Normales Thema Track & Trace (Gelesen: 501 mal)
ChristophL
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Freier Rauch statt Rauchfrei!

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Track & Trace
20.05.19 um 19:29:02
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Heute als Teil der TPD 2 in Kraft getreten. Zu diesem Thema gibt's in Kürze was auf unserer Aktionsseite.

Bis dahin schon mal dieser Artikel:

Quote:
Sämtliche Wirtschaftsteilnehmer müssen zentral registriert sein (in Deutschland bei der Bundesdruckerei), nicht nur Fabrikhallen und Großhändler-Lager, sondern auch jede Verkaufsstelle, also alle Kioske, Supermärkte, Tankstellen, Zigarettenautomaten usw. Ebenso Lieferfahrzeuge. Nach Schätzung des Deutschen Zigarettenverbands macht das rund 400.000 Standorte. Datum und genaue Uhrzeit jedes Vorgangs müssen erfasst werden, etwa die Umladung in einen LKW und dessen Kennzeichen. Jede einzelne Packung erhält ein individuelles, möglichst fälschungssicheres Erkennungsmerkmal. Für diese Datenflut werden zwei Speicherungssysteme unterhalten, eines zentral bei der EU (siehe dazu diese Grafik). Kosten für Hardware, Software, Schulungen etc. kosten die Branche eine mindestens zweistellige Millionensumme pro Jahr. Konzerne können eine solche Belastung eher auffangen als die kleineren Unternehmen.
[...]Klarheit herrschte also erst wenige Wochen vor Inkrafttreten dieses Mammutprojekts, die rechtzeitige Umsetzung steht auf der Kippe. Gut, dass man in den vergangenen Monaten vorproduziert hat.
  
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ChristophL
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Re: Track & Trace
Antwort #1 - 24.05.19 um 03:51:12
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Von unserer Aktionsseite:

Quote:
Diese Big Data könnten sich übrigens für die Tabakbekämpfung als sehr nützlich erwiesen, wenn sie dereinst mit der Lizensierung und Einschränkung von Verkaufsstellen beginnen wird…
[...]
Wenn die EU und ihre Mitgliedsstaaten den Schmuggel ernsthaft bekämpfen wollten, müssen sie eben von den turmhohen Strafsteuern auf Tabakwaren weg, wie Netzwerk Rauchen es schon lange fordert. In Brasilien wird derzeit zumindest eine gewisse Senkung in Erwägung gezogen. In der EU – Fehlanzeige. Stattdessen wurde jetzt eine neue Kostentreiber-Richtlinie beschlossen, Thema Abfälle. In den Müll, sagt Netzwerk Rauchen stattdessen, gehören EU-Gängelungsgesetze und Tabakbekämpfung.


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ChristophL
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Re: Track & Trace
Antwort #2 - 25.06.21 um 22:00:41
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Hessens einzige Zigarrenmanufaktur Don Stefano wird durch Track & Trace existenziell bedroht.

Quote:
Das Regelwerk zum Nachverfolgen von Tabakprodukten vom Anbau der Pflanze über die Verarbeitung der Rohstoffe und den Handel bis hin zum Endverbraucher hat zum Ziel, Schmuggel zu verhindern, der für Milliarden-Verluste bei Steuereinnahmen verantwortlich ist. »20 Milliarden Zigaretten kommen jährlich unversteuert nach Deutschland«, nennt der Geschäftsführer des Bundesverbands der Zigarrenindustrie, Bodo Mehrlein, eine gigantische Zahl. »Dem standen im Jahre 2018 sage und schreibe nur 98 Zigarren gegenüber, die unverzollt nach Deutschland gekommen sind«, legt hingegen Steffen Rinn dar. »Schmuggel ist bei Zigarren und Zigarillos kein Thema«, sagt er. Doch auch und gerade kleine Manufakturen wie die seine mit nicht mal mehr einem Dutzend Mitarbeitern treffen die geplanten Regeln hart.
Denn wie die Großen der Tabakindustrie sollen sie in Hardware und in Software investieren, damit die Waren und Produkte auf ihrem Weg dauerhaft gescannt und überwacht werden können. Beispielsweise sind spezielle QR-Codes oder Datamatrix-Codes als individuelles Erkennungsmerkmal für jedes Land, in das Zigarren exportiert werden sollen, zu beantragen und auf den Handelsverpackungen aufzudrucken. »Völlig unnötig, denn es verursacht nur immense Kosten«, befindet Rinn, der in dritter Generation im Geschäft ist. Für sein Unternehmen beziffert er die drohenden Investitionen auf rund 150 000 Euro. Hinzu kommen jährliche Kosten in einer Größenordnung von rund 40 000 Euro. Rinn: »Das ist kaum zu stemmen.«


Die Kleinen trifft solche Regulierung natürlich am Härtesten. Aber: Auch bei den Industriezigaretten wird durch diesen kostenintensiven Überwachungsaufwand der Schmuggel nicht verhindert, denn es sind ja nur legale, offizielle Unternehmen betroffen.
  
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