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Sehr heißes Thema (mehr als 50 Antworten) Genosse will Raucherpartei gründen (Gelesen: 1.671 mal)
Quirinus
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Re: Genosse will Raucherpartei gründen
Antwort #21 - 10.10.10 um 02:26:20
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@CoF:

Ich kann dem, was xila über Sarrazin geschrieben hat, 100%ig beipflichten: auch weil ich mir den Luxus geleistet habe, mir die Live-Übertragung des Auftakts seiner Lesetour von der ersten bis zur letzten Sekunde anzusehen und mitzuschneiden. Hier ein paar Zitate, die einiges über seine Denke verraten:

Quote:
Der indonesische Migrant, der also der malayische Migrant, der pakistanische Migrant, der äh also türkische Migrant und der also marokkanische Migrant haben eins nicht gemeinsam: ihre Ethnie oder Rasse. Der eine ist also Arier, der andere ist Semit, der dritte ist Malaye und so weiter.  Sie haben sie haben da gemeinsam ihren also kulturellen islamischen Hintergrund, und deshalb ist meine Vermutung, dort liegen auch die die äh Ursachen für diese Anpassungsprobleme, und dafür gibt es also da zahlreiche sehr interessante Belege, die ich auch in meinem Buch teilweise aufführe.


Quote:
Die angeborene Intelligenz hat der Wilde im Urwald genauso, trotzdem kann er keine Mathematik.


Quote:
Höhere Bildungsschicht heißt jetzt Techniker oder ähnliches, nicht unbedingt Universitätsabschluß.


Zu diesen Äußerungen fällt mir eine ganze Menge ein. Einiges habe ich bereits an dieser Stelle gesagt; das meiste habe ich nicht gesagt. Aber bei monoma gibt es immer wieder vieles über den Typus zu lesen, den der sich immer wieder auf Zahlen, Zahlen und nochmal Zahlen berufende auffallend unempathische Thilo Sarrazin verkörpert. Dieser Mann erweckt den Eindruck, als glaubte er, was er sagt. Doch das macht ihn noch lange nicht vertrauenswürdig. Deshalb kann ich nur jedem raten, sich nicht von seinen Worten einlullen zu lassen, sondern ihm genau zuzuhören. An seiner Sprache könnt ihr ihn erkennen.
« Zuletzt geändert: 10.10.10 um 02:35:24 von Quirinus »  
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xila
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Re: Genosse will Raucherpartei gründen
Antwort #20 - 09.10.10 um 14:54:10
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Sarrazin redet von was ganz anderem, hast du das immer noch nicht kapiert? Er redet davon, daß die Unterschicht - dank der Bildungsreformen früherer SPD-Regierungen, die den Gescheiten den Weg in höhere Schichten geebnet haben - nun nur noch aus dem Bodensatz der hoffnungslos (und bis zu ihren fernsten Nachkommen weiterhin) Bildungsunfähigen besteht, weil nämlich Dummheit erblich sei und weil die Unterschicht heute nur noch aus Dummen bestehe.

Er redet von einem Klotz am Bein der Gesellschaft, der seiner Meinung nach überproportional aus Ausländern ganz bestimmter Herkünfte, aber keineswegs nur aus Ausländern besteht. Und er geht dieses Problem aus dem Blickwinkel des Wirtschaftswissenschaftlers an: da dieses Problem nicht beseitigt werden kann, soll es wenigstens so wenig wie möglich kosten. Aus dieser Richtung heraus kommen auch seine Forderungen zu Hartz IV, insbesonder was die Leistungen für Familien betrifft, die er  ja für viel zu hoch hält. Er will sie deshalb niedriger haben, damit "dumme" Familien möglichst wenig Kinder bekommen. Damit, hofft er, die biologische Katastrophe, die unserem Land droht, weil die Dummen mehr Kinder bekommen als die Schlauen, mit "humanen" Mitteln in den Griff zu bekommen.

Daß die Thesen von allen nur mit Ausländerfeindlichkeit in Verbindung gebracht werden (und zu Recht, denn seine Aufstiegsthese der Gescheiten aus der Unterschicht läßt sich für Ausländern gar nicht logisch anwenden), heißt nicht, daß sie nur damit etwas zu tun hätten. Das alles erinnert mich vielmehr sehr an die Rassentheorien der Nazizeit, wo ja neben den Juden und den Zigeunern auch die damals so genannten "Asozialen" unter den Deutschen als bloße Bürde für die Volksgemeinschaft betrachtet wurden.

Dieser Blickwinkel war der erste Schritt, der kommen muß, bevor Maßnahmen wie Internierung, Zwangssterilisation oder Euthanasie überhaupt nur denkbar waren. Sarrazin ist nicht mehr als diesen ersten Schritt gegangen, aber falls dieses Verständnis von erblicher Dummheit Grundlage von Politik würde, dann fände sich früher oder später irgendwer, der bereit ist, auch den zweiten, den dritten und den letzten Schritt zu gehen ... und das alles auf einer "wissenschaftlichen" Basis, die nicht besser ist als die Rassentheorien von sein. Oder die zum Passivrauch.

Quote:
Ich persönlich bin an dem Punkt, zu überlegen ob ich meine Freizeit für Mitmenschen opfern soll, die keinerlei Interesse an Veränderungen haben, die keinerlei Interesse haben eine Bürgerbewegung aufzubauen, die zwar kritisieren aber keine Hilfestellung geben.


Wenn du den Bettel beim BmB hinwerfen willst, dann ist das deine Entscheidung. Mit mir hat das nichts zu tun. Ich hatte dich nämlich nicht darum gebeten, deine Freizeit dafür zu opfern. Ich fühle mich deshalb auch nicht zur Hilfestellung für eine Sache verpflichtet, bei der ich von vornherein keine Erfolgsaussichten gesehen habe.

Daß ich entgegen deinem Vorwurf sehr wohl Interesse an Veränderungen habe, ergibt sich schon daraus, daß ich meine Freizeit damit verbringe, Veränderungen aktiv zu unterstützen, nämlich da, wo es mir selbst erfolgversprechend scheint.


« Zuletzt geändert: 09.10.10 um 15:12:26 von xila »  

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Re: Genosse will Raucherpartei gründen
Antwort #19 - 09.10.10 um 09:14:51
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xila schrieb on 09.10.10 um 08:52:53:
CoF schrieb on 09.10.10 um 07:08:01:
xila schrieb on 08.10.10 um 17:56:08:
Llarian schrieb on 08.10.10 um 12:22:44:
Ich habe leider heute erst die Einladung des BmB an Herrn Sarrazin gesehen, in der ihm die Ehrenmitgliedschaft angeboten wird. Meinen Austritt erkläre ich noch heute. Sorry, eine Partei, die diesen Rassisten und Hetzredner hofiert, ist bei mir unten durch.

Und nein, das ist keine erkennbare Satire (die bei diesem Herren sowieso wirkungslos verpuffen würde).


Das erinnert mich an Tauss und dessen Eintritt in die Piratenpartei. Inzwischen ist er wieder ausgetreten, und in der Zwischenzeit hat er ihr nur geschadet, es hat die Partei förmlich zerrissen, und das ist einer der Gründe, warum sie dabei ist, wieder in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Der Unterschied ist, daß die Piratenpartei eine Zeitlang die - inzwischen wohl vertane - Chance hatte, die Parteienlandschaft zu verändern. Der BmB, ich hoffe, damit trete ich ihm nicht zu nahe, hatte eine solche Chance nie.

Warum Sarrazin den Wunsch haben sollte, einer obskuren und in der politischen Landschaft nahezu wirkungslosen Splitterpartei durch Annahme der Ehrenmitgliedschaft mehr Publicity zu verschaffen, leuchtet mir auch nicht ein. Abgesehen davon, daß ich mißbillige, daß sich der BmB die von Sarrazin vertretenen, völlig schwachsinnigen Thesen zu eigen macht, empfinde ich eine Anbiederei dieser Sorte auch als würdelos und einfach nur peinlich.



Der BmB steht für Meinungsfreiheit ohne das man daraufhin seinen Posten verliert und von der restlichen "anständigen" deutschen Politik durch den Verleumdungswald gezogen wird. Ein mündiger Bürger sollte sich seine Meinung selbst bilden können.

Gilt ja auch im weiteren Sinne für Dich. Du darfst den BmB obskur nennen (obwohl Du uns nicht kennst), Du darfst Sarrazins Thesen als völlig schwachsinnig bezeichen, Du darfst hier öffentlich sein Buch zerpflücken, kurz, Du darfst Deine Meinung sagen.

Übrigens Dein Vergleich Tauss / Sarrazin ist Dir wirklich gelungen.


CoF, ich war bekanntlich nie überzeugt von den Erfolgsaussichten des Projekts BmB, auch wenn ich eure Absichten anerkennenswert fand. Aber sich an einen kontrovers diskutierten Promi anzuhängen oder es auch nur zu versuchen, war wirklich keine gute Idee. Das gilt nicht zuletzt, weil davon auszugehen ist, daß Sarrazin den Namen BmB noch nie gehört hat (und das meinte ich mit "obskur" - es ging um seinen eigenen Blickwinkel) und vermutlich alleine schon deshalb für eure feurige Unterstützung nur ein müdes Lächeln übrig hätte.

Wäre ich BmB-Mitglied, dann wäre mir eine solche Anbiederei sehr peinlich, ganz unabhängig von den Inhalten, die Sarrazin vertritt. Aber außerdem würde ich natürlich einer Partei, die diese Inhalte mitvertritt, nicht mehr angehören wollen.


Ich respetiere Deine Meinung. Wer entscheidet denn wer der Gute und wer der Böse ist?

Uns ging es lediglich um Meinungsfreiheit, die scheinbar nur dann keine Aufstände heraus fordert, wenn sie in den Mainstream paßt. Sobald das Wort Migranten fällt, haben die Deutschen gefälligst die Klappe zu halten oder sie werden in die rechte Ecke gesteckt. Sicher hat Sarrazin provoziert, sicher bin ich nicht komplett seiner Meinung, sicher hätte man das anders ausdrücken können und sicher wäre dann überhaupt keine Diskussion entstanden. Es ist doch furchtbar, daß man völlig über den Rand hinausschiessen muß, um überhaupt gehört zu werden.

Ich kann diese, aus meiner Sicht, verlogene Moral einfach nicht mehr ertragen.

Selbstverständlich gibt es größte Probleme in der Integrationspolitik und das seit Jahrzehnten und keiner packts an. Ich bin kein glühender Verfechter von Sarrazin. Er hat den Finger in die Wunde gelegt und die Wunde existiert. Sollte er dafür gesorgt haben, daß Migranten hier irgendwann wirklich eine Chance haben, dann wäre doch viel geholfen.

Stimmt, zum Projekt BmB hast Du nie eine andere Meinung vertreten. Ich persönlich bin an dem Punkt, zu überlegen ob ich meine Freizeit für Mitmenschen opfern soll, die keinerlei Interesse an Veränderungen haben, die keinerlei Interesse haben eine Bürgerbewegung aufzubauen, die zwar kritisieren aber keine Hilfestellung geben.
  

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Re: Genosse will Raucherpartei gründen
Antwort #18 - 09.10.10 um 08:52:53
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CoF schrieb on 09.10.10 um 07:08:01:
xila schrieb on 08.10.10 um 17:56:08:
Llarian schrieb on 08.10.10 um 12:22:44:
Ich habe leider heute erst die Einladung des BmB an Herrn Sarrazin gesehen, in der ihm die Ehrenmitgliedschaft angeboten wird. Meinen Austritt erkläre ich noch heute. Sorry, eine Partei, die diesen Rassisten und Hetzredner hofiert, ist bei mir unten durch.

Und nein, das ist keine erkennbare Satire (die bei diesem Herren sowieso wirkungslos verpuffen würde).


Das erinnert mich an Tauss und dessen Eintritt in die Piratenpartei. Inzwischen ist er wieder ausgetreten, und in der Zwischenzeit hat er ihr nur geschadet, es hat die Partei förmlich zerrissen, und das ist einer der Gründe, warum sie dabei ist, wieder in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Der Unterschied ist, daß die Piratenpartei eine Zeitlang die - inzwischen wohl vertane - Chance hatte, die Parteienlandschaft zu verändern. Der BmB, ich hoffe, damit trete ich ihm nicht zu nahe, hatte eine solche Chance nie.

Warum Sarrazin den Wunsch haben sollte, einer obskuren und in der politischen Landschaft nahezu wirkungslosen Splitterpartei durch Annahme der Ehrenmitgliedschaft mehr Publicity zu verschaffen, leuchtet mir auch nicht ein. Abgesehen davon, daß ich mißbillige, daß sich der BmB die von Sarrazin vertretenen, völlig schwachsinnigen Thesen zu eigen macht, empfinde ich eine Anbiederei dieser Sorte auch als würdelos und einfach nur peinlich.



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Übrigens Dein Vergleich Tauss / Sarrazin ist Dir wirklich gelungen.


CoF, ich war bekanntlich nie überzeugt von den Erfolgsaussichten des Projekts BmB, auch wenn ich eure Absichten anerkennenswert fand. Aber sich an einen kontrovers diskutierten Promi anzuhängen oder es auch nur zu versuchen, war wirklich keine gute Idee. Das gilt nicht zuletzt, weil davon auszugehen ist, daß Sarrazin den Namen BmB noch nie gehört hat (und das meinte ich mit "obskur" - es ging um seinen eigenen Blickwinkel) und vermutlich alleine schon deshalb für eure feurige Unterstützung nur ein müdes Lächeln übrig hätte.

Wäre ich BmB-Mitglied, dann wäre mir eine solche Anbiederei sehr peinlich, ganz unabhängig von den Inhalten, die Sarrazin vertritt. Aber außerdem würde ich natürlich einer Partei, die diese Inhalte mitvertritt, nicht mehr angehören wollen.
  

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Re: Genosse will Raucherpartei gründen
Antwort #17 - 09.10.10 um 07:08:01
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xila schrieb on 08.10.10 um 17:56:08:
Llarian schrieb on 08.10.10 um 12:22:44:
Ich habe leider heute erst die Einladung des BmB an Herrn Sarrazin gesehen, in der ihm die Ehrenmitgliedschaft angeboten wird. Meinen Austritt erkläre ich noch heute. Sorry, eine Partei, die diesen Rassisten und Hetzredner hofiert, ist bei mir unten durch.

Und nein, das ist keine erkennbare Satire (die bei diesem Herren sowieso wirkungslos verpuffen würde).


Das erinnert mich an Tauss und dessen Eintritt in die Piratenpartei. Inzwischen ist er wieder ausgetreten, und in der Zwischenzeit hat er ihr nur geschadet, es hat die Partei förmlich zerrissen, und das ist einer der Gründe, warum sie dabei ist, wieder in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Der Unterschied ist, daß die Piratenpartei eine Zeitlang die - inzwischen wohl vertane - Chance hatte, die Parteienlandschaft zu verändern. Der BmB, ich hoffe, damit trete ich ihm nicht zu nahe, hatte eine solche Chance nie.

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Re: Genosse will Raucherpartei gründen
Antwort #16 - 08.10.10 um 21:16:08
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Llarian schrieb on 08.10.10 um 12:22:44:
Ich habe leider heute erst die Einladung des BmB an Herrn Sarrazin gesehen, in der ihm die Ehrenmitgliedschaft angeboten wird. Meinen Austritt erkläre ich noch heute. Sorry, eine Partei, die diesen Rassisten und Hetzredner hofiert, ist bei mir unten durch.

Und nein, das ist keine erkennbare Satire (die bei diesem Herren sowieso wirkungslos verpuffen würde).


Überreagierst Du da nicht? Meinungsfreiheit, egal von wem, sollte nicht in Frage gestellt werden. Das gehört auch zu mündigen Bürgern.

Sarrazin als Ehrenmitglied ist ganz sicher als Satire gedacht.
  

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Re: Genosse will Raucherpartei gründen
Antwort #15 - 08.10.10 um 17:56:08
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Llarian schrieb on 08.10.10 um 12:22:44:
Ich habe leider heute erst die Einladung des BmB an Herrn Sarrazin gesehen, in der ihm die Ehrenmitgliedschaft angeboten wird. Meinen Austritt erkläre ich noch heute. Sorry, eine Partei, die diesen Rassisten und Hetzredner hofiert, ist bei mir unten durch.

Und nein, das ist keine erkennbare Satire (die bei diesem Herren sowieso wirkungslos verpuffen würde).


Das erinnert mich an Tauss und dessen Eintritt in die Piratenpartei. Inzwischen ist er wieder ausgetreten, und in der Zwischenzeit hat er ihr nur geschadet, es hat die Partei förmlich zerrissen, und das ist einer der Gründe, warum sie dabei ist, wieder in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Der Unterschied ist, daß die Piratenpartei eine Zeitlang die - inzwischen wohl vertane - Chance hatte, die Parteienlandschaft zu verändern. Der BmB, ich hoffe, damit trete ich ihm nicht zu nahe, hatte eine solche Chance nie.

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Stichwort "schwachsinnige Thesen": Gestern auf der Buchmesse hatte ich die Gelegenheit, mal fünfzig Seiten am Stück von Sarrazins Buch zu lesen. Eigentlich fand ich es vor allem übermäßig langatmig und schwerfällig geschrieben. Der Jubel derjenigen, die seine Thesen mögen, über dieses Buch ist mir unbegreiflich - ich hätte sicherlich um die zehn von den fünfzig Seiten herausgekürzt, um es besser lesbar zu machen. Aber mir ist bei dieser Lektüre auch klar geworden, daß die These von der "erblichen Intelligenz" und der "erblichen Dummheit" nicht aus Versehen in diesen Text hineingeraten, sondern dessen ideologische Grundlage und der rote Faden des ganzen Buches ist.

Ein Beispiel dafür ist auch die originelle Erklärung, die Sarrazin für den Niedergang der SPD gefunden hat: Der Teil der Arbeiterklasse, der über Intelligenz verfügt, habe dank der Bildungsreformen der siebziger Jahre den sozialen Aufstieg geschafft und wähle nun samt seiner Nachkommen nicht mehr SPD, weil die Politik für ihre nunmehrige gesellschaftliche Schicht von anderen gemacht werde. Wer aber den Aufstieg nicht geschafft habe und immer noch Arbeiter ist, der verfüge samt seinen Nachkommen nicht über die zum Aufstieg nötige Intelligenz. Weil die Dummen aber eher unpolitisch seien, würden weniger von ihnen wählen, und die, die 's doch täten, würden entgegen ihrem wohlverstandenen Interesse diejenigen wählen, die ihnen die verlockendsten Versprechungen machen, also die Linkspartei.

Der Verlag hat mit diesem Buch inzwischen doppelt so viel Geld verdient wie mit Reich-Ranickis "Mein Leben".
  

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Re: Genosse will Raucherpartei gründen
Antwort #14 - 08.10.10 um 14:21:22
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Llarian schrieb on 08.10.10 um 12:22:44:
Ich habe leider heute erst die Einladung des BmB an Herrn Sarrazin gesehen, in der ihm die Ehrenmitgliedschaft angeboten wird. Meinen Austritt erkläre ich noch heute. Sorry, eine Partei, die diesen Rassisten und Hetzredner hofiert, ist bei mir unten durch.

Und nein, das ist keine erkennbare Satire (die bei diesem Herren sowieso wirkungslos verpuffen würde).


Tut mir leid, aber ich sehe es ganz genauso.

Schockiert hat mich auch ein Beitrag eines BmB-Mitglieds - der bis jetzt unkommentiert stehen blieb - bei wkw:
"...Mit grünen Fahnen und Koransprüchen drauf. So wie sie das Kosovo mit Hilfe Massengeburten und Gewalt erobert haben, so werden die Islamisten auch unser Land erobern..."...(unsere Kinder werden uns fragen:) "Warum habt Ihr unser Land, unsere Freiheit und unsere Kultur an den Islam verschenkt und warum müssen wir heute unter der Scharia leiden?..."

Einen solchen Rassismus und eine solche Menschenhatz kann ich nur schärfstens Verurteilen und möchte damit nichts zu tun haben!
  

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Re: Genosse will Raucherpartei gründen
Antwort #13 - 08.10.10 um 12:22:44
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Ich habe leider heute erst die Einladung des BmB an Herrn Sarrazin gesehen, in der ihm die Ehrenmitgliedschaft angeboten wird. Meinen Austritt erkläre ich noch heute. Sorry, eine Partei, die diesen Rassisten und Hetzredner hofiert, ist bei mir unten durch.

Und nein, das ist keine erkennbare Satire (die bei diesem Herren sowieso wirkungslos verpuffen würde).
  
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Re: Genosse will Raucherpartei gründen
Antwort #12 - 12.09.10 um 18:09:11
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CoF schrieb on 10.09.10 um 19:47:34:
Bei einem vermeintlichen Anteil von 2/3 NR sehen es Politiker vielleicht doch als Gewinnerthema, vor allem wenn man eh auf dem Trip ist, den Bürger vollends zu bevormunden.

So wie die SPD drauf ist, sind 1/3 der Stimmen aber fast überall ein Gewinn...
  
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Re: Genosse will Raucherpartei gründen
Antwort #11 - 11.09.10 um 11:35:20
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Als einzelner nobody hast du schon verloren. Sarrazin wäre aber ein Prominenter.
Oder aber eine bestehende Partei positioniert sich neu.
Die Zeiten fűr Neuerungen stehen jedenfalls gut. In jede Richtung.
Die Anzahl der Unzufriedenen ist unabsehbar.
Die bisherige Politische Klasse mit ihren Denkverboten, politisch korrekten Tabus und schwersten Fehlern macht es ja auch leicht.
Ein chinesischer Fluch lautet, mőgest du ein interessantes Leben haben. Wir haben zumindest "interessante Zeiten".
  

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Re: Genosse will Raucherpartei gründen
Antwort #10 - 10.09.10 um 20:03:00
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Da kommt noch einiges die nächste Zeit zu diesem Thema. Wartet mal ab wenn der Sarrazin wirklich Lust bekommen sollte. In Deutschland würde die Pateienlandschaft wackeln. Ob es uns was bringen würde muss man sehen.
  

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Re: Genosse will Raucherpartei gründen
Antwort #9 - 10.09.10 um 19:47:34
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kinks schrieb on 10.09.10 um 19:43:00:
Natürlich hat eine Raucherpartei keine Chance bei einer Wahl. Dieser Herr Groß, so sympathisch seine Einstellung ist, hätte lieber versuchen sollen, seine Partei von ihrem Verbotskurs abzubringen. Wenn man den angeblichen volksvertretern klar gemacht hätte, dass es sich bei dem Rauchverbot nicht um ein " Gewinnerthema", hätte sich die SPD wahrscheinlich anders verhalten. Der Begriff Gewinnerthema stammt nicht von mir, sondern entstammt einem Pamphlet, ich glaub der Grünen.


Vergiss es. Gegen den Mainstream kann man als Einzlner in einer Partei nicht ankämpfen. Bei einem vermeintlichen Anteil von 2/3 NR sehen es Politiker vielleicht doch als Gewinnerthema, vor allem wenn man eh auf dem Trip ist, den Bürger vollends zu bevormunden.
  

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Re: Genosse will Raucherpartei gründen
Antwort #8 - 10.09.10 um 19:43:00
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Natürlich hat eine Raucherpartei keine Chance bei einer Wahl. Dieser Herr Groß, so sympathisch seine Einstellung ist, hätte lieber versuchen sollen, seine Partei von ihrem Verbotskurs abzubringen. Wenn man den angeblichen volksvertretern klar gemacht hätte, dass es sich bei dem Rauchverbot nicht um ein " Gewinnerthema", hätte sich die SPD wahrscheinlich anders verhalten. Der Begriff Gewinnerthema stammt nicht von mir, sondern entstammt einem Pamphlet, ich glaub der Grünen.
  
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Re: Genosse will Raucherpartei gründen
Antwort #7 - 10.09.10 um 18:15:59
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Quirinus schrieb on 10.09.10 um 17:56:24:
Vor allem scheinen sie nicht zu kapieren, daß schon verloren ist, wer sich selbst darauf reduziert, ein Raucher (oder auch: ein Nichtraucher) zu sein.


Das sehe ich auch so. Eine Raucherpartei hat keine Chance. Das muß eingebettet werden ins gesamte Parteiprogramm.
Interessant ist allerdings, daß an einem einzigen Tag gleich zwei Meldungen von angeblichen oder bevorstehenden Parteigründungen zu hören sind.
Es gibt Bewegung und das finde ich gut. Was mir nicht gefällt ist die Tatsache, daß es bereits eine Vielzahl kleinerer Parteien mit guten Parteiprogrammen gibt, die leider noch nicht richtig aus den Startlöchern gekommen sind. Meines Erachtens sollten Gespräche geführt werden um eine "gscheite"(wie der Schwabe sagen würde) Partei daraus zu machen. Das Potential für eine solche Partei wäre riesig.

btw. das Programm des BmB und der Partei der Vernunft ist fast identisch.
« Zuletzt geändert: 10.09.10 um 18:17:56 von CoF »  

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