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Heißes Thema (mehr als 10 Antworten) Neo-GRÜNER Gesundheitsfaschismus in Reinform ... (Gelesen: 2.633 mal)
Destruktor
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Re: Neo-GRÜNER Gesundheitsfaschismus in Reinform ...
Antwort #30 - 27.11.12 um 13:34:39
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xila schrieb on 26.11.12 um 20:07:18:
ChristophL schrieb on 26.11.12 um 17:42:46:
xila schrieb on 26.11.12 um 15:34:28:
Halten wir also fest: Aus deiner Sicht ist es legitim, einem Arbeitslosen mit der Pauschalbegründung, andernfalls sei er nicht mehr imstande, sich in einen regelmäßigen Arbeitsprozeß einzugliedern, mit Zwangs-Erziehungsmaßnahmen zu überziehen, die ihm diese Fähigkeiten wiederverschaffen sollen. Wobei niemand vorher prüft, ob ihm diese Fähigkeiten überhaupt fehlen.

Hingegen ist es aus deiner Sicht nicht legitim, auch wenn die Begründung ebenfalls eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sein sollte, ihn mit denselben Zwangsmitteln zur Teilnahme an einer Rauchstopp-Schulung zu nötigen.


Destruktur hat den Unterschied ja auch benannt.
Das eine liegt in der Logik dieses Systems (welches ich bekanntermaßen für unsinnig halte), das andere ist eine Grenzüberschreitung in den persönlichen Lebensstil hinein.



Der Unterschied besteht also in deinen Augen darin, daß die Behauptung, als Arbeitsloser müsse man die nötigen Sekundärtugenden fürs Arbeiten erst wieder lernen, berechtigt ist? Ohne Ansehen der jeweiligen Person, nur nach dem Kriterium "arbeitslos" gewertet?

Destruktor, war es von dir tatsächlich so gemeint?










Ich beobachte bereits seit langer Zeit einen zum Teil jahrzehntelangen Mißbrauch von Sozialleistungen.

Durch die Hartz - Gesetzgebung hat man zwar zum Teil Abhilfe geschaffen, andererseits hat das zu großen Ungerechtigkeiten geführt.

Mit welchem Recht wird jemand, der jahrzehntelang Beiträge gezahlt hat, nach kurzer Zeit mit Leuten gleichgestellt, die noch nie gearbeitet haben ?

In Deutschland ist es aus kulturellen und sonstigen Gründen nicht möglich, Zahlungen an Arbeitsunwillige und Arbeitsverweigerer einfach auf 0,- Teuro zu setzen. Da dies nicht möglich ist, hat der Staat aus meiner Sicht durchaus das Recht, eine sachgerechte Gegenleistung für seine Sozialtransfers zu verlangen. Eine Teilnahme an Rauchentwöhungsmaßnahmen gehört dazu definitiv nicht.
  
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xila
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... hat meistens recht
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Re: Neo-GRÜNER Gesundheitsfaschismus in Reinform ...
Antwort #31 - 27.11.12 um 15:11:44
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Destruktor schrieb on 27.11.12 um 13:34:39:
xila schrieb on 26.11.12 um 20:07:18:
ChristophL schrieb on 26.11.12 um 17:42:46:
xila schrieb on 26.11.12 um 15:34:28:
Halten wir also fest: Aus deiner Sicht ist es legitim, einem Arbeitslosen mit der Pauschalbegründung, andernfalls sei er nicht mehr imstande, sich in einen regelmäßigen Arbeitsprozeß einzugliedern, mit Zwangs-Erziehungsmaßnahmen zu überziehen, die ihm diese Fähigkeiten wiederverschaffen sollen. Wobei niemand vorher prüft, ob ihm diese Fähigkeiten überhaupt fehlen.

Hingegen ist es aus deiner Sicht nicht legitim, auch wenn die Begründung ebenfalls eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sein sollte, ihn mit denselben Zwangsmitteln zur Teilnahme an einer Rauchstopp-Schulung zu nötigen.


Destruktur hat den Unterschied ja auch benannt.
Das eine liegt in der Logik dieses Systems (welches ich bekanntermaßen für unsinnig halte), das andere ist eine Grenzüberschreitung in den persönlichen Lebensstil hinein.



Der Unterschied besteht also in deinen Augen darin, daß die Behauptung, als Arbeitsloser müsse man die nötigen Sekundärtugenden fürs Arbeiten erst wieder lernen, berechtigt ist? Ohne Ansehen der jeweiligen Person, nur nach dem Kriterium "arbeitslos" gewertet?

Destruktor, war es von dir tatsächlich so gemeint?










Ich beobachte bereits seit langer Zeit einen zum Teil jahrzehntelangen Mißbrauch von Sozialleistungen.

Durch die Hartz - Gesetzgebung hat man zwar zum Teil Abhilfe geschaffen, andererseits hat das zu großen Ungerechtigkeiten geführt.

Mit welchem Recht wird jemand, der jahrzehntelang Beiträge gezahlt hat, nach kurzer Zeit mit Leuten gleichgestellt, die noch nie gearbeitet haben ?

In Deutschland ist es aus kulturellen und sonstigen Gründen nicht möglich, Zahlungen an Arbeitsunwillige und Arbeitsverweigerer einfach auf 0,- Teuro zu setzen. Da dies nicht möglich ist, hat der Staat aus meiner Sicht durchaus das Recht, eine sachgerechte Gegenleistung für seine Sozialtransfers zu verlangen. Eine Teilnahme an Rauchentwöhungsmaßnahmen gehört dazu definitiv nicht.


Da hast du mich mißverstanden.

Die pauschale Unterstellung der Faulheit, die sich in der Unterstellung an die Adresse eines Arbeitslosen verbirgt, wenn er in eine Maßnahme gezwängt wird, die ihm Sekundärtugenden beibringen soll, trifft ja unterschiedslos alle Arbeitslosen, auch diejenigen, die zuvor jahrzehntelang Beiträge eingezahlt haben. Da System Hartz IV sieht es nicht vor, da einen Unterschied zu machen.

Auch in Hartz IV gibt es aber inzwischen ja nur noch eine Minderheit von echten Langzeitarbeitslosen (länger als ein Jahr arbeitslos), und von denen ist wiederum nur eine Minderheit länger als zwei Jahre arbeitslos. Trotzdem werden aber alle in beleidigender Weise so behandelt, als seien sie a) schon ewig ohne Arbeit und b) nicht mehr imstande, sich in einen Betriebsalltag einzufügen.

Christoph findet das okay. Du auch?



  

Unwillkommene Tatbestände sind von einer unbeweglichen Hartnäckigkeit, die durch nichts außer der glatten Lüge erschüttert werden kann. (Hannah Arendt)
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ChristophL
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Re: Neo-GRÜNER Gesundheitsfaschismus in Reinform ...
Antwort #32 - 27.11.12 um 17:25:15
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xila schrieb on 27.11.12 um 15:11:44:
Die pauschale Unterstellung der Faulheit, die sich in der Unterstellung an die Adresse eines Arbeitslosen verbirgt, wenn er in eine Maßnahme gezwängt wird, die ihm Sekundärtugenden beibringen soll, trifft ja unterschiedslos alle Arbeitslosen, auch diejenigen, die zuvor jahrzehntelang Beiträge eingezahlt haben. Da System Hartz IV sieht es nicht vor, da einen Unterschied zu machen.

Auch in Hartz IV gibt es aber inzwischen ja nur noch eine Minderheit von echten Langzeitarbeitslosen (länger als ein Jahr arbeitslos), und von denen ist wiederum nur eine Minderheit länger als zwei Jahre arbeitslos. Trotzdem werden aber alle in beleidigender Weise so behandelt, als seien sie a) schon ewig ohne Arbeit und b) nicht mehr imstande, sich in einen Betriebsalltag einzufügen.

Christoph findet das okay. Du auch? 


Ich finde das nicht "okay", sondern einen normalen Ausfluss dieser Strukturen. Vielen Klienten lässt man irgendwelche Maßnahmen angedeihen, die nicht passgenau sind und nur die Zeit der Beteiligten und das Geld der Steuerzahler kosten. Das ist systemimmanente Infeffizienz, manchmal versuchte Vergraulung, aber keine spezifische Beleidigung. Entwöhnungspropaganda hingegen fällt aus diesem Raster, hat einen anderen Charakter als ein überflüssiger Computerkurs.

  
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Re: Neo-GRÜNER Gesundheitsfaschismus in Reinform ...
Antwort #33 - 29.11.12 um 13:35:37
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xila schrieb on 27.11.12 um 15:11:44:
Destruktor schrieb on 27.11.12 um 13:34:39:
xila schrieb on 26.11.12 um 20:07:18:
ChristophL schrieb on 26.11.12 um 17:42:46:
xila schrieb on 26.11.12 um 15:34:28:
Halten wir also fest: Aus deiner Sicht ist es legitim, einem Arbeitslosen mit der Pauschalbegründung, andernfalls sei er nicht mehr imstande, sich in einen regelmäßigen Arbeitsprozeß einzugliedern, mit Zwangs-Erziehungsmaßnahmen zu überziehen, die ihm diese Fähigkeiten wiederverschaffen sollen. Wobei niemand vorher prüft, ob ihm diese Fähigkeiten überhaupt fehlen.

Hingegen ist es aus deiner Sicht nicht legitim, auch wenn die Begründung ebenfalls eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sein sollte, ihn mit denselben Zwangsmitteln zur Teilnahme an einer Rauchstopp-Schulung zu nötigen.


Destruktur hat den Unterschied ja auch benannt.
Das eine liegt in der Logik dieses Systems (welches ich bekanntermaßen für unsinnig halte), das andere ist eine Grenzüberschreitung in den persönlichen Lebensstil hinein.



Der Unterschied besteht also in deinen Augen darin, daß die Behauptung, als Arbeitsloser müsse man die nötigen Sekundärtugenden fürs Arbeiten erst wieder lernen, berechtigt ist? Ohne Ansehen der jeweiligen Person, nur nach dem Kriterium "arbeitslos" gewertet?

Destruktor, war es von dir tatsächlich so gemeint?










Ich beobachte bereits seit langer Zeit einen zum Teil jahrzehntelangen Mißbrauch von Sozialleistungen.

Durch die Hartz - Gesetzgebung hat man zwar zum Teil Abhilfe geschaffen, andererseits hat das zu großen Ungerechtigkeiten geführt.

Mit welchem Recht wird jemand, der jahrzehntelang Beiträge gezahlt hat, nach kurzer Zeit mit Leuten gleichgestellt, die noch nie gearbeitet haben ?

In Deutschland ist es aus kulturellen und sonstigen Gründen nicht möglich, Zahlungen an Arbeitsunwillige und Arbeitsverweigerer einfach auf 0,- Teuro zu setzen. Da dies nicht möglich ist, hat der Staat aus meiner Sicht durchaus das Recht, eine sachgerechte Gegenleistung für seine Sozialtransfers zu verlangen. Eine Teilnahme an Rauchentwöhungsmaßnahmen gehört dazu definitiv nicht.


Da hast du mich mißverstanden.

Die pauschale Unterstellung der Faulheit, die sich in der Unterstellung an die Adresse eines Arbeitslosen verbirgt, wenn er in eine Maßnahme gezwängt wird, die ihm Sekundärtugenden beibringen soll, trifft ja unterschiedslos alle Arbeitslosen, auch diejenigen, die zuvor jahrzehntelang Beiträge eingezahlt haben. Da System Hartz IV sieht es nicht vor, da einen Unterschied zu machen.

Auch in Hartz IV gibt es aber inzwischen ja nur noch eine Minderheit von echten Langzeitarbeitslosen (länger als ein Jahr arbeitslos), und von denen ist wiederum nur eine Minderheit länger als zwei Jahre arbeitslos. Trotzdem werden aber alle in beleidigender Weise so behandelt, als seien sie a) schon ewig ohne Arbeit und b) nicht mehr imstande, sich in einen Betriebsalltag einzufügen.

Christoph findet das okay. Du auch?












Habe in meinem Bekanntenkreis ehemalige Hartz 4 - Opfer.

Einen gelernten Schlosser aus Stuttgart wollten sie in einem 50 km entfernten Dorf als Teppichverkäufer plazieren. Das hat der abgelehnt, sofort kam die Sperre.

Das ganze System ist Schwachsinn, da waren die Arbeitslager im 3. Reich noch sinnvoller.


Worauf Du hinaus willst :


-   Nein, ich finde es nicht O.K., wenn man allen Arbeitslosen pauschal das Nichtvorhandensein der "Sekundärtugenden" unterstellt.


-   Ja, ich finde es richtig, Leuten, die jahrzehntelang das Sozialsystem mißbräuchlich in Anspruch nehmen, den Geldhahn zuzudrehen.
« Zuletzt geändert: 29.11.12 um 13:37:50 von Destruktor »  
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... hat meistens recht
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Re: Neo-GRÜNER Gesundheitsfaschismus in Reinform ...
Antwort #34 - 29.11.12 um 13:54:53
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Destruktor schrieb on 29.11.12 um 13:35:37:
Habe in meinem Bekanntenkreis ehemalige Hartz 4 - Opfer.

Einen gelernten Schlosser aus Stuttgart wollten sie in einem 50 km entfernten Dorf als Teppichverkäufer plazieren. Das hat der abgelehnt, sofort kam die Sperre.

Das ganze System ist Schwachsinn, da waren die Arbeitslager im 3. Reich noch sinnvoller.

Worauf Du hinaus willst :


-   Nein, ich finde es nicht O.K., wenn man allen Arbeitslosen pauschal das Nichtvorhandensein der "Sekundärtugenden" unterstellt.


-   Ja, ich finde es richtig, Leuten, die jahrzehntelang das Sozialsystem mißbräuchlich in Anspruch nehmen, den Geldhahn zuzudrehen.


Danke. So hatte ich dich auch verstanden.

  

Unwillkommene Tatbestände sind von einer unbeweglichen Hartnäckigkeit, die durch nichts außer der glatten Lüge erschüttert werden kann. (Hannah Arendt)
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Re: Neo-GRÜNER Gesundheitsfaschismus in Reinform ...
Antwort #35 - 04.12.12 um 16:06:24
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Es geht ja nicht nur darum, den Leuten das Rauchen abzugewöhnen. Wer nicht mitmacht, wird sanktioniert.

In Brandenburg bekommen H4ler jetzt Schrittzähler verordnet:

Quote:
So sollen die Hartzies jetzt endlich einmal die gesunde brandenburgische Luft schnuppern, die Beine aus der Hängematte heben und in die Hand nehmen und sich, ausgestattet mit kleinen Schrittzählern, 40 Tage lang daran messen lassen, welche Schritte der Zähler misst. Zwei Teams mit jeweils 9 Teilnehmern wetteifern nun um die Preise, die die Gruppe erhält, die zuerst 8.848 Meter zurückgelegt hat, und auch die Einzelperson mit den meisten Schritten soll einen bisher aber noch nicht offenbarten Preis erhalten.

http://www.heise.de/tp/blogs/5/153303


Ich hoffe doch sehr, daß es H4ler gibt, die gegen solche Maßnahmen vor Gericht ziehen. Es gibt mittlerweile viele Anwälte, die solche Fälle pro bono vor Gericht vertreten.

Denn, wenn hier kein Einhalt geboten wird, werden solche Maßnahmen auch flugs mal für alle Nichtarbeitslosen gefordert und umgesetzt werden.
  

das licht am ende des tunnels könnte auch ein idiot mit einer kerze sein
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