 um 19:18:03
Beitrag drucken  
Liebe(r) Tartaruga,

um Mißverständnissen vorzubeugen, da ja viel Internetnutzer keine Lust haben, ganze Threads zu lesen: 

Quote:
Selbst in Kalifornien werden Raucher nicht in Konzentrationslager gesperrt. Und meines Wissen ist auch im Iran noch niemand wegen Alkoholtrinkens zum Tode verurteilt worden. Wegen einer liebgewordenen Gewohnheit vor die Tür gesetzt zu werden ist ärgerlich und unverschämt und man sollte sich dagegen wehren. Aber wegen einer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit umgebracht zu werden ist etwas ganz anderes.


Sicherlich. Und ich habe auch nirgendwo etwas anderes behauptet.

Eines jedoch muß ich noch einmal betonen: daß es höchst bedenklich wäre, würden in Verruf geratene Minderheiten ihre Argumentation stets darauf beschränken, was zu sagen ihnen die tatsächliche oder auch nur vermeintliche Mehrheit erlaubt. Denn das Ziel aller Fanatiker besteht immer zunächst darin, ihre Gegner mundtot zu machen. Und wenn wir, um die Antis nur ja nicht zu reizen, sogar an dieser Stelle auf unser grundgesetzlich garantiertes Recht auf freie Meinungsäußerung verzichten, dann werden die Antis danach trachten, auch innerhalb der Sprache immer mehr Tabuzonen zu schaffen, bis wir uns, weil das Wort "Raucher" zum Unwort geworden ist, in vorauseilendem Gehorsam selbst als "Qualmspacken" oder "Stinker" bezeichnen. Das mag in deinen Ohren übertrieben klingen; doch Mobbing funktioniert nun einmal genauso.

Trotzdem einen schönen Abend noch:
Quirinus.

« Zuletzt geändert: 13.07.10 um 19:18:43 von Quirinus »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Destruktor
God Member
****
Offline



Beiträge: 874
Mitglied seit: 12.04.09
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #15 - 13.07.10 um 16:08:09
Beitrag drucken  
Tartaruga schrieb on 13.07.10 um 14:57:27:
Lieber Quirinius, ich finde, dass Thema braucht hier im Forum nicht abschließend geklärt zu werden. Ich bin nicht der Meinung, dass die Judenvernichtung einmalig und historisch völlig unvergleichbar sei, wie von jüdischen Organisationen immer wieder behauptet. Die Ausrottung der Indianer und überhaupt der Kolonialismus waren ähnlich brutal. Dass die Propaganda gegen Raucher  in einigen, seltenen Fällen Erinnerungen an Antisemitismus weckt gebe ich gerne zu. Irgendeine Schule hat ja mal rauchende Schüler mit speziellen Buttons ausgestattet, damit sich die Mitschüler fern halten können und nicht von den Giftstoffen aus der Kleidung der Raucher gefährdet werden. Aber das haben sie schnell wieder aufgegeben.

Die Konsequenzen von Antisemitismus und  Prohibitionspolitik sind meines Erachtens aber tatsächlich unvergleichlich. Selbst in Kalifornien werden Raucher nicht in Konzentrationslager gesperrt. Und meines Wissen ist auch im Iran noch niemand wegen Alkoholtrinkens zum Tode verurteilt worden. Wegen einer liebgewordenen Gewohnheit vor die Tür gesetzt zu werden ist ärgerlich und unverschämt und man sollte sich dagegen wehren. Aber wegen einer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit umgebracht zu werden ist etwas ganz anderes.

Ich glaube, wenn man in einer öffentlichen Versammlung Raucherhetze mit Antisemitismus vergleicht, wird genau das passieren, was hier im Forum passiert ist: es findet eine lange Debatte statt, ob dieser Vergleich zulässig ist. (In diese Falle laufen die Palästinenserorganisationen regelmäßig.) Und da der Vergleich zumindest ausgesprochen zweifelhaft ist, finde ich das nicht besonders geschickt. Wir haben bessere Argumente.

Viele Grüße,
Tartaruga







Sehe ich auch so.

In manchen Fällen - zum Beispiel bei den gelben Raucher - Quadraten bei der deutschen Bahn - sind die Parallelen jedoch offensichtlich und sollten dann auch angeprangert werden.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Tartaruga
Junior Member
**
Offline


Hallo

Beiträge: 59
Mitglied seit: 07.04.09
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #14 - 13.07.10 um 14:57:27
Beitrag drucken  
Lieber Quirinius, ich finde, dass Thema braucht hier im Forum nicht abschließend geklärt zu werden. Ich bin nicht der Meinung, dass die Judenvernichtung einmalig und historisch völlig unvergleichbar sei, wie von jüdischen Organisationen immer wieder behauptet. Die Ausrottung der Indianer und überhaupt der Kolonialismus waren ähnlich brutal. Dass die Propaganda gegen Raucher  in einigen, seltenen Fällen Erinnerungen an Antisemitismus weckt gebe ich gerne zu. Irgendeine Schule hat ja mal rauchende Schüler mit speziellen Buttons ausgestattet, damit sich die Mitschüler fern halten können und nicht von den Giftstoffen aus der Kleidung der Raucher gefährdet werden. Aber das haben sie schnell wieder aufgegeben.

Die Konsequenzen von Antisemitismus und  Prohibitionspolitik sind meines Erachtens aber tatsächlich unvergleichlich. Selbst in Kalifornien werden Raucher nicht in Konzentrationslager gesperrt. Und meines Wissen ist auch im Iran noch niemand wegen Alkoholtrinkens zum Tode verurteilt worden. Wegen einer liebgewordenen Gewohnheit vor die Tür gesetzt zu werden ist ärgerlich und unverschämt und man sollte sich dagegen wehren. Aber wegen einer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit umgebracht zu werden ist etwas ganz anderes.

Ich glaube, wenn man in einer öffentlichen Versammlung Raucherhetze mit Antisemitismus vergleicht, wird genau das passieren, was hier im Forum passiert ist: es findet eine lange Debatte statt, ob dieser Vergleich zulässig ist. (In diese Falle laufen die Palästinenserorganisationen regelmäßig.) Und da der Vergleich zumindest ausgesprochen zweifelhaft ist, finde ich das nicht besonders geschickt. Wir haben bessere Argumente.

Viele Grüße,
Tartaruga
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Christoph Suter
Advanced Member
*****
Offline


Corruptissima re publica
plurimae leges!

Beiträge: 3.023
Standort: Basel (Schweiz)
Mitglied seit: 07.06.06
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #13 - 13.07.10 um 11:09:41
Beitrag drucken  
Zora schrieb on 13.07.10 um 09:37:36:
...von einem irakischen freund hatte ich ein sehr schönes arabische lied gelernt. bei meinen versuchen, die sprache auszuloten, bin ich offenbar phonetisch in die hebräische richtung geraten....

Kein Wunder. Denn ohne die protosemitische Schrift, ca. 1'350 Jahre vor der Zeit (d.h. vor Christus) und die Sprache der Hebräer, gäbe kein Arabisch. Die heute bekannte hebräische Schrift entstand ca. 950 Jahre vor der Zeit (also vor Christus).

Einige Beispiele:

Tag =      Yom (hebr.)      Yam (arab.)

Licht = Or (hebr.)      Nur (arab.)

Haus = Beit (hebr.) Bait (arab.)

Noah = Noach (hebr.) Nuch (arab.)

Moses = Moshe (hebr.) Musa (arab.)

Maria ) ) = Miriam (hebr.) Mariam (arab.)

Friede = Shalom (hebr.) Salaam (arab.)

uns last bur not least

Samstag heisst auf Arabisch "Yam as'Sabbat"

In diesem Sinne

Shalom Aleichem
as-salāmu alaikum

Friede mit (auf) Euch!

PS. Schön wäre es, wenn dies auch die Antis beherzigen würden.  Smiley



  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Mr.Marple
Senior Member
*****
Offline


YES, WE SMOKE!

Beiträge: 1.189
Standort: Nürnberg
Mitglied seit: 24.10.07
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #12 - 13.07.10 um 10:24:26
Beitrag drucken  
Quote:
"Du Jude, Du Opfer"
Schimpfwörter in der Jugendsprache


Das kann ich nur bestätigen. Am häufigsten höre ich bei den 10- bis 16-jährigen der Unterschicht "Opfer", "Behinderter" und "Mißgeburt" als Schimpfwort.

Antisemitisch, oder ausländerfeindlich ist der Hintergrund dieses Wortgebrauchs nicht. Es spiegelt eher die Tendenz wieder, dass in manchen jugendlichen Kreisen die Opferrolle, das "schwächer sein", als etwas unehrenhaftes, beleidigendes empfunden wird.

Jemand, der der Hilfe anderer bedarf, ist in dieser Gesellschaft nicht mehr bemitleidenswert, sondern abstoßend. Ich denke, dass das durchaus auch die früchte unserer Leistungsgesellschaft sind; in Bewerbungsgesprächen keine Schwächen zu offenbaren, das immer wieder betonte "Selbstbewusstsein" in Talkshows, und die unrühmliche Rolle des Opfers in Täter-Opfer-Ausgleichen.

Auf den Nenner gebracht:
In manchen Kreisen der heutigen Jugend gilt die Opferrolle bzw. die Rolle des Schwächeren als uncool, die des Aggressors als cool.
Das ist auch der Grund, warum Anti-Raucher-Kampagnen, die das Passivrauchen thematisieren, dort keinen Anklang finden. Alles hat auch seine gute Seite.
Jedoch haben die Antis gute Karten bei diesen jugendlichen, wenn sie selbst als Aggressor auftreten, wie z.B. beim bayerischen Volksbegehren. Wer arme, hilfsbedürftige Raucher aus ihren letzten refugien verteiben will, der hat diese Gruppe von jungen Leuten schnell auf seiner Seite, wenn er als eben dieser Aggressor und Vernichter des Status Quo auftritt. Mit Argumenten, Aufklärungsarbeit etc. erreicht man dahingegen überhaupt nichts.

Gruß, Mr.Marple
« Zuletzt geändert: 13.07.10 um 10:27:37 von Mr.Marple »  

Ich habe noch nie gehört, dass einer seine Frau verprügelt hat, weil er zuviel geraucht hatte.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Zora
Senior Member
*****
Offline


fumar es un placer

Beiträge: 1.606
Mitglied seit: 12.01.08
Geschlecht: weiblich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #11 - 13.07.10 um 09:37:36
Beitrag drucken  
was hier schon oft und richtig geschrieben wurde, jetzt u.a. auch wieder von sargnagel, habe ich ebenfalls festgestellt: es gibt ganz bestimmte, ungute reflexe, die das denken vernageln. das zeigt sich nicht nur bei den oben zitierten viehwagons, sondern auch bei den reizworten "führer" oder "faschismus". dabei ist es ganz egal, dass frankenberger stadtführer in österreich und schriftführer für die deutsch-österreichische gesellschaft ist und es das wort faschismus schon einige jahrhunderte gab, bevor in braunau ein gewisser adolf schickelgruber geboren wurde.
nicht nur quirinus hatte schon an anderer stelle darauf hingewiesen, dass es fatal ist, sich DEN faschisten ausschließlich mit seitenscheitel und briefmarkenbärtchen vorzustellen.
der sehr interessante beitrag im deutschlandradio im post von quirinus macht aber auch noch auf eine zusätzliche misere aufmerksam:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/785390/

Quote:
"Du Jude, Du Opfer"
Schimpfwörter in der Jugendsprache
Von Blanka Weber
Früher waren es Schimpfwörter wie "Deppen", "Dumme" oder "Blöde", mit denen sich Jugendliche gegenseitig beleidigten. Heutzutage sind auf deutschen Schulhöfen auch Worte wie "Du Jude" oder "Du Opfer" zu hören. - Experten sehen in diesem Trend keine Form des klassischen Antisemitismus, Grund zur Entwarnung gibt es dennoch nicht.


die misere, von der ich spreche, wird in dem beitrag nicht angesprochen, zumindest nicht im pressetext und genau das ist die krux. da ich selbst gegenüber einer grundschule (!) wohne, höre ich das wort "jude" als schimpfwort auch immer wieder, genauso wie "schwuler" - "hey, bist du schwul, alter!" ist eine absolut gängige rüffelung unter den schülern. der ausländeranteil (vor allem aus islamischen ländern) an dieser schule lag vor drei jahren weit über 60% und ich denke, daran hat sich nicht allzuviel geändert, weil dies nun mal ein sog. multikultiviertel ist. daraus entstehen ganz eigene probleme, unter anderem die im deutschlandradio beklagten. wer diesen problemen blauäugig begegnet, tut sich keinen gefallen.

zwei beispiele dazu: von einem irakischen freund hatte ich ein sehr schönes arabische lied gelernt. bei meinen versuchen, die sprache auszuloten, bin ich offenbar phonetisch in die hebräische richtung geraten - ein gigantischer streit war die folge.

beispiel zwei: vor einigen jahren noch unter der g.w. bush-regierung richtete die mosche im viertel eine demonstration gegen den jüdischen staat aus. ein langer zug verschleierter frauen und islamisch traditionell gekleideter männer trug schilder mit aufschriften wie "nieder mit dem staat israel". es erübrigt sich eigentlich zu schreiben, dass es keine gegendemonstration gab.
zwischen dem reflex, die eigene nationalsozialistische vergangenheit auf kundgebungen der neonazis durch gegendemonstrationen zu verarbeiten und der angst als ausländerfeindlich dazustehen war offenbar keine bewegung mehr möglich, man erstarrte bei der frage, auf welche weise man denn lieber zum neonazi werden wollte.
diese geschichte kommt mir oft in den sinn, wenn ich über die gründe der raucherhatz nachdenke, auch wenn sie nur exemplarisch für die suche nach einem politisch korrekten sündenbock steht.
  

"Puritaner sollten zwei Feigenblätter vor den Augen tragen." (Stanislaw Lec)
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
sargnagel
Senior Member
*****
Offline


Don't tread on me!

Beiträge: 2.399
Mitglied seit: 07.08.06
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #10 - 13.07.10 um 07:55:11
Beitrag drucken  
Quote:
Die reibt sich wahrscheinlich noch schlaftrunken die Augen, wenn sie in die bereitstehenden Viehwagen taumelt.

>>
Quote:
Der Vergleich mit den Juden wird in vielen Foren kritisiert.

?
Vorab: Da ich auch weiterhin vergleichbare Sachen hemmungslos miteinander zu vergleichen gedenke, hatte ich eigentlich nicht vor, zum Thema
„Unvergleichliches“ Stellung zu nehmen. Und die Konnotation des Viehwagens war ja auch durchaus bewusst in Kauf genommen…

Aber ein Automatismus ist interessant: Wo im obigen Zitat ist vom III. Reich, dem Holocaust oder dem II. Weltkrieg die Rede?
Alle haben’s einfach stillschweigend ergänzt!

Als seit Mitte des 19. Jahrhunderts zur Verfügung stehende Technologie ist die Bahn schon deutlich vor Schicklgruber et al. zur Verschiebung
unliebsamen Menschenmaterials benutzt worden, ob das jetzt konföderierte Kriegsgefangene nach Elmira, Dekabristen nach Sibirien, Buren ins Lager oder Sowjetbürger ins Gulag
waren…

Beste Grüße - sargnagel
« Zuletzt geändert: 13.07.10 um 07:57:14 von sargnagel »  

Prohibitionisten aller Länder verpfeift Euch!
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Wettereule
Full Member
***
Offline


Am Anfang waren .....
Feuer & Rauch

Beiträge: 253
Standort: Marburg
Mitglied seit: 19.08.09
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #9 - 13.07.10 um 07:18:05
Beitrag drucken  
shadu schrieb on 13.07.10 um 05:33:02:
Der Vergleich mit den Juden wird in vielen Foren kritisiert.

Logo, getroffener Hund bellt - und wie!

Die, die gegen derlei Vergleiche lautstark zu Felde ziehen, ahnen warum sie dies tun müssen: Kommt die Einsicht nämlich erstmal in den Köpfen an, könnte ihnen deren Manifestation schnell das Handwerk legen.

Und diejenigen die - heute wie damals - mit halbleerem Mitläufergeist durchs Leben dümpeln, wollen sowas nicht hören, damals wie heute nicht, müssten sie sich doch offenen Auges mit einem Teil der Wirklichkeit konfrontieren.

Klar also, dass man sich mit Händen und Füßen dagegen sträubt, die Parallelen der aktuellen Raucherhatz zu den ersten Anfängen der die spätere Verfolgung einleitenden Schikanierung und Ausgrenzung der Juden wahrzunehmen, geschweigedenn zuzulassen, dass diese Ähnlichkeiten offen ausgesprochen werden.

Aber ich denke wir sollten aus der Geschichte versuchen zu lernen und deshalb ist es mitnichten fragwürdig, sondern ganz im Gegenteil sogar unsere heilige Pflicht, die bestehenden Parallelen auch zu benennen.

ICH werde mir jedenfalls von nichts und niemandem verbieten lassen, die Schergen nicht mehr als das bezeichnen zu dürfen, was sie sind: Böswillige Menschenschinder, die schon jetzt noch ganz andere Dinge mit Rauchern anstellen würden, wenn man sie nur ließe ...!

Bekennt Euch offen zu Euren Ansichten der Dinge. Lassen wir uns nicht auch noch das selbständige Denken verbieten!

Jürgen
« Zuletzt geändert: 29.12.14 um 13:45:44 von Javaanse »  

Nicht woher der Wind weht, sondern wie man die Segel setzt, darauf kommts an.
Zum Seitenanfang
IP gespeichert
 
Christoph Suter
Advanced Member
*****
Offline


Corruptissima re publica
plurimae leges!

Beiträge: 3.023
Standort: Basel (Schweiz)
Mitglied seit: 07.06.06
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #8 - 13.07.10 um 07:09:03
Beitrag drucken  
shadu schrieb on 13.07.10 um 05:33:02:
Der Vergleich mit den Juden wird in vielen Foren kritisiert.

Wie so darf man das nicht ?
macht man sich strafbar ?

Strafbar macht man sich nicht. Hierzu gibt es einen Präzedenzfall:

Der deutsche Dramatiker Rolf Hochhuth am 22. April 1991 in der Zeitung «Die Welt»

(Zitat)
«Man wird Raucher nie ermorden, doch Teile unserer Gesellschaft sind im Begriff, die Raucher schon ebenso zu verfolgen wie die Nazis die Juden. Raucher sind, in zivilen Zeiten, immerhin, wenn auch niemand sie jemals wird schlagen dürfen, ganz brauchbar als eine gar nicht so kleine Gruppe von Sündenböcke. Kein Zufall, daß niemand in Gegenwart Adolf Hitlers gewagt hätte, eine Zigarette anzuzünden.»(Zitat Ende). 

Gegen Hochhuth hat deswegen ein verblendeter Anti-Raucher Strafanzeige wegen Volksverhetzung eingereicht. Die Klage wurde abgewiesen. 

Auszug aus der Verhandlung: Oberstaatsanwältin Cirullies: «... Er führt dem Leser lediglich vor Augen, dass übertriebene Kampagnen gegen Raucher die Gefahr einer Art Pogromstimmung gegen Raucher - vergleichbar dem Judenpogrom - in sich bergen.(...)».
(Auszug Ende)

Diesen Auszug habe ich seit 2006 mehrmals hier eingestellt. Da ich bis heute weder von Matrix noch Mikls «abgemahnt» wurde, veröffentliche ich diesen Beitrag erneut.

Dessen ungeachtet habe ich mich vor kurzer Zeit entschlossen, nur noch Beispiele aus der Zeit vor und nach der Shoa einzustellen. Den letzen Beitrag mit dem Begriff «Wannsee» habe ich nur verfasst, um den Taucher wieder einmal zu ärgern  Durchgedreht

  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
shadu
Advanced Member
*****
Offline


MaryLong I smoke you

Beiträge: 3.620
Standort: Basel
Mitglied seit: 07.08.07
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #7 - 13.07.10 um 05:33:02
Beitrag drucken  
Der Vergleich mit den Juden wird in vielen Foren kritisiert.

Wie so darf man das nicht ?
macht man sich strafbar ?
oder
Ist es ein moralisches Tabu ?

Meiner Meinung nach sollten bei der jüdischen Gemeinde die Alarmglocken läuten wenn sie solchen tendenziösen Texte gewahr wird.

Und SIE sollte das öffentlich Anprangern.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Quirinus
God Member
****
Offline


711

Beiträge: 773
Mitglied seit: 05.01.08
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #6 - 13.07.10 um 02:49:31
Beitrag drucken  
Tartaruga schrieb on 10.07.10 um 12:47:37:
Hallo Quirinus, den Vergleich mit den Juden finde ich gefährlich und so sollte man m.E. nicht argumentieren. Sonst hat man  sofort und zu Recht den Vorwurf der Verharmlosung der Naziverbrechen am Hals.


Hallo Tartaruga,

erst jetzt sehe ich deinen Beitrag und verstehe sehr gut, was dich zu deinem Einwand bewogen hat. Gleichzeitig jedoch ist mir nicht klar, weshalb du meinst, der Vorwurf der "Verharmlosung der Nazizeit" wäre in solchen Fällen berechtigt. Das nämlich ist er nicht. Erstens ist (wie schon Marcel Reich-Ranicki lakonisch bemerkt hat) ein Vergleich noch lange keine Gleichsetzung, und zweitens wäre es fatal, nicht immer wieder Vergleiche zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart anzustellen. Nur durch solche Vergleiche können einzelne Menschen und ganze Völker ja überhaupt nur lernen. Das ist eine Binsenwahrheit, die nicht dadurch falsch wird, daß es Leute gibt, die offenbar nicht begriffen haben, was dieser berühmte Satz mit alledem zu tun hat: Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.

Quote:
Aber ansonsten, was den psychologischen Mechanismus angeht (und darum geht’s Dir ja wohl), finde ich, dass Du  Recht hast. Es ist wirklich ein Problem, dass viele Raucher sich selbst als schwach und willenlos sehen und daher meinen, Verbote verdient zu haben bzw. diese sogar als Unterstützung bei ihrem Wunsch aufzuhören ansehen.


Genau darum ging es mir. Und um zu zeigen, wohin es im schlimmsten Falle führen kann, wenn Menschen sich das negative Bild, das andere von ihnen malen, zu eigen machen, habe ich auf das historische Beispiel verwiesen; übrigens auch unter dem Eindruck dieses Spruchs:

Quote:
Wohnt im Haus ein Raucherschwein,
zieht Gift und Dreck zum Fenster rein!


Welcher Tradition solche Sprüche entstammen, ist hier nachzulesen.

Quote:
Vielleicht muss man sich bei einer Gegenkampagne tatsächlich weniger auf die Raucher konzentrieren als vielmehr auf eine tolerante Öffentlichkeit, die den zunehmend totalitären Anspruch des Ökologizismus auf alle Lebensbereiche misstrauisch sieht.


Und gerade ältere (aber noch geistig rege) Menschen wären entsetzt, wenn sie wüßten, daß es Sprüche wie den zitierten gibt und sie ausgerechnet von jenen stammen, die sich so viel darauf zugute halten, nicht zur rauchenden (d.h. bestalisch stinkenden) Unterschicht zu gehören. Gerade jüngeren Menschen hingegen mangelt es häufig an dieser Sensibilität. Und genau deshalb sollten wir besonders wachsam sein.

Gruß zurück:
Quirinus
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Tartaruga
Junior Member
**
Offline


Hallo

Beiträge: 59
Mitglied seit: 07.04.09
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #5 - 10.07.10 um 12:47:37
Beitrag drucken  
Hallo Quirinus, den Vergleich mit den Juden finde ich gefährlich und so sollte man m.E. nicht argumentieren. Sonst hat man  sofort und zu Recht den Vorwurf der Verharmlosung der Naziverbrechen am Hals. Aber ansonsten, was den psychologischen Mechanismus angeht (und darum geht’s Dir ja wohl), finde ich, dass Du  Recht hast. Es ist wirklich ein Problem, dass viele Raucher sich selbst als schwach und willenlos sehen und daher meinen, Verbote verdient zu haben bzw. diese sogar als Unterstützung bei ihrem Wunsch aufzuhören ansehen. Vielleicht muss man sich bei einer Gegenkampagne tatsächlich weniger auf die Raucher konzentrieren als vielmehr auf eine tolerante Öffentlichkeit, die den zunehmend totalitären Anspruch des Ökologizismus auf alle Lebensbereiche misstrauisch sieht. Ich habe leider nicht die Möglichkeit gehabt nach  Bayern zu fahren und zu sehen, wie die dortige Pro- und Kontrakampagne gelaufen ist.  Ich fände es gut, wenn die Bayern ein Auswertungswochenende machen würden, wo man gemeinsam mit interessierten Leuten aus anderen Bundesländern überlegt, was gut und was schlecht gelaufen ist. Ich kündige meine Teilnahme schon mal an– falls terminlich machbar. Ich bin übrigens auch aus Bremen – allerdings lebe ich einen großen Teil des Jahres im Ausland. Wenn die ÖDP in Hamburg Erfolg hat, dürfte Bremen das nächste Opfer sein. Ich glaube aber auch, dass wir in Bremen bessere Aussichten haben zu gewinnen als in den anderen Bundesländern. Es gibt ja offenbar mehrere Bremer im Forum. Vielleicht sollten sich die Bremer mal treffen – wer Lust hat, kann mir ja eine Privatnachricht schicken.
Gruss Tartaruga
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Quirinus
God Member
****
Offline


711

Beiträge: 773
Mitglied seit: 05.01.08
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #4 - 08.07.10 um 14:14:24
Beitrag drucken  
Ich bin nicht aus Hamburg, sondern nur aus Bremen. Dennoch möchte ich shadu sagen, was der Sargnagel bereits auf seine Weise gesagt hat: daß die schlafenden Raucher nicht aufwachen werden, solange man sie nicht in Viehwagen hineinzwingt. Und selbst dann würden sie aufgrund der Gehirnwäsche der letzten Jahre bzw. Jahrzehnte eher dazu neigen, sich selbst die Schuld dafür zuzuschreiben und den Umerziehern widerstandslos zu folgen.

Das ist leider nicht überspitzt gesagt, wie die Geschichte der Juden (aber eben nicht nur der Juden) während der Nazizeit zeigt. Die meisten haben sich nicht von Anfang an gewehrt, weil sie nicht für möglich hielten, wozu die Nazis und deren Mitläufer fähig sein würden.

Aber man muß gar nicht zu solchen historischen Vergleichen greifen. Aus der Psychologie ist längst bekannt, daß Folter-, Gewalt- und Mobbingopfer dazu neigen, sich paradoxerweise mit ihren Angreifern zu identifizieren, indem sie sich deren Wahn zu eigen machen à la: "Ich habe es eben nicht besser verdient. Ich bin ja wirklich nur ein Stück Dreck." Das wissen die Antis sehr genau: und auch aus diesem Gründe scheuen sie nicht davor zurück, systematisch dafür zu sorgen, daß Raucher nur noch als stinkende Schweine, Luftverpester u.dgl. wahrgenommen werden, gemäß dem Muster, das wir aus anderen Zeiten kennen.

Die Raucher zu mobilisieren reicht also nicht. Es gilt, der gesamten Öffentlichkeit klarzumachen, was für Typen all die Saubermänner und Sauberfrauen sind und wofür sie wirklich stehen, auch wenn es ihnen selbst gar nicht bewußt ist. Sie wollen ja schließlich nur das Gute. Und weil sie wirklich daran glauben, gelingt es ihnen immer wieder, sich als blütenweiße Unschuldslämmlein darzustellen und damit unbewußt an die religiösen Gefühle auch derer zu appellieren, die längst nicht mehr an den Messias glauben. Darin besteht die große Gefahr.

Auf diese Gefahr übrigens habe ich meine Hamburger Freundin (einst bei den Grünen, heute in der Linkspartei) schon tausendmal hingewiesen. Aber auch sie, eine Gelegenheitsraucherin, will bis heute nicht wahrhaben, was Sache ist, weil auch sie und ihresgleichen psychisch kaum noch in der Lage sind, die Zusammenhänge zu verstehen. Also steckt sie ihren Kopf in den Sand, indem sie sich mit aller Kraft für die Rechte der Migrantinnen und Migranten engagiert, aber nicht für ihre eigenen. Ähnliches gilt für viele Politiker, quer durch alle sog. demokratischen Parteien und Gruppierungen. Bereits aufgewachte Raucher wiederum neigen dazu, das zu verabsolutieren, was sie bewegt. Aber alle müssen begreifen, daß es um sehr viel mehr geht, nämlich darum, die drohende Diktatur neuen Typs zu verhinden.




  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.998
Mitglied seit: 15.10.07
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #3 - 06.07.10 um 16:37:18
Beitrag drucken  
bini,

bist du aus Hamburg?

Ist hier davon abgesehzen eigentlich sonst irgendwer aus Hamburg? Spontan fällt mir nämlich kein Forumsteilnehmer ein, auf den das zutrifft.

  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
sargnagel
Senior Member
*****
Offline


Don't tread on me!

Beiträge: 2.399
Mitglied seit: 07.08.06
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #2 - 06.07.10 um 09:19:03
Beitrag drucken  
Quote:
Vielleicht wacht ja jetzt die schlafende Rauchergemeinde auf


Die reibt sich wahrscheinlich noch schlaftrunken die Augen, wenn sie in die bereitstehenden Viehwagen taumelt.
  

Prohibitionisten aller Länder verpfeift Euch!
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
shadu
Advanced Member
*****
Offline


MaryLong I smoke you

Beiträge: 3.620
Standort: Basel
Mitglied seit: 07.08.07
Geschlecht: männlich
Re: ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
Antwort #1 - 06.07.10 um 08:53:05
Beitrag drucken  
Sunflower schrieb on 06.07.10 um 08:33:08:
Nach Bayern geht es jetzt in Hamburg los.  weinend

http://oedp-hamburg.de/themen/nichtraucherschutz


Ist doch gut da haben wir noch mal eine Möglichkeit

Vielleicht wacht ja jetzt die schlafende Rauchergemeinde auf
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Sunflower
Newbie
*
Offline


Hallo

Beiträge: 8
Mitglied seit: 07.01.10
ÖDP Hamburg startet Volksinitiative
06.07.10 um 08:33:08
Beitrag drucken  
Nach Bayern geht es jetzt in Hamburg los.  weinend

http://oedp-hamburg.de/themen/nichtraucherschutz
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Seitenindex umschalten Seiten: [1] 
Thema versendenDrucken
 
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet.    Hier erfahren Sie mehr zum Datenschutz OK