Normales Thema Gastronomie und öffentlicher Raum (Gelesen: 602 mal)
gastromartini
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Gastronomie und öffentlicher Raum
10.10.10 um 03:17:13
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Rauchverbot in der Gastronomie wird hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt gerechtfertigt, diese sei ein öffentlicher Raum. Das ist sie aber nicht, und zwar aus sich selbst heraus, weil sie sich aus ihrem Konzept heraus immer an einen bestimmten Personenkreis wendet. Der Respekt vor der offensichtlichen Tatsache, dass eine Wirtshaustür immer offen ist, übersieht, dass dahinter immer eine eigene Kultur Platz findet, ausführlich dargestellt unter

http://gastrobetreuung.de/gastroblog/gastronomie-und-gesellschaft/gastronomie-of...

Bemerkenswert ist die neuerliche Diskussion des "öffentlichen Raums" unter Aspekten wie google-Street view. Da ist auf einmal ein deutlich sichtbares Haus gar nicht mehr öffentlich, obwohl man nicht einmal die Türschwelle überschreitet. Die Gastronomie dagegen bleibt "öffentlich" sogar hinter der Türschwelle und dort kann man ihr sogar vorschreiben, wie diese Öffentlichkeit zu gestalten ist.

Ich finde diese unterschiedliche Wahrnehmung des Öffentlichkeitsgedankens gerade in den Medien sehr interessant. Wie man mit demselben Begriff einerseits Ängste schüren kann, andererseits die Freiheit (des Nichtrauchers) beschwört.

Im Artikel sind komplizierte, aber interessante Diskussionen von Internetfreaks verlinkt, die das natürlich unter ihrem Aspekt sehen. Ich finde die Situation des Gastwirts durchaus vergleichbar mit der eines Administrators in einem Forum wie diesem. Welcher Aufschrei der Entrüstung würde durchs Volk gehen, wenn Administratoren zukünftig per Volksentscheid verpflichtet würden, Artikel mit dem Begriff "SEX" nicht mehr zuzulassen, weil das die Empfindungen minderjähriger User stören könnte (weitere Beispiele offen).

Ich finde, es ist Zeit, die Diskussion wieder darauf zu lenken, inwieweit Gaststätten öffentlicher Raum sein sollten, was sie nicht sind, nur weil jeder dort aufs Klo gehen darf.
  
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shadu
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Re: Gastronomie und öffentlicher Raum
Antwort #1 - 10.10.10 um 07:40:45
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gastromartini schrieb on 10.10.10 um 03:17:13:
Rauchverbot in der Gastronomie wird hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt gerechtfertigt, diese sei ein öffentlicher Raum. Das ist sie aber nicht, und zwar aus sich selbst heraus, weil sie sich aus ihrem Konzept heraus immer an einen bestimmten Personenkreis wendet. Der Respekt vor der offensichtlichen Tatsache, dass eine Wirtshaustür immer offen ist, übersieht, dass dahinter immer eine eigene Kultur Platz findet, ausführlich dargestellt unter

http://gastrobetreuung.de/gastroblog/gastronomie-und-gesellschaft/gastronomie-of...

Bemerkenswert ist die neuerliche Diskussion des "öffentlichen Raums" unter Aspekten wie google-Street view. Da ist auf einmal ein deutlich sichtbares Haus gar nicht mehr öffentlich, obwohl man nicht einmal die Türschwelle überschreitet. Die Gastronomie dagegen bleibt "öffentlich" sogar hinter der Türschwelle und dort kann man ihr sogar vorschreiben, wie diese Öffentlichkeit zu gestalten ist.

Ich finde diese unterschiedliche Wahrnehmung des Öffentlichkeitsgedankens gerade in den Medien sehr interessant. Wie man mit demselben Begriff einerseits Ängste schüren kann, andererseits die Freiheit (des Nichtrauchers) beschwört.

Im Artikel sind komplizierte, aber interessante Diskussionen von Internetfreaks verlinkt, die das natürlich unter ihrem Aspekt sehen. Ich finde die Situation des Gastwirts durchaus vergleichbar mit der eines Administrators in einem Forum wie diesem. Welcher Aufschrei der Entrüstung würde durchs Volk gehen, wenn Administratoren zukünftig per Volksentscheid verpflichtet würden, Artikel mit dem Begriff "SEX" nicht mehr zuzulassen, weil das die Empfindungen minderjähriger User stören könnte (weitere Beispiele offen).

Ich finde, es ist Zeit, die Diskussion wieder darauf zu lenken, inwieweit Gaststätten öffentlicher Raum sein sollten, was sie nicht sind, nur weil jeder dort aufs Klo gehen darf.


Genial ! Meine volle Zustimmung zu dieser Aussage !
Der Vergleich "öffentlich" und "google-Street view" und "Gastronomie" bin gespannt auf Reaktionen bei Diskussionen mit dem Anti-Flügel

Die Gegenargumente werden jedoch sein, nein wenn ein nichtrauchender Arbeitnehmer in einem Raucherbetrieb sein Brot verdienen MUSS, soll er geschützt werden.
Mit diesem Argument kommen sie immer. Alle anderen Berufsgattungen scheinen damit jedoch kein Problem zu haben. Bäcker im Mehlstaub, Strassenbauarbeiter im Teerrauch, Berufssoldaten im Kugelhagel, usw.
« Zuletzt geändert: 10.10.10 um 09:31:50 von shadu »  
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Re: Gastronomie und öffentlicher Raum
Antwort #2 - 10.10.10 um 12:26:48
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shadu schrieb on 10.10.10 um 07:40:45:
Die Gegenargumente werden jedoch sein, nein wenn ein nichtrauchender Arbeitnehmer in einem Raucherbetrieb sein Brot verdienen MUSS, soll er geschützt werden.
Mit diesem Argument kommen sie immer. Alle anderen Berufsgattungen scheinen damit jedoch kein Problem zu haben. Bäcker im Mehlstaub, Strassenbauarbeiter im Teerrauch, Berufssoldaten im Kugelhagel, usw.


Nun ja. Das Gaststättengesetz ist Ländersache, wohingegen die Arbeitssicherheit ja Bundessache ist.

Ich denke auch, daß der Schutz der Arbeitnehmer hier eh nur vorgeschoben ist, denn im Grunde ist den Leuten schnurzegal wie gesund oder Krank die Mitarbeiter in einer Kneipe oder Gaststätte sind.

Gruß
Gerhard
  
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Re: Gastronomie und öffentlicher Raum
Antwort #3 - 10.10.10 um 14:30:47
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G-H-L schrieb on 10.10.10 um 12:26:48:
shadu schrieb on 10.10.10 um 07:40:45:
Die Gegenargumente werden jedoch sein, nein wenn ein nichtrauchender Arbeitnehmer in einem Raucherbetrieb sein Brot verdienen MUSS, soll er geschützt werden.
Mit diesem Argument kommen sie immer. Alle anderen Berufsgattungen scheinen damit jedoch kein Problem zu haben. Bäcker im Mehlstaub, Strassenbauarbeiter im Teerrauch, Berufssoldaten im Kugelhagel, usw.


Nun ja. Das Gaststättengesetz ist Ländersache, wohingegen die Arbeitssicherheit ja Bundessache ist.

Ich denke auch, daß der Schutz der Arbeitnehmer hier eh nur vorgeschoben ist, denn im Grunde ist den Leuten schnurzegal wie gesund oder Krank die Mitarbeiter in einer Kneipe oder Gaststätte sind.

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Worauf Du einen lassen kannst. Die hat nie die Gesundheit interessiert. Ich habe 8 Jahre bei meinen Schwiegervater in der Kneipe bedient und kein einziger Gast hatte Interesse an der Gesundheit des Personal. Das zeigt auch die Scheinheiligkeit der Antis
  

"Das Wiederholte befestigt sich so sehr in den Köpfen, daß es schließlich als eine bewiesene Wahrheit angenommen wird." (Le Bon, Psychologie der Massen)
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gastromartini
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Re: Gastronomie und öffentlicher Raum
Antwort #4 - 11.10.10 um 02:07:01
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Danke für das Lob.

Mit dem Artikel wollte ich zunächst nur darauf hinweisen, mit welcher Selbstverständlichkeit die Gleichsetzung von Gastronomie und öffentlichem Raum hingenommen worden ist und das Gegenteil aus gastronomisch-fachlicher Hinsicht begründen.

Natürlich werden damit Argumente des so genannten Arbeitsschutzes nicht ausgestochen. Die meisten Mediendarstellungen operieren aber zunächst mit dieser "Öffentlichkeit", weil sie so hübsch auf der Hand zu liegen scheint und als gegeben hingenommen wird, deshalb muss es angegriffen werden.

Mit Arbeitsschutz sollen und müssen wir uns separat befassen. Die Binsenweisheit, dass 90% aller mir bekannten Bedienungen (nicht wenige) rauchen, reicht da nicht aus. Ich denke, auch hier muss man an der Wurzel der scheinbaren Offensichtlichkeit ansetzen, die gar nicht erst hinterfragt wird.

Auch in anderen Branchen werden Menschen nicht eingestellt, obwohl sie für ihren Lebensunterhalt auf einen Job angewiesen sind. Ein 52jähriger Büroangestellter mit Höhenangst wird in einer Gerüstbaufirma keinen Job bekommen, selbst wenn er ihn braucht. Der Gastwirt, dem eine Raucherkneipe zu führen erlaubt wäre, wird Nichtraucher im Service vielleicht nur unter eindringlicher Belehrung über das Gesundheitsrisiko einstellen, stimmt.

Auch in anderen Branchen ist Arbeitsschutz eine Frage der Verhältnismäßigkeit, sonst hätten wir weder Berufskrankheiten noch Arbeitsunfälle. Die Frage ist immer, an was das Verhältnis gemessen wird. Das Interesse des Gastwirts, eine Raucherkneipe zu führen, weil vielleicht er selbst nur so sein Geld verdienen kann, wird niedriger eingeschätzt als das Risiko seines Personals, Passivqualm zu atmen. Dieser Bewertungsunterschied aber rührt wieder aus der Sicht, Rauchen in Kneipen wäre nicht schützenswert, weil es ja öffentliche Räume verschmutzt, und so wird von hinten wieder ein Schuh draus.

Diese Argumentationskette auf das Thema Autofahren übertragen würde zu einem Stillstand des Individualverkehrs auf der Strasse führen. Immrehin könnten wir dann viele Freiluftkneipen für Raucher eröffnen Cool (solange sie in bayern kein Bierzelt sind Schockiert/Erstaunt).

Ich denke aber, der so genannte Arbeitsschutz sollte eín separates Thema sein. Vielleicht fällt ja jemanden noch eine Weiterführung ein zum Thema Öffentlichkeit-Gastronomie und Öffentlichkeit-Internet. An diesem Vergleich könnten wir nämlich punkten: Wenn Otto Ismirdochegal nämlich sieht, was eine solche Denk- und Vorgehensweise an seinem facebook anrichten könnte, wird er hellhörig!
  
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Meinrad
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Re: Gastronomie und öffentlicher Raum
Antwort #5 - 11.10.10 um 08:42:49
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Es ist ja so : die Nichtraucher hatten schon immer die Möglichkeit, Marktmacht und politischen Druck aufzubauen. Aber weder das eine noch das andere ist passiert. Richtig, es gab Horst Keiser mit 400 Mitgliedern der NID, die zwei rauchfreie Tanznachmittage in einer Stuttgarter Gaststätte erstritten. Das aber war auch schon alles, was die Nichtraucher ohne Schützenhilfe der WHO, der Politik und der Presse fertigbrachten. Jedem, dem etwas nicht passt, darf sich in einer Demokratie zu Wort melden und wenn dies nicht geschieht, geht man davon aus, dass er zufrieden ist. Hier aber ist die Unzufriedenheit künstlich geschürt worden.

Die neue Sicht der Dinge hat erstmals Sabine Bätzing so formuliert : es reicht nicht, dass ein Teil der Gastro rauchfrei ist. Es gibt Vereinssitzungen, es gibt Bürgerversammlungen und sonstige Feiern, bei denen sich die Mehrheit der Nichtraucher nicht "zuqualmen" lassen müsse. Dass sich diese gestört fühlen, davon ging sie selbstverständlich aus. Und wie das leider so ist : die Aufforderung zum Jammern wird stets gern genommen. Tatsächlich fanden sich dann Nichtraucher, die sich entsetzlich über den furchtbaren Qualm auszuregen begannen. Ja wo waren denn die bis dahin ? Haben wir Raucher ihnen etwa einen Maulkorb erteilt ?

Der Gaststättenbesuch, so Bätzing weiter, werde bei Rauchverboten merkbar zunehmen, wenn diese Belästigung wegfalle. Nun ja, das wusste man damals noch nicht besser. Nach den Rauchverboten jedenfalls musste sie zugeben, dass die Umsätze in der Gastro "so stark wie in keinem anderen Land Europas" gefallen waren und zwar fast ausschließlich in der "getränkebasierten" Gastronomie. Was man bis heute so beobachten kann : rauchfreie Gaststätten werden um die Essenszeit frequentiert, danach kann man in fast allen Fällen gleich absperren.

Was nun in ganz Europa zu beobachten ist : die Gastronomie ist nur noch zum Essen da, eine Funktion, die letztlich auch Ketten wie McDonalds übernehmen können. Die "getränkebasierte" Gastro aber bricht seit den Rauchverboten einfach weg, das französische Bistro etwa ist derzeit regelrecht am Aussterben.

So und jetzt können wir Frau Bätzings Aussage einmal auf dem Stand der Zeit kommentieren : Rauchverbote bewirken keine bessere Frequentierung des öffentlichen Raums, im Gegenteil, sie sorge für dessen Verschwinden. Oder hat schon mal jemand davon gehört, dass bei McDonalds eine Vereinssitzung stattgefunden hat ?

Kommt das nun zur Sprache ? Natürlich nicht. Die Antis haben einen Job, wie ihn jeder von uns wünscht : egal was sie kaputt machen, egal was sie vermasseln, es bleibt völlig unerwähnt und folgenlos.

Gruß Meinrad
  
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Re: Gastronomie und öffentlicher Raum
Antwort #6 - 11.10.10 um 18:46:11
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Quote:
Die Antis haben einen Job, wie ihn jeder von uns wünscht : egal was sie kaputt machen, egal was sie vermasseln, es bleibt völlig unerwähnt und folgenlos.


Politiker haben auch eine solche Hacke. Dementsprechend ihr Ansehen...

Und dass sie die Gastro, nämlich die informelle,  genuss- und gemütlichkeitsorientierte Gastronomie mit den Rauchverboten zerstören, ist ihnen sowas von egal. Haben sie doch vorher schon ganz andere Dinge wie Volkswirtschaften, Währungen, Bildungswesen u.ä. vernichtet.
« Zuletzt geändert: 11.10.10 um 18:51:09 von Matrix »  

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Re: Gastronomie und öffentlicher Raum
Antwort #7 - 11.10.10 um 18:58:37
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Matrix schrieb on 11.10.10 um 18:46:11:
Und dass sie die Gastro, nämlich die informelle,genuss- und gemütlichkeitsorientierte Gastronomie mit den Rauchverboten zerstören, ist ihnen sowas von egal. Haben sie doch vorher schon ganz andere Dinge wie Volkswirtschaften, Währungen, Bildungswesen u.ä. vernichtet. 


im vergleich zu unternehmen wie AEG, philipps, oder benQ-(siemens) hat es das kapital noch nicht geschafft, die gastronomie platt zu machen.

da muß ja so mancher in brüssel einen solchen blähbauch kriegen, daß kein actimel mehr helfen kann.

all die schönen eckkneipen und lokale in bester stadtlage - und man kriegt diese scheisser einfach nicht vertrieben.
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
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Re: Gastronomie und öffentlicher Raum
Antwort #8 - 14.10.10 um 18:42:18
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gastromartini schrieb on 10.10.10 um 03:17:13:
Rauchverbot in der Gastronomie wird hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt gerechtfertigt, diese sei ein öffentlicher Raum. Das ist sie aber nicht, und zwar aus sich selbst heraus, weil sie sich aus ihrem Konzept heraus immer an einen bestimmten Personenkreis wendet. Der Respekt vor der offensichtlichen Tatsache, dass eine Wirtshaustür immer offen ist, übersieht, dass dahinter immer eine eigene Kultur Platz findet, ausführlich dargestellt unter

http://gastrobetreuung.de/gastroblog/gastronomie-und-gesellschaft/gastronomie-of...

Bemerkenswert ist die neuerliche Diskussion des "öffentlichen Raums" unter Aspekten wie google-Street view. Da ist auf einmal ein deutlich sichtbares Haus gar nicht mehr öffentlich, obwohl man nicht einmal die Türschwelle überschreitet. Die Gastronomie dagegen bleibt "öffentlich" sogar hinter der Türschwelle und dort kann man ihr sogar vorschreiben, wie diese Öffentlichkeit zu gestalten ist.


...ich habe den Comment erst jetzt gelesen, da ich zunächst dachte es wäre wieder die übliche Diskussion um den Status öfferntlich/nicht öffentlich von Kneipen, der oft diskutiert wurde und nicht gebracht hatte.....

In diesem Fall bin ich jedoch recht beeindruckt, ein direkter Vergleich zwischen google streetview und Kneipen ist tatsächlich ein nahezu genialer Ansatz, der einmal mehr die grotesken Widersprüche der Politik offenlegt...DIESE Diskussion sollten wir tatsächlich nochmal aufgreifen.

Zum Thema Arbeitsschutz bin ich einigermaßen entspannt. Auch wenn viele Antis den Ansatz Rauchverbote über den Arbeitsschutz zu regeln als 'Endlösung' sehen, zeigt eine objektive Betrachtung, dass es sich hier um ein Gesetz handeln würde, das mehr Schlupflöcher als Regeln mit sich bringt.

Dazu einige Beispiele:

Kanada hat das vor Jahren versucht. Das Ergebnis war, dass die meisten Kneipiers angefangen haben Ihre Bedienungen mit 0,5% o.ä. am Umsatz zu beteiligen. Urplötzlich waren es keine Angestellten mehr sondern Geschäftspartner für die das Gesetz nicht greift.

Moladvien ist dazu übergegangen in den Raucherräumen nicht mehr zu bedienen, also den Arbeitsschutz räumlich auszuhebeln. Das hat dazu geführt, dass Bedienungen entlassen wurden und die Einsparungen witzigerweise an die Kunden weitergereicht wurden. Das groteske daran ist, dass man in den Kneipen jetzt oft zwei verschiedene Preise hat. Den bedienten Bereich und den etwas günstigeren Raucherbereich...was wiederum dazu geführt hat, dass viele Nichtraucher sich im Raucherbereich ausbreiten.

Der Arbeitsschutz würde hierzulande keine Anwendung auf Inhaber geführte oder Familienbetriebe Anwendung finden....... ein recht zahnloser Tiger.

  
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In tyrannos!

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Re: Gastronomie und öffentlicher Raum
Antwort #9 - 17.10.10 um 11:26:36
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In einer Diktatur wird ALLES zum ÖFFENTLICHEN Raum, weil der Kontrollstaat der Gestapo-Stasi des NKWD einerseits überall zum Nachschauen berechtigt ist und andererseits die einzige Instanz darstellt, die vorgeben darf, was genau zu geschehen hat. Auch im privatesten Hinterzimmer...
  

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