Seitenindex umschalten Seiten: 1 ... 4 5 [6] 7 8  Thema versendenDrucken
Sehr heißes Thema (mehr als 50 Antworten) Wahlen in Berlin: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ... (Gelesen: 1.598 mal)
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.975
Mitglied seit: 15.10.07
Re: Wahlen in Berlin: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Antwort #44 - 13.09.11 um 15:29:04
Beitrag drucken  
ChristophL schrieb on 13.09.11 um 15:01:28:
xila schrieb on 13.09.11 um 13:20:20:
Je einzelner Partei waren die Abweichungen relativ gering, aber es ging halt bei allen Parteien in dieselbe Richtung. Das summierte sich schon.


Es hat sich eher ausgeglichen zwischen Regierung und Opposition, lediglich die Linkspartei war ein Ausreißer.


Nein, hat es nicht. Keine einzige im Abgeordnetenhaus vertretene Partei hat mehr Stimmen bekommen als nach den letzten Umfrage vor der Wahl, sondern jede einzelne von ihnen weniger. Jetzt glaub's mir halt, oder lies es von mir aus selbst nach, anstatt mir einfach ins Blaue hinein zu widersprechen: http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/berlin.htm

Quote:
xila schrieb on 13.09.11 um 13:20:20:
Ich ahne, wie schwierig die Wahlentscheidung für viele gewesen ist (vor allem, weil ich das Problem ja auch schon hatte): mit Bauchschmerzen noch einmal CDUSPDGrüneLinksparteiFDP, oder die Stimme verschenken? 


Obwohl du keine Berlinerin bist. Denn das ist ja interessant: Die Sonstige-Ergebnisse in Berlin sind offenbar höher als anderswo. Die Hauptstadt als Avantgarde?


Wenn jede einzelne im Abgeordnetenhaus vertretene Partei am Wahltag schlechter dasteht als nach der letzten Umfrage, während sich der Stimmenanteil der Sonstigen im Vergleich zur selben Umfrage in etwa verdoppelt hat, ist der Grund dafür ja auch von ferne nicht besonders schwierig zu deuten.

Zumal, wenn man das alles schon selbst hinter sich hat. Ich habe das letzte Mal CDU gewählt, aber ich habe vor der Wahl beim Anblick jedes Wahlplakats eine Wut bekommen, und die Anzeigen in der Zeitung habe ich jeden Morgen zur Erheiterung meines nichtwählenden Freunds angefaucht: "Erinnert mich bloß nicht zu oft daran, ihr [Selbstzensur], sonst überleg' ich's mir doch noch anders."

Am Wahlabend kam mein Sohn zu mir ins Zimmer und sagte:
"Ich hab CDU gewählt. Komisches Gefühl."
Mein Sohn hat eine Stimme für Stuttgart 21 und gegen Grün abgegeben. Obwohl er den Mappus verabscheut. Gegen Grün ist er übrigens von ganz alleine. Ich habe damit nichts zu tun.
Daß es ein komisches Gefühl war, CDU gewählt zu haben, konnte ich bestätigen.
"Aber beinahe hätte ich mein Kreuz doch ganz unten gemacht, bei diesem komischen Diplom-Ingenieur."
Das war ein Einzelbewerber gewesen. Ich las seinen Namen auf dem Stimmzettel zum ersten Mal. Der Kerl war aus Heilbronn. Wieso um alles in der Welt läßt sich ein Heilbronner in Stuttgart als Einzelbewerber aufstellen?
Aber ich gestehe, mir ging's genauso wie meinem Sohn. Mir hat der Bleistift kurz in den Fingern gezuckt. Bloß, ein Kreuzchen bei dem war ungeeignet, um Grün-Rot zu verhindern.

Wählen enthält immer Kompromisse, und das letzte Mal, daß ich meine Stimme ohne jeden Vorbehalt abgegeben habe, war 1998. Aber in den letzten Jahren wird es wirklich immer mühsamer, sich zu irgendeiner Wahlentscheidung durchzuringen, und ich bin immer häufiger wochenlang vor und nach meiner Stimmabgabe ziemlich gereizt.
Ich plädiere dafür, das "korsische" Wahlsystem frei nach Asterix einzuführen: Nach der Stimmabgabe werden die Wahlurnen im Meer versenkt, und die Spitzenkandidaten kämpfen die Sache aus. Viel schlechter kann das Ergebnis auf diese Weise auch nicht ausfallen.

Die Avantgarde sind aber wohl eher die Städte. In allen Stadtstaaten gibt es, glaube ich, dieses Phänomen, daß neue Parteien eher als in Flächenstaaten die 5% knacken. Erinnerst du dich noch an die Schill-Partei?
« Zuletzt geändert: 13.09.11 um 15:51:23 von xila »  

Have no respect whatsoever for authority; forget who said it and instead look what he starts with, where he ends up, and ask yourself, "Is it reasonable?" (Richard Feynman)
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.294
Mitglied seit: 30.06.06
Re: Wahlen in Berlin: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Antwort #43 - 13.09.11 um 15:01:28
Beitrag drucken  
xila schrieb on 13.09.11 um 13:20:20:
Je einzelner Partei waren die Abweichungen relativ gering, aber es ging halt bei allen Parteien in dieselbe Richtung. Das summierte sich schon.


Es hat sich eher ausgeglichen zwischen Regierung und Opposition, lediglich die Linkspartei war ein Ausreißer. Und manche Abweichungen bedeuten nicht mal ein einziges Mandat Unterschied.

xila schrieb on 13.09.11 um 13:20:20:
Ich ahne, wie schwierig die Wahlentscheidung für viele gewesen ist (vor allem, weil ich das Problem ja auch schon hatte): mit Bauchschmerzen noch einmal CDUSPDGrüneLinksparteiFDP, oder die Stimme verschenken? 


Obwohl du keine Berlinerin bist. Denn das ist ja interessant: Die Sonstige-Ergebnisse in Berlin sind offenbar höher als anderswo. Die Hauptstadt als Avantgarde?
« Zuletzt geändert: 13.09.11 um 15:02:30 von ChristophL »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.975
Mitglied seit: 15.10.07
Re: Wahlen in Berlin: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Antwort #42 - 13.09.11 um 13:20:20
Beitrag drucken  
ChristophL schrieb on 13.09.11 um 12:08:03:
Quote:
Aber mir fiel gerade etwas Interessantes auf, als ich mir das Wahlergebnis vom letzten Mal ansah: Bei der letzten Wahl haben sämtliche im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien am Ende gegenüber der letzten Umfrage verloren, und zwar immerhin um die 6 Prozentpunkte. Die Sonstigen hatten fast 14 %, das war fast doppelt so viel wie in der vorausgegangenen Umfrage und deutlich mehr als in allen Wahlumfragen des Jahres 2006 vor der Wahl. Erst in der Zeit nach der Wahl spiegelten die Umfrageergebnisse das tatsächliche Wahlverhalten bezogen auf die "Sonstigen" in etwa wider.

Die Frage ist, ob man diesmal mit demselben Effekt rechnen muß, oder ob die "Kurzentschlossenen" eher den Piraten zuneigen werden.


Bei den im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien war die Abweichung zwischen den Umfrageergebnissen aus dem gleichen Monat und dem Result insgesamt sehr gering, so dass die Abweichung bei den Sonstigen bei der Mandatsverteilung zwischen den Parteien keinen Einfluss hatte. So ähnlich wird das wohl diesmal auch sein, mit dem von dir herausgearbeiteten Unterschied, dass die Piraten in letzter Minute doch noch mehr Stimmen bekommen könnten. Was aber die Gewichte der Parteien alles in allem gegenüber den Umfragen nicht so stark verschieben dürfte. Mal sehen.



Je einzelner Partei waren die Abweichungen relativ gering, aber es ging halt bei allen Parteien in dieselbe Richtung. Das summierte sich schon. Ich ahne, wie schwierig die Wahlentscheidung für viele gewesen ist (vor allem, weil ich das Problem ja auch schon hatte): mit Bauchschmerzen noch einmal CDUSPDGrüneLinksparteiFDP, oder die Stimme verschenken?
  

Have no respect whatsoever for authority; forget who said it and instead look what he starts with, where he ends up, and ask yourself, "Is it reasonable?" (Richard Feynman)
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.294
Mitglied seit: 30.06.06
Re: Wahlen in Berlin: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Antwort #41 - 13.09.11 um 12:08:03
Beitrag drucken  
Quote:
Aber mir fiel gerade etwas Interessantes auf, als ich mir das Wahlergebnis vom letzten Mal ansah: Bei der letzten Wahl haben sämtliche im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien am Ende gegenüber der letzten Umfrage verloren, und zwar immerhin um die 6 Prozentpunkte. Die Sonstigen hatten fast 14 %, das war fast doppelt so viel wie in der vorausgegangenen Umfrage und deutlich mehr als in allen Wahlumfragen des Jahres 2006 vor der Wahl. Erst in der Zeit nach der Wahl spiegelten die Umfrageergebnisse das tatsächliche Wahlverhalten bezogen auf die "Sonstigen" in etwa wider.

Die Frage ist, ob man diesmal mit demselben Effekt rechnen muß, oder ob die "Kurzentschlossenen" eher den Piraten zuneigen werden.


Bei den im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien war die Abweichung zwischen den Umfrageergebnissen aus dem gleichen Monat und dem Result insgesamt sehr gering, so dass die Abweichung bei den Sonstigen bei der Mandatsverteilung zwischen den Parteien keinen Einfluss hatte. So ähnlich wird das wohl diesmal auch sein, mit dem von dir herausgearbeiteten Unterschied, dass die Piraten in letzter Minute doch noch mehr Stimmen bekommen könnten. Was aber die Gewichte der Parteien alles in allem gegenüber den Umfragen nicht so stark verschieben dürfte. Mal sehen.

  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.975
Mitglied seit: 15.10.07
Re: Wahlen in Berlin: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Antwort #40 - 12.09.11 um 09:03:15
Beitrag drucken  
ChristophL schrieb on 11.09.11 um 21:56:50:
xila schrieb on 11.09.11 um 13:46:10:
Aber bei der Sitzverteilung im Abgeordnetenhaus, die für die Koalitionsmöglichkeiten entscheidend ist, spielen die Splitterparteien sowieso keine Rolle.


Insofern schon, als dass für eine absolute Mandatsmehrheit umso weniger Stimmenanteil benötigt wird, je mehr Stimmen auf Sonstige entfallen, die nicht im Parlament landen. Bei der letzten Berlin-Wahl hat Rot-Rot mit 44 % der Stimmen eine Mandatsmehrheit geholt, weil die Sonstigen zusammengenommen zweistellig waren.



Ich meinte die Sitzverteilung unter den Parteien, die im Abgeordnetenhaus vertreten sind. Derselbe Effekt, den du schilderst, vergrößert ja die Bedeutung der Stimmenanteile aller vertretenen Parteien zuungunsten der im Parlament nicht vertretenen.

Aber mir fiel gerade etwas Interessantes auf, als ich mir das Wahlergebnis vom letzten Mal ansah: Bei der letzten Wahl haben sämtliche im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien am Ende gegenüber der letzten Umfrage verloren, und zwar immerhin um die 6 Prozentpunkte. Die Sonstigen hatten fast 14 %, das war fast doppelt so viel wie in der vorausgegangenen Umfrage und deutlich mehr als in allen Wahlumfragen des Jahres 2006 vor der Wahl. Erst in der Zeit nach der Wahl spiegelten die Umfrageergebnisse das tatsächliche Wahlverhalten bezogen auf die "Sonstigen" in etwa wider.

Die Frage ist, ob man diesmal mit demselben Effekt rechnen muß, oder ob die "Kurzentschlossenen" eher den Piraten zuneigen werden.
  

Have no respect whatsoever for authority; forget who said it and instead look what he starts with, where he ends up, and ask yourself, "Is it reasonable?" (Richard Feynman)
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.294
Mitglied seit: 30.06.06
Re: Wahlen in Berlin: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Antwort #39 - 11.09.11 um 21:56:50
Beitrag drucken  
xila schrieb on 11.09.11 um 12:36:55:
Ich ging davon aus, daß der Einzug der Piraten von vornherein nicht mehr zu verhindern ist - jetzt, wo die Medien sich der Sache eine Woche vor der Wahl noch einmal angenommen haben, steht für mich fest, daß sie die Fünfprozenthürde locker nehmen werden. Wenn sie aber drin sind, dann bringt man diejenigen, die eine Regierung bilden wollen, umso mehr in Verlegenheit, je höher ihr Stimmenanteil ist. [...]
Angenommen, die Piraten liegen am Ende sogar bei knapp unter 10 %? Unmöglich ist das nicht. Medienberichte haben sie in den Umfragen von 4,5 auf 6,5 Prozent hochkatapultiert, und das hat noch mehr Medienaufregung hervorgerufen, die noch einmal eine Wirkung derselben Größenordnung (oder sogar noch größer) erzeugen kann.


Wie in meinem letzten Posting ausgeführt, würde selbst das nach dem jetzigen Stand der Umfragen die Wahrscheinlichkeit einer rot-grünen Koalition eher vergrößern als verringern.
Das gilt unter folgender Bedingung erst recht:

perle schrieb on 11.09.11 um 13:13:02:
ich gehe mal davon aus, das die stimmengewinne für die piraten eher zu lasten von kleineren parteien gehen, wie die FDP, oderauch der NPD. auch die "sonstigen" parteien dürften zugunsten der piraten verlieren.


xila schrieb on 11.09.11 um 13:46:10:
Aber bei der Sitzverteilung im Abgeordnetenhaus, die für die Koalitionsmöglichkeiten entscheidend ist, spielen die Splitterparteien sowieso keine Rolle.


Insofern schon, als dass für eine absolute Mandatsmehrheit umso weniger Stimmenanteil benötigt wird, je mehr Stimmen auf Sonstige entfallen, die nicht im Parlament landen. Bei der letzten Berlin-Wahl hat Rot-Rot mit 44 % der Stimmen eine Mandatsmehrheit geholt, weil die Sonstigen zusammengenommen zweistellig waren.

perle schrieb on 11.09.11 um 13:13:02:
ich persönlich halte SPD und CDU als gewinner der wahl (beide parteien gewinnen mehr stimmen als bei der letzten wahl, grün verliert im vergleich zur letzten wahl) nicht für unrealistisch. und eine große koalition auch nicht.


Nach den Umfragen sind geringfügige Gewinne für SPD und CDU gegenüber der letzten Berlin-Wahl denkbar. Einen Verlust der Grünen jedoch muss man leider ausschließen.
Eine "große" Koalition in Berlin könnte sowohl Rot-Schwarz als auch Rot-Grün sein.

« Zuletzt geändert: 11.09.11 um 21:59:08 von ChristophL »  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.975
Mitglied seit: 15.10.07
Re: Wahlen in Berlin: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Antwort #38 - 11.09.11 um 13:46:10
Beitrag drucken  
perle schrieb on 11.09.11 um 13:13:02:
xila schrieb on 11.09.11 um 12:36:55:
Ich ging davon aus, daß der Einzug der Piraten von vornherein nicht mehr zu verhindern ist - jetzt, wo die Medien sich der Sache eine Woche vor der Wahl noch einmal angenommen haben, steht für mich fest, daß sie die Fünfprozenthürde locker nehmen werden. Wenn sie aber drin sind, dann bringt man diejenigen, die eine Regierung bilden wollen, umso mehr in Verlegenheit, je höher ihr Stimmenanteil ist. 


ich gehe mal davon aus, das die stimmengewinne für die piraten eher zu lasten von kleineren parteien gehen, wie die FDP, oderauch der NPD. auch die "sonstigen" parteien dürften zugunsten der piraten verlieren. 

ich persönlich halte SPD und CDU als gewinner der wahl (beide parteien gewinnen mehr stimmen als bei der letzten wahl, grün verliert im vergleich zur letzten wahl) nicht für unrealistisch. und eine große koalition auch nicht.



Vermutlich werden sie vor allem die Wahlbeteiligung höher machen, als sie andernfalls ausgefallen wäre. Sie zielten ja schon in ihrem Wahlkampf vor allem auf bisherige Nichtwähler ab. Aber bei der Sitzverteilung im Abgeordnetenhaus, die für die Koalitionsmöglichkeiten entscheidend ist, spielen die Splitterparteien sowieso keine Rolle.

  

Have no respect whatsoever for authority; forget who said it and instead look what he starts with, where he ends up, and ask yourself, "Is it reasonable?" (Richard Feynman)
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
perle
Advanced Member
*****
Offline



Beiträge: 6.162
Mitglied seit: 05.04.07
Re: Wahlen in Berlin: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Antwort #37 - 11.09.11 um 13:13:02
Beitrag drucken  
xila schrieb on 11.09.11 um 12:36:55:
Ich ging davon aus, daß der Einzug der Piraten von vornherein nicht mehr zu verhindern ist - jetzt, wo die Medien sich der Sache eine Woche vor der Wahl noch einmal angenommen haben, steht für mich fest, daß sie die Fünfprozenthürde locker nehmen werden. Wenn sie aber drin sind, dann bringt man diejenigen, die eine Regierung bilden wollen, umso mehr in Verlegenheit, je höher ihr Stimmenanteil ist. 


ich gehe mal davon aus, das die stimmengewinne für die piraten eher zu lasten von kleineren parteien gehen, wie die FDP, oderauch der NPD. auch die "sonstigen" parteien dürften zugunsten der piraten verlieren. 

ich persönlich halte SPD und CDU als gewinner der wahl (beide parteien gewinnen mehr stimmen als bei der letzten wahl, grün verliert im vergleich zur letzten wahl) nicht für unrealistisch. und eine große koalition auch nicht.

  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.975
Mitglied seit: 15.10.07
Re: Wahlen in Berlin: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Antwort #36 - 11.09.11 um 12:36:55
Beitrag drucken  
ChristophL schrieb on 11.09.11 um 10:18:20:
Künast quälen - Piraten wählen: Da ist sicher was dran. Aber:

xila schrieb on 09.09.11 um 16:52:23:
Je besser die Piraten abschneiden, desto enger wird es für eine rot-grüne Koalition, die ja offenbar geplant ist.


Das haut nicht ganz hin. Wenn die Piraten nichts ins Abgeordnetenhaus einziehen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines Erhalts der rechnerischen Rot-Rot-Mehrheit, was zudem bedeuten würde, dass Schwarz-Grün/Grün-Schwarz über keine mandatsmäßige Mehrheit verfügen würden. Zwar wäre Letzteres auch bei einem Piraten-Einzug der Fall, die SPD wäre dann auch aber rechnerisch gezwungen statt mit der Linkspartei mit einer Partei zu koalieren. Eine rot-grüne Mehrheit der Mandate steht sowieso außer Frage, wenn das Wahlergebnis nicht sehr stark von den Umfragen abweichen sollte.


Ich ging davon aus, daß der Einzug der Piraten von vornherein nicht mehr zu verhindern ist - jetzt, wo die Medien sich der Sache eine Woche vor der Wahl noch einmal angenommen haben, steht für mich fest, daß sie die Fünfprozenthürde locker nehmen werden. Wenn sie aber drin sind, dann bringt man diejenigen, die eine Regierung bilden wollen, umso mehr in Verlegenheit, je höher ihr Stimmenanteil ist.

Wowereit und Künast scheint inzwischen tatsächlich wegen der Piraten der kalte Angstschweiß ausgebrochen zu sein, und das hat auch seinen Grund. Noch vor vier Wochen hat bei der Berlin-Wahl kein Mensch die Piraten mit auf der Rechnung gehabt, und auf einmal sind sie schon sicher drin.

Angenommen, die Piraten liegen am Ende sogar bei knapp unter 10 %? Unmöglich ist das nicht. Medienberichte haben sie in den Umfragen von 4,5 auf 6,5 Prozent hochkatapultiert, und das hat noch mehr Medienaufregung hervorgerufen, die noch einmal eine Wirkung derselben Größenordnung (oder sogar noch größer) erzeugen kann. 

  

Have no respect whatsoever for authority; forget who said it and instead look what he starts with, where he ends up, and ask yourself, "Is it reasonable?" (Richard Feynman)
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.294
Mitglied seit: 30.06.06
Re: Wahlen in Berlin: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Antwort #35 - 11.09.11 um 10:18:20
Beitrag drucken  
Künast quälen - Piraten wählen: Da ist sicher was dran. Aber:

xila schrieb on 09.09.11 um 16:52:23:
Je besser die Piraten abschneiden, desto enger wird es für eine rot-grüne Koalition, die ja offenbar geplant ist.


Das haut nicht ganz hin. Wenn die Piraten nichts ins Abgeordnetenhaus einziehen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines Erhalts der rechnerischen Rot-Rot-Mehrheit, was zudem bedeuten würde, dass Schwarz-Grün/Grün-Schwarz über keine mandatsmäßige Mehrheit verfügen würden. Zwar wäre Letzteres auch bei einem Piraten-Einzug der Fall, die SPD wäre dann auch aber rechnerisch gezwungen statt mit der Linkspartei mit einer Partei zu koalieren. Eine rot-grüne Mehrheit der Mandate steht sowieso außer Frage, wenn das Wahlergebnis nicht sehr stark von den Umfragen abweichen sollte.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Wettereule
Full Member
***
Offline


Am Anfang waren .....
Feuer & Rauch

Beiträge: 253
Standort: Marburg
Mitglied seit: 19.08.09
Geschlecht: männlich
Re: Wahlen in Berlin: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Antwort #34 - 10.09.11 um 22:50:40
Beitrag drucken  
ChristophL schrieb on 09.09.11 um 13:17:56:
Brief der Piratenpartei an die ehemalige Gefängnis-Mitarbeiterin Künast:

Quote:
Sehr geehrte Frau Künast,

auf der heutigen Befragung der Spitzenkandidaten durch die IHK von 8:00 bis 10:00 Uhr im Ludwig Erhard Haus haben Sie gesagt, Sie wollen die Piraten „resozialisieren“, damit diese bei der nächsten Wahl nicht mehr antreten.

Zu dieser Aussage habe ich einige Fragen:

1. Ist die Mitgliedschaft in einer demokratischen Partei resozialisierungsbedürftig oder worauf zielen Sie ab, wenn Sie so etwas ankündigen?
2. Wie genau möchten Sie die ca. 12.000 Mitglieder der Piratenpartei resozialisieren?
3. Würden Sie für den Fall, dass sich die ca. 12.000 Mitglieder der Piratenpartei weigern resozialisiert zu werden, Gewalt anwenden?


http://www.tagesspiegel.de/politik/wahlen-2011/ein-brief-der-piratenpartei-an-re...


Die GRÜNEN sind nach meiner Sicht der Dinge das schlimmste politideologische Übel das unser Land in den letzten Jahrzehnten hervor gebracht hat.

Ich glaube zwar nicht, dass sich diese Dame je "resozialisieren" lässt, aber wenn die Wahl der Piraten dabei helfen kann, den Berlinern solche Furien zu ersparen, dann wünsch' ich dieser Partei 10 Prozent + . 

Laut lachend

Jürgen


« Zuletzt geändert: 19.12.14 um 10:58:09 von Javaanse »  

Nicht woher der Wind weht, sondern wie man die Segel setzt, darauf kommts an.
Zum Seitenanfang
IP gespeichert
 
Tegel
Senior Member
*****
Offline


302

Beiträge: 1.492
Mitglied seit: 03.10.07
Geschlecht: männlich
Re: Wahlen in Berlin: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Antwort #33 - 09.09.11 um 21:53:11
Beitrag drucken  
..... wenn es in Berlin / bundesweit keine konservative Kraft auf die " Beine " bekommt eine ernsthafte Opposition gegenüber dem linken Trend auf die Beine zu bekommen, so ist mir ein neues und zusätzliches  Konträr gegenüber den Grünen / SPD  nur recht....
  

Gib " links" keine Chance.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.975
Mitglied seit: 15.10.07
Re: Wahlen in Berlin: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Antwort #32 - 09.09.11 um 16:52:23
Beitrag drucken  
... ach übrigens, für die Berliner unter uns:

Es gäbe einen nachdenkenswerten Grund, die Piraten aus taktischen Gründen zu wählen, auch wenn man sie programmatisch eigentlich ablehnt: Je besser die Piraten abschneiden, desto enger wird es für eine rot-grüne Koalition, die ja offenbar geplant ist. Warum soll man es diesen [Selbstzensur] denn leichter als nötig machen mit dem Koalitonsgedöns? Die Piraten hingegen sind als Neulinge und in den Augen der Etablierten unheimlicher Haufen ganz sicher in der Opposition. Ein Risiko, am Ende deren Politik mit an die Regierung gewählt zu haben, geht man von vornherein nicht ein.

« Zuletzt geändert: 09.09.11 um 16:53:07 von xila »  

Have no respect whatsoever for authority; forget who said it and instead look what he starts with, where he ends up, and ask yourself, "Is it reasonable?" (Richard Feynman)
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.975
Mitglied seit: 15.10.07
Re: Wahlen in Berlin: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Antwort #31 - 09.09.11 um 15:31:31
Beitrag drucken  
So was liest man doch auch mal gerne.  Smiley

Quote:
Der Bundesgeschäftsführer der Partei, Christopher Lauer (27), dreht sich neben einem Plakatstand am Kollwitzplatz im Prenzlauer Berg eine Zigarette, daneben weht eine orangefarbene Fahne.


http://www.heise.de/newsticker/meldung/Piraten-nehmen-Kurs-auf-Berliner-Abgeordn...
  

Have no respect whatsoever for authority; forget who said it and instead look what he starts with, where he ends up, and ask yourself, "Is it reasonable?" (Richard Feynman)
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.975
Mitglied seit: 15.10.07
Re: Wahlen in Berlin: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Antwort #30 - 09.09.11 um 13:43:52
Beitrag drucken  
ChristophL schrieb on 09.09.11 um 13:17:56:
Brief der Piratenpartei an die ehemalige Gefängnis-Mitarbeiterin Künast:

Quote:
Sehr geehrte Frau Künast,

auf der heutigen Befragung der Spitzenkandidaten durch die IHK von 8:00 bis 10:00 Uhr im Ludwig Erhard Haus haben Sie gesagt, Sie wollen die Piraten „resozialisieren“, damit diese bei der nächsten Wahl nicht mehr antreten.

Zu dieser Aussage habe ich einige Fragen:

1. Ist die Mitgliedschaft in einer demokratischen Partei resozialisierungsbedürftig oder worauf zielen Sie ab, wenn Sie so etwas ankündigen?
2. Wie genau möchten Sie die ca. 12.000 Mitglieder der Piratenpartei resozialisieren?
3. Würden Sie für den Fall, dass sich die ca. 12.000 Mitglieder der Piratenpartei weigern resozialisiert zu werden, Gewalt anwenden?


http://www.tagesspiegel.de/politik/wahlen-2011/ein-brief-der-piratenpartei-an-re...



Interessant auch die Kommentare. Punktsieg für die Piratenpartei.

Inzwischen verdichten sich die Anzeichen dafür, daß sie im Parlament vermutlich tatsächlich vertreten sein werden. In den letzten beiden Umfragen lagen sie bei 6,5 bzw. 5,5 Prozent: http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/berlin.htm

Da war Künasts sprachliche Entgleisung natürlich eine Steilvorlage, um sich weiter in den Medien zu halten. Und jeder Medienbericht verbessert ihre Aussichten.






  

Have no respect whatsoever for authority; forget who said it and instead look what he starts with, where he ends up, and ask yourself, "Is it reasonable?" (Richard Feynman)
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Seitenindex umschalten Seiten: 1 ... 4 5 [6] 7 8 
Thema versendenDrucken