Heißes Thema (mehr als 10 Antworten) Bhutan (Gelesen: 819 mal)
Werner R. Niedermeier
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Bhutan
04.10.11 um 09:00:02
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Im Antiraucherparadies Bhutan wächst der Widerstand gegen die menschenverachtende Politik der WHO und ihrer Lobbyisten.

http://www.rauchernews.de/news/2011/10/04/im-antiraucherparadies-waechst-der-wid...
  

Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben.
http://www.rauchernews.de
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xila
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Re: Bhutan
Antwort #1 - 04.03.12 um 17:56:51
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Das gilt neuerdings sogar für die Vertreter des Buddhismus, auf dessen Ablehnung des Tabaks sich die Regierung von Bhutan offenbar nicht mehr berufen kann. Denn diese Ablehnung ist nicht größer als die von Fleisch oder Alkohol. Seine Exzellenz (oder Eminenz? Im Deutschen bin ich mir nicht sicher, wie "S.E." aufgeschlüsselt wird) Dzongsar Jamyang Khyentse Rinpoche, ein hochrangiger Lama, sprach in diesem Zusammenhang klare Worte:

Quote:
Bhutan being a Buddhist country, has banned tobacco.  Is tobacco sin in Buddhist religion and did Bhutan take the right decision?

I know, this is going to upset a few people. I am always so puzzled on why ban tobacco  and why not alcohol also? They are both destructive.  But of course, ara with eggs, ginger and butter-how can we even think of banning it because that’s our tradition, where as this tobacco is a foreign thing. Probably it’s this. I always have to tell my monks that the there is not even one word in the Vinaya that says monks should not smoke.

As a Mahayana Buddhist, we should not be eating meat. In many  , meat is a no. But I’ll still advocate in banning just for health sake, but even alcohol is very dodgy. I don’t know.

Personally I just don’t want Buddhism to become a culture or a ritual. As a Buddhist, and as a Rinpoche who is supposedly the caretaker of Buddhism, one of my biggest fears is that Buddhism in Bhutan will end up becoming a ritual, or a culture or some kind of a narrow code of conduct. That if you do that, you think you are offering service when you are doing the opposite because Buddhism is much greater than no tobacco and no meat.  Buddhism is science; its life; its study of life; its study of yourself, of illusion and so it should not be hijacked by some narrow issues like tobacco. Because what will happen is somebody will say, “oh you must be a good Buddhist because you don’t smoke.” That’s so dangerous because many non-smokers are vey dangerous people.


http://www.kuenselonline.com/2011/?p=27949

Keine Zeit, alles zu übersetzen, also wenigstens den Schluß:

"Buddhismus ist eine Wissenschaft, es ist Leben, das Studium des Lebens, es ist das Studium deiner selbst und sollte nicht durch einige begrenzte Themen wie Tabak gekapert werden. Denn was geschehen wird, ist, daß jemand sagt: "Oh, du mußt ein guter Buddhist sein, weil du nicht rauchst." Das ist so gefährlich, weil viele Nichtraucher sehr gefährliche Leute sind."

Ich hatte schon Gelegenheit, mich mit der sehr menschenfreundlichen, toleranten und sympathischen und auch heiter-gelassenen Denkweise der Lehren des Tibetischen Buddhismus zu befassen,  und in diesem Zusammenhang hatte es mich doch erstaunt, daß sich die Regierung von Bhutan mit ihrem totalen Tabakverbot ausgerechnet darauf berufen hatte. Das ist wohl eine ganz schöne Klatsche für die Regierung von Bhutan, zumal die Verantwortlichen für das Gesetz offenbar anwesend waren, als diese Worte gesprochen wurden, jedenfalls, wenn ich nach dem hier gehe:

Quote:
Those very people who initiated the smoking laws were there in His eminence, Dzongsar Jambaying Khentses’ talk on the 3rd of March. I was sitting very close to those people who were the architects of the very law. It was good these people were reeducated and they were unlearning some of the autocratic practices of ramming such law to the constitutions. I am convinced that they were submitting themselves to the good of the humanity giving up their authoritative consciousness. Their heat beat (systolic was almost 190 per minute) of the guilt of sending harmless smokers. Those innocent people were the one who did not know how to break the rules.   


http://www.kuenselonline.com/2011/?page_id=6196/from-the-readers/khentse-rimpoch...

Vermutlich dürfen wir nicht darauf hoffen, daß der Papst sich zu ähnlichen Sätzen hinreißen läßt ...?  Durchgedreht Schade eigentlich. Eine Enzyklika gegen die Antis, öffentlich zu verlesen durch Sebastian Frankenberger, das wär's doch.  Laut lachend

  

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perle
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Re: Bhutan
Antwort #2 - 05.03.12 um 07:05:33
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xila schrieb on 04.03.12 um 17:56:51:
Im Deutschen bin ich mir nicht sicher, wie "S.E." 


Seine Excellenz.
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
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ChristophL
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Re: Bhutan
Antwort #3 - 05.03.12 um 08:17:34
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Im von Xila zitierten englischen Original ist von "His eminence", also Seiner Eminenz, die Rede.

Übrigens vielen Dank für diesen spannenden Fund, Xila.
« Zuletzt geändert: 05.03.12 um 08:17:54 von ChristophL »  
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xila
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Re: Bhutan
Antwort #4 - 05.03.12 um 09:29:32
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ChristophL schrieb on 05.03.12 um 08:17:34:
Im von Xila zitierten englischen Original ist von "His eminence", also Seiner Eminenz, die Rede.


Ja, aber in deutschen Texten, in denen "S.E." nicht abgekürzt war, stand "Seine Exzellenz". Ich habe mich natürlich versucht, schlau zu machen, wer dieser Mann ist, und da fiel mir das auf.

Seine Äußerung paßt aber ausgezeichnet zu dem, was ich sonst über Tibetischen Buddhismus weiß. Die völlige Abwesenheit von Drohungen und Bestrafungen ist einer der besonders auffälligen Kontraste zu sämtlichen anderen Religionen. Was aus buddhistischer Sicht Fehlverhalten ist, trägt seine Strafe in sich selbst.
  

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Peter
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Re: Bhutan
Antwort #5 - 05.03.12 um 10:29:54
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Aber dadurch das in Bhutan eine Monarchie existiert, können sich diese Gesetze beim nächsten Regenten ganz schnell wieder ändern.

Aber zur Zeit ist das natürlich schlimm. Die Gesetze sind in Südostasien oft auch sehr streng. Ich wüsste ja gern wie das in Singapur ist? Dort wo man ja bekanntlich für das Kaugummi ausspucken ein paar Tage Haft bekommt.
  
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Re: Bhutan
Antwort #6 - 05.03.12 um 13:36:38
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Peter schrieb on 05.03.12 um 10:29:54:
Aber dadurch das in Bhutan eine Monarchie existiert, können sich diese Gesetze beim nächsten Regenten ganz schnell wieder ändern.

Aber zur Zeit ist das natürlich schlimm. Die Gesetze sind in Südostasien oft auch sehr streng. Ich wüsste ja gern wie das in Singapur ist? Dort wo man ja bekanntlich für das Kaugummi ausspucken ein paar Tage Haft bekommt.


Meines Wissens ist der König in Bhutan ebensowenig wie die Queen in England der Gesetzgeber.
  

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Peter
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Re: Bhutan
Antwort #7 - 09.03.12 um 13:02:04
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Trotzdem ist er es, der die Regierung ernennt und kontrolliert, genauso wie die Gesetze, die er zwar nicht ausarbeitet, aber unterzeichnet. Und in so einem jungen System kann noch einiges passieren.
  
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ChristophL
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Re: Bhutan
Antwort #8 - 07.10.12 um 22:37:16
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Werner Paul
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Re: Bhutan
Antwort #9 - 07.10.12 um 23:09:55
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ChristophL schrieb on 07.10.12 um 22:37:16:


Mal abwarten, ob es denen dann so viel besser geht und was sie unter "bio" verstehen.
  

Statistiken sind für Politiker wie Laternen für Säufer. Sie dienen mehr der Stütze, als der Erleuchtung.
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Re: Bhutan
Antwort #10 - 09.10.12 um 20:14:33
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ChristophL schrieb on 07.10.12 um 22:37:16:


Vielleicht gibts dort keiné Schädlinge.  Zunge
  

Der gesunde Menschenverstand ist die Sache, die am Besten auf der Welt verteilt ist, aber nur die wirklich 'Unverbildeten' haben ihn" ...


Philosoph Descartes
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Dies ist durchaus ein
Drei-Pfeifen-Problem
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Re: Bhutan
Antwort #11 - 30.07.14 um 08:39:49
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In der "Zeit"  wird für für eine Reise unter dem Titel geworben:

Bhutan - Wo Glück das Staatsziel ist

Quote:
Zwischen China und Indien im Himalaya liegt Bhutan, die jüngste Demokratie der Welt....


Ich fürchte, dass Überschrift und Einleitung keineswegs ironisch gemeint sind  Smiley

http://zeitreisen.zeit.de/2014/bhutan-wo-glueck-das-staatsziel-ist?wt_mc=zr.inte...

Im Laufe der Jahre wurde ein ausgeklügeltes Instrument entwickelt, um das allgemeine Glück zu messen. Solche Messungen wurden auch durchgeführt. Es wurde entschieden, dass 60 Prozent des Landes waldbedeckt sein müssten. Es gab eine Entscheidung gegen Massentourismus. Das Land hieß jährlich nur eine geringe Zahl von Touristen willkommen. Ein Kleiderkodex erforderte, dass Männer sich traditionell kleideten. Nach der Einführung der Demokratie im Jahre 2008 intensivierte der erste gewählte Premierminister Jigme Thinley diese Politik. Der Verkauf von Tabak und Tabakprodukte wurde verboten. Verboten wurde auch der Gebrauch von Plastiktaschen. Während religiöser Feiertage, die sich auch einen Monat erstrecken können, durfte kein Fleisch verkauft werden. Automobile wurden hoch besteuert, und es gab einen autofreien Tag im Monat.
Parteien waren bis vor einigen Jahren in Bhutan verboten. Bis 1999 war in Bhutan das Fernsehen verboten.

Einige wenige Verbote und Gebote wurden zwar 2013 aufgehoben (autofreie Tage, traditioneller Kleidungskodex für Männer), trotzdem erstaunt es immer wieder, welche Vorstellungen von Glück hier in westlichen Gesellschaften existieren!
  
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ChristophL
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Re: Bhutan
Antwort #12 - 22.07.17 um 00:58:11
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In Bhutan wird viel geraucht, deutlich mehr als vor der Prohibitionseinführung, wenn man entsprechenden Zahlen Glauben schenken will.
  
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magnitubel
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Re: Bhutan
Antwort #13 - 06.09.20 um 13:36:59
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"Die Krise als Chance" könnte man denken, wobei mir als "Corona-Maximal-Betroffenem" bei diesem Ansatz regelmässig schlecht wird:

https://de.nachrichten.yahoo.com/bhutan-erlaubt-wegen-coronavirus-verkauf-094413...

Quote:
Das Königreich Bhutan im Himalaya-Gebirge erlaubt im Kampf gegen die Corona-Pandemie nach Jahren wieder den Verkauf von Tabak. Raucher können sich nun bei staatseigenen Duty-Free-Shops mit Zigaretten eindecken, um auf Schmuggelware aus dem stark vom Coronavirus betroffenen Nachbarland Indien zu verzichten. Der Premierminister und Arzt, Lotay Tshering, warnte allerdings, dass die Maßnahme nur vorübergehend sei...

Die Pandemie sei der "falsche Zeitpunkt", um den Bürgern das Rauchen abzugewöhnen, sagte Tshering laut örtlichen Medien...

Die Nachfrage nach Tabakprodukten scheint trotz des jahrelangen Banns jedenfalls groß: "Wir bekommen so viele verzweifelte Anrufe, dass wir nicht einmal die Zeit für eine ordentliche Mahlzeit finden", sagte Dechen Dema, die Filialleiterin eines Duty-Free-Shops in der Hauptstadt Thimphu.


Da müssen doch in der WHO vor Ärger schon die Viren rauchen Smiley
  
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ChristophL
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Re: Bhutan
Antwort #14 - 10.09.20 um 17:06:47
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Immerhin ein Lichtblick. Südafrika war das Gegenbeispiel.
  
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