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Heißes Thema (mehr als 10 Antworten) Gender-Neusprech (Gelesen: 1.504 mal)
ChristophL
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Freier Rauch statt Rauchfrei!

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Re: Gender-Neusprech
Antwort #15 - 21.11.12 um 00:04:51
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freiraucher schrieb on 20.11.12 um 21:15:29:
RaucherHB schrieb on 19.11.12 um 21:25:54:
Das Leben des Brian läßt grüßen.....

Tja, das hatte ich auch gedacht. Ich hab dieses Pamphlet ausgedruckt und in Erwartung eines Lacherfolges mit ins Cafe genommen, wo ich u.a. meine Freundin getroffen habe. Das Ergebnis war ein erbitterter Streit. Sie meinte, dass z.B. das Binnen-I ein großer Erfolg der Feministinnen sei und die zuvor ungenannte Bevölkerungsgruppe Frauen ins sprachliche Bewusstsein gebracht habe. Ihre Position zur Genderei ist noch ambivalent. Mein Einwand (einer der), das Frauenrechte nichts mit Sprache zu tun hätten, da sich die Bedeutung von Begriffen dann ändert, wenn sich die Verhältnisse ändern, konnte nicht überzeugen.


Du vertrittst da sozusagen die materialistische Sicht, während ich eher beim kulturellen Ansatz deiner Freundin bin. Sprache beeinflusst in das Denken, in die eine oder andere Richtung. Man denke an Begriffe wie "Sucht", "Qualm", "Nichtraucherschutz", "Jugendschutz" oder die Antis, die auf Tabakpackungen lieber das schweizerische "Rauchen ist tödlich" als das deutsche "Rauchen kann tödlich sein" sehen wollen.
Was im konkreten Beispiel die Mitnennung von Geschlechtern angeht, hatten sich BRD und DDR auseinanderentwickelt: Während im Osten der Baggerführer auch sprachlich geschlechtsneutral war (ähnlich wie im Englischen), hat sich in Westen die Differenzierung dieser ganzen Bezeichnungen in männliche und weibliche Formen herausgebildet. So war vor 25 Jahren Rita Süßmuth Bundesministerin für Gesundheit und Margot Honecker Minister für Volksbildung. Und das galt für die Alltagsfrauen hüben wie drüben meist entsprechend.
Dies führt dazu, dass in der quantitativ dominierenden Sprachgewöhnung männliche und weibliche Pluralformen bestehen, und das Nennen einer männlichen Form "die Bürger" Frauen nicht automatisch "mitmeint", sondern sowohl eine Anzahl männlicher Bürger als auch gemischtgeschlechtliche Bürger gemeint sein können. Da ist das BürgerInnen oder Bürger/-innen oder Bürger_innen tatsächlich sprachlich präziser.
Mit dem "unaugesprochenen Mitmeinen" ist das eh so eine Sache. Wir sollten ja in unserem Beritt auch vermeiden zu sagen "Wir wollen, dass man auch in Innenräumen seine Zigarette rauchen kann", dann hat man nämlich die Zigarre und die Pfeife zwar mitgemeint, aber leider verschwiegen.
Eine Lösung für das Problem hat allerdings unser geschätzter Mitstreiter und gelegentlicher Mitforist Zé do Rock parat, und  zwar bei seinem Ultradoitsh:



ab 7:00, ich empfehle aber für den Kontext und die Genderfrage ein Anschauen ab 5:43 (oder gleich das ganze Video und die beiden davor auch)


« Zuletzt geändert: 21.11.12 um 00:06:57 von ChristophL »  
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Martella
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Re: Gender-Neusprech
Antwort #16 - 21.11.12 um 20:28:04
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@ChristophL Völlig richtig. In der DDR waren die Frauen beruflich überall anzutreffen: im Bagger, im Turmkran und im Bergbau, ganz ohne weibliche Berufsbezeichnung. Und was werden die Weiber in der aktuell gegenderten Welt? Genderbeauftragte und Modeberaterin. Ohne diese Bewusstseinsänderung wäre die Menschheit besser dran.
  
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Querkopf
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Re: Gender-Neusprech
Antwort #17 - 22.12.12 um 10:04:07
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ChristophL schrieb on 21.11.12 um 00:04:51:
Du vertrittst da sozusagen die materialistische Sicht, während ich eher beim kulturellen Ansatz deiner Freundin bin. Sprache beeinflusst in das Denken, in die eine oder andere Richtung. Man denke an Begriffe wie "Sucht", "Qualm", "Nichtraucherschutz", "Jugendschutz" oder die Antis, die auf Tabakpackungen lieber das schweizerische "Rauchen ist tödlich" als das deutsche "Rauchen kann tödlich sein" sehen wollen.




Ich bin nicht überzeugt, dass Sprache das Denken beeinflusst - eher beeinflusst die "political correctness" die Benutzung der Sprache in der Öffentlichkeit, das Denken kann aber durchaus weiterhin "alten Mustern" folgen. Aber die Gesellschaftsverbesserer sind ja oft auch damit zufrieden.

Wie dem auch sei, wenn es darum geht Begriffe zu besetzen wie "Sucht", "Qualm", "Nichtraucherschutz" u.s.w., dann können wir das auch mitmachen -
Volkserzieher, Zwangsbeglücker, Verbotssüchtige, Prohibitionisten, Gesundheitsdiktatur, Spießer und ähnliches kann in der öffentlichen Diskussion hilfreich sein...
  
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Re: Gender-Neusprech
Antwort #18 - 22.12.12 um 10:12:30
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Querkopf schrieb on 22.12.12 um 10:04:07:
ChristophL schrieb on 21.11.12 um 00:04:51:
Du vertrittst da sozusagen die materialistische Sicht, während ich eher beim kulturellen Ansatz deiner Freundin bin. Sprache beeinflusst in das Denken, in die eine oder andere Richtung. Man denke an Begriffe wie "Sucht", "Qualm", "Nichtraucherschutz", "Jugendschutz" oder die Antis, die auf Tabakpackungen lieber das schweizerische "Rauchen ist tödlich" als das deutsche "Rauchen kann tödlich sein" sehen wollen.




Ich bin nicht überzeugt, dass Sprache das Denken beeinflusst - eher beeinflusst die "political correctness" die Benutzung der Sprache in der Öffentlichkeit, das Denken kann aber durchaus weiterhin "alten Mustern" folgen. Aber die Gesellschaftsverbesserer sind ja oft auch damit zufrieden.

Wie dem auch sei, wenn es darum geht Begriffe zu besetzen wie "Sucht", "Qualm", "Nichtraucherschutz" u.s.w., dann können wir das auch mitmachen -
Volkserzieher, Zwangsbeglücker, Verbotssüchtige, Prohibitionisten, Gesundheitsdiktatur, Spießer und ähnliches kann in der öffentlichen Diskussion hilfreich sein...


Lies Victor Klemperers "LTI" (Lingua Tertii Imperii) oder, noch besser, seine Tagebücher. Er hat jahrelang live mitverfolgt, wie die Sprache das Denken beeinflußt hat. Sogar sein eigenes, obwohl er sich der Sache, die da ablief, viel bewußter war als fast  jeder andere.

  

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Querkopf
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Re: Gender-Neusprech
Antwort #19 - 25.02.16 um 06:06:04
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Es hat ja doch etwas gedauert, bis sich die Sprachverbesserer der aktuellen Flüchtlingskrise angenommen haben - jetzt kommt die Sache aber ins Rollen:

"Sprachforscherin Elisabeth Wehling: Das Wort "Flüchtlinge" wertet Menschen ab"

http://www.zeit.de/vorabmeldungen/neu-in-der-aktuellen-zeit/seite-2

Sprachverbesserung und Gender-Neusprech gehen Hand in Hand:

Quote:
Das Wort "Flüchtlinge" werte Menschen ab, sagt Wehling: "Die Endung ‚-ling’ macht diese Menschen klein und wertet sie ab." Da ‚der’ Flüchtling zudem männlich sei, würden männliche Merkmale betont, man denke automatisch eher an stark und agressiv als an hilfsbedürftig. Wehling plädiert dafür, besser von Flüchtenden zu sprechen, "dem flüchtenden Mann, der flüchtenden Frau, dem flüchtenden Kind".


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Re: Gender-Neusprech
Antwort #20 - 25.02.16 um 06:20:25
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Querkopf schrieb on 25.02.16 um 06:06:04:
Es hat ja doch etwas gedauert, bis sich die Sprachverbesserer der aktuellen Flüchtlingskrise angenommen haben - jetzt kommt die Sache aber ins Rollen:

"Sprachforscherin Elisabeth Wehling: Das Wort "Flüchtlinge" wertet Menschen ab"

http://www.zeit.de/vorabmeldungen/neu-in-der-aktuellen-zeit/seite-2

Sprachverbesserung und Gender-Neusprech gehen Hand in Hand:

Quote:
Das Wort "Flüchtlinge" werte Menschen ab, sagt Wehling: "Die Endung ‚-ling’ macht diese Menschen klein und wertet sie ab." Da ‚der’ Flüchtling zudem männlich sei, würden männliche Merkmale betont, man denke automatisch eher an stark und agressiv als an hilfsbedürftig. Wehling plädiert dafür, besser von Flüchtenden zu sprechen, "dem flüchtenden Mann, der flüchtenden Frau, dem flüchtenden Kind".


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Re: Gender-Neusprech
Antwort #21 - 25.02.16 um 07:03:06
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Das haben wir noch gebraucht  Augenrollen

"Raucher" wertet auch ab, aber das juckt kein Schwein. Das sagt nämlich aus, dass eine männliche Person den ganzen Tag Rauch erzeugt (wenn die Zigarette aus ist, ist diese Person ja zeitweise Nichtraucher). Da könnte man ein "temporär rauchende Mitbürgerinnen und Mitbürger" daraus machen.
  

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Re: Gender-Neusprech
Antwort #22 - 25.02.16 um 16:21:45
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Querkopf schrieb on 25.02.16 um 06:06:04:
Es hat ja doch etwas gedauert, bis sich die Sprachverbesserer der aktuellen Flüchtlingskrise angenommen haben - jetzt kommt die Sache aber ins Rollen:

"Sprachforscherin Elisabeth Wehling: Das Wort "Flüchtlinge" wertet Menschen ab"

http://www.zeit.de/vorabmeldungen/neu-in-der-aktuellen-zeit/seite-2

Sprachverbesserung und Gender-Neusprech gehen Hand in Hand:

Quote:
Das Wort "Flüchtlinge" werte Menschen ab, sagt Wehling: "Die Endung ‚-ling’ macht diese Menschen klein und wertet sie ab." Da ‚der’ Flüchtling zudem männlich sei, würden männliche Merkmale betont, man denke automatisch eher an stark und agressiv als an hilfsbedürftig. Wehling plädiert dafür, besser von Flüchtenden zu sprechen, "dem flüchtenden Mann, der flüchtenden Frau, dem flüchtenden Kind".




Frau Wehling geht offenbar von sich selbst aus. Ich empfehle ihr, ihren Namen ändern zu lassen, der ist nämlich noch viel abwertender als "Flüchtling".

  

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Re: Gender-Neusprech
Antwort #23 - 25.02.16 um 16:39:34
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xila schrieb on 25.02.16 um 16:21:45:
Ich empfehle ihr, ihren Namen ändern zu lassen ...


Was dann vermutlich auf das Weichei rausläuft, weil eben nicht stark und aggressiv, sondern eben, naja und genderneutral.
  

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Re: Gender-Neusprech
Antwort #24 - 26.02.16 um 21:57:55
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Die haben doch nicht mehr alle Latten am Zaun  Durchgedreht

  

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Re: Gender-Neusprech
Antwort #25 - 12.08.20 um 21:28:26
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Martella schrieb on 03.10.10 um 18:17:41:
dass es "DAS Mitglied" heißt:

Etwas hierzu. Ich selbst bin kein 100% Gegner, was die deutsche Sprache mit Sinn betrifft, doch reagiere ich sehr allergisch bei "Dummfug". Dummfug ist, man weiß, es ist falsch und tut es auf Befehl trotzdem.

Gender selbst spreche ich nicht und schreiben tu ich es auch nicht. Wenn mir der Stolperstein begegnet, dann umgehe ich ihn. Das macht etwas Arbeit, doch es ist möglich. Verräter der deutschen Sprache sind jene, die englisch im Deutschen quasseln (z.B. Mittwoch haben wir ein "Meeting")

Die drei antisprachlichen Schwestern - Genderia, Denglisea und Polithea - zerhöhlen unsere Sprache, blockieren ihre Tiefe mit dem einen Ziel, unsere Sprache zu vernichten.

Denn, wenn ich eines Tages keine Energie mehr habe, mich gegen den Dummfug zu wehren, dann werde ich wohl Latein lernen. Das deshalb, weil es keine Lateiner als Menschengruppe mehr gibt und somit keine noch lebenden Menschen bevorteilt sind, außer einige Wissenschaftler, fern dem Alltag.

Die Strichworte, ich bin noch nie auf den Strich gegangen, werde ich jedenfalls selbst per Androhung nicht nutzen.

Das Mitglied ist deshalb "das", weil das "Glied" hinten "das" ist. Es ist schon "Gender" und Mitglieder sind daher bereits männlich und weiblich gemeinsam sächlich wie früher als Kind/Kinder oder sollen wir da auch "Liebe Kinder und Kinderinnen" schreiben? Oder noch zerstörerischer: Lieber/e KindIn
  

War früher alles besser? Nein! Doch früher gab es Möglichkeiten, die es heute nicht mehr gibt.
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