Normales Thema Was sind wir doch alle gut, gesund und glücklich geworden (Gelesen: 343 mal)
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.412
Mitglied seit: 30.06.06
Re: Was sind wir doch alle gut, gesund und glücklich geworden
Antwort #6 - 03.12.19 um 19:58:59
Beitrag drucken  
Quote:
Ist diese Passage also womöglich doch auf dem Mist von SpOn gewachsen?


Wäre kaum verwunderlich. Möglicherweise aber auch schon in einem Agenturbeitrag erwähnt, auf den sich die Texte stützen.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.997
Mitglied seit: 15.10.07
Re: Was sind wir doch alle gut, gesund und glücklich geworden
Antwort #5 - 28.11.19 um 17:04:24
Beitrag drucken  
Hmmm. Die FAZ hat eine sehr ähnliche Zusammenfassung publiziert, in der allerdings das Rauchen nicht als mitursächlich erwähnt wurde: https://www.faz.net/aktuell/wissen/usa-krisenursachen-fuer-sinkende-lebenserwart...

Ist diese Passage also womöglich doch auf dem Mist von SpOn gewachsen?
  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.997
Mitglied seit: 15.10.07
Re: Was sind wir doch alle gut, gesund und glücklich geworden
Antwort #4 - 28.11.19 um 11:15:32
Beitrag drucken  
Spiegel Online berichtet über die Studie hier: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/lebenserwartung-in-den-usa-sinkt-durc...

Und wie lautet eine der Schlußfolgerungen?

Quote:
Tabakkonsum bleibt ein wichtiger Faktor, auch wenn die Zahl der Raucher in den USA inzwischen sinkt. In früheren Jahren konnte demnach der vergleichsweise hohe Anteil an Rauchern zu einem großen Teil die geringere Lebenserwartung in den USA erklären.


Daß ein solcher Zusammenhang hergestellt wird (ob von den Forschern oder der Bild-Zeitung für Intellele, weiß ich nicht, wahrscheinlich wohl beide), ist ein so schwerwiegender Fall von kognitiver Dissonanz, daß die Urheber mindestens ein Fall für die Couch, oder besser gleich für die Gummizelle sind.

Nochmal ganz langsam zum Mitmeißeln in der Version SpOn:

Quote:
1959 lag die Lebenserwartung für ein in den USA zur Welt gekommenes Baby bei 69,9 Jahren, 2017 waren es 78,6 Jahre. Den größten Anstieg in der Lebenserwartung verzeichnete das Land in den Siebzigerjahren. Bereits seit den Achtzigerjahren stieg sie deutlich langsamer an. Ab 2011 stagnierte sie, seit 2014 sinkt sie sogar leicht: von 78,9 auf 78,6 Jahre.


UND

Quote:
Bereits in den Achtziger- und Neunzigerjahren begann die Zahl der Todesfälle von unter 65-Jährigen zu steigen; nur durch positive Trends in anderen Altersgruppen stieg die Lebenserwartung insgesamt.




In dem Zeitraum mit dem größten Anstieg der Lebenserwartung lag der Raucheranteil in der Bevölkerung noch knapp unter seinem Höhepunkt. Das Einsetzen des "heimlichen Abstiegs" durch die Zunahme an Todesfällen bei jüngeren Leuten und dessen immer stärkerer Einfluß auf die Entwicklung der Gesamt-Lebenserwartung läuft in Wirklichkeit sogar ziemlich genau parallel mit dem Rückgang des Bevölkerungsanteils der Raucher. Ich will da jetzt ja keinen direkten ursächlichen Zusammenhang herbeikonstruieren, obwohl ich indirekte Zusammenhänge nicht ausschließe. Aber auch wenn beides gar nichts miteinander zu tun haben sollte, weder direkt noch indirekt, ist es so dummdreist und außerdem eine solche Riesensauerei, daß es einem die Sprache verschlagen könnte, daß hier der tatsächliche Sachverhalt kurzerhand umgekehrt und dem Rauchen sogar noch eine Mitschuld an dem Sinken der Lebenserwartung in den USA gegeben wird.

Das ist gemeingefährlicher Bockmist im wissenschaftlichen Gewand, und das Wort "gemeingefährlich" bitte ich in diesem Fall wörtlich zu nehmen.

Diese Leute behaupten, mit dem Ausmerzen des Rauchens vermeidbare Krankheiten und Todesfälle verhindern zu können, aber die statistischen Daten bestätigen das einfach nicht. Das mindeste, was man ihnen mit aller Berechtigung vorwerfen kann, ist, daß sie die eigentlichen Gesundheitsgefahren nicht erkannt haben, weil sie so sehr mit dem Bekämpfen des Rauchens beschäftigt waren, daß sie wg. Tunnelblick nichts anderes als das Rauchen mehr wahrgenommen haben, aber ich gehe noch weiter, und behaupte: Niemand hat sich jemals im Ernst für real existierende Menschen und deren Gesundheit interessiert. Reale Menschen existieren in der Epidemiologie nur als Nachkommastellen statistischer Daten. Umgekehrt ist das, was in einer medizinstatistischen Arbeit für einen einzelnen Menschen gehalten wird, eine Reißbrett-Konstruktion, die nichts als eine Fiktion und an der in Wirklichkeit nichts Menschliches ist.

Wenn es eines Beweises bedürfte, daß die Epidemiologie als Mittel zur Hilfestellung im Leben und zur Verbesserung menschlicher Existenz ungefähr so nützlich ist wie Astrologie, dann ist die Entwicklung der Lebenserwartung in den USA dieser Beweis, und zwar ein verdammt eindeutiger.  Ärgerlich Ärgerlich Ärgerlich
  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.997
Mitglied seit: 15.10.07
Was sind die Amis doch alle gut, gesund und glücklich geword
Antwort #3 - 27.11.19 um 16:45:25
Beitrag drucken  
Daß die Lebenserwartung in den USA seit ein paar Jahren zurückgeht, hat sicherlich fast jeder hier mitbekommen, manche sicher auch, daß dies zu großen Teilen an der Opioid-Epidemie liegt, die zum größten Teil durch die massenhafte Verschreibung von opioidhaltigen Schmerzmitteln ausgelöst wurde.

Eine Studie, bei der ich leider keinen Zugriff auf den Volltext habe, behauptet dieser Sache näher auf den Grund gegangen zu sein:
https://jamanetwork.com/journals/jama/article-abstract/2756187

Sie kam zu folgenden Erkenntnissen:

1) Das Sinken der Lebenserwartung der Altersgruppe zwischen 25 und 64 Jahren setzte unerkannt bereits in den neunziger Jahren ein, und zwar mittels eines Ansteigens der Mortalität in dieser Altersgruppe durch spezifische Ursachen.

2) Zwischen 2010 und 2017 stieg in den mittleren Altersgruppen die Mortalität (Todesfälle durch alle Ursachen) von 328,5 auf 348,5 Todesfälle je 100.000.

3) Die stärksten Anstiege der Mortalität in den mittleren Altersgruppen mit über 20 % waren in New Hampshire, West Virginia, Ohio und Maine zu verzeichnen. 

4) Das Sinken der allgemeinen Lebenserwartung ist ursächlich durch die Zunahme dieser Todesfälle in mittlerem Alter bedingt.

5) Die hauptsächlichen Todesursachen, die bei den mittleren Jahrgängen gestiegen sind: Drogen-Überdosis. Selbstmord. Organsystemerkrankungen. (Eigene Anmerkung: Wie hoch die Anteile bei den beiden letzten Punkten sind, die ursächlich auf den ersten Punkt zurückzuführen sind, ergibt sich aus dem Abstract nicht, aber ich halte sie für sehr hoch.)

Genau die Altersgruppe, deren Gesundheit angeblich ach so sehr durch das Rauchen bedroht war, daß damit die aktuelle Raucherverfolgung begründet wurde, wurde nun aktiv durch ihre eigenen Hausärzte angefixt (die ihnen womöglich im nächsten Atemzug das Rauchen verboten haben). Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
ChristophL
Administrator
*****
Offline


Freier Rauch statt Rauchfrei!

Beiträge: 8.412
Mitglied seit: 30.06.06
Re: Was sind wir doch alle gut, gesund und glücklich geworden
Antwort #2 - 06.06.19 um 16:13:28
Beitrag drucken  
Im UK wurde schon vor einiger Zeit eine Einsamkeits-Ministerin berufen. No words needed.
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Feuerstein
Administrator
*****
Offline


Hallo

Beiträge: 505
Mitglied seit: 09.11.14
Re: Was sind wir doch alle gut, gesund und glücklich geworden
Antwort #1 - 31.05.19 um 12:31:34
Beitrag drucken  
xila schrieb on 30.05.19 um 13:20:49:
Dazu fällt einem doch echt nichts mehr ein.

mir auch nicht!

"Mehrheit der Affen bezweifelt, dass der Mensch von ihnen abstammt" - stellte der Postillion als eine mögliche Erklärung fest. https://www.der-postillon.com/2019/05/affen-menschen.html
  
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
xila
Advanced Member
*****
Offline


... hat meistens recht
;)

Beiträge: 3.997
Mitglied seit: 15.10.07
Was sind wir doch alle gut, gesund und glücklich geworden
30.05.19 um 13:20:49
Beitrag drucken  
Die berüchtigte Gilde der sogenannten "Experten" hat für Deutschland eine in den letzten Jahre rapide zunehmende "Einsamkeits-Epidemie" diagnostiziert. Jetzt werden Strategien und staatliche Interventionen gefordert, um Einsamkeit und die damit einhergehenden Einsamkeitsschäden einschließlich vorzeitiger Sterblichkeit für die Gesellschaft zu bekämpfen.

https://rp-online.de/panorama/deutschland/immer-mehr-menschen-leiden-unter-einsa
mkeit_aid-39127561

Dazu fällt einem doch echt nichts mehr ein.

  

As the mathematician Ian Stewart points out in “Do Dice Play God?” (Basic), the average person has one breast and one testicle.
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
 
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet.    Hier erfahren Sie mehr zum Datenschutz OK