Normales Thema Ich war auf der Buga (Gelesen: 104 mal)
Meinrad
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Wider das tierische Abstinenzlertum
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Re: Ich war auf der Buga
Antwort #2 - 04.10.11 um 06:10:46
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Willibald schrieb on 04.10.11 um 01:52:00:
Hallo Meinrad,

interessanter Bericht, der mich auf eine Gedankenspur gebracht hat.
Ich dufte zu DDR-Zeiten immer die IGA (jetzt seit der Wende EGA) besuchen. Naja ich sag mal so als Kind war es einfach nur riesengroß und viel zuviel für die Füße, als Jugendlicher fand ich es gut, dass es ein paar Ecken zum abducken gab und als Erwachsener hab ich nun selber einen Garten.


Ja, für diese Gärtner ist die Buga ja eigentlich gedacht, um Neuzüchtungen vorzustellen. Aber auch das gab es nicht. Merkwürdig unkommerziell an dieser Stelle.

Quote:
Nee im Ernst - um mal auf die Gedankenspur zurück zu kommen. Viele Vereine werden kommunal gefördert. D.h. sie verlassen sich mehr oder weniger darauf, dass die benötigten Gelder kommen. Manchmal werden sie verpflichtet auch mal was Öffentliches zu tun, um die Gemeinnützigkeit zu behalten. Das ist dann das, was man auf der BUGA oder anderen Großveranstaltungen sieht.


Ja, dagegen spricht ja auch nichts, nur der Punkt ist eben, dass man davon nichts sieht. Es kann ja sein, dass ich da einen schlechten Tag erwischt habe und dass auf Google mehr findet. In der Tat, am 25.6. war "Fachwerkjazz". Das war's aber schon.

Quote:
Aber diese Vereine sind schon so was wie kleine Kneipen mit Stammpublikum geworden. Nur, dass hier die Kommune mitreden darf, weil sie mitbezahlt. Es gibt viele Vereine, die sich selbst tragen, aber es gibt auch eine große Reihe Vereine, die sich auf das Fördergeld der Kommune verlassen.
Die Zugehörigkeit zu einem Verein macht mich auch zu einem guten Bürger. Was die Zugehörigkeit zu einem Verein dem guten Bürger zur Pflicht werden lässt und was wiederum bedeutet, dass die Mittelschicht weitestgehend organisiert ist und in vielen Fällen auch gesteuert werden kann.


Gut beobachtet. Aber es fragt sich, ob das nicht alles schon Geschichte ist.

Wobei ein Verein heute - nur wenig überspitzt - heute ein Unternehmen ist, mit der Erlaubnis, 1-Euro-Kräfte zu beschäftigen. Am Geld liegt's also nicht.

Quote:
Was die Tristess auf diesen ehemaligen Prestigeprojekten betrifft - stimmt.


Ohne dass andere Events an ihre Stelle getreten wären.

Die Buga fand übrigens in Koblenz statt, was ich im Eingangsbeitrag vergessen hatte.
« Zuletzt geändert: 04.10.11 um 06:12:38 von Meinrad »  
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Willibald
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Re: Ich war auf der Buga
Antwort #1 - 04.10.11 um 01:52:00
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Hallo Meinrad,

interessanter Bericht, der mich auf eine Gedankenspur gebracht hat.
Ich dufte zu DDR-Zeiten immer die IGA (jetzt seit der Wende EGA) besuchen. Naja ich sag mal so als Kind war es einfach nur riesengroß und viel zuviel für die Füße, als Jugendlicher fand ich es gut, dass es ein paar Ecken zum abducken gab und als Erwachsener hab ich nun selber einen Garten. Du glaubst gar nicht, was das für eine Arbeit ist, zwischen 2 Bierchen nebst Zigarette eine Blume ins Beet zu setzen. Und nun rechne mal...

Nee im Ernst - um mal auf die Gedankenspur zurück zu kommen. Viele Vereine werden kommunal gefördert. D.h. sie verlassen sich mehr oder weniger darauf, dass die benötigten Gelder kommen. Manchmal werden sie verpflichtet auch mal was Öffentliches zu tun, um die Gemeinnützigkeit zu behalten. Das ist dann das, was man auf der BUGA oder anderen Großveranstaltungen sieht. Aber diese Vereine sind schon so was wie kleine Kneipen mit Stammpublikum geworden. Nur, dass hier die Kommune mitreden darf, weil sie mitbezahlt. Es gibt viele Vereine, die sich selbst tragen, aber es gibt auch eine große Reihe Vereine, die sich auf das Fördergeld der Kommune verlassen.
Die Zugehörigkeit zu einem Verein macht mich auch zu einem guten Bürger. Was die Zugehörigkeit zu einem Verein dem guten Bürger zur Pflicht werden lässt und was wiederum bedeutet, dass die Mittelschicht weitestgehend organisiert ist und in vielen Fällen auch gesteuert werden kann.

Was die Tristess auf diesen ehemaligen Prestigeprojekten betrifft - stimmt.
« Zuletzt geändert: 04.10.11 um 01:54:57 von Willibald »  

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Meinrad
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Ich war auf der Buga
03.10.11 um 20:32:10
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Eine Buga ist eine Bundesgartenschau und ich dachte, da fahre ich mal wiesder hin, nachdem ich mir die Jahre zuvor diese postmoderne Lieblosigkeit nicht mehr antun wollte. Mehr war's auch diesmal nicht : diese Beetformen aus dem CAD könnten durchaus etwas hermachen, aber ich habe nicht ein Pflanzenarragmement gesehen, das irgendwie etwas Besonsderes gewesen wäre. Dafür eben viel neuzeitlicher Schnickschnack : eine Klangwiese zum Beispiel, auf der man liegend von allen Seiten Geräusche hört. Nun ja.

Aufgefallen ist das Fehlen von Musikvereinen aller Art, die früher die Szene dominiert haben. Auch wer auf diese Art der Beschallung keinen Wert legt, den trifft es doch, wenn da plötzlich garnichts mehr ist. Grund wohl : es gibt diese Vereine nicht mehr. Wo die Kneipen sterben, gibt es kurz darauf keine Vereine mehr. Sieht zwar jeder, darf aber nicht zur Sprache kommen. Kleiner Trost : es sind statt dessen Schulklassen eingesprungen, die ihre Sache nicht schlecht machten.

Dann bin ich von der Buga zum Bahnhof zurück gelaufen und dachte, etwas von der rheinischen Fröhlichkeit mitzubekommen. Nix da, die Gastro bestand fast nur aus Imbissen. Dann der zentrale Platz in der Stadt, da war ein Cafe mit 150 Sitzpläten innen und 250 außen. Wie anders kann man sich das vorstellen als vollbesetzt, wenn die ganze Stadt voll von Touristen ist ? Aber nein, kein Mensch drin, die Bedienung war eben dabei,  die Tische abzuwischen, um gleich zuzumachen. Um 21 Uhr 50 ! Ehrlich gesagt, dass es solche Ausmaße hat, gibt einem dann doch einen Stich !

Überhaupt ein wenig Leben war dann vor den Kinos. Das alles war an einem Samstagabend.

Ehrlich, wenn das vor fünf Jahren jemand für möglich gehalten hätte, wäre er wohl in die Psychiatrie verwiesen worden. Heute sehen es alle und keiner traut sich etwas zu sagen.

Außer uns eben. Wir haben genau das immer behauptet.   

   
« Zuletzt geändert: 03.10.11 um 20:32:51 von Meinrad »  
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