Heißes Thema (mehr als 10 Antworten) Demokratie und Eigentum (Gelesen: 690 mal)
cogito
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ergo sum

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Demokratie und Eigentum
09.07.10 um 19:55:59
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Interessanter  Blog-Artikel:
Rauchverbot: Demokratie und Eigentum
  

"No passion so effectually robs the mind of all its powers of acting and reasoning as fear."

"The powers in charge keep us in a perpetual state of fear,"
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perle
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Re: Demokratie und Eigentum
Antwort #1 - 09.07.10 um 20:09:14
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sehr guter artikel.

dazu paßt das hier, das ich in einem anderen forum gefunden habe.

http://tinyurl.com/2wzlv7d

von der webseite auf der das steht einmal abgesehen, gehe ich mal davon aus, daß die information auf der webseite stimmen, da sie überprüfbar sind.
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
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cookinsland
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Re: Demokratie und Eigentum
Antwort #2 - 10.07.10 um 11:11:12
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Genau darum geht es !

"Die Büchse der Pandora
...
Natürlich existieren längst zahlreiche andere, die Privatrechtsautonomie einschränkende Regeln, wie etwa Ladenöffnungsgesetze, Mindestlohnverordnungen etc. Alle diese Normen konterkarieren die Marktwirtschaft und reduzieren deren Produktivität.
Die mit dem Rauchverbot verbundene neue „Qualität“ besteht darin, eine Minderheit von Geschäftsleuten (und deren Kunden) direkt der vom Kollektiv geführten Peitsche auszuliefern. Das könnte nun leicht zur Gewohnheit werden.

Wer die Büchse der Pandora geöffnet hat, so weiß der in der klassisch-antiken Mythologie Bewanderte, kriegt sie nicht wieder zu. Und privates Eigentum – einmal öffentlichen Abstimmungsritualen unterworfen – hat seine Grundlage verloren. Eigentum bedeutet nicht weniger als die unumschränkte und willkürliche Verfügungsgewalt ihres Herren darüber. Privates Eigentum duldet – ohne nachteilige Folgen für die Gesellschaft – keine Einschränkungen, sei es in zeitlicher oder in irgendeiner anderen Hinsicht. „Bedingtes“, oder gar nur vom Staat „verliehenes“ Privateigentum kann es in einer Gesellschaft, die es mit der Idee von mit unveräußerlichen Rechten geborenen Menschen ernst nimmt, nicht geben. Wenn „das Volk“ es erst einmal als selbstverständlich erachtet, mein und dein nicht mehr zu unterscheiden, dann gute Nacht!"
  
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Dionys
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Re: Demokratie und Eigentum
Antwort #3 - 10.07.10 um 13:37:31
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Es geht bei den Rauchverboten nicht nur um Eingriffe in das Eigentum. Vielmehr werden grundlegende Mechanismen der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt.

In der Marktwirtschaft kann der Geschäftsinhaber üblicherweise frei über sein Angebot und seinen Kundenkreis entscheiden. Bisherige Einschränkungen betrafen nur Gefährdungen, z.B. die Hygiene. Mit den Rauchverboten wird in die Angebotsstruktur des Geschäftsinhabers und den Kundenkreis eingegriffen. Obwohl damit der Geschäftsinhaber in eine quasi staatliche Position katapultiert wird, bleibt die volle unternehmerische Haftung erhalten. Damit werden die grundlegenden Mechanismen der Marktwirtschaft zerstört.

  
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Gizeh
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Re: Demokratie und Eigentum
Antwort #4 - 10.07.10 um 16:19:22
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Dionys schrieb on 10.07.10 um 13:37:31:
... Bisherige Einschränkungen betrafen nur Gefährdungen, z.B. die Hygiene...



Das kuriose ist ja, dass Zigarettenrauch pauschal als kanzerogen eingestuft wurde. Würden sie alles verbieten weil es kanzerogene Stoffe enthält, dürften wir nicht mehr atmen, nicht mehr essen, uns nicht mehr bekleiden usw.
Die Frage ist: wie bringen wir den Gesetzgeber unter Beweiszwang?
Die berufen sich einfach auf Larifari-Aussagen/Statistiken unseriöser Ärzte (= Leute, die nicht in der Lage sind steril zu arbeiten und damit für 500.000  Infektionen und mindestens 20.0000 !!! Todesfälle jährlich verantwortlich sind), ohne die Worte der Götter in Weiß auch nur anzuzweifeln.
« Zuletzt geändert: 10.07.10 um 16:21:04 von Gizeh »  

Der Kultivierte bedauert nie einen Genuss. Das Unkultivierte weiß überhaupt nicht, was ein Genuss ist. (Oscar Wilde)
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Dionys
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Re: Demokratie und Eigentum
Antwort #5 - 10.07.10 um 17:42:29
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Es sind weniger die Ärzte und die Wissenschaft, sondern eine Schar von Demagogen, die durch unwissenschaftliche Behauptungen ( Null-Molekül-Theorie, Lüftung bringt nichts usw. ) unter Unterstützung von Medien und Lobbies die Bevölkerung in ihrem Sinne beeinflussen. Was kann man gegen Mythen tun, die sich langsam als neue Fitness-Religion etablieren ? Religionen haben der wissenschaftlichen Widerlegung schon immer gut widerstanden.
  
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perle
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Re: Demokratie und Eigentum
Antwort #6 - 10.07.10 um 17:46:45
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Gizeh schrieb on 10.07.10 um 16:19:22:
Die Frage ist: wie bringen wir den Gesetzgeber unter Beweiszwang? 


vermutlich nur mit einer studie, die z.b. nachweist, daß fleisch braten oder pommes brutzeln, ebenfalls so "kanzerogen" wie tabakrauch ist, und entsprechende verbote in der gastronomie fordern.
  

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Gizeh
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Re: Demokratie und Eigentum
Antwort #7 - 10.07.10 um 18:05:37
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perle schrieb on 10.07.10 um 17:46:45:
[quote author=687A7972757E1B0 link=1278705359/4#4 date=1278778762]

vermutlich nur mit einer studie, die z.b. nachweist, daß fleisch braten oder pommes brutzeln, ebenfalls so "kanzerogen" wie tabakrauch ist, und entsprechende verbote in der gastronomie fordern.


Dazu gibt es tausende Studien: gut, gründen wir also eine Initiative gegen "zubereitetes Essen"? Erklagen uns "unbekochte" Gastronomie, Rohkosttempel für alle?
  

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perle
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Re: Demokratie und Eigentum
Antwort #8 - 10.07.10 um 18:16:41
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Gizeh schrieb on 10.07.10 um 18:05:37:
Dazu gibt es tausende Studien: gut, gründen wir also eine Initiative gegen "zubereitetes Essen"? Erklagen uns "unbekochte" Gastronomie, Rohkosttempel für alle?


im prinzip ja, aber über den umweg der "passivbelastung" für die angestellten. notfalls wünschen sich kinder brutzelfreie bierzelte.

spaß beiseite. wenn sich herausstellt, daß die brutzelei und kocherei die gleiche schädliche belastung für das personal in der gastronomie bedeutet, wie angeblich der passivrauch, müsste ihm sinne der gleichbehandlung das ebenfalls in der gastronomie verboten werden.
  

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ChristophL
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Re: Demokratie und Eigentum
Antwort #9 - 10.07.10 um 19:19:16
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Quote:
Es sind weniger die Ärzte und die Wissenschaft, sondern eine Schar von Demagogen, die durch unwissenschaftliche Behauptungen ( Null-Molekül-Theorie, Lüftung bringt nichts usw. ) unter Unterstützung von Medien und Lobbies die Bevölkerung in ihrem Sinne beeinflussen.


Es sind nicht DIE Ärzte pauschal, aber unter den von dir genannten Demagogen und unter den von dir genannten Lobbies befinden sich relativ viele Mediziner* mit Sendungsbewusstsein und pseudo-wissenschaftlicher Qualifikation (Epidemiologie, Präventiv-, Sozial-, Hygienemedizin).
Und die benutzen ein altmodisch-autoritäres Verständnis vom Artz als Halbgott in Weiß sehr gezielt für ihre Propaganda.
Nicht der einzelne als solcher tätige Arzt, der ein ganz toleranter, netter, vernünftiger und vielleicht sogar kritischer Mensch sein kann, aber der medizinisch-industrielle Komplex mit den Ärztefunktionären, den Junk-Science-Produzenten mit Pharmafinanzierung, den Konzernen selbst, den Krankheitsgesellschaften wie der Krebshilfe und den dort tätigen Medizinern ist das Problem. Und da entsteht schon ein medizinischer Mainstream, der Ärzte zu Antis sozialisieren will oder jedenfalls nach außen Anpassung erfordert.

*paar deutsche Beispiele: MPL, Spatzi, Lauterbart (die sich übrigens alle nicht die Hände an Patienten schmutzig machen)


Gizeh schrieb on 10.07.10 um 18:05:37:
Dazu gibt es tausende Studien: gut, gründen wir also eine Initiative gegen "zubereitetes Essen"? Erklagen uns "unbekochte" Gastronomie, Rohkosttempel für alle?


perle schrieb on 10.07.10 um 18:16:41:
spaß beiseite. wenn sich herausstellt, daß die brutzelei und kocherei die gleiche schädliche belastung für das personal in der gastronomie bedeutet, wie angeblich der passivrauch, müsste ihm sinne der gleichbehandlung das ebenfalls in der gastronomie verboten werden. 


Kerzen, Küchendämpfe usw.: Wie Gizeh schon sagte, IST doch schon alles nachgewiesen.
MÜSSTE nach dieser Logik doch schon alles längst ebenso bekämpft werden...

So was zu fordern, ist allerdings albern. Wenn das jemals was bringt, dann nur, dass tatsächlich entsprechende Verbote erlassen werden: Wer gegen Parfüm vorgeht, kann auch gegen Kerzen vorgeht, wer über Fleischessen lamentiert, kann auch Braten verbieten.
Wird alles von der Realität überholt.
Und dann wird's ganz kindisch: Du verbietest mir was, ich verbiete dir was.



  
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Re: Demokratie und Eigentum
Antwort #10 - 10.07.10 um 19:55:21
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ChristophL schrieb on 10.07.10 um 19:19:16:
Und dann wird's ganz kindisch: Du verbietest mir was, ich verbiete dir was. 


wir sind schon kindisch, aber wahrscheinlich wacht die mehrheit erst auf, wenn sie vorgeschrieben bekommt, mit welchem bein sie zuerst aufzustehen hat. und selbst dann noch gibt es noch unentwegte, die das gerne kontrolliert hätten.

vor ein paar tagen hatten wir hier was zu einer deopflicht für arbeitnehmer im forum. beim focus gibt es ein interview mit der retterin der guten luft bei der arbeit.

und es gab jede menge geruchsbelästigte, die nur von stinkern am arbeitsplatz umgeben sind, und schon eifrig trommeln für solche verbote und rausschmiß, wenn der kollege ob der hitze mal nicht ganz frisch riecht.
  

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ChristophL
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Re: Demokratie und Eigentum
Antwort #11 - 11.07.10 um 00:05:25
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Quote:
vor ein paar tagen hatten wir hier was zu einer deopflicht für arbeitnehmer im forum. beim focus gibt es ein interview mit der retterin der guten luft bei der arbeit.

und es gab jede menge geruchsbelästigte, die nur von stinkern am arbeitsplatz umgeben sind, und schon eifrig trommeln für solche verbote und rausschmiß, wenn der kollege ob der hitze mal nicht ganz frisch riecht.


Ist doch super. Nehmen wir einerseits diese Leute, und nehmen wir andererseits die "No Scent"-Fraktion, die auch hierzulande schon Anhänger hat, und dann dürfen die sich gegenseitig die Köpfe einschlagen.

  
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cookinsland
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Re: Demokratie und Eigentum
Antwort #12 - 11.07.10 um 03:14:27
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Wie auch immer. Es geht um Individualrechte und den Umgang mit diesen Rechten in unserer Gesellschaft.
Eine Mehrheit ( wie auch immer zustande gekommen ) veräußert unveraüßerliche Rechte. Das geht nicht zusammen.
Die Antis haben mit ihrem Plebiszit eine Tür zur Diktatur der Mehrheit aufgestoßen.
Konsens war gestern.
Jeder Demokrat kann sich nur noch die Haare raufen.


  
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Stefan
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Re: Demokratie und Eigentum
Antwort #13 - 11.07.10 um 21:08:38
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cookinsland schrieb on 11.07.10 um 03:14:27:
Wie auch immer. Es geht um Individualrechte und den Umgang mit diesen Rechten in unserer Gesellschaft.
Eine Mehrheit ( wie auch immer zustande gekommen ) veräußert unveraüßerliche Rechte. Das geht nicht zusammen.
Die Antis haben mit ihrem Plebiszit eine Tür zur Diktatur der Mehrheit aufgestoßen.
Konsens war gestern.
Jeder Demokrat kann sich nur noch die Haare raufen.



Im Gegenteil! Das ist Demokratie!
  
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cookinsland
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Re: Demokratie und Eigentum
Antwort #14 - 12.07.10 um 02:20:22
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@stefan
Laut lachend Ja, auch ich war mit 18 Anarchist. Das "ABC des Anarchismus" steht immer noch, wenn auch etwas verstaubt, im Bücherregal Zwinkernd
In meinem weiteren Leben habe ich viele Menschen kennengelernt. Und die Erlebnisse mit 99% dieser Menschen haben mich zur Überzeugung gebracht, dass der Anarchismus einfach zu schade für diese realexistierende Menschenheit ist.
So bin ich dann Demokrat geworden. Genauer gesagt: Anhänger der konsensgeprägten Demokratie,
also Mehrheitsentscheidung unter der Anerkennung und Respektierung der Rechte von Minderheiten und der Unveräußerlichkeit der Grundrechte aller Menschen.
Wäre ich Anarchist geblieben, wäre mit das Rauchverbot schei.. egal.
Als überzeugter Demokrat muss ich dagegen kämpfen.

Stefan, aus vorgenannten Gründen lehne ich Deinen Widerspruch ab.
« Zuletzt geändert: 12.07.10 um 02:21:59 von cookinsland »  
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