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Heißes Thema (mehr als 10 Antworten) Ukraine / Endgültiger Vertrauensverlust in Politik & Medien. (Gelesen: 2.652 mal)
ChristophL
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Re: Ukraine / Endgültiger Vertrauensverlust in Politik & Medien.
Antwort #30 - 31.03.14 um 12:43:17
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xila schrieb on 31.03.14 um 08:35:51:
ChristophL schrieb on 30.03.14 um 21:58:34:
xila schrieb on 30.03.14 um 20:28:11:
Janukowitsch wurde jedenfalls 2004 auf ähnliche Weise frei gewählt, wie jüngst auf der Krim das Referendum frei durchgeführt wird, was damals bekanntlich die Orangene Revolution ausgelöst hat, und schon für die hat Putin - trotz gerichtlich nachgewiesener Wahlfälschungen - Umtriebe des Westens verantwortlich gemacht. 


2010 hat die OSZE aber keine nennenswerten Unregelmäßigkeiten festgestellt, Janukowitsch war also formaldemokratisch nicht weniger legitimiert als etwa ein Hollande in Frankreich.
Daraus folgt nicht, dass ich ihn mag oder grundsätzlich gegen den Sturz korrekt gewählter Staatsorgane wäre. Vielmehr zeigt es, dass die einseitige Behauptung, 'das Volk' sei gegen Janukowitsch, eher ein Schwarz-Weiß-Denken als eine realistische Einschätzung offenbart.


Offenbar habe ich die Demonstrationen dann nur geträumt oder du glaubst wirklich, daß da nur Faschisten und vom Westen bezahlte Provokateure auf die Straße gegangen sind, wie es die russischen Medien verbreiten.

Ob es mit der Wahl 2010 seine Richtigkeit hatte, sei dahingestellt, das ändert ja nichts daran, daß ab Anfang 2014 sogar auf seiner eigenen Seite der Rückhalt mit zunehmendem Tempo zerbröckelte.


Auch andere gewählte Präsidenten - Hollande, Obama - polarisieren sehr stark und rufen große Demos gegen sich auf den Plan.  Für sie wie Janukowitsch gilt: Sie sind nicht im ganzen Volk verhasst, sondern in Teilen des Volkes. Die Ukraine ist in dieser Hinsicht ein gespaltenes Land. Diese Differenzierung fehlt bei deinem schlichten "Gut-Böse"-Schema.
  
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xila
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Re: Ukraine / Endgültiger Vertrauensverlust in Politik & Medien.
Antwort #31 - 31.03.14 um 16:32:19
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ChristophL schrieb on 31.03.14 um 12:43:17:
xila schrieb on 31.03.14 um 08:35:51:
ChristophL schrieb on 30.03.14 um 21:58:34:
xila schrieb on 30.03.14 um 20:28:11:
Janukowitsch wurde jedenfalls 2004 auf ähnliche Weise frei gewählt, wie jüngst auf der Krim das Referendum frei durchgeführt wird, was damals bekanntlich die Orangene Revolution ausgelöst hat, und schon für die hat Putin - trotz gerichtlich nachgewiesener Wahlfälschungen - Umtriebe des Westens verantwortlich gemacht. 


2010 hat die OSZE aber keine nennenswerten Unregelmäßigkeiten festgestellt, Janukowitsch war also formaldemokratisch nicht weniger legitimiert als etwa ein Hollande in Frankreich.
Daraus folgt nicht, dass ich ihn mag oder grundsätzlich gegen den Sturz korrekt gewählter Staatsorgane wäre. Vielmehr zeigt es, dass die einseitige Behauptung, 'das Volk' sei gegen Janukowitsch, eher ein Schwarz-Weiß-Denken als eine realistische Einschätzung offenbart.


Offenbar habe ich die Demonstrationen dann nur geträumt oder du glaubst wirklich, daß da nur Faschisten und vom Westen bezahlte Provokateure auf die Straße gegangen sind, wie es die russischen Medien verbreiten.

Ob es mit der Wahl 2010 seine Richtigkeit hatte, sei dahingestellt, das ändert ja nichts daran, daß ab Anfang 2014 sogar auf seiner eigenen Seite der Rückhalt mit zunehmendem Tempo zerbröckelte.


Auch andere gewählte Präsidenten - Hollande, Obama - polarisieren sehr stark und rufen große Demos gegen sich auf den Plan.  Für sie wie Janukowitsch gilt: Sie sind nicht im ganzen Volk verhasst, sondern in Teilen des Volkes. Die Ukraine ist in dieser Hinsicht ein gespaltenes Land. Diese Differenzierung fehlt bei deinem schlichten "Gut-Böse"-Schema.


Du willst jetzt im Ernst eine Demonstration bei uns mit dem vergleichen, was da in der Ukraine abgelaufen ist? Das finde ich ziemlich dekadent. Von uns ist nämlich garantiert noch keiner auf eine Demo gegangen im Wissen, daß uns das in Lebensgefahr bringen wird.

Das hat Janukowitsch die Zustimmung auch unter seinen eigenen Anhängern gekostet. Das ist auch ganz normal. Als viel harmloseres Vergleichsbeispiel sei ein gewisser Wasserwerfereinsatz am bis heute sogenannten "schwarzen Donnerstag" genannt. Schon dafür wurde der Verantwortliche binnen weniger Monate mit einer krachenden Wahlniederlage und seine Partei mit der ersten  Legislaturperiode seit Bestehen des Bundeslands auf der Oppositionsbank vom Wähler bestraft. Auch die Stammwähler einer Partei/eines Politikers mögen es nämlich nicht, wenn ihre Kinder und Enkel im Auftrag der Regierung angegriffen werden.

  

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ChristophL
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Re: Ukraine / Endgültiger Vertrauensverlust in Politik & Medien.
Antwort #32 - 31.03.14 um 20:46:41
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xila schrieb on 31.03.14 um 16:32:19:
Du willst jetzt im Ernst eine Demonstration bei uns mit dem vergleichen, was da in der Ukraine abgelaufen ist? Das finde ich ziemlich dekadent. Von uns ist nämlich garantiert noch keiner auf eine Demo gegangen im Wissen, daß uns das in Lebensgefahr bringen wird.



Das politische Klima in der Ukraine ist anders, ganz gewiss. Daraus aber zu schlußfolgern, irgendwer anders sei schuld, dass die Ukrainer 2010 jemanden mehrheitlich gewählt haben, den sie deinem Tunnelblick zufolge alle hassen, ist falsch.

xila schrieb on 31.03.14 um 16:32:19:
Schon dafür wurde der Verantwortliche binnen weniger Monate mit einer krachenden Wahlniederlage und seine Partei mit der erstenLegislaturperiode seit Bestehen des Bundeslands auf der Oppositionsbank vom Wähler bestraft.


Mit der voraussichtlich ersten vollständigen. Im Gründungskabinett des Bundeslandes war sie nämlich auch nicht vertreten.
  
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Re: Ukraine / Endgültiger Vertrauensverlust in Politik & Medien.
Antwort #33 - 01.04.14 um 09:36:29
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ChristophL schrieb on 31.03.14 um 20:46:41:
Das politische Klima in der Ukraine ist anders, ganz gewiss. Daraus aber zu schlußfolgern, irgendwer anders sei schuld, dass die Ukrainer 2010 jemanden mehrheitlich gewählt haben, den sie deinem Tunnelblick zufolge alle hassen, ist falsch.


Daß ich dies schlußfolgere, mußt du geträumt haben, oder wo soll ich das behauptet haben? Finde doch erst mal du aus deinem eigenen Tunnel heraus, bevor du anderen einen Tunnelblick attestierst.
  

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Re: Ukraine / Endgültiger Vertrauensverlust in Politik & Medien.
Antwort #34 - 22.04.14 um 23:15:49
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das gefällt mir:

  

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Re: Ukraine / Endgültiger Vertrauensverlust in Politik & Medien.
Antwort #35 - 23.05.14 um 06:21:27
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xila schrieb on 25.03.14 um 10:34:44:
[quote author=4B7E6370110 link=1394572037/19#19 date=1395703052]

Und ich sag's noch viel ungerner: In dieser Situation ist mir klargeworden, wofür eine EU eigentlich wichtig wäre. Daß sie dafür nur bedingt tauglich ist, ändert nichts daran. Wenn das sogar mir schon so geht, wieviel neue Akzeptanz hat sie dann erst beim Durchschnittseuropäer gewonnen?


Eine erste Ahnung, wie die Antwort auf diese Frage ausfällt, liefern die Prognosen zur Europawahl aus den Niederlanden:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/europawahl-wilders-verliert-laut-prognose-...

  

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Re: Ukraine / Endgültiger Vertrauensverlust in Politik & Medien.
Antwort #36 - 23.05.14 um 12:46:02
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Das ist zwar ein unerwarteter Rückgang gegenüber 2009, aber das Gesamtbild, zu dem auch Staaten wie Großbritannien (ebenfalls Wahl gestern, aber offizielle Ergebnisse erst am Sonntag) und Frankreich gehören, wird sich noch mal anders darstellen. Aktuell dazu hier.


  
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Re: Ukraine / Endgültiger Vertrauensverlust in Politik & Medien.
Antwort #37 - 23.05.14 um 13:08:04
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ChristophL schrieb on 23.05.14 um 12:46:02:
Das ist zwar ein unerwarteter Rückgang gegenüber 2009, aber das Gesamtbild, zu dem auch Staaten wie Großbritannien (ebenfalls Wahl gestern, aber offizielle Ergebnisse erst am Sonntag) und Frankreich gehören, wird sich noch mal anders darstellen. Aktuell dazu hier.




Ich HOFFE, daß es sich in GB anders darstellt ... Nigel Farage hat sich in der Ukraine-Sache längst nicht so weit aus dem Fenster gelehnt, und die Ukip mit ihrem weniger populistischen als bodenständigen Auftreten hätte das auch verdient.

Dir ist aber klar, daß man den Einfluß der Ukraine-Sache nie so genau erfahren wird? Selbstverständlich werden die EU-skeptischen Parteien im Vergleich zu 2009 hinzugewinnen, in manchen Ländern auch sehr deutlich. Aber ich würde mein letztes Hemd darauf verwetten, daß es ohne die Ukraine-Krise noch ein gutes Stück mehr geworden wäre.
  

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Antwort #38 - 12.09.14 um 21:06:35
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Einfach mal anschauen...

Deutsche Medien am Pranger: Journalistin packt aus! / NDR

http://m.youtube.com/watch?v=e0L75NhOwbI
  

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Antwort #39 - 10.10.14 um 22:11:08
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US-Vizepräsident Biden: USA haben EU zu Sanktionen gegen Russland gezwungen.

Deutschland, welch ein freier und souveräner Staat ( Ironie aus )

http://www.youtube.com/watch?v=2QYoori-9l8
  

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Re: Ukraine / Endgültiger Vertrauensverlust in Politik & Medien.
Antwort #40 - 11.10.14 um 09:30:57
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Tegel schrieb on 10.10.14 um 22:11:08:
US-Vizepräsident Biden: USA haben EU zu Sanktionen gegen Russland gezwungen.

Deutschland, welch ein freier und souveräner Staat ( Ironie aus )

http://www.youtube.com/watch?v=2QYoori-9l8


Tegel, das ist ein sehr schwaches Beweisstück für etwas, das du scheinbar von vornherein geglaubt hast und dir von mir kaum ausreden lassen wirst. Übrigens langweile ich mich zu Tode bei solchen Links. An anderer Stelle diskutiere ich seit Monaten regelmäßig über den Ukraine-Krieg mit, und es ist schon auffallend, daß solche Links dort immer von mindestens einem Dutzend Leuten gleichzeitig gepostet werden. Normalerweise klicke ich sie deshalb gar nicht erst an, weil ich genau weiß, daß es sich um Propaganda ohne höheren Erkenntniswert handelt.

Für dich habe ich gerade eine Ausnahme gemacht, mir das Ding angeschaut und anschließend die Achseln gezuckt. Ja, und? Was ist daran so aufregend, daß Biden sich alle Mühe gibt, die Rolle der USA aufzuwerten? 

Meinem Eindruck nach hatten die Amis im Ukraine-Fall nur geringen Einfluß auf die EU. Die Handschrift bei den EU-Sanktionen ist eindeutig die von Merkel - beide ernstzunehmenden Sanktionsschübe kamen, als die öffentliche Meinung deutlich zu deren Gunsten ausschlug (erst MH17 und später das kaum noch verhüllte Einrücken regulärer russischer Truppen in die Ukraine). Das erinnert u.a. auch an den Atomausstieg nach Fukushima.

Aber diese Debatte werde ich hier nicht noch einmal führen, da ich sie anderswo bereits geführt habe.
  

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