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Heißes Thema (mehr als 10 Antworten) Pflanzenschutzmittel und WHO (Gelesen: 961 mal)
xila
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Re: Pflanzenschutzmittel und WHO
Antwort #17 - 19.05.16 um 08:53:55
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ChristophL schrieb on 18.05.16 um 21:13:55:
xila schrieb on 17.05.16 um 15:53:25:
Von mir aus gib halt trotzdem der Seite recht, die das behauptet, was dir besser ins Konzept passen würde, bloß begründe das dann nicht mit dem zu Recht schlechten Ruf der WHO, denn die mit dem schlechten Ruf stehen diesmal auf deiner Seite. 


Die mit dem schlechten Ruf (Öko-Krakeeler, Gutmenschen-Journalisten, grünversiffte Politiker) sind gegen Glyphosat und biegen sich dafür eine eigene Wahrheit zurecht. Man muss man eben die Zusammenhänge und Methoden aufspüren, genau wie beim Tabak.



Und was haben die mit der WHO zu tun? Um auf rhetorische Mätzchen inhaltlich einzugehen, ist mir meine Zeit wirklich zu schade.

Quote:
Aha? Das "WHO/FAO Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR)" - kein reines WHO-Gremium (!), das schon vor dem IARC anderslautendend geurteilt hatte, sollen also genau die Leute sein, die 1998 zum Passivrauchen Stellung genommen haben? Da geht bei dir irgendwas durcheinander.


Eigentlich hatte ich so was wie eine Presseabteilung der WHO vor dem geistigen Auge und diejenigen, die ihnen sagen, in welche Richtung sie argumentieren sollen, wobei ich nicht ausschließe, daß es mehrere gibt und sich die Struktur im Lauf der Zeit verändert hat. Das ist aber sowieso unerheblich. Es geht um den Unterschied zwischen den Bereichen, in denen geforscht wird und in denen, in denen "verkauft" wird. Verkäufern ist generell weniger zu trauen als Forschern, um das zu begreifen, muß man nur manche Studien mit den Pressemitteilungen vergleichen, die zu ihnen in die Medien gelangen. Daß man auch Forschern nur begrenzt trauen kann, ändert daran nichts.

Quote:
Im Übrigen kommt es darauf gar nicht an. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kann man herzlich überflüssig finden und in anderen Bereich kritisieren, aber das ändert nichts am Umstand, dass sie hier seriöser agieren.


Mit anderen Worten: Sie sagen diesmal etwas, das dir besser in den Kram paßt, und deshalb müssen sie ja seriös sein. Ich hoffe von Herzen, daß ich nie so tief sinken werde, etwas so zu begründen. Falls du das nötige Fachwissen haben solltest, um deine Einschätzung zu begründen - und damit meine ich jetzt nicht: es von jemandem abzuschreiben, der behauptet, dieses Fachwissen zu haben -, dann begründe es. Andernfalls gilt aus meiner Sicht als Daumenregel, daß dem Akteur, der sich in der Vergangenheit vertrauenswürdiger verhalten hat, eher zu trauen ist. An die habe ich mich bezüglich der IARC und deinen Manipulationsvorwürfen gehalten.

  

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Raucherhusten
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Re: Pflanzenschutzmittel und WHO
Antwort #16 - 19.05.16 um 05:01:54
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ChristophL schrieb on 18.05.16 um 21:18:34:
Raucherhusten schrieb on 17.05.16 um 19:50:37:
ChristophL schrieb on 17.05.16 um 10:16:45:
siehe die Passivrauchpublikation von 1998, die keine signfikanten Gefahren erbracht hat, aber von der Mutterorganisation WHO mit geradezu kontrafaktischen hysterischen Statements begleitet wurde.

Hallo Christoph, haben wir das irgendwo nocht? Mein damaliger Screenshot ist bei einem Computerabsturz verloren gegangen


Screenshot wovon genau?

Ich hatte da eine Aufstellung über die Schädlichkeitsfaktoren, z. B. Passivrauch 1,2 oder das Sitzen auf einem Bürostuhl und das Risiko, dadurch Darmkrebs zu bekommen, Faktor glaube ich 13, das Rauchen an sich Faktor 40. Dies war damals in einer Aufstellung der WHO enthalten, die inzwischen nirgendwo im Netz mehr zu finden ist
« Zuletzt geändert: 19.05.16 um 05:02:21 von Raucherhusten »  

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ergo sum

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Re: Pflanzenschutzmittel und WHO
Antwort #15 - 18.05.16 um 23:09:16
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"The problems with this conclusion are manifold: first, the studies used by IARC are not new and in fact, these same studies have been reviewed in much more detail by regulatory agencies such as the U.S. EPA, the German Risk Agency (among others) who have concluded that glyphosate is not a carcinogen. The German Risk Agency recently concluded in a reevaluation in January 2015 that “the available data do not show carcinogenic or mutagenic properties of glyphosate nor that glyphosate is toxic to fertility, reproduction or embryonal/fetal development in laboratory animals,” and “in epidemiological studies in humans, there was no evidence of carcinogenicity and there were no effects on fertility, reproduction and development of neurotoxicity that might be attributed to glyphosate.”

As former ACSH Trustee and FDA official Dr. Henry Miller explains in his piece in Forbes, IARC based their decision to classify glyphosate as a probable human carcinogen based on its “potential hazard,” rather than “actual risk of harm.” According to the data, glyphosate may cause harm at extremely high doses. However, as Dr. Miller says, the dose makes the poison, and “the reality is that glyphosate is not a human health risk even at levels of exposure that are more than 100 times higher than the human exposures that occur under conditions consistent with the product’s labeling.”
"

http://acsh.org/news/2015/03/23/iarcs-ruling-on-glyphosate-ignores-the-science/

Glyphosat ist etwa so toxisch wie Kaffee, Broccoli, gegrilltes Fleisch, Brot u.v.a.

Toxicologists have confirmed that food naturally contains a myriad of chemicals traditionally thought of as “poisons.” Potatoes contain solanine, arsenic, and chaconine. Lima beans contain hydrogen cyanide, a classic suicide substance. Carrots contain carototoxin, a nerve poison. And nutmeg, black pepper, and carrots all contain the hallucinogenic compound myristicin.

http://acsh.org/news/2014/11/25/acsh-holiday-dinner-menu/
  

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ChristophL
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Re: Pflanzenschutzmittel und WHO
Antwort #14 - 18.05.16 um 21:18:34
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Raucherhusten schrieb on 17.05.16 um 19:50:37:
ChristophL schrieb on 17.05.16 um 10:16:45:
siehe die Passivrauchpublikation von 1998, die keine signfikanten Gefahren erbracht hat, aber von der Mutterorganisation WHO mit geradezu kontrafaktischen hysterischen Statements begleitet wurde.

Hallo Christoph, haben wir das irgendwo nocht? Mein damaliger Screenshot ist bei einem Computerabsturz verloren gegangen


Screenshot wovon genau?
  
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Re: Pflanzenschutzmittel und WHO
Antwort #13 - 18.05.16 um 21:13:55
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xila schrieb on 17.05.16 um 15:53:25:
Nochmal ganz langsam zum Mitmeißeln: Die WHO-Institution, die jetzt sagt, Glyphosat sei gefährlich, ist die gleiche, deren 1998 erschienene Publikation keine Bestätigung des Passivrauchmärchens gebracht hat. Die jeweils anderslautende Behauptung kam in beiden Fällen WHO-intern von anderer Seite.


Aha? Das "WHO/FAO Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR)" - kein reines WHO-Gremium (!), das schon vor dem IARC anderslautendend geurteilt hatte, sollen also genau die Leute sein, die 1998 zum Passivrauchen Stellung genommen haben? Da geht bei dir irgendwas durcheinander.
Im Übrigen kommt es darauf gar nicht an. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kann man herzlich überflüssig finden und in anderen Bereich kritisieren, aber das ändert nichts am Umstand, dass sie hier seriöser agieren.
Denn es geht um die Sache, nicht um den Absender. Und da erkennt man beim IARC (egal, was man von denen hält) die gleiche Vorgehensweise, Junk Science zu produzieren, wie wir das woanders her kennen. Vielleicht weniger hysterisch und weniger unseriös als irgendwelche Ökolobby-Organisationen und grün-rote Politiker, aber die Richtung ist die gleiche.


xila schrieb on 17.05.16 um 15:53:25:
Von mir aus gib halt trotzdem der Seite recht, die das behauptet, was dir besser ins Konzept passen würde, bloß begründe das dann nicht mit dem zu Recht schlechten Ruf der WHO, denn die mit dem schlechten Ruf stehen diesmal auf deiner Seite. 


Die mit dem schlechten Ruf (Öko-Krakeeler, Gutmenschen-Journalisten, grünversiffte Politiker) sind gegen Glyphosat und biegen sich dafür eine eigene Wahrheit zurecht. Man muss man eben die Zusammenhänge und Methoden aufspüren, genau wie beim Tabak.

P.S.: "Total harmlos" kann Glyphosat nicht sein, sonst würde es als Herbizid-Wirkstoff nicht taugen. Sicher sollte man in Zukunft noch Besseres auf den Markt bringen, aber die Alternativen sind im Moment so empfehlenswert wie Champix für Raucher...
« Zuletzt geändert: 18.05.16 um 21:15:47 von ChristophL »  
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Re: Pflanzenschutzmittel und WHO
Antwort #12 - 17.05.16 um 19:50:37
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ChristophL schrieb on 17.05.16 um 10:16:45:
siehe die Passivrauchpublikation von 1998, die keine signfikanten Gefahren erbracht hat, aber von der Mutterorganisation WHO mit geradezu kontrafaktischen hysterischen Statements begleitet wurde.

Hallo Christoph, haben wir das irgendwo nocht? Mein damaliger Screenshot ist bei einem Computerabsturz verloren gegangen
  

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Re: Pflanzenschutzmittel und WHO
Antwort #11 - 17.05.16 um 15:53:25
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ChristophL schrieb on 17.05.16 um 10:32:58:
xila schrieb on 17.05.16 um 10:21:51:
Ich erinnere daran, daß die von dir erwähnten Hysteriker-Abteilungen der WHO, die schon zum Passivrauchen IARC-Statements mit einem anderen Sinn versehen haben, es in diesem Fall waren, die Glyphosat für total harmlos erklärten. 


"Total harmlos" ist Quatsch. Und setz dich bitte mit  den (z.B. o.g.) Fakten und Zusammenhängen auseinander. Hier konstruiert man offenkundig eine vermeintliche Gefahr, und Grüne/SPD/BUND/Nabu überbieten sich in Panikmache.


Das ist kein Quatsch, sondern allenfalls ein wenig überspitzt. Aus dem eingangs verlinkten Bericht:

Quote:
Die Experten der Welternährungsorganisation (FAO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellten in der Studie fest, dass es ebenso unwahrscheinlich sei, dass die seit den 1970ern verwendete Chemikalie Veränderungen des menschlichen Erbguts auslöse.

Die Angaben widersprechen den Ergebnissen einer Untersuchung der Internationalen Behörde für die Krebsforschung (IARC), die in Lyon ansässig ist und ebenfalls zur WHO gehört.


Nochmal ganz langsam zum Mitmeißeln: Die WHO-Institution, die jetzt sagt, Glyphosat sei gefährlich, ist die gleiche, deren 1998 erschienene Publikation keine Bestätigung des Passivrauchmärchens gebracht hat. Die jeweils anderslautende Behauptung kam in beiden Fällen WHO-intern von anderer Seite.

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Re: Pflanzenschutzmittel und WHO
Antwort #10 - 17.05.16 um 10:32:58
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xila schrieb on 17.05.16 um 10:21:51:
Ich erinnere daran, daß die von dir erwähnten Hysteriker-Abteilungen der WHO, die schon zum Passivrauchen IARC-Statements mit einem anderen Sinn versehen haben, es in diesem Fall waren, die Glyphosat für total harmlos erklärten. 


"Total harmlos" ist Quatsch. Und setz dich bitte mit  den (z.B. o.g.) Fakten und Zusammenhängen auseinander. Hier konstruiert man offenkundig eine vermeintliche Gefahr, und Grüne/SPD/BUND/Nabu überbieten sich in Panikmache.
« Zuletzt geändert: 17.05.16 um 10:35:06 von ChristophL »  
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Re: Pflanzenschutzmittel und WHO
Antwort #9 - 17.05.16 um 10:21:51
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ChristophL schrieb on 17.05.16 um 10:16:45:
Richtig ist, dass IARC-Veröffentlichungen alleine - ohne interessegeleitetes Geschrei von einschlägiger Seite - nicht unbedingt ein Problem sind, siehe die Passivrauchpublikation von 1998, die keine signfikanten Gefahren erbracht hat, aber von der Mutterorganisation WHO mit geradezu kontrafaktischen hysterischen Statements begleitet wurde.
Das ändert aber wiederum nichts daran, dass man kritisch hinschauen sollte. Siehe etwa hier:

Quote:
Wie sieht es bei Glyphosat aus? Die Autoren der IARC-Monographie zitieren zahlreiche Studien, aber selbst bei Personen, die mehr als zwei Tage pro Jahr (beruflich) Glyphosat ausgesetzt waren, übersteigt der OD-Wert nicht den Wert 2, wenn man die Studien ausschließt, die das IARC selbst als unzureichend betrachtet, etwa, weil sie nicht genügend Fallzahlen enthielten oder nicht berücksichtigten, dass die Anwender auch Umgang mit anderen Pestiziden hatten. In den meisten Studien liegt der OD-Wert bei etwa 1, d.h. die Studien ergeben keinerlei Anhaltspunkte für die Assoziation Glyphosat-Krebsentstehung. Bei soliden Tumoren lässt sich nichts finden, Trends sind allenfalls für bestimmte Leukämien zu beobachten, aber selbst hier liegen die OD-Wert nur knapp über 1. Betrachtet man die reinen Risikowerte, finden sich in einigen Studien bei Menschen, die Glyphosat ausgesetzt waren, sogar weniger Krebskranke. Angesichts der bereits geschilderten Schwierigkeiten, geeignete Vergleichsgruppen zu finden und Co-Faktoren auszuschließen, ist ein Wert von 1-2 eher statistischem Rauschen als einer Ursache-Wirkungs-Beziehung geschuldet. Starke Hinweise sehen anders aus.
Vergessen werden sollte nicht, dass in allen Studien nur von beruflicher Exposition die Rede ist, nicht vom Konsum Glyphosat-behandelter Lebensmittel.


So was kommt uns doch mehr als bekannt vor. Übrigens hält sogar das auf Künast-Initiative gegründete Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Krebshetze gegen Glyphosat für unseriös.

Während wir aus dem Tabakbereich die wirtschaftlichen Interessen betreffender Pharmakonzerne kennen, spielt bei Glyphosat die Öko- bzw. Biowirtschaft eine Rolle:

hier:

Quote:
Würde Glyphosat verboten werden, welche Alternativen stünden dann Landwirten und Hobbygärtnern zur Verfügung? Müssten die Anwender dann auf giftigere Substanzen zurückgreifen? Das wäre gut möglich.
Da wäre zum Beispiel der Wirkstoff Pelargonsäure, ein Kontaktherbizid natürlichen Ursprungs, das alle Voraussetzungen für den Biolandbau erfüllt, aber ätzend wirkt und Hautirritationen verursacht
[...]
Viele Hersteller für den Hobbygartenbereich verkaufen Spritzmittel gegen Unkraut auf Basis von Pelargonsäure mit dem Zusatz „Bio“ im Namen. Dieser Hinweis kann Hobbygärtner erst recht dazu verleiten, das Produkt besonders sorglos einzusetzen. Außerdem wirkt die Säure nicht so gut wie Glyphosat, der Anwender muss also höher dosieren.
[...] Menschliche Todesfälle durch Pyrethrine sind dokumentiert. Doch diese aus Chrysanthemen gewonnen Gifte sind ja natürlich und gehören zu den wenigen Waffen, die dem Bio-Landwirt zu Verfügung stehen. Und ähnlich wie bei den Kupferpräparaten, die nach und nach das Bodenleben zerstören, wird an denen nicht gerüttelt, damit der Ökolandbau nicht völlig zum Erliegen kommt.




Ich erinnere daran, daß die von dir erwähnten Hysteriker-Abteilungen der WHO, die schon zum Passivrauchen IARC-Statements mit einem anderen Sinn versehen haben, es in diesem Fall waren, die Glyphosat für total harmlos erklärten.
  

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Re: Pflanzenschutzmittel und WHO
Antwort #8 - 17.05.16 um 10:16:45
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Richtig ist, dass IARC-Veröffentlichungen alleine - ohne interessegeleitetes Geschrei von einschlägiger Seite - nicht unbedingt ein Problem sind, siehe die Passivrauchpublikation von 1998, die keine signfikanten Gefahren erbracht hat, aber von der Mutterorganisation WHO mit geradezu kontrafaktischen hysterischen Statements begleitet wurde.
Das ändert aber wiederum nichts daran, dass man kritisch hinschauen sollte. Siehe etwa hier:

Quote:
Wie sieht es bei Glyphosat aus? Die Autoren der IARC-Monographie zitieren zahlreiche Studien, aber selbst bei Personen, die mehr als zwei Tage pro Jahr (beruflich) Glyphosat ausgesetzt waren, übersteigt der OD-Wert nicht den Wert 2, wenn man die Studien ausschließt, die das IARC selbst als unzureichend betrachtet, etwa, weil sie nicht genügend Fallzahlen enthielten oder nicht berücksichtigten, dass die Anwender auch Umgang mit anderen Pestiziden hatten. In den meisten Studien liegt der OD-Wert bei etwa 1, d.h. die Studien ergeben keinerlei Anhaltspunkte für die Assoziation Glyphosat-Krebsentstehung. Bei soliden Tumoren lässt sich nichts finden, Trends sind allenfalls für bestimmte Leukämien zu beobachten, aber selbst hier liegen die OD-Wert nur knapp über 1. Betrachtet man die reinen Risikowerte, finden sich in einigen Studien bei Menschen, die Glyphosat ausgesetzt waren, sogar weniger Krebskranke. Angesichts der bereits geschilderten Schwierigkeiten, geeignete Vergleichsgruppen zu finden und Co-Faktoren auszuschließen, ist ein Wert von 1-2 eher statistischem Rauschen als einer Ursache-Wirkungs-Beziehung geschuldet. Starke Hinweise sehen anders aus.
Vergessen werden sollte nicht, dass in allen Studien nur von beruflicher Exposition die Rede ist, nicht vom Konsum Glyphosat-behandelter Lebensmittel.


So was kommt uns doch mehr als bekannt vor. Übrigens hält sogar das auf Künast-Initiative gegründete Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Krebshetze gegen Glyphosat für unseriös.

Während wir aus dem Tabakbereich die wirtschaftlichen Interessen betreffender Pharmakonzerne kennen, spielt bei Glyphosat die Öko- bzw. Biowirtschaft eine Rolle:

Quote:
Würde Glyphosat verboten werden, welche Alternativen stünden dann Landwirten und Hobbygärtnern zur Verfügung? Müssten die Anwender dann auf giftigere Substanzen zurückgreifen? Das wäre gut möglich.
Da wäre zum Beispiel der Wirkstoff Pelargonsäure, ein Kontaktherbizid natürlichen Ursprungs, das alle Voraussetzungen für den Biolandbau erfüllt, aber ätzend wirkt und Hautirritationen verursacht
[...]
Viele Hersteller für den Hobbygartenbereich verkaufen Spritzmittel gegen Unkraut auf Basis von Pelargonsäure mit dem Zusatz „Bio“ im Namen. Dieser Hinweis kann Hobbygärtner erst recht dazu verleiten, das Produkt besonders sorglos einzusetzen. Außerdem wirkt die Säure nicht so gut wie Glyphosat, der Anwender muss also höher dosieren.
[...] Menschliche Todesfälle durch Pyrethrine sind dokumentiert. Doch diese aus Chrysanthemen gewonnen Gifte sind ja natürlich und gehören zu den wenigen Waffen, die dem Bio-Landwirt zu Verfügung stehen. Und ähnlich wie bei den Kupferpräparaten, die nach und nach das Bodenleben zerstören, wird an denen nicht gerüttelt, damit der Ökolandbau nicht völlig zum Erliegen kommt.


« Zuletzt geändert: 17.05.16 um 10:18:40 von ChristophL »  
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Re: Pflanzenschutzmittel und WHO
Antwort #7 - 17.05.16 um 08:46:48
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ChristophL schrieb on 16.05.16 um 20:25:34:
Der Glyphosat-Kreuzzug ist eine Kombination aus grüner Hetze und WHO-Manipulation, deshalb überrascht tatsächlich die jetzige Relativierung. Alles können die sich offenbar nicht erlauben...


Die IARC, die in der Tat zur WHO gehört, ist offenbar eine nicht politisierte und ernsthafte Forschungsinstitution. Professor Grieshaber bezieht sich zuweilen auf sie; sie ist auch bezüglich Tabak nicht hundertprozentig auf "WHO-Linie", indem sie auch Daten publik macht, die der WHO Tobacco Free Initative ganz und gar nicht in den Kram passen können, wenn sie sich auch mit Schlußfolgerungen zurückhält.

Wenn es von der WHO einander widersprechende Behauptungen gibt, würde ich deshalb im Zweifelsfall die der IARC für die glaubwürdigere halten. Wer es ganz genau wissen will, muß natürlich selber hinschauen und sich einen Reim auf die betreffenden Ergebnisse zu machen versuchen. Aber ungeprüft würde ich an deiner Stelle den Vorwurf "WHO-Manipulation" in diesem Fall nicht machen.
  

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Re: Pflanzenschutzmittel und WHO
Antwort #6 - 16.05.16 um 22:22:27
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fitzcarraldo schrieb on 16.05.16 um 21:47:59:
Neben Tabak spielen da bekanntermassen noch Zucker, Alkohol und Fett eine Rolle.


Und Fleisch.


fitzcarraldo schrieb on 16.05.16 um 21:47:59:
Warum sollte die WHO plötzlich ein Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto als krebserregend einstufen? Das wäre inkonsequent. Da könnte man ja, Herr im Himmel, auf die Idee kommen, dass doch nicht aller Krebs vom Rauchen kommt


Hatte sie aber kürzlich gemacht. Weil Glyphosat eben seit Jahren ein Feindbild der grünen Gutmenschen und der "Gentechnikfrei"-Wirtschaft ist.
Beim Tabak wird ein Zurückrudern nicht passieren, weil da alle eingenordet sind.
  
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Re: Pflanzenschutzmittel und WHO
Antwort #5 - 16.05.16 um 21:47:59
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mueller1965 schrieb on 16.05.16 um 18:46:45:
irgendwie passt so ein Bericht doch nicht zur WHO?


Doch, das passt ganz hervorzüglich. Lt. WHO-Dogma kommt der Krebs vom Rauchen oder vom Passivrauchen. Er kommt definitiv nicht davon, dass hier und da mal ein Kernkraftwerk in die Luft fliegt oder von den etwa 2000 Kernwaffentests die bisher weltweit durchgeführt wurden. Der Krebs kommt auch nicht vom Arbeitsplatz im Bergbau und wenn dort höhere Krebsraten festgestellt werden, dann liegt das eben daran, dass Bergleute[Unter Tage und im Schlagwetter] mehr rauchen(O-Ton DKFZ).
Weniger grobschlächtig: Lt. WHO finden sich die Ursachen einer Krebserkrankung allein im "falschen" Konsumverhalten des Einzelnen und/oder seiner Umgebung. Neben Tabak spielen da bekanntermassen noch Zucker, Alkohol und Fett eine Rolle. 
Warum sollte die WHO plötzlich ein Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto als krebserregend einstufen? Das wäre inkonsequent. Da könnte man ja, Herr im Himmel, auf die Idee kommen, dass doch nicht aller Krebs vom Rauchen kommt Zwinkernd
« Zuletzt geändert: 16.05.16 um 21:51:34 von fitzcarraldo »  

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Re: Pflanzenschutzmittel und WHO
Antwort #4 - 16.05.16 um 20:32:13
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Wieder ein Torpedo in das Vertrauen der Bürger & Konsumenten. Scheinbar hat Monsanto & Co. die Taschen aufgemacht. Unabhängig von  Glyphosat, das soll sich seine eigene Meinung bilden und danach handeln. Im privaten Bereich habe ich es geschätzt. Was die WHO allerdings wieder an „ Turnübungen „ veranstaltet ist schon lächerlich.
So langsam macht sich jede übergeordnete Institution zur Lachnummer. Wer mir wirklich leid tut, sind die für diesen Quatsch ausführenden Organe.
  

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Re: Pflanzenschutzmittel und WHO
Antwort #3 - 16.05.16 um 20:25:34
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Der Glyphosat-Kreuzzug ist eine Kombination aus grüner Hetze und WHO-Manipulation, deshalb überrascht tatsächlich die jetzige Relativierung. Alles können die sich offenbar nicht erlauben...
  
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