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Sehr heißes Thema (mehr als 50 Antworten) Frankenberger verlässt Deutschland (Gelesen: 3.349 mal)
shadu
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MaryLong I smoke you

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Re: Frankenberger verlässt Deutschland
Antwort #30 - 10.02.11 um 20:15:51
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„Staat hat Schutzaufgabe!“

http://tinyurl.com/5voo3mb

Zitat: Sebastian Frankenberger

Steuern wir nicht auf einen Verbotsstaat, auf amerikanische Verhältnisse zu, fragte 2smoke. Die Antwort des Bayern: „Es gibt keine Gesellschaft ohne Normen und Gesetze. Und wir steuern auch nicht auf einen Verbotsstaat zu, denn sonst würden die Verfassungsrichter aktiv werden.“
  
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CoF
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Es lebe die Freiheit

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Re: Frankenberger verlässt Deutschland
Antwort #31 - 10.02.11 um 20:45:09
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shadu schrieb on 10.02.11 um 20:15:51:
„Staat hat Schutzaufgabe!“

http://tinyurl.com/5voo3mb

Zitat: Sebastian Frankenberger

Steuern wir nicht auf einen Verbotsstaat, auf amerikanische Verhältnisse zu, fragte 2smoke. Die Antwort des Bayern: „Es gibt keine Gesellschaft ohne Normen und Gesetze. Und wir steuern auch nicht auf einen Verbotsstaat zu, denn sonst würden die Verfassungsrichter aktiv werden.“


Seine Naivität ist erstaunlich.

Jedoch kann das Bundesverfassungsgericht nicht von sich aus aktiv werden, sondern muss angerufen werden.
http://www.uni-potsdam.de/db/ls_regierungssystem_brd/files/bs-ws08-09-scheller-b...
  

Der gesunde Menschenverstand ist die Sache, die am Besten auf der Welt verteilt ist, aber nur die wirklich 'Unverbildeten' haben ihn" ...


Philosoph Descartes
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Tegel
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Re: Frankenberger verlässt Deutschland
Antwort #32 - 10.02.11 um 20:49:42
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Keine Ahnung wo Frankenberger mit seinen Sinnen lebt, sicherlich aber nicht hier und jetzt.
Allerdings auch nicht mehr sonderlich  von Bedeutung, - Österreich wird die letzte Station seiner
" Mission ". 
  

Gib " links" keine Chance.
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RaucherHB
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Re: Frankenberger verlässt Deutschland
Antwort #33 - 10.02.11 um 20:54:23
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Frankenberger im Chat:

Quote:
Gast7504: Studien besagen, dass ein totales Rauchverbot in der Gastronomie dazu führt, dass Raucher zu Hause mehr rauchen. Davon wären dann auch Kinder betroffen, wenn ihre Eltern daheim rauchen. Was sagen Sie dazu?

Frankenberger: So eine Studie kenne ich nicht. Ich kenne aber genügend Studien, die besagen, dass durch einen strengen Nichtraucherschutz die Herzinfarktrate um ein Drittel sinkt und die Rate der rauchenden Jugendlichen zurückgeht.

Gast6533: Was halten Sie eigentlich von Weihrauch in den Kirchen? Ist dieser etwa nicht gesundheitsschädlich? Und die Kinder sitzen meist ganz vorne!

Frankenberger: Der Weihrauch ist in der Kirche und gehört zum religiösen Ritus. Hier einzugreifen, würde dem Grundsatz der freien Religionsausübung widersprechen.

peterw: Dann wird’s ja definitiv Zeit, das Feierabendbier mit Zigarette zum Ritus zu erheben.


lol - Die Gründung einer Glaubensgemeinschaft würde das Problem aus der Welt schaffen. Die Kneipe wird zur Kirche. Unsere Kirche ist für alle offen!
Das ist ja besser als eine Raucherclublösung  Smiley

http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/innviertel/art70,551914
« Zuletzt geändert: 10.02.11 um 21:58:16 von RaucherHB »  

Verbote sind immer ein Zeichen von Hilflosigkeit!
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Werner R. Niedermeier
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Re: Frankenberger verlässt Deutschland
Antwort #34 - 11.02.11 um 05:40:09
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CoF schrieb on 10.02.11 um 20:45:09:
Seine Naivität ist erstaunlich.

Frankenberger ist viel, aber nicht naiv. Jemand, der im Wahlkampf bewusst gelogen hat (in dem er unter anderem behauptete, jeder, der mit "NEIN" stimmt sorgt dafür, dass "fast überall wieder geraucht wird" obwohl er genau wusste, dass der, der mit NEIN stimmt nur für das bestehende Gesetz war, welches massive Rauchverbote beinhaltete, in dem er Länder mit Ausnahmen als Vergleich herbeizog usw.) wird auch weiter lügen.
  

Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben.
http://www.rauchernews.de
http://www.aranita.de
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Coma_Black
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Re: Frankenberger verlässt Deutschland
Antwort #35 - 11.02.11 um 08:33:47
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@RaucherHB:

Die Idee mit der Raucher-Religion ist so neu nicht:

http://www.rauchernews.de/news/2008/07/17/wirt-grundet-raucherkirche/

Leider finde ich auf die Schnelle keine Links, was genau daraus wurde. Aber ich kann mich nach wie vor mit dem Gedanken anfreunden, statt ins Wirtshaus in einen "Tempel der Behaglickeit" zu gehen, um dort ein kleines Trunk- und Brandopfer an mich selbst darzubringen.
« Zuletzt geändert: 11.02.11 um 08:37:19 von Coma_Black »  
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Montechristo
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Hallo

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Re: Frankenberger verlässt Deutschland
Antwort #36 - 11.02.11 um 14:48:40
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Ganz schwacher Abgang von Frankyboy! Das hat unser Führer und Reichskanzler doch viel besser hingekriegt, der schrieb 1945 in sein Testament:

"Das Deutsche Volk hat sich meiner nicht als würdig erwiesen!"

So macht man das!
  
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CoF
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Es lebe die Freiheit

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Re: Frankenberger verlässt Deutschland
Antwort #37 - 11.02.11 um 15:24:06
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Werner R. Niedermeier schrieb on 11.02.11 um 05:40:09:
CoF schrieb on 10.02.11 um 20:45:09:
Seine Naivität ist erstaunlich.

Frankenberger ist viel, aber nicht naiv. Jemand, der im Wahlkampf bewusst gelogen hat (in dem er unter anderem behauptete, jeder, der mit "NEIN" stimmt sorgt dafür, dass "fast überall wieder geraucht wird" obwohl er genau wusste, dass der, der mit NEIN stimmt nur für das bestehende Gesetz war, welches massive Rauchverbote beinhaltete, in dem er Länder mit Ausnahmen als Vergleich herbeizog usw.) wird auch weiter lügen.


Seine Aussage war, das das Verfassungsgericht dafür sorgen würde, daß kein Verbotsstaat entsteht. Seine Antwort darauf ist sicher nicht gelogen sondern aus meiner Sicht eher naiv.
Manchmal denke ich auch, daß er, gerade von uns, überschätzt wird. Der plappert doch auch nur nach, was man schon seit 3 Jahren von bestimmten Stellen hört. Für was gibts PR-Agenturen. Die Vorgehensweise ist sicher nicht auf seinem Mist gewachsen.
Man sollte seine Gegner nicht unter- aber auch nicht überschätzen.
« Zuletzt geändert: 11.02.11 um 15:26:24 von CoF »  

Der gesunde Menschenverstand ist die Sache, die am Besten auf der Welt verteilt ist, aber nur die wirklich 'Unverbildeten' haben ihn" ...


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perle
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Re: Frankenberger verlässt Deutschland
Antwort #38 - 12.02.11 um 09:47:46
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CoF schrieb on 11.02.11 um 15:24:06:
Seine Aussage war, das das Verfassungsgericht dafür sorgen würde, daß kein Verbotsstaat entsteht. Seine Antwort darauf ist sicher nicht gelogen sondern aus meiner Sicht eher naiv.
Manchmal denke ich auch, daß er, gerade von uns, überschätzt wird. Der plappert doch auch nur nach, was man schon seit 3 Jahren von bestimmten Stellen hört. Für was gibts PR-Agenturen. Die Vorgehensweise ist sicher nicht auf seinem Mist gewachsen.
Man sollte seine Gegner nicht unter- aber auch nicht überschätzen. 


möglich, daß frankenberger von haus eher ein simpler gestrickter zeitgenosse ist. die gefahr solcher menschen geht aber nicht von ihrem eigenen aktivitätspotential aus, sondern eher von dem manipulationspotential, das andere gezielt für eigene ziele nutzen können.

oder glaubt jemand, adolf hitler wurde gewählt, weil er bahnbrechende visionen für das deutsche volk gehabt, oder ein begnadeter redner gewesen sei?

nein, das kapital hatte gemerkt, daß man sich mit der truppe um hitler willfährige genossen an land ziehen kann, die eine dem kapital willfährige politik (inklusive hochprofitablem kriegstreiben und holocaust) umsetzen würden. mit den politikern aus der weimarer republik hätte man das in vergleichbarer zeit niemals geschafft. nein, man hat auf den raum gegeiert, der angeblich dem volk fehle, weil man da an die bodenschätze und landesvermögen (in form von lizenzen, etc.) ran wollte.

dafür durften sich dann alle möglichen stellen von der SS bis zum AA am privaten eigentum der vertriebenen vergreifen. am volkswirtschaftlichen eigentum hat sich dann die deutsche wirtschaft vergriffen.


  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
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ChristophL
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Re: Frankenberger verlässt Deutschland
Antwort #39 - 13.02.11 um 06:53:35
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perle schrieb on 12.02.11 um 09:47:46:
oder glaubt jemand, adolf hitler wurde gewählt, weil er bahnbrechende visionen für das deutsche volk gehabt, oder ein begnadeter redner gewesen sei?

nein, das kapital hatte gemerkt, daß man sich mit der truppe um hitler willfährige genossen an land ziehen kann, die eine dem kapital willfährige politik (inklusive hochprofitablem kriegstreiben und holocaust) umsetzen würden. mit den politikern aus der weimarer republik hätte man das in vergleichbarer zeit niemals geschafft. nein, man hat auf den raum gegeiert, der angeblich dem volk fehle, weil man da an die bodenschätze und landesvermögen (in form von lizenzen, etc.) ran wollte.

dafür durften sich dann alle möglichen stellen von der SS bis zum AA am privaten eigentum der vertriebenen vergreifen. am volkswirtschaftlichen eigentum hat sich dann die deutsche wirtschaft vergriffen.



Die Dosen Billig-Marxismus gab's beim Discounter wohl im Dutzend günstiger. Damit kommst du auf einer Antifa-Demo oder im Linkspartei-Ortsverein Hohenschönhausen durch, aber nicht hier.
Vor allem ist die Eindimensionalität und Monokausalität dieses Denkens zu kritisieren: Eine Massenbasis konnte die NSDAP weder vor noch nach '33 durch ein paar Reiche gewinnen, es brauchte schon die geschickte Ansprache und Inszenierung sowie einen inhaltlichen Anschluss an in weiten Teilen der Bevölkerung vorhandene Ideologien und Interessen. Dazu war die NSDAP damals mehr als andere in der Lage, dazu gehörten in der Tat auch Visionen und Rhetorik.
Gewiss haben auch finanzkräftige Kreise die NSDAP unterstützt. Hitler wirkte für sie (wie für viele 'Proletarier' auch)  wie ein Strohhalm in einer Phase wirtschaftlicher und politischer Instabilität. Auch drohte der Sowjetkommunismus, da fand mancher einen deutschen Mussolini das kleinere Übel gegenüber einem deutschen Stalin. Damit will ich nichts rechtfertigen, sondern nur verbreitete Überlegungen darlegen.
Den Vernichtungskrieg und gar den Holocaust als Kapitalistenwerk darzustellen schlägt dem Fass ohne Boden die Krone aus. Hier hatten finanzkräftige Unterstützer Hitler unterschätzt bzw. offenbar geglaubt, den NS-Staat, einmal an der Macht, stärker kontrollieren zu können. Das wurde dann alles aber so exzessiv, dass nicht nur der weltweite Handel darunter litt, sondern am Ende vieles in Ruinen lag. Mit den Eroberungen wurde übrigens in allererster Linie die Staatskasse gefüttert, damit der Krieg weiter finanziert werden konnte. Sicher, daran hat wiederum ein Teil der Industrie verdient, die allerdings an mehr ziviler Produktion nachhaltiger hätte verdienen können. Entscheidend war, dass durch den Raubzug außerhalb - da spricht Götz Aly in seinem hierzu einschlägigen Werk Wichtiges an - eine gewisse Entlastung der breiten Bevölkerung innerhalb des Reiches herbeigeführt werden konnte. Auch die Arisierung jüdischen Vermögens hatte viele Profiteure. Und erst die traditionell sozialdemokratische Steuerpolitik des NS-Staates und diverse auch den heutigen BRD-Sozialstaat charakterisierende Maßnahmen... Jedenfalls hat man eine Umverteilung zugunsten des kleinen - deutschen und arischen - Mannes bewerkstelligt. (Zur Vermeidung von Missverständnissen beim unbedarften Leser: Ich bin als Libertärer Umverteilungsgegner, soll also alles andere als ein Lob sein.)
Zu NSDAP und Sozialismus verkneife ich mir weitere Ausführungen. Die starken korporatistischen Züge des Systems haben gewiss vielen wirtschaftlich Mächtigen eher gefallen als eine freie Marktwirtschaft, das ist ja bis heute so. Natürlich findet man da einige Cliquen und Sippen, die während des Dritten Reiches finanziell stark profitiert haben und nachher beim Wiederaufbau wieder (auch mangels angemessener Rückerstattung arisierten Vermögens). Das hat allerdings mit mangelndem Schutz von Privateigentum zu tun, und ist genau das Gegenteil des "Kapitalismus". Auch wenn die Sozialisten nur einen Topf haben, in den sie alles 'Böse' wahllos hineinschmeißen...


« Zuletzt geändert: 13.02.11 um 06:56:55 von ChristophL »  
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perle
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Re: Frankenberger verlässt Deutschland
Antwort #40 - 13.02.11 um 09:11:06
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entschuldige bitte, ich habe weder marx noch engels noch lenin'sche werke gelesen. die anderer mehr oder weniger wichtigen denker ebenfalls nicht.

daher äußere ich hier nur meine private meinung, und kann leider keine wissenschaftliche abhandlung liefern.

sorry...
  

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Matrix
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In tyrannos!

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Re: Frankenberger verlässt Deutschland
Antwort #41 - 13.02.11 um 09:56:04
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Quote:
Eine Massenbasis konnte die NSDAP weder vor noch nach '33 durch ein paar Reiche gewinnen, es brauchte schon die geschickte Ansprache und Inszenierung sowie einen inhaltlichen Anschluss an in weiten Teilen der Bevölkerung vorhandene Ideologien und Interessen. Dazu war die NSDAP damals mehr als andere in der Lage, dazu gehörten in der Tat auch Visionen und Rhetorik.


Was ChristophL hier treffend analysiert, ist das Erfolgsrezept JEDER erfolgreichen Politik im modernen Staat. Geld gehört natürlich auch immer dazu, das ist selbstverständlich.
Deshalb kommen die Parteien derzeit ja ständig ins Trudeln, da sie dieses perfekte Zusammenspiel nicht (mehr) draufhaben. Und daher auch immer wieder der Regress ins Fach der Diktatur.
Und der Franken-dingsda war ein Aufflackern von sowas, für ein paar Wochen. Zur Gastro-Vernichtung hat es aber gereicht.
« Zuletzt geändert: 13.02.11 um 09:58:28 von Matrix »  

Tu felix Austria fume
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Meinrad
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Wider das tierische Abstinenzlertum
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Re: Frankenberger verlässt Deutschland
Antwort #42 - 13.02.11 um 10:43:47
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Ausgezeichnete Analyse, Christoph ! So ist das.

Ergänzend : das Dritte Reich hatte die Absicht, wirtschaftlich auf mittlere Sicht autark zu werden, d.h. sich rundum selbst zu versorgen und mit einem Minimum an Importen auszukommen. Was sich damals natürlich publikumswirksam begründen ließ : es darf nicht sein, dass wir 6 Millionen Arbeitlose haben, nur weil die New Yorker Börse zusammenkracht.

Was nun aus mancher Sicht Vorteile bringt, man kann es nicht abstreiten : das Kapital bleibt im Lande und eine Drohung mit Verlagerung ins Ausland wäre undenkbar, da wäre nicht einmal ein Schraubenschlüssel über die Grenze gegangen. Dermaßen an den Standort gefesselt kann man die Industrie natürlich kräftig besteuern und daraus soziale Maßnahmen finanzieren, was das Regime durchaus tat. Des weiteren schafft man natürlich Arbeitsplätze, indem man Produkte fertigen lässt, die auf dem Weltmarkt besser und billiger zu haben wären. Auch das ist unbestritten.

Zur Warnung an die, die nun aus diesem Grunde eine solche  Politik für erstebenswert halten : die Volkswirtschaft war schon damals überfordert damit, die gesamte Herstellungskette über alle Produkte in den Griff zu bekommen. Man hatte unter anderem mit gehörigen Qualitätsproblemen zu kämpfen. Ausweg für den autarken Staat : er muss sich ausdehnen und nach mehr Einwohnern und Ressourcen streben, um diesen Mangel zu beseitigen. Der autarke Staat hat mithin von sich aus einen Hang zur Expansion und das heißt in praxi eben : zur gewaltsamen Expansion. Auch ohne Hitler.

Zum Glück ist dies derzeit überhaupt keine Perspektive, Deutschland ist Vize-Exportweltmeister und beim Streben nach Autarkie gäbe es nur Verlierer. Das ist der gewaltige Unterschied zu damals. Denn wenn wir die Grenzen zumachen, werden auch andere unsere Produkte nicht mehr kaufen wollen.

Zurück zum Dritten Reich : das alles war der Industrie so durchaus bekannt, auch schon vor 1933. Sie hat Hitler vermutlich als Rettung vor dem "deutschen Stalin" wohlwollend, wenn auch in manchen Punkten zähneknirschend akzeptiert. Die Rüstungsindustrie allerdings konnte von Anfang an wissen : das ist unser Mann, der wird die ganz saftigen Aufträge hereinspülen.

Und eigentlich gibt es zumindest da keine Zweifel : sie hat ihn aus diesem Grunde finanziert und gefördert, wo es nur ging.

Gruß Meinrad
  
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perle
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Re: Frankenberger verlässt Deutschland
Antwort #43 - 13.02.11 um 10:45:08
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christoph hat ja nicht unrecht. bleibt nur die frage: wo kam quasi über nacht die ganze kohle her um das alles zu bewerkstelligen? von den mitgliedsbeiträgen der PGs sicher nicht.
  

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xila
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... hat meistens recht
;)

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Re: Frankenberger verlässt Deutschland
Antwort #44 - 13.02.11 um 10:53:08
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perle schrieb on 13.02.11 um 10:45:08:
christoph hat ja nicht unrecht. bleibt nur die frage: wo kam quasi über nacht die ganze kohle her um das alles zu bewerkstelligen? von den mitgliedsbeiträgen der PGs sicher nicht.


Deutschland hat sich nach Hitlers Machtergreifung extrem im Ausland verschuldet. Ohne den Zweiten Weltkrieg, auf den Hitlers Politik von Anfang an zusteuerte, wäre Deutschland früher oder später zahlungsunfähig geworden.

Wenn ich mich richtig an das erinnere, was Kershaw in seiner Hitler-Biographie schrieb, hat die NSDAP vor der Machtergreifung ganz ähnlich gewirtschaftet. Auch in den Jahren ab ca. 1930, als allmählich mehr Geld reinkam (auch von Förderern aus der Industrie) balancierte die Partei bis zur Machtergreifung immer am Rande der Pleite.
  

Unwillkommene Tatbestände sind von einer unbeweglichen Hartnäckigkeit, die durch nichts außer der glatten Lüge erschüttert werden kann. (Hannah Arendt)
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